Pasta geht um

Erstellt am 03.08.11 von lundi - 9 Kommentare
letzter Kommentar von sarahukie am 20.02.13
Kategorien: Zutaten & Zubereiten, Kochen
Die Theorie der Nudel
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In letzter Zeit wurde hier viel Pasta besprochen und hergestellt. Ich selbst habe mich vom Thema fangen lassen, vor allem von Aphrodite und Rinquinquin, die da einiges zu bieten haben, und ich habe erfolgreich praktiziert. Der Teig ließ sich prima auch ohne Nudelmaschine für Soße, Ravioli und (ohne Vorkochen) für perfekte Lasagne verarbeiten. Die Familie hat mir Strafe angedroht, sollte ich jemals wieder Lasagneplatten fertig kaufen.

 

Nun fehlt mir noch ein gutes Stück Theorie: Was bewirkt Eiweiß im Nudelteig - oder warum sind in Rezepten bei gleicher Mehlmenge manchmal nur Eigelb, manchmal Vollei und manchmal eine Mischung aus beidem angegeben? Wird der Teig fester oder spröder oder weicher oder was? Und hat schon mal jemand Nudeln ganz ohne Ei gemacht? Wenn ich fertige Nudeln kaufe, dann grundsätzlich ohne Ei, nur aus Hartweizen, die gefallen mir besser. Nudelteig ohne Ei soll ja schwieriger sein?

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Gepostet am 03.08.2011 - melden?
Gehopst wie gesprungen.

@lundi, die Trennlinie wird gezogen zwischen Nudeln mit und ohne Ei. Der einfachste Teig besteht aus Mehl, Salz und Wasser. Durch die Zugabe von einem Schuss Öl wird der Teig geschmeidiger. Salz macht den Teig spröder. 

Und dann ist es wichtig, die richtige Konsistenz zu treffen. Abhängig vom Mehl. Teig für Ravioli muss etwas weicher (dehnbarer) sein.

Es wird niemals Ei mit Wasser vermischt und dann wären wir bei den Eiernudeln. Diese werden mit Eigelb hergestellt. Und damit sich nicht jedes Mal die Frage nach dem übrigen Eiweiß stellt, darf dies manchmal auch hinein - aus rein praktischen Erwägungen. Im Eigelb ist Fett. Das wirkt sich dann wieder auf den Teig aus. Mit der Zugabe von Öl habe ich den gleichen Effekt und ein paar Eigelb gespart, wenn ich statt dessen ein Vollei (also mit Eiweiß) nehme. Das Eiweiß messe ich mit der halben Eierschale ab und rechne die Menge dann wie ein Eigelb. Mit Eigelb schmecken die Nudeln einfach besser und Eiweiss ist ein Kompromiss.

Gepostet am 03.08.2011 - melden?
Noch was zu den Garzeiten.

Abhängig vom Mehltyp und von der Frische der Pasta variieren die Garzeiten. Generell liegt die Garzeit zwischen 2 und 4 Minuten. Und selbst, wenn das Wasser abgeschüttet wird, garen die Nudeln in der Sauce noch nach.

Typ 00 (feines Kuchenmehl geht auch), dünne Pasta mit ganz frischem Teig braucht weniger als 1 Minute. Nudeln, die mit Hartweizengrieß hergestellt und 2 Tage durchgetrocknet sind, brauchen ca. 5 Minuten. 

Am besten schmecken frische Nudeln, wenn sie 8 Stunden trocknen können. (schneid sie am Morgen, koche sie am Abend). Verarbeiten und schneiden lässt sich frischer Nudelteig am besten, wenn man ihn von jeder Seite ca. 10 min. trocknen lässt. Doch das ist Gefühlssache. Mein Teig ist meistens so fest, dass er sich schon nach dem Ausrollen unproblematisch schneiden lässt.

Gepostet am 03.08.2011 - melden?
Pasta

 

Das Thema fasziniert mich und ich habe mich gleich daran gemacht, alle vorhandenen Kochbücher, alte und neue, nach diesen Fragen zu durchforsten. So gut wie alle Pastateige in meinen Büchern sind Eiernudeln, die meist ohne grosse Trockenzeiten frisch gekocht werden. 


Ich vermute jetzt mal, dass die Hausfrau in Italien schon immer gute fertige Pasta kaufen konnte und für Festtage wurden die Eiernudeln, die Pasta all'uova, eben auch selbst gemacht.

Pasta aus Hartweizenmehl wurde immer mehr oder weniger handwerklich bis industriell hergestellt und beim Bäcker oder in der Salumeria verkauft und darum wohl selten zuhause gemacht. Das war dann die trockene Pasta, die bekannte Pasta asciutta.


Ich fand Rezepte für Eiernudeln in verschiedenen Varianten:


400 g Mehl, 1 Prise Salz und 12 Eigelb (La Contea im Piemont), 


200 g Mehl, 1 Ei, 3 Eigelb (Dieter Müller) 


und alle anderen bewegten sich so im Verhältnis 100 g Mehl, 1 Ei, Salz und etwas Olivenöl, wie ich es auch fast immer mache. Oft nehme ich auch ein Drittel Hartweizenmehl und zwei Drittel Weichweizenmehl, das macht die Pasta etwas kerniger. 

Was das Eiweiss bewirkt, das kann ich auch nicht erklären, denn das Nudelmachen geht auch nur mit Eigelb (s.o.), was ziemlich festen Teig ergibt (hängt ja auch wieder von der Grösse des Eigelbs ab).


Ein Rezept für Pastateig ohne Eier habe ich gefunden  - - für 500 g Pasta:


180 g Hartweizengriess, 125 g Weizenmehl, 1 Prise Salz, 175 ml Wasser (gegebenenfalls etwas mehr). Der Teig soll dann ebenfalls glänzend und elastisch sein und mindestens eine Stunde lang in Folie eingepackt ruhen.


Jetzt habe ich Aphrodites Beitrag studiert und muss ihr recht geben, dass Nudeln mit Eigelb aromatischer schmecken. Für gefüllte Pasta muss es ein Eiernudelteig sein. Dass Salz den Teig spröder macht, ist mir noch nicht aufgefallen, mag aber sein. Das Mass mit der Prise ist mir nicht so geläufig, ich habe einen Salzlöffel im Salztrog und der misst so 2 g ab, mehr nehme ich dann auch nicht. 

 

Gepostet am 04.08.2011 - melden?
Pasta,,

fasziniert mich auch immer wieder,,,,hier noch mal das Video, mit Pastamaschine geht es wirklich einfacher. Auf den Teig kommt es an. Wie @ Rinqiunqiun schreibt,
400 g Mehl, 1 Prise Salz und 12 Eigelb (La Contea im Piemont), kommt nach Umrechnung von Meister, Johann Lafer hin, er meinte, der beste Nudelteig, wären

1 Kg. Mehl, 30 Eigelb.

Das habe ich noch nicht probiert, doch neugierig wäre ich schon. Pasta mit Ei schmeckt besser, sie gehen beim Kochen wesentlich besser auf. Bei Pasta mit Ei-Anteil aus Italien muss ich sie immer abwiegen vor dem Kochen.

Beim "Guten Italiener" gibt’s auch selbstgemachte Pasta, hier wird das Mehl gemischt.Ich bin auch für die Variante, Mehl/mit Hartweizen-Pastamehl mischen.

Gepostet am 04.08.2011 - melden?
Pasta-und Salz,

Salz bekommt man später nicht mehr rein. Die Formel lautet, lt. Sterneköchin Poletto,  100 gr. Pasta, 1 Lt. Wasser, 10 gr. Salz. Viel Spaß,,,,. Ich hab`s noch nicht probiert, mache nach Gusto.

Gepostet am 04.08.2011 - melden?
Erkenntnisse: Pasta und Eiweiß und Wow

Vielen herzlichen Dank für Eure Beiträge. 1 kg Mehl + 30 Eigelb - das ist unglaublich! So verschwenderisch bin ich dann doch nicht. Man könnte die pasteurisierten aus dem Tetrapack nehmen, aber vor Eigelb im Tetrapack gruselts mich dann doch.

 

Es ließ mir keine Ruhe, also hab ich probiert: gleiche Mehlmischung, Eier variiert. Die Nudeln mit nur Eigelb waren ziemlich fest und dadurch perfekt formbar, sehr dünn auszurollen, behielten auch beim Kochen die perfekte Form und Festigkeit. Sehr schön für besonders kleine und feine Pasta, für gröbere Nudeln und zum Füllen mir persönlich im Biss zu fest. Bei 30 Stück Dotter dann vielleicht nicht mehr, Geiz lässt grüßen. Nur Eigelb + Olivenöl etwas elastischer, ansonsten ähnlich.

 

Die Nudeln mit Vollei waren vom Teig her sehr weich, also noch etwas Mehl dran. Dann sind sie beim Kochen ziemlich aufgegangen, sie sahen nicht so schön gelb aus und gerieten etwas aus der Form, waren gegart ein wenig "schwabbelig". Fazit: lieber nicht. Oder doch, für große gefüllte Nudelrollen vielleicht, bei denen der Teig schon weich sein darf. Wenn ich genau überlege auch ganz klar, das Aufgehen mit dem Eiweiß kenn ich doch von Kuchen, Keksen, Flans, Soufflets und Co.

 

Mein Favorit sind jetzt die mit Eigelb und 1 Vollei und Olivenöl und Salz nach Gefühl: von mittlerer Konsistenz, gut in Form, schöne Farbe, für fast alles zu gebrauchen, von Lasagne über Ravioli bis zu Bandnudeln. Da ich gelesen habe, dass viele Köche, obwohl sie es nicht gern zugeben, eine Prise Zucker als "Geschmacksverstärker" in den Teig kneten, hab ich das dann auch noch gemacht und für gut befunden. Schon laut meiner Oma soll in jede Süßspeise etwas Salz und in jede herzhafte eine Prise Zucker.

 

Nudeln ohne Ei stehen noch aus, darüber berichte ich dann später. Insgesamt muss man wohl einfach ein Gefühl dafür entwickeln, wann der Teig gut ist. Jedes Ei ist anders und jede Mehltüte auch. Jetzt müssen wir nur noch alles aufessen, das fällt nicht schwer. Pasta geht immer.

Gepostet am 04.08.2011 - melden?
Der ultimative Test.

@lundi, die Schwabbeligkeit von selbstgemachten Nudeln war mir bisher nicht präsent. Ich habe es auf zu lange Kochzeiten geschoben (wieder nicht aufgepasst, zu lange drin gelassen u.s.w) und nicht auf das Eiweiß. In allen meinen Kochbüchern, die bestimmt nicht schlecht sind, habe ich dann auch nicht mehr gefunden als die Faustformel "100 g Mehl auf 1 Ei" - wobei dann aber auch ganz unumwunden von fabelhaften Nudeln aus 1 kg Mehl und 40 Eigelb von Slowfood Hühnern (die sich bestimmt extra viel Zeit mit dem Eierlegen lassen) gelesen hatte. 

Und wenn man sich dann reinkniet, zu ganz anderen Erkenntnissen kommt. Was geht und was nicht, hat sich hier sehr schön heraus kristallisiert fern ab von dem Diktat so manch' eines Kochbuchs.

Zu Nudeln ohne Ei: Mit Mehl Type 405 sind sehr geschmacksneutral und erinnern an chinesische Nudeln. Ich hatte meine in würzigem Muschelsud ziehen lassen. Auch die Rotwein-Komponente werde ich probieren. Vielleicht auch mit Weißwein. Dinkelmehl ist bestimmt nicht schlecht und Hartweizen wird mehr Biss geben.

Gepostet am 04.08.2011 - melden?
ausprobieren ist immer noch das Beste

Wie Lundi nehme ich auch am liebsten 1 ganzes Ei, 1 Eigelb und dann 130 g Mehl, Olivenöl und Salz, um meine Pasta zu machen. Ich glaube auch, dass diese Mengenangaben nur Grundwerte sind, mal kommt etwas mehr, mal etwas weniger Mehl dazu. Das merke ich beim Einkneten mit der Hand am besten, ich nehme immer wieder Mehl vom Rand dazu, bis der Teig die richtige Elastizität hat und nicht mehr klebt.

Den Teig mit den vielen Eigelb drin zu machen, tja, da bin ich wohl auch zu geizig oder wie man es sonst benennen sollte. Nudeln ohne Sauce brauche ich nicht auf den Tisch zu stellen, also hängt der Geschmack des Gerichts auch sehr stark von der Sauce ab.

Dinkel habe ich auch schon ausprobiert, doch ehrlich, Geschmacksunterschied habe ich keinen bemerkt.

 

Was das Kochen angeht, da brauche ich die Küche gar nicht zu verlassen, wenn die Nudeln aufsteigen, nehme ich sie schon fast wieder heraus.

Gepostet am 20.02.2013 - melden?
Pasta App

Schaut Euch mal die Pasta App von Mario Gamba (fürs ipad) an, da gibt er in einem Video ein paar Tipps zu selbstgemachter Pasta

 

https://itunes.apple.com/de/app/pasta-by-mario-gamba/id591461904?mt=8

 

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