Weinseminar am 06.11.09
Am Freitag besuchte ich mit meiner Freizeitgruppe ein Weinseminar im Weinkeller des Arco-Schlösschen.
Der Vortrag und die Weine wurden vom ortsansässigen Winzer, Herrn Josef Tremml beigesteuert.
Etwa 25 Personen nahmen am Weinseminar teil. Ich fand diese fast familiäre Runde sehr erfreulich. Alle saßen um eine große Tafel, die in weiß gedeckt war, mit vielen Bestecken und Gläsern nur so erstrahlte. Ich verzichtete auf das Fotographieren der Speisen, denn es hätte sicherlich einen Teil der Atmosphäre geraubt.
- Canapees
Zur Vorspeise gab es für jeden Gast 3 Scheiben Weißbrot, die mit Shrimps auf Frischkäse, mit italienischem Landschinken und mit Entenbrust an Aprikose gereicht wurden. Die Entenbrust war der einzige Bestandteil des ganzen Mahles, die ich zurückgehen ließ.
Eisgekühlt wurde dazu Secco halbtrocken gereicht. Den Namen „Prosecco“ haben sich die Italiener schützen lassen, Champagner die Franzosen, deshalb also Secco. Wenn ich mich recht erinnere, dann herrscht im inneren der Flasche ein Druck von 2,5 bar…..was den Grund hat, dass jeder Druck der darüber liegt zur Folge hätte, dass Sektsteuer gezahlt werden müsste.
- Kalbfleischterrine mit Feigen-Senf-Sauce
Zum zweiten Gang gab es Kalbfleischterrine, die allein optisch schon gelungen war. Sie war portioniert in der Größe und Form eines Mohrenkopfes. Insgesamt war die Einteilung der Portionen sehr human, so dass man die Chance hatte, alle 5 Gänge zu schaffen. Es wurde nicht geknausert, sondern mitgedacht! Dekoriert war diese Terrine mit hauchfeienen Scheiben von frischen Feigen, mit Rucola und Balsamico. Geschmacklich alles sehr fein abgestimmt und optisch eine Augenweide. Dazu gereicht wurde uns eine 2008er Müller Thurgau trocken. (Die Weine stammten übrigens alle von dem anwesenden Winzer selbst). Müller Thurgau: Müller-Thurgau ist eine weiße Rebsorte, die heute aus Rechts- und Marketinggründen auch Rivaner genannt wird.. Die Sorte Müller-Thurgau ist aufgrund ihrer geringen Säure mild, aber dennoch fruchtig. Die Weine sollen noch relativ jung getrunken werden, mit wenigen Ausnahmen werden sie durch die Lagerung nicht besser.
Trocken und halbtrocken ausgebaut wird die Sorte heute sehr häufig als „Rivaner“ bezeichnet, nach den ursprünglich vermuteten Elternreben Riesling und Silvaner. Der Winzer, Herr Tremml berichtete interessant und kritisch über angeblich „atmende Gläser“ der Firma Eisch,
|
Neuartiges Oxigenierungsverfahren Im Breathable Glass erreicht der Wein die volle Entwicklung von Bouquet und Aromen bereits nach 2 bis 4 Minuten, was bisher meist nur mit 1 bis 2 Stunden Dekantieren möglich war.
|
über Anbaubedingungen in unserem Landstrich, über Weinseminare, die zur Sommerszeit in seinem Weinberg stattfinden und über Weinmarketing. Für jede Frage war der Winzer offen und berichtete in unterhaltsamer und sympathischer Weise.
3. Buttermakrele auf Champignonrisotto
Sogar der Nichtfischesser in unserer Runde aß den Teller ratzebutz leer. Die Makrele war auf dem Risotto angerichtet und farblich, wie geschmacklich unterstützt von Spinatschaum. Dazu wurde ein 2008er Müller Thurgau halbtrocken gereicht. Meine Sitznachbarin und ich befanden, dass die halbtrockenen Weine des Abends auf der Zunge etwas prickelten…in angenehmer Weise. Hier wurde u.a. die Kombination von Fisch mit Weißwein debattiert. Der Winzer meinte, dass man nicht mehr irgendeiner Doktrin folgen müsste, sondern ganz frei Fisch der durch die Zubereitung oder die Soße kräftiger im Geschmack ist, auch gerne mit einem leichten Rotwein kredenzen kann. Erlaubt ist, was gefällt. Aufgrund verschiedener Fragen wurde dann auch über Verschlusssysteme berichtet und über die Frage ob Vollernter bei der Weinlese eher nutzen oder schaden.
4. Rehmedaillons in Rotlingsauce
Die Rehmedaillons wurden auf einer kleinen Scheibe Serviettenknödel serviert und in einer Sauce von dem Wein, den ich schon vom Schlossfest her kannte. Das Fleisch war innen noch hellrosa, aber ganz entgegen meiner Befürchtungen super zart!!! Hier an dieser Stelle wurde auch getränkemässig von Rot- zu Weißwein gewechselt:
|
2008
Rotwein Cuvée
12,5% Vol. --------- 0,75 l --------- 7,30 Euro
(Preis/Liter = 9,07 Euro)
Ziel war ein persönlich klar umrissenes sensorisch festgelegtes Weinprofil Das Ergebnis ist ein samtig, harmonisch komplexer Rotwein mit ausreichender Farbtiefe und einem stimmigen Gesamtbild
|
Die Begleitthemen rankten sich um Weißherbst bezeichnet nach deutschem Weinrecht einen Roséwein, welcher aus einer einzigen roten Rebsorte gekeltert wurde. Die Weintrauben müssen zusätzlich aus einer Lage stammen. Es wird jedoch dasselbe Verfahren wie bei der Herstellung von Weißwein angewendet. Dabei wird der Most vor der Gärung von den Trauben abgepresst, so dass sich die rote Färbung der Beeren nur als leichte Rosafärbung des Weines bemerkbar macht. Es ging auch um die Qualitätsstufen von Qualitätswein, Landwein,……. und der Politik die darum gemacht wird. Viele andere Themen des fast vierstündigen genussreichen Abends kann ich gar nicht aufzählen.
5. Wildschweinschinken
Wieder einmal war ich begeistert davon wie gut meine Nase funktioniert, seit ich vor 2 Jahren das Rauchen aufhörte. Der Winzer ist auch noch Jäger und so gab es geräucherten Wildschweinschinken mit Weinkäse und Preiselbeersahne. Dazu einen 2008er Regent trocken. Der Geruch des geräucherten Wildschweinschinkens war trotz der 4 Gänge im Voraus immer noch appetitanregend. Der Weinkäse war vollreif und schmeckte sehr intensiv. Der Schinken und der Käse versuchten sich geschmacklich gegenseitig den Rang abzulaufen……komplettiert wurde das Ensemble durch die feine Preiselbeersahne. Die Etiketten der Weine sind übrigens durch Bilder eines Künstlers aus unserer Gegend gestaltet. Thematisch zeigen sie Bauwerke aus der Gegend, z.B. das Neuburger Schloß, die Stadttore usw. Die Gespräche rankten sich hier u.a. um Schokolade zum Wein, die Art der Schokolade, neue Schokolade, in die der Wein gleich eingearbeitet ist usw.
Achja,,,,da der Ausbau von Weinen im Barrique-Fass und mögliche Alternativen dazu noch thematisiert wurden, durfte jeder von uns natürlich noch einen Rotwein aus dem Eichenfass probieren……..kostenlos!!!!!!!!!!!!!!!!!
Dieser rundum gelungene Abend kostete pro Person incl. Aller Speisen und Getränke nur 35 Euro. Ein traumhaftes Preis- Leistungs-Verhältnis.
Nächsten Sommer bin ich sicher auf einem Weinseminar in den Weinbergen diese Winzers zu finden…bei einer zünftigen Brettljause und seinen neuesten Weinen.
Ich wünsche allen meinen Küchengötterfreunden noch einen schönen Sonntag-Abend-Ausklang. Euere lalinea1965
Liebe lalinea, da hattest Du einen schönen Tag und das Weinseminar in den Weinbergen nächsten Sommer musst Du unbedingt mitmachen. Der Preis von 35 € ist wirklich günstig. Schön, dass es noch solch schöne Ausflugsmöglichkeiten gibt.
Liebe Grüße, nika