Familienrezepte sind doch einfach die besten, oder? Für mich gilt das auf jeden Fall wenn es um Kohlrouladen geht. Aber lest selbst…
Liebe Küchengötter, bei der Suche nach dem besten Rezept Deutschlands wurde ein Gericht das ein oder andere Mal genannt: die Roulade. Und ich kann Euch da nur Recht geben, sie gehört auch zu einem meiner liebsten Gerichte. Vorausgesetzt, es ist eine Krautroulade!
Schon so lang ich denken kann bin ich verrückt nach den Kraut- bzw. Kohlrouladen meines Vaters. Und auch heute noch ist die Antwort auf seine Frage „Was willst du essen?“, wenn ich mal wieder zu Besuch bin, keine große Überraschung: Krautrouladen! (so werden die Kohlrouladen in meiner Heimat genannt).
Doch eines ist ganz klar: Kohlroulade ist nicht gleich Kohlroulade. (Oder Krautroulade ist nicht gleich Krautroulade, Ihr wisst bestimmt schon was ich meine). Am Wochenende landete ich beim Zappen zufällig bei einer Kochshow, in der Tim Mälzer und Johann Lafer gerade gemeinsam Kohlrouladen kochten. Während Lafer erzählte, er würde sie am liebsten mediterran mit Pinienkernen im Hackfleisch zubereiten, verblüffte mich Tim Mälzer mit Trockenobst in seiner Füllung.
Alles ganz schön und nett, aber wirklich verlocken konnten mich beide Varianten nicht. Doch an der Füllung lag es nicht: Bei der Kohlroulade kommt der wahre Geschmack meiner Meinung nach von außen! Und da gibt es nur eine einzig wahre Hülle für mich: Wirsing!
Bei uns zu Hause wurden Weißkohl und Krautrouladen nie in einem Satz gesagt. Sollten Krautrouladen auf den Tisch kommen, dann musste Wirsing her und nichts anderes. Basta.
Und so ist es bis heute geblieben. Für mich geht nichts über die zarte Süße dieses Krauts oder Kohls in Kombination mit der würzigen Fülle und der ebenso würzigen Sauce. Da futtere ich auch mal eben vier Krautrouladen hintereinander weg. Kein Witz!
Nun frag ich mich, wie es bei Euch aussieht, liebe Küchengötter: Wie esst Ihr Kohlrouladen am liebsten? Gehört Ihr „Team Wirsing“ oder „Team Weißkohl“ oder vielleicht einen ganz anderen „Team“ an? Gibt es bei Euch auch ein Familienrezept, an das kein anderes herankommt?
Und übrigens, wen ich jetzt neugierig auf die Krautrouladen meines Vaters machen konnte: Hier ist das Rezept für die Krautrouladen meiner Familie.
Die Krautrouladen wurden in meiner Familie mit einem eingeweichten altbackenen Brötchen statt mit Brösel in der Hackfüllung gemacht. Was mir aber neu ist, die restlichen Blätter und die Champignons mit zu kochen / schmoren. Bei mir wurde immer ein Krautsalat draus. Ausserdem habe ich das Brötchen durch die Kanten eines Vollkornbrotes ersetzt. Liebe Bettina, das nächste Mal werde ich das Familienrezept Deines Vaters ausprobieren.
Zur Frage: Ich gehöre zum "Team Wirsing".