Für sie ein italienischer Klassiker zum Dahinschmelzen, für ihn der Vorspeisen-Alptraum schlechthin: Bei Risotto scheiden sich die Geschmacksgeister.
Risotto - für die eine köstlich, für den anderen kein Drandenken
Frauen lieben's süß und Männer brauchen's deftig? Vegetarisch ist nur was für Mädchen und Jungs stehen immer auf blutige Steaks? Wir glauben nicht an jedes Klischee, dazu kennen wir viel zu viele weibliche Herzhaft-Typen und männliche Dessert-Liebhaber. Aber trotzdem begegnen uns immer wieder Zutaten, Gerichte oder Zubereitungsarten, die SIE liebt und ER hasst oder eben andersherum.Und denen wollen wir nachgehen, auf den Zahn fühlen, sie widerlegen oder einfach nur diskutieren. Mit Euch! Herzlich Willkommen also, liebe Küchengötter, zu unserer neuen Kolumne "Er sagt, sie sagt" mit dem ersten Gericht, das ich liebe und mein Mann hasst: Risotto.
Ich liebe Risotto. Risotto Milanese ist mein absoluter
Favorit. Einmal habe ich in einem kleinen, versteckten Lokal in Mailand ein schwarzes Risotto mit Sepia gegessen. Und in der Toskana eines mit Chianti und Schalotten. Aber selbst Tiefkühlerbsen machen ein Risotto für mich zu etwas ganz Besonderem. Die sämige
Konsistenz, der Duft, der Parmesan, der über den dampfenden Reiskörnern
zerschmilzt.
Neulich gab’s ein vegetarisches Risotto mit Radicchio und Rucola beim Dienstagskochen. Und als Sebastian mir die Rezepte für unseren ersten "Easy Italy"-Kochkurs schickte, war ich begeistert: Ein Risotto stand auf der Liste! Mit Gurke. Und fast ohne Rühren. Dabei ist das Risotto-Rühren für mich so etwas wie Meditation. Eigentlich bin ich in der Küche von der schnellen Truppe. Ungeduldig schiebe ich Bratkartoffeln
in der Pfanne hin und her und prüfe unentwegt den Bräunungsgrad. Beim Schneiden
für den Obstsalat werden die Apfel- und Mangostücke immer größer, die Trauben
fliegen schlussendlich im Ganzen hinterher. Aber beim Risotto, da habe ich alle
Zeit der Welt und freue mich mit jeder Kochlöffelrunde durch den Topf auf gleich...
Aber er. Er hasst Risotto. Warum? Bereits beim Gedanken an die Konsistenz von Risotto stellen sich ihm die Haare auf. Seine Miene verfinstert sich, die Mundwinkel ziehen tief in Richtung Kinn. Trägt der Kellner beim kleinen Italiener ums Eck die Gerichte des Tages vor, sehe ich beim Wort "Risotto" Fluchtgedanken in seinen Augen aufblitzen. Die größte Hungersnot würde ihn jetzt nicht dazu bringen, ein Risotto Milanese auch nur zu probieren. In Worte fassen kann er seine Abneigung nicht. Als er aber einmal bei einer Kochsendung im Fernsehen von Karl Dall hörte: "Risotto? Risotto?! Da könnte ich grad hinkotzen.", da fühlte er sich zum ersten Mal verstanden.
Liebe Küchengötter, was denkt Ihr? Ist das ein klassisches Männer-Frauen-Ding? Frauen lieben es und Männern stellt's die Haare auf, wenn sie nur an Risotto denken? Wir sind gespannt - auf Euren Geschmack!
Und für alle, die Risotto lieben, hier noch ein leckeres Basic-Rezept: Risotto, einfach nur Risotto
Spargelrisotto mit Wildgarnelen
Der Kommentar am Anfang ist vielleicht ein bisschen eingebildet, passt aber einfach zu gut zum Thema ;-)