Für ihn ein Ausflug in den Fleischhimmel, für sie eine überbewertete Mahlzeit, die man auch noch anfassen muss: Spareribs haben ganz offenbar Diskussionspotential ...
Spareribs - umstrittenes Gericht an der Fleischfront (Credit: Julia Hoersch)
Frauen lieben's süß und Männer brauchen's deftig?
Vegetarisch ist nur was für Mädchen und Jungs stehen immer auf blutige Steaks?
Wir glauben nicht an jedes Klischee, dazu kennen wir viel zu viele weibliche
Herzhaft-Typen und männliche Dessert-Liebhaber. Aber trotzdem begegnen uns
immer wieder Zutaten, Gerichte oder Zubereitungsarten, die SIE liebt und ER
hasst oder eben andersherum. Und denen wollen wir nachgehen, auf den Zahn
fühlen, sie widerlegen oder einfach nur diskutieren. Mit Euch! Herzlich
Willkommen also, liebe Küchengötter, zu unserer Kolumne "Er sagt, sie
sagt". Heute mit einem Gericht, das mein Mann des Hauses liebt, bei mir
aber immer nur Stirnrunzeln fabriziert: Spareribs.
Ich mag keine Spareribs. Warum? Ganz einfach: Ich fasse mein
Essen nicht gerne mit den Fingern an. Das ist einfach mal Fakt. Wenn Scampi
noch im Panzer auf meinem Teller landen, würde ich am liebsten wegrennen. Und
ich habe schon so manch einen missbilligenden Blick geerntet, wenn ich mein
Wiesnhendl oder die Weihnachtsganz bis zum letzten Bissen mit Messer und Gabel
bearbeitet habe. Da ist es dann wohl auch kein Wunder, dass ich nicht an Spareribs
herankomme. Ich persönlich kann einfach nicht nachvollziehen, wo der Reiz darin
liegt, diese Rippchen nicht nur in den Händen haltend abzunagen, sondern als
Beigabe auch noch ein mit Sauce verschmiertes Gesicht zu haben (von den Resten
zwischen den Zähnen ganz zu schweigen) ...
Und er, er liebt Spareribs. So sehr, dass es kaum ein
größeres Spektakel für ihn gibt, als sich in DEM Spareribs-Restaurant
schlechthin einen weißen Latz umzuhängen und gefühlt meterlange Spareribs abzuknabbern.
Doch damit nicht genug: Die Spareribs verfolgen mich sogar in unserem
Lieblings-Biergarten. Beim Gedanken, dass wir im Biergarten essen gehen,
bekommen seine Augen schon so ein ganz besonderes Leuchten – man könnte es wohl
auch liebevoll seinen Spareribs-Blick nennen. Passt das denn wirklich zusammen?
Bayerische Tradition und Spareribs? (Ich habe extra in der „Bayerischen
Biergartenverordnung“ nachgelesen – tatsächlich werden keine Spareribs verboten).
Während ich also mein Hendl mit Messer und Gabel bearbeite, wird
Spareribs-Sauce zum Hauptbestandteil seiner Haut. Bis er mich zufrieden
grinsend bittet, den Stapel Erfrischungstücher mit meinen sauberen Fingern für
ihn zu öffnen ...
Liebe Küchengötter, was denkt Ihr? Ist das ein
klassisches Männer-Frauen-Ding? Frauen verziehen das Gesicht und Männer fühlen
sich erst wie richtige Männer, wenn sie Knochen abnagen dürfen? Wir sind
gespannt - auf Euren Geschmack!
Und für alle, die auf der Pro-Spareribs-Seite stehen, gibt's hier auch noch ein Rezept für Spareribs in würziger Honigsauce.
Noch mehr "Er sagt, sie sagt":
Er sagt, sie sagt: Risotto
Ein typischer unserer Biergartenbesuche: Das Hendl im Hintergrund und vorne im Bild - natürlich - Spareribs ....
mache ich immer selbst, dann sind sie auch schön kross. Ich mag es auch nicht, mit den Fingern zu essen, deshalb bearbeite ich meine Spareribs mit Messer und Gabel. Die gepanzerten Garnelen mag ich auch nicht so gerne, denn dann weiß ich, der Darm ist nicht entfernt, aber auch die schaffe ich mittlerweile mit Messer und Gabel :)). Ganz fürchterlich geht es mir, wenn meine Familie mal wieder Granat essen will. Dann pule ich die Dinger aus und stelle sie erst einmal weg. Ebenso muss ich einen geräucherten Aal erst essfertig machen. Ich brauche einen gewissen zeitlichen Abstand bis es mir schmeckt. Spareribs und Hähnchen, Garnelen und Aal esse ich aber sehr gerne.