Den perfekten Eiskaffee-Moment zu erwischen, ist nicht leicht. Weswegen ein Affogato al caffè oft die bessere Wahl ist. Und was ist Ice Cream Cola? Lest selbst.
Eiskaffee mit Milch? Gibt’s eigentlich nicht. Dafür bringt schon der Anblick dieses Bildes Kühle. Foto: Dickhaut
Wir haben eine neue Kollegin hier im Hukodi-Büro, die eigentlich eine
alte Bekannte von mir ist, obwohl noch ziemlich jung -
zumindest im Vergleich zu mir. Oder einfacher gesagt: Lea, die Tochter von guten
Freunden hat jetzt einen Schreibtisch bei uns. Sie kann eine
ganze Menge sehr gut, weil sie es studiert (Design, Kunst, Film) oder
sich hartnäckig reingedreht (Webseiten bauen und gestalten) oder es
einfach drauf hat, wie zum Beispiel Maike bei den Küchengötterkochkursen
vertreten. Tatsächlich habe ich die Ur-Version von „Maike kocht,
Dickhaut hilft” vor vielen, vielen Jahren mit ihr gedreht, mal sehen, ob
ich das Ding noch finde. So ein neues „Maike kocht” wäre natürlich noch
besser, aber… ach, da fragt Ihr hier lieber mal selbst nach, ok?
Ich musste da heute jedenfalls dran denken, weil sie mir einen
Eiskaffee fürs Pinwand-Herfahren ausgegeben hat mit dem Zusatz „Der ist
ohne Milch, hab extra gefragt”. Woraufhin ich (seit ein paar Jahren
milch-unverträglich, aber weiterhin sahne- und joghurt-tolerant) ihr
erzählt habe, dass Eiskaffe eigentlich immer ohne Milch ist, wenn man
mal das Milchpulver in der Eiskrem ignoriert. Der Eiskaffee war jedenfalls so gut,
dass mir danach ein bisschen schlecht war, weil ich das ganze Glas
gelöffelt hatte, was in etwas so bekömmlich ist, wie ein ganzes Magnum
zu essen, obwohl man doch weiß, dass nach der Hälfte schon… Gelöffelt?
Ja genau, denn Eiskaffee trinken wie ein Glas Bier geht ja nun gar nicht
und ihn durch den Strohhalm zu saugen finde ich noch unbefriedigender.
Vom perfekten Eiskaffee-Moment zur Ice Cream Cola
Am liebsten mag ich es, wenn auf dem Löffel ein Schluck Kaffee und ein
Schlag Sahne sind, unter dem sich ein Stück Eis verbirgt, das dort ein
bisschen süßen Widerstand zwischen flüssig und luftig bietet. Wenn dann
die Sahne noch ein paar geeiste Flöckchen in sich hat und der Kaffee
schon leicht rahimg und gesüßt ist, ist der perfekte Eiskaffee-Moment
erreicht - bevor er sich dann zum Shake-sein verflüchtigt. Dass zum Spiel der Konsistenzen auch noch das
Spiel der Temperaturen dazu kommt, ist kaum zu haben. Beides geht sofort flöten, wenn der
Eiskaffee mit kaltem Kaffee gemacht wird, der seit Stunden im
Kühlschrank immer muffiger geworden ist und einem die Zunge eiskalt
versohlt statt lauwarm zu streicheln. Aber selbst wenn der Kaffee frisch
und heiß aus der Maschine kommt, geht der Eiskaffee-Moment auf dem Weg
von der Bar zum Tisch meist schon verloren.
Weswegen ich mir gerne einen Affogato bestelle. Der heißt auf deutsch Ertrunkener, und wenn es sich um einen Affogato al caffè handelt, dann ist das eine Kugel Eis in einer Cappuccino-Tasse, über die ein Espresso gegossen wird. Wohlmeinende Eis-Barista erledigen das für einen schon an der Bar, gutmachende ertränken die Kugel am Tisch oder lassen einen das zumindest selbst besorgen. Denn dann kommt in ein paar kurzen Schlücken auf der Zunge alles zusammen: Crema und Krem, Kaffeehitze und Eiseskälte, Schaumigkeit und Strenge, süß und bitter, dolce e caffè. Und meine Vorliebe für Espresso mit Sahne- statt Milchhaube, die schon vor meinem Milchproblem da war.
Das findet Ihr pervers? Dann kennt Ihr Ice Cream Cola noch nicht: ein Vanille-Eis am Stiel im Plastikbecher aufgegossen mit Cola. Haben wir letztens im Freibad erfunden und gleich beim nächsten Kindergeburtstag serviert - war der Renner und eine Riesensauerei. Zur Strafe musste ich den Mamas beim Abholen dann allen einen Affogato machen. Den bring’ ich jetzt gleich mal der neuen Kollegin bei.
Und das dürfen wahrscheinlich nur Kinder. Genauso wie Brausestangen essen und den angeknabberten Plastikstrohhalm überall liegen lassen.
Und nächstes Mal, wenn der Eiswagen durch die Straße fährt, mache ich mir auch einen Affogato. Heute ist der Wagen leider schon durch. Das wird ein Spaß!