Ein Quicheteig, so luftig wie Blätterteig, aber im Handumdrehen gezaubert? Mit nur vier Zutaten, die man sowieso fast immer im Haus hat? Und ob das geht!
Oh ja, ich weiß, mit dieser vollmundigen Überschrift lehne ich mich
gewaltig aus dem Fenster. Wahrscheinlich haben etliche der
Küchengötter-Bäckerinnen und Bäcker schon ein Teigrezept, auf das sie
schwören und welches sie ohne zu zögern als „das beste Rezept“
bezeichnen würden und natürlich sind Geschmäcker verschieden. Trotzdem
habe ich seitdem ich diesen Teig zum ersten Mal für eine Quiche
verwendet habe, kein anderes Rezept mehr angeschaut.
Ursprünglich stammt das Rezept von meiner Freundin Kristin, die ihn
tagtäglich für die Gemüse-Quiche in ihrer Cafebar zubereitet. Damit
ist der Stempel „einfach und schnell“ schon mal gewährleistet, Kristin
hat nämlich eine Abneigung gegen Rezepte, die sich nicht quasi nebenher
zu ihrem regulären Cafebar-Betrieb zubereiten lassen. Sie schwört sogar
darauf, diesen Teig nicht einmal auszurollen, sondern nur bröselig zu
kneten und dann beherzt in die gebutterte Form zu drücken. Aber das
darf gerne jeder so halten, wie er möchte.
Mein Lieblingsteig ist ein schlichter Quark-Mürbteig, dessen vier
Zutaten man fast immer zuhause hat und der sich sowohl mit den
Knethaken der Küchenmaschine als auch mit den bloßen Händen zubereiten
läßt. Zwei Punkte sind dabei unerläßlich: Die Butter muss möglichst
kalt sein und der Teig sollte nicht mehr als unbedingt nötig geknetet
werden. Sieht man noch kleine Butterflecken, dann ist das gewünscht,
genau daraus entsteht beim Backen die luftig-blättrige Konsistenz (das
in der Butter enthaltene Wasser verdunstet und bläht den Teig auf). Nun
weiß jeder, der schon einmal einen echten Blätterteig von Hand gemacht
hat, dass dieser um einiges mehr Arbeitsschritte erfordert,
gleichmäßiges Tourenschlagen gewährleistet hier die blättrige
Konsistenz. Ich kann es zwar nicht wirklich wissenschaftlich erklären,
warum ich mit Kristins Rezept und deutlich weniger Aufwand einen
annähernd ebenso blättrigen Teig hinbekomme, aber man muss auch nicht
alles erklären können, oder?
Dadurch, dass sich dieser Teig auch ganz wunderbar für einige Tage im
Kühlschrank hält, bereite ich ihn gerne auf Vorrat zu – mein
Quiche-Repertoire ist seitdem nicht unerheblich gewachsen. Von der
klassischen Quiche Lorraine zu Spinat-Feta, Apfel-Speck-Gorgonzola oder
Alles-was-der-Kühlschrank hergibt, die Ergebnisse waren noch immer zum
Fingerabschlecken. Und wer sich extra Mühe machen möchte, der formt
kleine Mini-Quiches in Muffinsförmchen oder extra kleinen
Fingerfood-Quicheformen, darin wird der Teig sogar besonders schön
knusprig.
Zwei kleine Tipps noch zum Schluß:
Wer Angst hat, dass die Füllung „durchsuppt“, der streut zwei, drei
Löffel Semmelbrösel auf den ungebackenen Boden (ich backe diesen Boden
übrigens nie blind) und gibt dann die Füllung (Gemüse und Guß) darüber,
bevor die Quiche in den Ofen wandert.
Anstatt die Butter mit dem Messer zu würfeln, reibe ich die wirklich
eiskalte Butter gerne mit einer groben Gemüsereibe, dass geht schnell
und läßt sie danach besonders leicht in den Teig einarbeiten.
Viel Spaß beim Nachbacken, ich bin neugierig, wie Eure
Lieblings-Quiche-Füllungen aussehen! Und nochmal ein Merci an
Küchengöttin Aphrodite, die mich auf die Idee gebracht hat, über dieses
Rezept zu schreiben.
Zum Rezept geht es hier lang.
Kann mich Eliza nur anschließen: Fein! Hört sich spannend an. Kein Kneten und Falten, nur Krümeln und die Butter reiben - da bin ich schon sehr gespannt auf den Effekt. Die Muffinform sieht wirklich schick aus! Und erst die Mini-Quiches! Ich bin am Wochenende auch dabei!