Bei Wackelpudding denkt man gern an ein giftgrünes Waldmeister-Dessert aus den 70er-Jahren, dabei hat er mit den richtigen Zutaten das Zeug zur echten Götterspeise.
Bettinas Vorschlag aus der letzten Redaktionsrunde könnte man auch mit dem schlauen Spruch „Nicht Kleckern, sondern Klotzen!“ umschreiben. Wie wär’s denn mit was richtig Feinem für die Feiertage, mit Champagner drin? Ich bin nun wirklich keine leidenschaftliche Champagnertrinkerin, aber so viel hat mir meine Sommelier-Freundin Hande schon beigebracht: lieber seltener genießen, dafür aber auch keine Kompromisse bei Geschmack und Preis. Aber so eine edle Flasche dann verkochen? Mir hätte das Herz geblutet. Natürlich geht es auch eine Nummer kleiner … Mit einem guten Prosecco.
Da ich auch privat grade auf der Suche nach einem dekorativen Dessert für eine festliche Angelegenheit war, war meine Wahl schnell gefallen. Ein klassischer Wackelpudding, in giftigem Grün für viele der Inbegriff kulinarischer Grausamkeiten der Siebzigerjahre. Dabei braucht es gar keine Packung aus dem Supermarkt, keine künstlichen Aroma- oder Farbstoffe um ein ausgefallenes Dessert zu kreieren, das den Namen Götterspeise auch noch verdient hat. Ich entschied mich für eine Lieblingsfrüchtekombi, die saisonal nie so richtig zusammenkommt: Litschi und Himbeere - während es sich Litschis gerade erst beim Obsthändler in der ersten Reihe bequem gemacht haben, sind die Himbeeren schon längst im Winterschlaf. Gott sei Dank sind Tiefkühlbeeren eine echte Alternative, denn auf dieses Traumduo möchte ich nicht verzichten.
Wichtig bei der Zubereitung sind vor allem drei Punkte:
1. Die Früchte nur leicht ausdrücken, nicht pürieren, sonst wird das Gelee trüb.
2. Die richtige Menge Gelatine. Nichts ist schrecklicher als eine hartgummiartige Geleekonsistenz.
3. Wer sich das Stürzen nicht zutraut (je weniger Gelatine man nimmt, desto fragiler wird's), der serviert die Götterspeise einfach in hübschen Gläschen.
Wer sich erst langsam mit Götterspeise anfreunden will, der kann sie auch als Nebendarsteller ins Dessert integrieren: Dazu die Geleeflüssigkeit etwa zentimeterhoch in eine flache, mit Folie ausgelegte Form gießen, nach dem Erstarren in kleine Würfel schneiden und zu Eis servieren.
Und hier geht’s zum Rezept für die beschwipste Götterspeise.
Wobei ich mir ungefähr vorstellen kann, wie toll der Geschmack ist. Und nachdem ich mir nun alle Grausamkeiten im Internet angeschaut habe, wie Götterspeise dekoriert werden kann, bin ich nun zu dem Schluss gekommen, dass ein edles Glas völlig ausreichend ist für diesen edlen Genuss. Das Stürzen lasse ich mal. Da kenne ich mich. Eins habe ich bei meiner Götterspeisen-Suche allerdings noch gefunden. Die Spendenaktion dahinter fand ich ehrlich und das Utensil nützlich. So kann auch altbewährtes gewinnen. Vielleicht mache ich mir für das Dessert bzw. für das Glas auch einfach eine Götterspeisen-Papier-Banderole - mal sehen. Frische Litschi habe ich dieses Jahr noch nicht gesehen.