ICH KOSTE... Pommesbrötchen

ICH KOSTE... Pommesbrötchen

Nachrichten aus dem Fast Food Universum: Pommes entdeckt - altbekannt bei einem Antikmarkt in der Heimatstadt, in neuer Form an einem Imbiss in der Nachbarstadt.

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Letztes Wochenende war ich in meiner Heimat zu Besuch. Mit leichtem Kaffeedurst und etwas Hunger landete ich auf einem Antikmarkt, an dessen Anfang ein sehr heutiger Kiosk lag. "Da? Nicht wirklich", hieß es da von der Begleitung, und weil mittendrin ein feines Jugendstilkaffee wartete, war das ok.

 

In Höhe des Standes mit alten Apfelweinbembeln kreuzte eine Dame mit einem Teller Pommes, die mir nicht mehr aus dem Kopf ging. Während die Begleitung mit einer Garderobe schäkerte und einen Toasthalter anschwärmte, hielt ich nach meiner Pommeslady Ausschau. Wie sie geduftet hatte! Wo sie wohl her kam?

 

Sicher nicht aus dem Jugendstilcafe, denn dort gab es keine Pommes und einen Sitzplatz auch nicht. Die Begleitung war eh mit einer Jugendstilkette am Stand nebendran beschäftigt. Ich beschloss, dass es die Pommes an diesem Imbiss am Anfang geben musste, und da der Markt rund um einen Brunnen kreiste und wir schon über die Hälfte waren, näherten wir uns also der Heimat meiner Begierde.

 

Eine Butterdose und ein Kinderbuch lenkten mich für den Rest der Strecke ganz gut ab, bis wir schließlich ums Eck bogen und da stand's auf dem Schild: "Pommes 2,50" und es kam mir auch schon jemand mit einer gewellten Pappe voller Rot-Weiß entgehen. "Das waren die letzten", sagte der Mann am Stand, was nicht ganz stimmte, weil zwei Fritten lagen noch in der Wärmschale, die er mir sogar schenken wollte. "Nicht wirklich."

 

Ruhesuchend drehte ich nun in ein Jugendstilwohnviertel ab, in dem wir irgendwann in einer Jugendstilpension landeten, die von Elvis-Fans bewohnt wurde. Personal gab's keins, dafür einen Jugendstiltisch mit Kuchenstücken und Thermoskaffee. "Nehmen Sie ruhig", ermunterte uns ein holländischer Elvisfan in kurzen Hosen und Achselshirt, und dann saßen wir alle zufrieden beim Aquarium.

 

"Ich will immer noch Pommes", war mein Gedanke beim Rausgehen, die Begleitung wusste einen guten Imbiss in der Nachbarstadt. Da stand ich dann in einer lustigen Schlange, die vorne immer "Pommesbrötchen" sagte. "Was ist denn ein Pommesbrötchen", fragte ich den Mann an der Futterklappe. "Ei, Pommes mit Brötchen halt?" Ok, nehm ich, als Foodie ist man ja immer im Dienst.

 

Tatsächlich war da auch noch Ketchup und Mayo drin und es schmeckte gar nicht merkwürdig, sagt einer, der auch Butterbrot mit Salzstangen isst. Ein anderer nannte es einen Veggie Döner, die Begleitung verstand die ganze Aufregung nicht so ganz, gibt's doch schon immer? "Nicht vor dreißig Jahren." Ja, das könne schon sein. Na, dann schaun wir mal, wann es das nach München schafft. Wo es dann natürlich Pommessemmel heißen müsste. Gibt's derzeit nur bei ebay. Mein Pommesbrötchen gibt's hier.

mhmh

coole idee,aber das pommesbrötchen auf dem foto sieht schon ziemlich trocken aus aber man könnte was draus machen,die idee ansich hat auf jedenfall potenzial

Aphrodite
Da jubeln die Geschmacksknospen.

Pommes mit Senf in einer Pommestasche. Dafür hätte kein Start-up Geld bekommen und die Leute rennen die Bude ein. Ich bin gespannt auf DAS Pommesbrötchen.

Sebastian Dickhaut
Pommesbrötchen international

Reinbeißen, Bettina, am besten im Stehen gleich an der Imbissbude - offenbar ist das im Ruhrpott ein Klassiker. Und ja, Aphrodite, ich habe schon Jungs aus Afrika und dem Arabischen zugeschaut, wie sie meine Pommes zwischen Toast gesteckt haben, und hier diskutieren tatsächlich Marokkofans über die "Pommestasche".

 

Heute hat mir jemand erzählt, dass Baguette mit Pommes und Mayo in Südfrankreich der Renner wäre, wobei deren Ursprung eher in Belgien zu sein scheint und Mitrailette heißt. Die ist dann auch mit Fleisch, was ich jetzt nicht so brauche, ich find's pur interessanter und werde mich dem mal nähern.

Aphrodite
Eine Pommes im Kornfeld.

Für mich ist das ein Schlabberbrötchen, das entfernt an ein arabisches Sandwich erinnert. Die gibt es in Nordafrika und in Israel. Eine Shawarma zeichnet sich jedoch neben den Pommes durch eine Fleischfüllung aus, was dem Geschmack absolut zuträglich ist. Hier in Deutschland heißen die Fladen Döner mit Pommes. Doch in Deutschland werden Weltmeister-Brötchen gebacken, ergo darf um die Pommes kein Döner herum. Das obige Brötchen schlägt da alles an Einfallsreichtum. Aber für mich waren schon Liebhaber von Negerkuss-Brötchen Kulturbanausen. Vor Einführung der Zuckersteuer muss dann flugs etwas anderes her.

 

In Tunesien werden die Fladen frittiert und mit Bratkartoffeln gefüllt.

Eine Steigerung des Pommesbrötchen wäre vielleicht eine "Brezel mit Kapü" und mit dem Pommes-Brötchen feiern wir demnächst den Veggi-Tag. Es erschaudert mich.

Bettina Müller
@Sebastian

Na das ist ja mal ein richtiger Hingucker, habe ich bis heute auch noch nirgends gesehen. Aber: Wie ist man denn solch ein Pommesbrötchen? Erst die Pommes und dann das Brötchen? Oder beißt man wirklich in das gesamte Brötchen? 

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