Der Adventskalendertest, Teil 1: Auf süßer Spur
Küchenbote Sebastian Dickhaut vor seiner süßesten Herausforderung: 24 Adventskalender im Test - von No Name bis Superdisco. Teil 1 liefert die Basics und den Film dazu.
„Mei, und für jedes einen anderen. Das ist aber lieb!” Die Dame hinter mir an der Kaufhauskasse glaubt wirklich, dass ich schon 17 Kinder und Enkel habe, für die ich jetzt mit diesem Riesenstapel Adventskalender in der Süßwarenabteilung anstehe. Da muss selbst die Abgebrühteste unter den Verkäuferin lächeln, während sie zu mir sagt: „Macht 78 Euro 90”. Später kommen dazu in einem Supermarkt auf dem Land noch mal „23 Euro 50” (ohne Lächeln), dann habe ich sie alle beisammen: 24 Schokoladenfigurenadventskalender, die auf Schmelz und Türen überprüft werden sollen.
Ein Tabubruch, jawohl. Denn nicht nur alle ersten Türchen werden schon vor dem Advent aufgerissen, nein, auch alle 24er. Um zu schauen, was sich die Kalendermacher so denken beim Schaffen ihres alljährlichen Wintermysteriums, das in Wirklichkeit aus nicht mehr als Pappe, Kunststoff und Schokolade besteht. Und dann steht man dann trotzdem wieder im Dezembermorgendämmer vor der Küchenwand und ist sich sicher, dass sie das Türchen mit der Sieben vergessen haben. Bis man es doch findet und einen Herzhüpfer lang froh ist wie Harry Potter auf Gleis 9 3/4. „Und schaut, da ist heuer ein Engel drin! Wie, ein Schlitten soll das sein? Im Leben nicht.”
Nun gibt es ja Adventskalender, die sich solche Überraschungen sparen. Und das sind vor allem die Teuren der Markenhersteller. Die stecken einfach ihre Mozartkugeln, Überraschungseier oder Gummibärchen, die sie das ganze Jahr über machen, in lustige Verpackungen mit hohem Wiedererkennungswert, und fertig. Da ist man Toffifee fast schon wieder dankbar, dass sie über ihren Standard-24er-Pack nur eine weihnachtliche Hülle ziehen statt Türchen reinzuritzen.
Das andere Extrem gibt’s von einem österreichischen Hofzuckerbäckernarren, der seine Kunden für viel Geld den Kalender selbst zusammenbauen lässt, nur dass am Ende alle Schokoriegel wie im Schaufenster zu sehen sind. Das ist uns dann doch zu viel Bert Brecht und Bill Gates zusammen - Ihr wisst, was wir meinen? Die gute Nachricht aber ist: Figurenkalender mit Bitterschokolade haben wir keine gefunden – schön, dass man uns Milchschokoladefreunde (auch Nicky gehört dazu) noch ein paar süße Ruheinseln gönnt.
So, nun viel Freude beim Videoschauen. Und als nächstes gibt’s die Details zu den interessantesten Adventskalerndern.