Aber wenn's mir doch nicht schmeckt...

Kann man lernen, einen ungeliebten Geschmack zu mögen?

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Kommentare
Nicole Stich

Bei Kindern heißt es ja oft, man müsse sie ein neues Lebensmittel nur
oft genug probieren lassen, dann würden sie den neuen Geschmack
irgendwann akzeptieren. (Wobei ich irgendwie bezweifle, dass
sie ein Gemüse, das
ihnen einmal nicht geschmeckt hat, bereitwillig ein zweites Mal
probieren werden? Ich selber war als Kind da doch ziemlich stur...)

Funktioniert das bei Erwachsenen ebenso, kann man lernen einen
Geschmack zu lieben? Bei mir scheint es bis auf wenige Ausnahmen zu funktionieren, meine früher ausgeprägte Abneigung geben Oliven, Kapern,
Koriander, Kümmel, etc. etc. etc. hat sich nach wiederholtem und häufigem Probieren
ins Gegenteil verkehrt und ich bin mehr als froh drüber. Weniger
erfolgreich war ich allerdings bei Lakritze...

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Burgl
Kenne ich ...

Ich habe Rote Bete und Spargel nie gemocht, aber dann doch immer mal wieder probiert und heute mag ich beide Produkte gerne. Wobei bei mir auch die die Zubereitung eine Rolle gespielt hat. Rote Bete - eingemacht im Glas - ist mir immer noch ein Graus, als Gemüsebeilage (selbst zubereitet) finde ich sie allerdings ziemlich lecker. Ebenso Spargel: aus dem Glas, brr. Frisch gekocht, hmm! Was ich einfach nicht mag, ist Mohn, den habe ich wirklich oft probiert, aber genützt hat es nichts ... macht aber auch nix.

Mausi23
Irgendwann kriegen sie uns alle...

Klar, das kenne ich auch! Aber ich glaube, es ist ganz normal, dass sich die Essgewohnheiten im Laufe der Zeit verändern. Das hat mit Zubereitungsarten, Veränderungen des Geschmacks und, sind wir doch mal ehrlich, auch mit Moden und Trends zu tun. Wer traut sich denn heute schon ernsthaft noch zugeben, dass er Bärlauch nicht mag, auch wenn der grade super in ist? Ich zum Beispiel...

ilvy.w
wer kennt das nicht

ich glaube so müsste die frage eher lauten.

bei mir sind oliven das beste beispiel für die geschmacksveränderung. ich glaube ich musste fast 30 werden und hab immer mal wieder probiert und inzwischen weiss ich leckere oliven echt zu schätzen.

anders als mausi23 glaube ich aber, dass moden/trends nur teilweise eine rolle spielen.

 

ich habe was getränke angeht leider immer noch einen 'kindergeschmack'...mag kein wasser, sprudeliges schon gar nicht und mit tee, ausser mit rotem und viel zucker) kann man mich jagen...ob sich da nochmal was ändert mit über 40???

Ananasbelle
Früher war alles schlechter

Käse mochte ich früher nicht - weil es bei uns nur Silberdistelcamembert gab und die Rinde unbedingt dranbleiben musste. Dann bin ich mit Interrail in die Normandie und war ganz fertig, so gut war das da (spätestens nachdem mir mein Freund gesagt hatte, lass mal die Rinde weg). Aber ob ich den als Kind gemocht hätte? Andersrum stehe ich auch jetzt noch auf Dosenravioli, zumindest bei Kummer... Koriander brauchte Überzeugung, aber jetzt mag ich ihn gerne.

Odenwälderin
Geschmäcker ändern sich!

Wahrscheinlich macht jeder mal gewisse Geschmacksveränderungen durch. So wie man sich als Kind z. B. oft gar nicht vorstellen kann, dass solche schrecklichen Dinge wie Kaffee und Alkohol schmecken (deshalb auch die bedenkliche Entwicklung von Alkopops für die "Kleinen"), so kann man sich oft später nicht mehr vorstellen, was es denn nun genau war, was uns in unserer Kindheit zu den ganzen extrem süßen Süßigkeiten und Getränken hat greifen lassen. Die bisher stärkste Geschmacksveränderung habe ich als Frau während des ersten Schwangerschaftsdrittels durchlebt: Plötzlich war alles zu stark gewürzt, Dinge die man sonst mochte, haben echte Würgegefühle hervorgerufen und Dinge, die man jahrelang verabscheut hat (z. B. Kamillentee) standen auf einmal jeden Tag auf dem Plan. Geschmäcker ändern sich also definitiv, aber das macht es ja auch interessant!

Jamina4711
7x essen!

In der "Psychologie heute" war im vergangenen Jahr mal ein interessanter Report über das Thema essen. Es wurde rundum beleuchtet, wie wir essen, was wir essen, usw, usw. Da war auch ein Testergebnis von einem Ernährungsinstitut (fragt mich bitte nicht mehr welches!) die das Thema Abneigung bei Nahrungsmitteln untersucht haben. Letztendlich kam heraus, das jeder Proband ein Nahrungsmittel das er nicht mochte ca. 7x essen mußte bis sich die Abneigung verflüchtigt hat. Fand ich superinteressant! Allerdings habe ich es bei meiner Abneigung gegen Rosenkohl noch nicht getestet :-)

ilvy.w
abgefahren - es gibt noch hoffnung :-)

@Jamina - stand da etwas darüber in welchem zeitraum bzw. mit welchem zeitlichen abstand das sieben malige probieren stattfinden muss?

Jamina4711
7x...

@ilvy.w - ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr so genau. Ich meine mich zu erinnern, dass der Versuch über ien paar Monate ging, aber ich bin mir ganz unsicher. Ich werde es mal mit Rosenkohl testen und meine Ergebnisse veröffentlichen :-)

ilvy.w
gute idee Jamina! Ich schließ mich dann mit schwarzem Tee an.

 

Küchengötter User
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