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Aus dem Ärmel geschüttelt

Hier ein Gewürz, dort eine Zutat - schon ist ein neues Gericht geboren

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Kommentare
Fabsi

Also ich gebs zu, ich bewundere Menschen, die sich die Rezepte einfach so aus den Fingern saugen können. Hier eine Zutat, dort ein Gewürz, und schon ist ein neues Gericht geboren.


Ich muss gestehen - das kann ich nicht. Ich probier es zwar immer wieder und habe mal damit angefangen, gewisse Rezepte einfach abzuwandeln (man muss ja klein anfangen *g*), aber so wirklich was Neues erfinden ... dazu bin ich einfach nicht geeignet.


Wie ist das bei euch so? Und wenn ihr zu den Rezept-Künstlern gehört - wie macht ihr das, bzw. wie geht ihr das an? Kann man kochen ohne Rezept eigentlich lernen?


Freu mich auf eine rege Diskussion.
lg Fabsi

Klein anfangen...

Liebe Fabsi,ich bin jemand, der klebt an den Rezepten und zwar nur, um zu wissen, wie das schmeckt. Und dann ist es ja noch eine Sache, ob das, was anderen schmeckt, einem auch selbst schmeckt. Und damit man sich nicht verliert: Zurück zur Basis: Wie behandle ich ein Steak, wie brate ich es richtig (da gibt es hier zwei witzige Videos!) Und zu Kurzgebratenem passen Dips. Selbst gemachte Kräuterbutter kann man variieren, aus anderen Rezepten Zutaten übernehmen, um ein Mengengefühl zu bekommen. Und dann heißt es Leinen los und Loslassen von den Rezeptvorgaben. Die ganze Welt kocht. Wirklich neu ist da nichts. Egal was Du machst - das ist einzigartig und mit ein wenig Routine wird etwas ganz Eigenwilliges daraus - ein Kuchen mit dem Extra Schokolade und dazu noch ein tolles Gewürz. Kann sein, dass es manchen so leicht fällt, wie küssen. Es ist das Abgucken und Nachmachen – das machen Kinder. Mach das, worauf Du Lust hast. Alles andere kommt von selbst.

Gut geschrieben !

Hauptsache es schmeckt !

*Kitchen freestyling*

Ich habe irgendwann mit 12 oder so zu kochen begonnen. Streng nach Rezept, versteht sich. Vieles ist mir aber misslungen, Zutatenmengen stimmten nicht oder Zubereitungszeiten. Irgendwie hat mir das die Lust am Kochen ein wenig vertan.

Irgendwann hab ich dann angefangen zwar in Rezepten zu schmökern, mir aber aus ihnen nur Anregungen zu holen und sie im Endeffekt doch ziemlich zu verändern.

Heute mache ich beides gern: Rezepte abwandeln und "kitchen freestyling" *g*. Zweiteres vor allem wenn ich nicht einkaufen war oder viele Reste zu Hause habe. Ich mache den Kühlschrank auf und schaue was da ist oder was weg muss. Heraus damit. Dann ein Blick in den Vorratsschrank -gleiches Prozedere bzw. was passt zu den ersten Zutaten. Zum Schluss noch die Überlegung wie etwas zubereitet wird - braten, kochen, schmoren. Und letztendlich noch Gewürze nach Geschmack, möchte ich etwas das chin. angehaucht ist oder eher italienisch? Einfach nur heimische Küchenkräuter.

Das Produkt entwickelt sich sozusagen einfach von selbst. Wichtig ist, dass man sich nie entmutigen lässt wenn etwas nicht gelingt!!!

Resteverwertung und Mix der Lieblingszutaten

Ich glaube daß viele neue Rezeptideen dadurch entstehen, daß jemand Reste verwertet, oder eine fehlende Zutat durch eine andere ersetzt. Ein TV-Koch hat einmal erzählt, daß er zuerst ein paar Zutaten nimmt, von denen er schon weiß, daß sie gut zusammen harmonieren, dann testet er alles mögliche zusammen mit diesen Zutaten. Immer wieder einmal kommt etwas Interessantes dabei heraus. Wenn zu viele Geschmäcker im Essen sind, dann wird es zu kompliziert und schmeckt nicht mehr, finde ich. Wenn man sich überlegt, welche einfachen Dinge genial schmecken (Parmesan mit ein paar Tropfen Balsamicoessig, Tomaten mit Basilikum, superlecker finde ich Tomaten mit Cheyennepfeffer und Zucker). Ich finde auch, daß die Experimentierfreude und der Erfolg mit dem kochen kommt. Je mehr man kocht, umsom mehr Geschmäcker und Zubereitungsarten kennt man und irgendwann fängt man dann - vielleicht ohne daß es einem selber gleich auufällt - an, zu verändern, zu probieren und neu zu erfinden.

Man muss ja nicht gleich mit einem ganzen Menu anfangen!

Ein Bisschen Ahnung vom Kochen braucht man schon, denke ich. Das gibt eine gewisse Sicherheit, dass man mit dem, was man da ausprobiert, nicht  GANZ falsch liegt. Meine Intention ist oftmals, dass ich aus etwas ganz Banalem etwas einigermaßen Besonderes machen möchte. Ein Beispiel: Ursprünglich sollte es ein gebratenes Putenschnitzel und Tomatensalat geben. Der Kühlschrank gab noch gekochte Eier, Schafskäse und TK-Basilikum her. Also entschied ich mich dafür, das Schnitzel ganz kurz natur zu braten. In der Zwischenzeit würfelte ich Ei und Schafskäse und vermischte das Ganze mit Basilikum. Diese Masse häufte ich auf das Schnitzel und schob es unter den Grill. Wieder in der Zwischenzeit belegte ich den Rand eines Tellers rund herum mit Tomatenscheiben, die ich noch mit etwas Salz und frisch gemahlenem Pfeffer bestreute. In die Mitte setzte ich dann das überbackene Schnitzel. Ein paar hauchdünne Knoblauchscheibchen auf die Tomaten – fertig. Es sah toll aus und schmeckte richtig lecker. Auf diese Weise entstehen des Öfteren Gerichte, die bei meiner Familie so gut ankommen, dass ich sie sofort ins Repertoire übernehmen muss.

von der Tagesform abhängig

bei mir ist das Kochen oder umstellen vorhandener Rezepte oder eingener Ideen immer von meiner "Tagesform" abhängig.. habe schon oft einfach was in den Topf geschmissen.. was ich so zu Hause hatte.. hab es dann notiert, damit ich es mal wieder nachkochen kann.. aber hab es dann so nie mehr hinbekommen :-))

 

@mausi: ich kann dir nur zustimmen, mit der Zeit bekommt man mehr Sicherheit und weiß dann ganz einfach wieviel Mehl auf wieviel Eier oder Zucker dazu muss und merkt gleich wenn die Mengen nicht passen können. ich hab früher von der Schwiemu immer so Koch-Heftchen bekommen bei denen die Rezepte sicher nie ausprobiert wurden bevor sie abgedruckt wurden.. denn sonst hätten sie gemerkt das die Mengenangaben nicht passen.. aber mit der Zeit merkt man schon beim durchlesen, dass das nichts werden kann.

 

und oft finde ich im Kühlschrank noch etwas und wandel dann das Gericht (laut Rezept) einfach ab und bin überrascht was dabei heraus kommt.

 

Übung macht den Meister oder wie heißt es so schön: Learning by Doing!

Eine gute Basis und dann viel Übung

Wichtig ist ein Grundverständnis für Lebensmittel, Kräuter und Gewürze, ein paar einfache Grundtechniken (kochen, braten etc.) und dann einfach Übung. Ausprobieren und immer wieder Ausprobieren. Wenn mal was schief geht, nicht gleich verzweifeln, jeder hat mal angefangen. Ich hatte das Glück, dass meine Mutter immer viel gekocht hat und so bin ich damit aufgewachsen und habe schnell Spaß am Kochen gefunden. Wenn ich ein neues Rezept ausprobiere, dann halt ich mich meistens ans Rezept oder merke schon beim Kochen, dass ich was verändern sollte. Ich schreibe mir auch immer Notizen in die Rezepte, was mir gefalllen hat oder was nicht. So kann ich dann gute Tipps beim nächsten Rezept wieder verwerten. Also eines was ich z.B. immer wieder gerne mache, ist einer Hackfleisch-Tomatensoße mit Zartbitterschokolade einen Pfiff zu geben - ausser sie soll wirklich mediterran sein. Oder in eine Tomatensoße gehört immer Zucker, ich ersetze den aber auch manchmal durch Honig oder Rübensaft.... solche Kniffe entwickeln sich im Laufe der Zeit, gelernt von anderen oder aus dem Kochbuch. Ich koche auch immer gerne mit Freunden, um so dazuzulernen.

Rezepte nicht so tierisch ernst nehmen!

Dass man Rezeptangaben nicht so tierisch ernst nehmen muss, ist mir auch erst vor einiger Zeit klar geworden. Jeden Tag habe ich mit Begeisterung Tim Mälzers Kochsendung „Schmeckt nicht gibt’s nicht“ angesehen. Dieser warf immer ganz locker, lässig die Gewürze in den Topf / auf das Fleisch. Als ich mir dann das betreffende Rezept aus dem Internet holte, musste ich schmunzeln: Die Mengenangaben dort passten nie und nimmer zu dem, was der Fernsehkoch da vorgeführt hatte. Das ist für mich der Beweis, dass man Gewürze durchaus nach eigenem Gutdünken verwenden kann (eine gewisse Erfahrung ist dazu natürlich notwendig). Auch manche Zutaten lassen sich gefahrlos abwandeln. Gemüse z.B. kann man gut austauschen, oder Nudelarten.  Dass man sich das als REINER Anfänger nicht traut, ist schon klar. Lange wird es allerdings nicht dauern, bis man etwas mutiger wird!

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