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Donnerstagsdiskussion, die 21.

Liebe KüchengötterInnen! Diese Woche möchte ich mit Euch etwas in der Vergangenheit schwelgen...

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Kommentare
JulietteG

Welche Rezepte fallen Euch ein, wenn Ihr an Eure Kindheit denkt? Kocht Ihr diese heute immer noch zwischendurch mal nach dem Rezept Eurer Mutter nach? 


Ich freue mich wie immer sehr auf Eure Antworten!


Liebe Grüße, Juliette


 

Kindheitsrezepte

Natürlich fällt mir dabei spontan Mehlpüt ein. Mehlpüt ist ein Herbstrezept. Dabei wird ein süßer Hefeteig in einem Küchenhandtuch in den Topf gehängt. Unten im Topf garen Birnen und kochen den Hefeteig gar. Dazu gab es immer Vanillesauce. Man musste nur aufpassen, dass das Handtuch nicht auf den Boden kam. Heute mache ich keinen Mehlpüt mehr sondern ich backe Dampfnudeln (der gleiche Hefeteig) und mache dazu heiße Birnen - in ihrem eigenen Sud gar gekocht -. Das ist einfacher und die Birnen verkochen nicht so.

Meine Kinder hatten dagegen ein ganz anderes Wunschmenü: Griesbrei mit Erdbeer- oder Himbeerpürree als Smiley darüber gegossen.

Mein GöGa hatte ein herzhaftes Menü: Grauarften mit Speckfett. Das sind dicke rotbraune Erbsen, die über Nacht eingeweicht werden mussten und dann gekocht wurden und nach dem Kochen eine gräuliche Farbe annahmen. Dazu wurde ausgelassener Speck gereicht und Kartoffelpü. Liegt wahnsinnig schwer im Magen und wird bei uns nicht mehr gekocht.

 

Dampfnudeln

Mir fallen spontan die leckeren Dampfnudeln mit Karamellkruste und Vanillesoße ein und natürlich der herrliche Sauerbraten mit Semmelknödeln und nicht zu vergessen Muttis Zitronenkuchen. Ich koche und backe Allen noch gerne nach den Rezepten meiner Mutter.

Auch vom Vater

wird nachgekocht und zwar Wildgulasch, einfach gut wie er ihn gemacht und dieses Rezept ist ein Familiengeheimnis. Die Klöße hat meine Mutter gemacht, aus gekochten Kartoffeln  mit einem Stück geröstetem Brot in der Mitte. Dazu gab es meist Preiselbeeren und Birnen, ich freue mich mit meinen Lieben schon wenn ich dieses Menü im Oktober zu einem Ehrentag nachkoche.

Und dann geht es mir wie @sparrow, die Dampfnudeln,  bei uns auch Hefeklöße genannt mit Vanillesauce, selbstgemacht. Die macht meine Mutter heute noch im hohen Alter für meine Nichte, die ist hin und weg und kann nicht genug bekommen.

Kindheitsrezepte

Vieles fällt mir da ein,  Quer durch den Gartensuppe, herrliche Dampfnudeln, die im Wasserdampf auf ein Küchentuch gesetzt wurden, Vanillesoße - selbstgemacht - herrliche große Braten für 9-12 Personen, mindestens einmal  die Woche, Gemüse aus dem Garten , mit Speck und Mehlsoße, große Blechkuchen aus dem Backhaus (Pflaumen/Apfel)

Erbelskuche (Deppekuche), Apfelmus, Schokopudding..... , deftige gefüllte Hackbraten, Spießbraten, Mehlklöße (Antonias Klies), Mehlskreppelcher (kleine Pfannkuchen) zu denen man eingemachtes Obst reicht.

Es stand immer ein Topf auf dem Herd und es duftete herrlich. Die meist deftigen Gerichte koche ich sehr, sehr selten. Die Dampfnudeln (Vanilleklies) gelingen mir leider nie. Aber wenn ich nach"Hause" komme wünsche ich sie mir heute noch.   Scheint wohl mehreren so zu gehen.  Aber die Mehlsklies koche ich abgewandelter Form im Winter öfter mit verschiedenen Varianten

 

@kurbis

Toll, die Namen Deiner Lieblingsgerichte aus Deiner Kindheit. Sie lesen sich für mich fast fremdländisch. Welches Gericht ist denn auf Deinem Foto zu sehen?

Kindheitserinnerungen

Für mich schmeckt meine Kindheit nach den Kohlrouladen meines Vaters (mit Wirsingkohl, die bestell ich mir heute noch mindestens einmal pro Jahr bei ihm), der Nudelsuppe meiner Oma (ich habe immer mindestens drei Teller gegessen und damit mehr als der Rest der Familie), Milchreis mit Erdbeeren, Leipziger Allerlei meiner Oma, Schokoladenpuddingsuppe (ich glaub das war einfach Schokopudding, der für mich dünner gekocht wurde), den Apfelkuchen meiner Oma, Leber mit Zwiebelringen und Schokoladenkuchen mit Streuseln. Ach, ich will gar nicht mehr aufhören. :-) Die meisten Sachen, bis auf die Kohlrouladen, esse ich heute nicht mehr so in dieser Form. Vor allem die Gerichte meiner Großmütter sind einfach so eng mit ihnen verbunden, dass sie nur von ihnen zubereitet richtig gut geschmeckt haben.

Kindheitsrezepte

Tja da fällt mir auch "Quer durch den Garten" ein, war immer lecker und bei uns jedesmal anders weil ja der Garten immer etwas anderes an Gemüse hergab.Koche ich ab und zu mal,oder Spinat mit Ei und Stampfkartoffel gibt es heute bei uns auch noch.Eintopf mit Schweinekleinfleisch (Öhrchen Pfötchen,Schwänzchen)  meine Tante sagte immer, wenn es Schweineklein gibt,dann müssen die Finger beim Essen zusammenkleben, dann ist es richtig, gibt es heute bei uns nicht mehr.Oder im Winter eine große Pfanne voll Stippgrütze mit Brot oder Pellkartoffel,so ab und an gibt es noch Stippgrütze, wenn ich sie auch nur noch ganz selten selber koche. Tja das sind so meine Kindheitsrezepte,

Außerdem gab es bei uns am Sonntag immer eine Suppe,dann Kartoffel mit Braten und Gemüse,und zum Nachtisch Puddung am meisten Sahnepudding und Schokopudding,Auf keinen Fall durfte die Suppe oder der Pudding fehlen, denn dann war kein richtiger Sonntag,

Keine Dampfnudeln

Sind das vielleicht Hefeklöße? Die hab ich bis heute noch nie gegessen. Meine einzige Kindergarten-Essen-Erinnerung ist Milchreis mit Mischobst - und ich habe es gehasst, stundenlang davor gesessen, sollte aufessen, konnte nicht. Lieblingsgereichte bei Mama naturgemäß geschmortes Wild und Fisch in allen Varianten (ich komme schließlich aus Norwegen), dicke Kartoffelsuppe mit viel Liebstöckel, oft Kartoffeln mit irgendwas wie Leberwurst, Zwiebeln, Quark, Salzhering, gebratenen Pilzen, Ei oder Grütze (Gerste in Wurstbrühe und Blut gekocht). Ja und Sauerkraut und Salzgurken aus Eigenproduktion. Und am liebsten Zwieback mit Milch (Zwieback im tiefen Teller mit viel Zucker bestreut und mit heißer Milch übergossen). Es gab zum Naschen im Sommer Moltebeeren, Preiselbeeren und Heidelbeeren. Viel anderes Obst sowie viele Gemüsesorten und Gewürze hatten wir nicht. Nicht zu vergessen die Zimtschnecken am Nachmittag, ohne die geht gar nichts. Das mag ich alles heut noch und koch es auch. Daher mein Hang zu einfachen Gerichten ohne Schickschnack. Die "Milchreis-Allergie" hab ich auch überwunden. Einzig das Kennenlernen der italienischen Küche als junge Frau war für mich eine Offenbarung.

Vieles mach ich noch

@lundi Im gegensatz zu Dir habe ich meine Milchreisallergie immer behalten. Auch die Kinder haben da nicht geholfen. Es grult mich einfach immer noch schon bei dem Geruch.

 

Ansonsten mache ich immer noch sehr viele Gerichte wie ich sie bei meiner Mutter oder Großmutter gelernt habe. Egal, ob Braten in allen Variationen oder auch Nudeln mit Tomatensoße. Am liebsten aber die Kartoffelpuffer einfach nur mit Zucker bestreut.

Jedes Weihancheten gibt aber mittlerweile traditionsgemäß Weißsauer, obwohl diese Tradition wohl von meinen Jungs nicht fortgeführt werden wird.

Wenn ich dann mal alle Jubeljahre backe, mache ich den "Apfelkucken sehr fein", den man mit allen möglichen Obstsorten belegen kann, und zum Fest immer mal auch gern den  Topfkuchen.

Zum grünen Salat mache ich am liebsten eine Zitronen-Dill-Soße, die ich von meiner Mutter habe.

Ein ganz beliebtes einfaches Gericht ist Kartoffelbrei mit Zwiebeln und Spiegelei. Das ist sogar das beliebteste Kindergericht meiner Jungs.

Jetzt würde ich gern mehr experimentieren, aber meine Jungs sagen: "Mutti, wir sind konservativ und wollen keine Experimente!!" Und als liebe Mutti mache ich dann auch alles so wie immer. Ist ja auch ein Kompliment, wenn Muttis Gerichte schmecken. Und heimlich kann man ihnen immer ein wenig unterjubeln.

Verspätet

Als erstes fallen mir da die Makkaroni mit "Beamtenstippe" von meiner Oma ein. Das war einfach nur ne Hackfleischsoße, aber ohne Tomaten, stattdessen mit viel Zuckercouleur schön braun gefärbt. Die hat meine Oma selbst so gern gegessen, dass sie sich immer gefreut hat, wenn wir Kinder zu Besuch waren und sie eine Ausrede hatte das zu kochen! Nachgekocht hab ich das noch nie, inzwischen mag ich es eben doch lieber mit ordentlich Gemüse dabei.

Meine Mutter hat oft Nudelauflauf mit Eiermilch überbacken gemacht, das hab ich schon ab und zu mal gemacht. Am meisten hab ich meiner Mutter wohl zu danken, dass sie mir gezeigt hat, wie man Quiche macht (die einfache Variante, mit Fertigblätterteig), die gibt es bei mir immer wieder mal. Inzwischen nicht mehr nur mit Champignons oder Käse, sondern auch mit Spinat, Zucchini, Paprika,... lauter Gemüse, mit dem man mich als Kind nur vom Tisch verjagt hätte ;-)

Ach ja, und natürlich unser Standard-Weihnachtsessen Rindfleisch in Burgundersoße, das wirklich immer zum Niederknien lecker ist! Ich hab es schon mal als "Billigvariante" mit Rindergulasch nachgekocht, selbst dann war es noch lecker!

Hafer- und Griessbrei

Milchreis gab es bei uns nie, dafür aber Hafer- oder Griessbrei mit Zimt-Zucker, das habe ich als Kind unheimlich gerne gegessen. Selber habe ich das aber noch nie gekocht, dann schon eher Milchreis.

 

Aber es gibt schon einige Dinge, die meine Mutter früher kochte und die ich auch heute noch mache. Dazu gehören beispielsweise die Zürcher Kostsuppe oder auch Ghackets mit Hörnli, zwei Klassiker, die ich sehr oft koche. Ganz oft gab es früher auch diverse Sachen mit Kaninchen (bis hin zum Kaninchenpfeffer), da mein Vater Kaninchen hält. Und so koche auch ich gelegentlich gerne ein Kaninchenragout.

 

Lauchrollen, in Schinken oder Fleischkäse gerollter und mit Bechamel und Käse überbackener Lauch, gab es früher oft. Damit konnte man mich als Kind davonjagen, wie ich überhaupt dachte, dass ich das meiste Gemüse nicht mögen würde. Zum Glück habe ich mittlerweile gemerkt wie lecker Gemüse schmeckt und so gehören auch die Lauchrollen zu meinem "Kochrepertoire".

Unbeliebte Gerichte oder Gemüse

Es gab auch Gerichte oder Gemüse, die ich als Kind verabscheut habe: Große Bohnen oder auch Pferdebohnen genannt. Ich habe immer auf der Schale herumgekaut und mochte es nicht gerne. Inzwischen gibt es bei uns öfter Große Bohnen, die aber dann nicht so lange reifen mussten und die Schale nicht mehr so hart ist. Oder grüne Bohnen, die hatten früher so eklige Fäden und wenn sie nachlässig geputzt waren. Heute gibt es wunderbare Bohnen, bei denen diese Fäden weggezüchtet sind. Ich putzte aber immer sehr genau. Meine Ma mochte zum Beispiel keine Haut auf der erhitzten Milch. Ich habe anfangs kunstvoll langsam die Milch aus dem Topf geschüttet, dann blieb die Haut im Topf hängen, bis meine Töchter sich beschwerten, dass ich gerade das Beste im Topf lassen würde, grins.

Der Backofen

Wo ich das alles jetzt so lese... fällt mir auf, das unser Backofen nur zum Backen benutzt wurde. Also Hefeschnecken, Kuchen oder Brot. Der stand außen am Haus und war gemauert, beheizt mit Holz. Fleisch oder anderes im Ofen garen - das gabs nicht. Dafür wurde die Restwärme vom Backen zum Trocknen von Pilzen, Kräutern, Fisch und Beeren genutzt. Und irgendwie benutze ich noch heut lieber Topf als Ofen und mag immer noch Gerichte, die stundenlang auf dem Herd standen oder 3mal aufgewärmt sind, das ist nämlich auch eine Kindheitserinnerung. Zum Essen stand irgendwie fast immer was Warmes auf dem Herd, gleich neben der geblümten Kanne mit Muckefuck (Gerstenkaffee). Ich bekam manchmal Schelte, weil ich so gern direkt aus der lange Tülle trank. Pizza? Auflauf/Gratin? Solche Worte habe ich erst mit 25 gelernt. Und während ich Pizza gern esse, aber nicht gern zubereite, weil der Italiener nebenan das perfekt beherrscht, ist Auflauf mit Eiern, Milch/Sahne und tonnenweise Käse nicht in meine Küche eingezogen.

Rezepte aus der Kindheit

Da falle ich mal wieder total aus dem Rahmen, davon ist bei mir nichts hängengeblieben.

 

Der wöchentliche Küchenzettel war gleich:

Montags gab es Reste, in späteren Jahren manchmal Spaghetti (die mochte ich), am Dienstag war oft Leber an der Reihe oder gefüllte Tomaten, mittwochs Fleischarmes wie Dampfnudeln, Griessschnitten, Karthäuserklösse, am Donnerstag Sauerkraut mit Rauchfleisch, am Freitag gab es Kochfisch mit Buttersauce (das ass ich gern), am Samstag -das weiss ich nicht mehr, da kam ich spät aus der Schule und durfte in der Küche nachessen, was ich hasste-, am Sonntag war Braten an der Reihe, oft mit Bandnudeln oder Klössen (ja, das war was für mich) oder Salzkartoffeln (nichts für mich). Gemüse (totgekocht) war immer dabei, im Sommer gab es öfter Salat. Nachtisch gab es auch immer: Kompott, Pudding. 

Langweilig und so schrecklich vorhersehbar. Nichts, aber auch gar nichts davon mache ich heute genauso wie meine Mutter. Ich sehe auch immer zu, dass vom Essen möglichst nichts übrig bleibt und somit kein Restetag eingeschoben werden muss. Fleischlose süsse Gerichte hinterlassen bei mir ein Unzufriedenheitsgefühl. Gemüse esse ich heute richtig gerne, aber das gart man heute ja sowieso viel kürzer und wird schöner gewürzt.

 

Um lundi zuzustimmen: im Backofen wurde bei meiner Mutter nur die Gans gebraten, ansonsten war der für Kuchen zuständig. Es hat lange gedauert, bis ich begriffen hatte, dass der Backofen viel mehr genutzt werden kann.

Und jetzt frage ich mich gerade

An was werden sich meine Kinder später kulinarisch erinnern? Ich hab keine Ahnung! Ich vermute an den vielen Fisch. Und an Knoblauch und Zwiebeln. Ich befürchte, in ihrer Erinnerung wird schweben, dass es viel zu selten Grießbrei gab, und dass sie gern weniger Experimente und mehr Vorhersehbares gehabt hätten. Und dass sie selbst oft den Nachtisch aussuchten und zubereiteten.

nein,

es soll nicht so aussehen, als wäre jedes Essen in meiner Kindheit und Jugendzeit nichts gewesen. Ich bin nicht verhungert, aber die kulinarischen Köstlichkeiten, die mich begeisterten, habe ich erst später kennengelernt. 

Ich erinnere mich gerade an die Samstage: 3-4 Bleche Streuselkuchen, Zwetschgenkuchen u.ä. wurden zum Bäcker gebracht und konnten nach Mittag in der Backstube wieder abgeholt werden. Das Gefühl der Vorfreude, als wir die oft noch warmen Bleche wieder nachhause trugen, das ist unvergesslich.

 

Ja, die Kindheitserinnerungen...

zunächst einmal hatte ich nach Euren Beiträgen das Gefühl, eher eine jüngere Generation darzustellen... Nehmt mir das bitte keineswegs übel... Ich bin 27 und meine Eltern sind beide Jahrgang 55... Meine Mutter habe ich eben erst mal schnell interviewt.... Milchreis gab es dort auch ab und zu, jedoch eher selten... Diese Mehlklöße oder wie ihr sie nennt, kannte meine Mutter gar nicht...Milchreis gab es, glaube ich, zwei Mal bei uns in meiner Jugend und das nur auf meinen Wunsch...Allerdings war meine Mutter nicht berufstätig, als ich klein war und hatte somit immer Zeit und Lust zum Kochen... 

Meine Mutter ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und so gab es dort ebenfalls Querbeet, da meine Oma und Opa damals auch einen eigenen Gemüsegarten pflegten. Hängen geblieben sind ihr Rinderrouladen (die mache selbst ich heute noch so, da auch eines meiner Lieblingsgerichte (allerdings schon immer in Familientradition ohne Gurke) und Nudelauflauf (Speck knusprig anbraten, Makkaroni und Ei-Milch-Mischung gut gewürzt darüber, mit Paniermehl bestreuen und Butterflocken oben drauf... die oberen Nudeln werden herrlich knusprig). Bei letzterem war ich überrascht, dass dieses Rezept sogar bei meiner Mama als Lieblingsrezept hängen geblieben ist, ich dachte immer, dass sei eine ihrer Kreationen.

Woran meine Mutter sich noch erinnerte: Eintöpfe und Bohnen mit Paniermehlkruste...

Ich kann, wie gesagt, die Rouladen und den Nudelauflauf anführen... Ansonsten hat sich die Küche von meinen Eltern einfach so weiterentwickelt, dass ich gar kein Lieblingsgericht nennen kann....

Als ich 2-5 Jahre alt war, war mein Vater aufgrund seines Arbeitsplatzes nur am Wochenende zu Hause... In der Woche gab es also immer kindgerechtes und direkt darauf ausgerichtetes Essen... an Genaues kann ich mich gar nicht erinnern... Das beste Essen war immer, wenn Mittwochs Kindertreffen war und meine Mutter und ich danach bei der Sesamstraße vor dem Fernseher gegessen haben... Das war sonst nämlich gar nicht erlaubt (also vor dem Fernseher essen)... Nach der Sesamstraße musste ich jedoch ins Bett... Deshalb die Zusammenlegung, die ich persönlich aber irgendwie immer toll fand (hatte ja was Verbotenes, vor dem Fernseher zu essen :)).

Mit knapp sechs Jahren zogen wir an die damalige Arbeitsstätte meines Vaters... Meine Mutter entwickelte sich in ihrem Kochen immer weiter... So erinnere ich mich an eine Zeit der Biolek-Töpfe... Dann fingen meine Eltern an etwas "schicker" (also nicht nur Pizza beim Italiener nebenan) Essen zu gehen... Mein Vater ergriff der Koch und - Nachmachehrgeiz und fortan kochten wir am Wochenende alle zusammen... Mein Vater fing an Nudelteig selbst zu machen und hatte immer neue Ideen... 

Seit sieben Jahren sind meine Eltern selbstständig und kochen jeden Tag zusammen und eigentlich immer so wie früher am Wochenende... Ich bewundere immer, wie sie ein paar Reste in wunderbare Gerichte verwandeln...

Somit haben meine Eltern selbst eine derartige Kochentwicklung durchlebt und ich damit ebenfalls (wenn auch die letzten Jahre eher durch Erzählungen, als durch Anwesenheit, aber ich schnappe immer gerne neue Ideen auf), dass ich DAS Leibgericht meiner Kindheit gar nicht nennen könnte....

Höchstens den Nudelauflauf... Heutzutage mögen wir ihn aber alle komischerweise gar nicht mehr ganz soooo gerne! Womit meine Mutter mich auch immer locken konnte, war Porree in Mehlschwitze... Das mochte mein Vater allerdings nie. Also gab es dies äußerst selten und wurde meiner Mutter mit der Zeit zu schwer (also kalorienmäßig)! Könnte ich ja mal wieder machen!

 

Die Kochkünste meiner Mutter und dann meiner Eltern haben sich also immer weiterentwickelt und dadurch gab es ab einem bestimmten Zeitpunkt ganz selten dasselbe bei uns... Irgendwie wurde immer abgewandelt und neu ausgedacht... Geschmeckt hat es immer... Ganz zusammengefasst ist das Lieblingsessen meiner Kindheit: alles was ich gegessen habe! Denn ohne diese Kochentwicklung würde ich heute auch woanders in der Nachahmung stehen! Und an Nudelauflauf, Rouladen und Mehlschwitzen-Porree denke ich trotzdem gerne immer wieder zurück... 

Nächste Woche bin ich endlich wieder einen Abend zu Hause und meine Mutter fragte schon, was ich mir zu Essen wünsche... Nach kurzem überlegen, sagte ich einfach, macht doch was ihr meint... Schmecken tut es sowieso... Und was gibt es für eine schönere Kindheitserinnerung, als das (bis auf ganz wenige Ausnahmen) immer alles lecker geschmeckt hat!!!!

 

Achja....

Was meine Mutter immer wieder gerne erzählt... Selbst geschlachtetetes Fleisch wurde in Kühlhäuser gebracht, da man ja selbst noch keine Tiefkühlfächer hatte... Und das Beste war immer die selbstgemachte Wurst... Blutwurst mochte meine Mutter schon immer gerne... 

Auch wenn sie eine kurze Fleischabneigung hatte, als sie das erste Mal beim Schlachten zusehen durfte.... Das hat sich aber wieder gelegt...

Bis auf das Kaninchen, das sie beim Namen kannte und mochte... Da hat sie sich geweigert! :)

@JulietteG

Du schreibst so schön über Deine Eltern. Man liest aus jeder Zeile, wie Du das Leben mit Deinen Eltern genossen hast. Ich finde es toll, dass Du den Kontakt zu Deinen Eltern immer noch intensiv hälst. Ich freue mich, bei uns ist das Verhältnis zueinander ähnlich - nur generationenmässig vertauscht, grins.

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