Donnerstagsdiskussion, die 35.

Heute kehren wir mal an die Ursprünge zurück....

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Kommentare
JulietteG

Liebe KüchengötterInnen!


Heute möchte ich von Euch gerne wissen, wie Ihr überhaupt an das Kochen gekommen seit! Wo habt Ihr dieses gelernt? Habt Ihr Euch seitdem stark weiterentwickelt? Welche Einflüsse waren dabei insbesondere ausschlaggebend?


Fragen über Fragen, die sich wohl auch so zusammenfassen lassen: Wie kommt es, dass Ihr heute so kocht, wie Ihr kocht? :))


Ich freue mich wie immer auf Eure Antworten!


Ich wünsche Euch einen schönen Donnerstag, liebe Grüße,


Juliette

Mohnkuchen
Backen mit 3 Jahren...

meine Mutter erzählt immer gern, dass ich schon mit 3 Jahren versucht habe, den Kuchen aus meinem Pixi-Buch "Totte backt Kuchen" nachzubacken als sie einmal einen Mittagschlaf gemacht hat. Und später hab ich, wenn ich die Sommerferien über bei meiner Oma war (von der ich genial Hefeteigbacken gelernt habe), bei ihr am Herd gestanden stundenlang auf einem Hocker und ihr zugesehen. Oder wenn sie gebacken hat, hab ich auch eine Schüssel haben wollen und hab mit Mehl und Zucker versucht, Streusel zu machen. Mein erstes richtiges Gericht war Nudeln mit Bolognesesoße, meine Mutter war einen Tag in der Woche erst später daheim, da hab ich dann für meine Schwester und mich Nudeln gekocht, Hack angebraten, und mit Tomaten aus der Dose ne richtige Soße gemacht und das mit 10 Jahren. Darüb staune ich immernoch ;-) also die Leidenschaft, aber eher fürs Backen als fürs Kochen, ist schon früh erkennbar gewesen ;-).

nika
Meine liebe Großmama

hat den Grundstein gelegt. Sie hat immer schon tolle Gerichte gekocht und sich immer für Neues interessiert. Damals gab es (gibt es glaube ich auch immer noch) eine Versuchsküche unseres Stromerzeugers. Sie wohnte damals als Hausmeisterin im Hause und wurde gebeten, dort mitzukochen. Somit waren die Neuerungen schnell in unserem Haushalt, denn sie lernte so in den 50ziger Jahren den Jenaer Glastopf für z.B. Kabeljau kennen und sie war auch diejenige, die den Dampfdrucktopf mitbrachte. Sie hat Salate immer mit vielen Kräutern aus dem eigenen Garten gemacht. Etwas, was meine Mutter überhaupt nicht mochte. Ich habe die Neugier auf neue und fremde Gerichte von meiner Großmama übernommen und versuche es, ihr nachzumachen. Sie war auch diejenige, die versuchte alles selbst herzustellen und uns immer mit ihren Leckereien verwöhnte. Von ihr haben wir einen kleinen elektrischen Herd mit zwei Platten und die dazugehörigen Töpfe und eine Pfanne geschenkt bekommen. Gerne haben wir dann gekocht. Es wurden Pfannkuchen gebacken und Fleischwurst wurde gebraten. Wir konnten es nur nicht abwarten, bis das Essen denn auch gar war: hihi. Selbstverständlich wurde anschließend auch gründlich saubergemacht.

 

BlackCoffee
Geheiratet ohne Kochkenntnisse

Ich habe mit 21 Jahren geheiratet. Zu dem Zeitpunkt konnte ich noch gar nicht kochen. Ich habe meiner Mutter zwar immer mal wieder in der Küche geholfen, aber nur zugearbeitet und geschnippelt. Meine Mama kann sehr gut kochen, also habe ich auch sehr gerne gegessen. Auch mein Mann konnte und kann noch nicht kochen. Da wir beide gerne essen und das Geld knapp war habe ich angefangen mit ganz einfachen Gerichten. Mit der Zeit und vielen kleineren und größeren Kochkatastrophen habe ich mir meine Kochkenntnisse angeeignet. Inspiration finde ich immer wieder gerne in Kochbüchern und Kochsendungen.

JulietteG
Bei meinen Eltern...

bin ich an das Kochen gekommen! Früher war meine Mutter in der Woche für die Hausmannskost zuständig und am Wochenende haben wir zu dritt gekocht! Dann hatte mein Vater das Sagen in der Küche, der sich an die Umsetzung von Gesehenem oder im Restaurant Gegessenen wagte! Ein Rezept hat er, glaube ich, noch nie gelesen! Immer improvisiert! Sonntags war dann meistens Pastaabend, freitags gab es einen mediterranen Topf und Samstags wurden meist zwei Gänge gekocht! Dabei hat sich der Kochstil meiner Eltern immer weiterentwickelt! Viele Gerichte gab es nur einmal, da wir beim nächsten Mal schon gar nicht mehr wussten, wie wir das genau gemacht hatten... An Weihnachten haben wir schon immer Fotos vom Essen gemacht und meistens schauen wir uns an den Festtagen die Fotos der vergangen Jahre und sind oft selbst erstaunt... Achja, das und das haben wir in der Zeit öfter zubereitet (bzw. meine Eltern mir davon erzählt und ich vielleicht übernommen)... Wie haben wir das nochmal gemacht? 

Ich habe meiner Mutter schon immer gerne in der Küche geholfen und auch das gemeinsame Kochen am Wochenende hat mich natürlich geprägt! Ein Jahr nachdem ich ausgezogen bin, haben meine Eltern sich selbstständig gemacht und kochen seitdem jeden Tag zusammen! 

Als ich ausgezogen bin, ging es erst mal in die Mensa! Danach habe ich mich sehr lange von viel Pasta ernährt! Das kann man gut für eine Person zubereiten. Für mich alleine zu kochen fiel mir schwer! 

Die letzen drei Jahre in meiner alten Heimat kochte ich am Wochenende mit meiner besten Freundin zusammen, wie ich bereits (ich glaube mehrfach :)) erzählte! Da kam die Lust am Kochen wieder! Dazu ebenso die Überlegung, dass sich manche Sachen doch für einen alleine lohnen! 

Auf die Idee Nudeln selbst herzustellen, Gnocchi zuzubereiten, mir irgendwelche Trilogien auszudenken, bin ich allerdings erst hier gekommen!

Zwar esst Ihr nicht mit mir zusammen, aber ich kann das von mir Gekochte sozusagen präsentieren! Das macht wirklich Spaß! Seitdem sprudeln die Kochideen nur so aus mir heraus!

Gleichzeitig habe ich mir auch meine eigene Art zu Kochen erarbeitet bzw. diese modifiziert! Ich fand es fast überraschend, als meine Eltern, nachdem ich letzte Woche Freitag für sie gekocht habe, meinten: Das ist unser Stil, aber geschmacklich mal etwas ganz anderes! Das meinten sie glücklicherweise positiv! :)

Zusammengefasst war ich sozusagen bei meinen Eltern in der Lehre und für die tatsächliche Umsetzung seid Ihr, meine lieben KüchengötterInnen, verantwortlich! :)

P.S. Meine Oma kann zugegebenermaßen gar nicht gut kochen! Meine Mutter hat das Kochen eher von meiner Uroma gelernt und danach auch ihr eigenes Ding daraus gemacht!

lundi
Hunger - oder muss man das lernen?

Weil der Mensch was essen muss und manchmal auch was Warmes möchte - deshalb habe ich mit dem Kochen angefangen. Bei voll berufstätigen Eltern müssen sich eben alle in der Familie am Haushalt und somit auch an der Zubereitung des Essens beteiligen. Ich habe gar nicht kochen gelernt. Muss man das lernen? Ich meine, viele einfache Sachen wie Stampfkartoffeln und gebratener Fisch ist ja auch gekocht. Fisch in die Pfanne, wenden, kurz warten - fertig. Und das macht man doch einfach so mit gesundem Menschenverstand, weil man das schon mal gesehen hat oder sich das zumindest zusammenreimen kann? Na und weil man auch nicht jeden Tag das gleiche hat oder mag, baut sich das mit der Zeit so auf. Beim nächsten Mal leg ich eine Zwiebel mit in die Pfanne oder streue Schnittlauch drauf.

 

Kochen ist für mich so selbstverständlich wie Zähneputzen oder Wäschewaschen oder Staubwischen, das lernt man ja auch nicht sondern tut es einfach, weil es zum Alltag dazugehört. Deshalb würde ich eine solche Frage eigentlich nicht stellen. Was etwas Erfahrung braucht, ist nach meinem Empfinden die Organisation, dass alles gleichzeitig fertig ist, oder dass man eine begrenzte Anzahl an Schüsseln, Töpfen, Kochplatten und nur einen Backofen hat zum Beispiel. Aber das hat mir auch niemand beigebracht, das entwickelte sich von allein.

sparrow
Als Kind schon

Meine Mutter war oft krank und da habe ich als Kind schon angefangen zu kochen. Am Anfang waren das einfache Gerichte. Mir hat es aber Spaß gemacht und so habe ich mich weiter entwickelt. Wenn ich mit meinen Eltern in einem Restaurant zum Essen war habe ich immer überlegt, wie dieses Gericht gekocht wird und welche Gewürze dafür genommen werden. Ich habe es dann zuhause nachgekocht. Später habe ich eine Haushaltschule besucht und ein Hotelpraktikum gemacht. Beruflich bin ich dann aber in eine ganz andere Richtung (Bankkauffrau) gegangen. Die Liebe zum Kochen ist geblieben. Als ich dann die Diagnose "Zöliakie" bekam, war das natürlich eine neue Herausforderung glutenfrei genauso gut zu kochen und zu backen wie vorher und ich denke, das ist mir gut gelungen. Was micht am meisten freut, dass beide Söhne leidenschaftlich gerne kochen. Meine Tochter hat leider meine Freude am Kochen nicht übernommen. Sie kocht auch aber nur weil sie ihre Familie ernähren muss.

Rinquinquin
@ sparrow

Deine Söhne kochen leidenschaftlich gerne, Deine Tochter muss ihre Familie ernähren. Jetzt will ich aber für Deine Tochter in die Bresche springen. Kochen Deine Söhne aus reinem Spass oder auch zur Ernährung der Familie? Wer macht bei Deinen Söhnen die Nacharbeit? Ich glaube nämlich, dass Deine Tochter mehr Freude am Kochen hätte, wenn denn ein Echo käme. Für kleine Kinder zu kochen, ist ja auch nicht gerade der Brüller. Deine Tochter weiss bestimmt genau, was gut schmeckt (sie hat es von klein auf mitbekommen), aber ihren Möglichkeiten sind vielleicht einfach Grenzen gesetzt. Und möglicherweise ist da noch etwas Rebellion im Spiel, weil die Brüder so fantastisch kochen. Sehe ich das jetzt verkehrt? 

Rinquinquin
Ursprünge

Wenn man gut essen will und nicht so viel Geld zur Verfügung steht, das ausserhalb der eigenen Küche zu tun, dann muss man wohl notgedrungen selbst in Aktion treten. So kam alles in Bewegung, denn wie es schmecken sollte, wusste ich schon genau, habe es aber nicht immer hinbekommen. Sehr hilfreich waren dann Kochbücher von Marianne Kaltenbach, die hat mich sozusagen eingeführt. 

Aphrodite
Richtig Kochen lernen geht anders.

Kochen und Kochen ist dann schon ein Unterschied. Ich war einmal mit einem Koch befreundet und habe mir meine Freunde immer danach ausgesucht, was ich nicht konnte. Kochen gehört bestimmt dazu. Er hat gekocht. Nach Feierabend noch einen Schweinebraten ins Rohr, für ihn ging das alles mit Links. Wir haben uns unterhalten und Wein getrunken. Und dann wurde aufgetischt. Ich habe den Abwasch gemacht. So etwas nennt man arbeitsteilig. Weil ich nur Minimengen gegessen habe, hat er kurzerhand Tortenplatten zum Anrichten genommen. Richtig Kochen lernen ist wohl einen halben Tag nur Mandarinen filetieren oder eine Woche Spargel schälen und dann viel Theorie. Das muss man schon wollen. Was diese Kochfreundschaft überlebt hat, sind eine Vielzahl von Küchengerätschaften, die man halt so braucht. Es war eine genussreiche Freundschaft. Meine Oma konnte kochen. Doch dann gab es einen Generationenbruch. Und dann kam das Fernsehen mit Kochshows. Meine Mutter war begeisterte ARD-Buffet Kocherin. Ich probiere mehr so herum.

sparrow
Du hast Recht

@Rinquinquin, das ist schön, dass Du für meine Tochter in die Bresche springst. Du hast natürlich Recht. Für eine Familie mit zwei kleinen Buben ist es schwierig zu kochen. Da könnte man im Wechsel, nackte Nudeln, Pfannkuchen, Frikadellen oder Würstchen machen. Die Söhne kochen für Ihne Freundinnen, das macht natürlich mehr Freude und da kriegt man auch Lob. Aufgeräumt wird dann gemeinsam. Unsere Tochter hat früher immer gesagt, sie heiratet mal einen Mann der gerne kocht, den hat sie auch gekriegt.

Küchengötter User
Küchengötter User
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