Donnerstagsdiskussion, die 42.

Heute mal ein etwas exotisches Thema... :)

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Kommentare
JulietteG

Liebe KüchengötterInnen!


 


Mich interessiert diese Woche, welches das Außergewöhnlichste / Exostischste ist, was Ihr bisher verspeist habt?


Da kommen natürlich gerade Erfahrungen aus fernen Auslandsreisen in Betracht! Beispielsweise fritierte Insekten oder ähnliches...


Oder natürlich einfach Sachen, die in Euren Augen extrem außergewöhnlich waren!


 


Ich freue mich wie immer auf Eure Antworten!


Noch einen schönen Donnerstag,


liebe Grüße, Juliette

JulietteG
Vor einigen Jahren...

...mittlerweile dürfte es schon über 10 Jahre her sein, bin ich mit meinen Eltern nach Marokko gereist. 

Das Hotel hatte neben anderen Restaurants auch eines mit afrikanischer/marokkanischer Küche. An einem Abend haben wir eine gemischte Vorspeisenplatte bestellt! Da wurden diverse kleine Schüsselchen in die Mitte des Tisches gestellt, aus denen man sich bedienen konnte.

In einer war etwas Weißes in roter Sauce... Lecker war es...

Mein Vater hat uns später verraten, dass er doch sehr überrascht war, wie gerne wir das Schafshirn gegessen hätte... :)

Mit mehr kann ich bezüglich dieses Themas leider nicht dienen! :)

Was mich noch mehr überraschte, war, dass ich eine gute Freundin mit dieser Geschichte gar nicht schocken konnte. Wenn es bei ihren Eltern Kaninchen gab (also als Ganzes) hat sie sich mit ihrem Bruder immer darüber gestritten, wer das Gehirn auskratzen darf!

Ich weiß ja nicht, wie es bei Euch üblich ist, aber bis auf das eine Mal habe ich noch kein Gehirn gegessen... Ich zumindest fand es schon außergewöhnlich!

cystitis
Oh je, jetzt bin ich dran!!

ich gebe zu, ich sehe gern Sendungen über exotische gerichte. Bin aber selber sehr mäkelig.

In Frankreich habe ich (nicht lachen) mich an Weinbergschnecken mit Knoblauch-Kräuter-Öl versucht. Mit viel Ekel habe ich eine einzige geschafft. Aber das Öl war lecker zu Baguettes :-))

Auch mit Austern kann ich nicht mithalten. Sind mir einfach zu glibschig.

Aber was recht gut schmeckt, ist selbstgemachte Bregenwurst. Also Wurst vom Pferdegehirn. und Pferdefleischsalami. Diese beiden Wurstsorten hat bei uns immer der alte Schäfer gemacht.

Aphrodite
Vor einigen Jahren...

war ich mal in Hongkong. Frischer Fisch ist mir in Erinnerung geblieben. Fisch im Bassin aussuchen - Tüte mit dem lebenden Fisch in der Garküche abgeben. Wir hatten uns wüste Tiere ausgesucht, nur mal um zu sehen, wie die schmecken. Die Zubereitung war vorzüglich. Eine faszinierende Welt. Mir hat der Ausflug zum Fischmarkt besser gefallen als das Essen in den Hotels.

Kalbshirn und Schnecken

Als ich noch klein war, hat meine Grossmutter väterlicherseits des öfteren Kalbshirn zubereitet, weil mein Vater das so gerne isst. Mein Vater und ich haben das immer mit Hochgenuss verspeist, obwohl uns der Rest der Familie nicht so recht verstanden hat. Damals ahnte ja auch noch niemand etwas von BSE oder so, heute bekommt man hier höchstens mal noch ein Schweinehirn, und auch das nur auf spezielle Vorbestellung.

 

Irgendwann später habe ich mich wie @cystitis mal an mit Kräuterbutter überbackenen Weinbergschnecken versucht. Die gab es bei uns mal tiefgefroren im Supermarkt zu kaufen. Die Kräuterbutter war lecker, die Schnecken etwas zäh und kaugummiartig. Es blieb bei diesem einen Versuch.

 

Da ich noch nicht sonderlich viel gereist bin (zumindest nicht ausserhalb von Europa), habe ich ansonsten noch nicht sehr viel Exotisches ausprobiert. Ich würde jetzt aber nicht unbedingt fritierte Insekten oder so essen, weil ich der Meinung bin, dass es Dinge gibt, die man einfach nicht probiert haben muss.

nika
Für uns: fremdes Gericht

findet man natürlich überall.

@Aphrodite: so haben wir einmal in Carnet de Mar in der Fischereigenossenschaft Fisch kennengelernt, den wir im Nachhinein nicht zuordnen konnten. War aber sehr lecker und vor allem frisch.

In Frankreich haben wir bei einer Pause ein Lokal aufgesucht, bei dem

 der Wirt uns zuerst daraufhinwies, wir hätten unseren Hund zu holen, denn wir würden ja auf der Terrasse sitzen und er hätte gesehen, daß wir vorher mit unserem gutmütigen Dackel auf seinem Verdauungsspaziergang waren. Also Dackel geholt, der Wirt stellte einen großen Napf mit Wasser und 13 Eisstücken vor ihm hin. Für  uns zauberte er uns etwas, dass sehr lecker roch. Es stand nicht auf der Speisekarte. Ich weiß nur, es war etwas vom Kalb und hatte ganz viele kleine Knöchelchen. Beim ersten Zuschmecken hat es uns gut gemundet, aber im "Abgang" schmeckte es sehr herb und auch ein wenig bitter. Unauffällig musste unser guter alter Hund uns dann helfen :)). 

lundi
Hering und Hai

Surströmming - nicht exotisch, aber ziemlich widerlich. Fermentierten Hai haben wir bei einer Gastfamilie mal gegessen, aus Höflichkeit, der Geschmack war milder als der Geruch. Das würde ich wieder tun, aber nur aus Höflichkeit.

 

Wir sind nicht mäkelig und probieren so ziemlich alles, was nicht mehr lebt. Innereien können uns nicht schocken. In der Schule gab es früher häufig Lungenhasche oder auch Suppe mit warmer Lungenwurst. Das mochte ich ziemlich gerne. Schnecken gibt es bei unserem Lieblingsitaliener, nehmen wir gelegentlich zur Vorspeise. Die sind gar nicht zäh und zubereitet wie eine Art Gulasch.

Höhlentier
Igel, Schlange und ebenfalls Surströmming

Früher war ich oft mit dem Rucksack auf Reisen, und einmal in Marokko wohnte ich bei Einheimischen. Bei einer abendlichen Spazierfahrt überfuhr der Hausherr mit seinem alten Mercedes einen Igel. Der Igel wurde ins Auto gepackt und ich fragte mich schon, was sie damit wohl anstellen würden. Am nächsten Tag fanden wir das Igelfleisch im Couscous wieder. Ich habe es nicht probiert, weil ich zu jener Zeit Vegetarierin war, aber mein Bruder probierte es und meinte, es schmeckt ganz lecker, ungefähr so wie Hühnchen ....

Weitere Reisen führten mich nach China und nach Schweden. In China bin ich abends nach einer anstrengenden, langen Zugfahrt in der Stadt Wuhan angekommen, habe mich in ein Restaurant gesetzt und gesagt, sie sollen mir einfach eine örtliche Spezialität servieren. Es kam ein sehr leckeres Gericht mit zarten, aber dennoch festen Fleischstücken. Ich fragte, was das wohl sei, und man antwortete mir: Schlange. Vielleicht lag es an meinem Hunger nach dem langen Tag, aber das hat echt super geschmeckt.

In Nordschweden war ich ebenfalls bei Einheimischen zu Gast und musste natürlich den berühmten Surströmming probieren. Ich habe mir ganz kleine Fitzelchen davon auf ein Fladenbrot gelegt, mit sehr viel Kartoffelstücken und Frühlingszwiebeln, zwischen denen die kleinen Fisch-Fitzelchen gar nicht auffielen. Geschmacklich waren sie hauptsächlich salzig, eher so wie ein Gewürz. Dazu gab es massenweise Bier und Schnaps. Habe den Surströmming gut vertragen, aber ich denke, eine Erfahrung mit diesen Heringen reicht fürs Leben, wenn man nicht Skandinavier ist ;-)

Schnecken habe ich ebenfalls probiert, im Burgund, in einem kleinen Restaurant namens "La Bergere du Temps" bei Beaune. Die waren so phantastisch, dass ich sie bei unserem zweiten Besuch in diesem Restaurant gleich wieder bestellt habe.

In Taiwan, wo ich mal eine Zeitlang gelebt habe, gab es alles mögliche aus dem Meer, nicht nur Schnecken, die ich dort ebenfalls immer ganz gerne gegessen habe, sondern auch Froschschenkel. Von denen habe ich die Finger gelassen, weil die armen Quakfrösche mir leid taten. Dort gab es übrigens auch Restaurants, die sogenanntes "Duftfleisch" anboten. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass es sich hierbei um Hundefleisch handelte. Auch das habe ich nie gegessen. Nicht haltgemacht habe ich dagegen vor dem sogenannten "Stink-Tofu", den es auf Nachtmärkten gab. Dieser Tofu war ebenfalls gegoren, und zwar so, dass er schon aufging wie ein Hefeteig. In diesem Zustand wurde er dann fritiert und mit einer scharfen Sauce aus Chili, Öl und Frühlingszwiebeln serviert. Es roch wie die Pest, schmeckte aber erstaunlich mild und würzig, ich habe den Tofu auch immer gut vertragen. 

Jegliche Innereien dagegen sind mir ein Greuel, da habe ich echt ein Vorurteil. Von Zeit zu Zeit probiere ich mal ein Stück Leber, um zu sehen, ob sich meine Geschmacksnerven geändert haben, aber bisher hat es mir noch nie geschmeckt. Mit anderen Innereien versuche ich es erst gar nicht.

cystitis
Mit einigem Nachdenken

fiel mit noch Krokodil ein. Das gab es in einem australischen Restaurant bei uns. Und Haifisch gegrillt. Leider gibt es dieses Restaurant nicht mehr. Haifisch war angenehm zu essen, das Krokodil schmeckte sehr tranig. Nicht so mein Fall.

In meiner Kindheit gab es öfter in der Schule saure Nieren. Dabei kam es sehr auf den Koch an. Nur, wenn die Nieren lange genug vorher gewässert wurden, hat es wirklich geschmeckt.

 

HUT AB vor Eurem Mut, Surströmming auch nur zu probieren!!!!!!!!!!!!

Toskanafan
Oh, das Hirn,,,,

in meiner Kindheit fütterten  meine Eltern ein Schwein. Dann kam der Schlachttag,,, das geht ja noch. Es kam der Metzger, meine Tante und mein Onkel zum Helfen. Jede Hand wurde gebraucht. Der Metzger zerteilte alles, machte Wurst, es wurde geschnippelt für die Würste,, In der Zwischenzeit knobelten Tante und Onkel, wer wohl das Hirn bekam, ganz scharf drauf waren sie. Sie brieten es in der Pfanne, und teilten es sich genüsslich. Das schlimmste war die Blutwurst, ich kann das Blut nicht sehen, seitdem weis ich wie die Blutwurst gemacht wird. Nun, es war üblich anschließend "Kesselsuppe" aus zutragen. Diese bekamen befreundete Familien, wir Kinder, brachten sie, so war der Brauch. Richtige Kesselsuppe, ist "was Feines" mit den darin gekochten aufgeplatzten Würsten esse ich sehr gerne, mit "Griefelten".  Damit meine ich nicht das "Spülwasser" wie man es zu kaufen bekommt. Wie man sie selbst macht ist eher dieses Rezept. Aaaaber da ist wieder die Blutwurst drinn. Wie bekomme das ohne diese Blutwurst???. Das Hirn habe ich nie probiert, und Blutwurst esse ich auch nicht. Wie mache ich die Kesselsuppe??.

Toskanafan
See-Igel, Sizilien

Ihr lest richtig, Männekin muss ja alles probieren. Diesmal wurde Seeigel angepriesen. Mein Mann bestellte es. Aber hallo,,,, wir waren auf Sizilien,,,,,.Ein Gerücht sagt, sie essen auch Sinvögel.  Das Gericht sah sehr gut aus, nur der See-Igel, bewegte sich noch. Auf Sizilien wird er wohl fast roh gegessen. Ich habe es nicht propiert.   

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