Donnerstagsdiskussion, die 66.

Allergien

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Kommentare
JulietteG

Liebe KüchengötterInnen!


Diese Woche gibt es die Donnerstagsdiskussion sogar pünktlich am Donnerstag, aber selbstverständlich ist Eure Teilnahme auch noch in den nächsten Tagen möglich und erwünscht... Nur weil ich heute Nachmittag mal Zeit habe... :)


Heute geht es um das Thema Allergien gegen bestimmte Lebensmittel bzw. Lebensmittelunverträglichkeiten! Wie bin ich auf das Thema gekommen: zum einen arbeitet Trudel bzw. sparrow diese Woche an einem eBook mit glutenfreien Rezepten und des Weiteren bin ich heute morgen mit einem Kribbeln auf der Zunge aufgewacht, welches immer noch da ist, und mich vermuten lässt, dass ich gegen die gestrige Birne wohl allergisch bin/war. 


Welche Allergien/Unverträglichkeiten habt Ihr? Fühlt Ihr Euch dadurch in der Küche eingeschränkt oder habt Ihr Euch gut damit abgefunden? Habt Ihr manchmal Gelüste auf die Lebensmittel, die Ihr nicht essen dürft?


Ich freue mich wie immer über Eure Teilnahme,


einen schönen Donnerstag,


liebe Grüße, Juliette

Kochmamsell
Kann leider nicht an der Diskussion teilnehmen ...,

...weil ich gar keine Allergien gegen Lebensmittel habe. Einiges vertrage ich nicht besonders gut, aber das hat nix mit Allergien zu tun.So kann und darf ich alles futtern, was mir Spaß macht, ich finde das prima.

Rinquinquin
Bin ich gut dran -

denn ich habe keine Allergien.

Was mir nicht so gut bekommt, ist sehr reifer Käse wie Epoisses, aber das kann ich ja spielend umgehen, den kaufe ich einfach nicht mehr. Aber wenn ich den oder einen ähnlichen Käse esse, habe ich schon zeitlich sehr lange etwas davon :-)).

 

Doch bei einigen meiner zu bekochenden Freunde achte ich schon auf Nussallergie aller Arten, Sellerie wird künftig auch weggelassen. Es ist immer gut, wenn man das weiss. 

Kitchenqueen74
Lebensmittelallergie habe ich nicht:

aber meine Ma kann sojalecithne nicht vertragen. Wenn sie was ißt, wo was drinn ist,ist die ganze Mundschleimhaut wund. Und es dauert Wochen bis sich das wieder bessert. Und es fast überall was drin. z.b. in Schokolade, Eis, Brot, Keksen, ...... Und wenn sie Essen geht merkt sie sofort wenn doch nicht alles selber gemacht wurde. Und mein Mann ist Lactoseintolerant . Aber lactosefrei kochen ist kein Problem. Nur z.B. Wurst kaufen, da vermutet man ja nicht laktose ,ist aber drin! Nicht in allen aber was hat das darin zu suchen?

nika
Zwei Allergien habe ich

Die erste ist gegen eine Form von Pfefferminz. Es ist in TicTac und darauf kann ich mit Vergnügen verzichten. Die 2. ist gegen einfache Schokolade und da kann ich auch leicht drauf verzichten. Aber in meiner Familie sind drei Neurodermitiker und daher verzichte ich auf jegliches Fertigzeugs und koche und backe lieber selbst.  Der Erfolg spricht für sich. Da meine beste Freundin ebenfalls glutenfrei leben muss habe ich Weizenmehle in meinem Haushalt verbannt und nutze nur noch Dinkelmehl, welches sie verträgt. Sie ist häufig zu Gast in unserem Haushalt und da will ich mich nicht vertun, deshalb: nur noch Dinkelmehl für Kuchen und mit Roggen auch für Brot. Da ich mich umgestellt habe und das Kochen und Backen so für mich vollkommen normal wurde fällt es mir gar nicht mehr auf und ich habe echt überlegen müssen, bis ich meinen Beitrag hier einstellen konnte.

lundi
Glücklich

Wir sind da sorgenfrei. Glutamat vertrage ich nicht und diese ganzen asiatischen Soßen. Mein Mann reagiert auf Paprika, nur wenn ich die Haut gründlich entferne und ihn gare (den Paprika!), könnte ich kleinste Mengen verwenden. Alles kein Problem.

 

Aber manche haben schon Seltsames, eine Freundin meiner Tochter verträgt kein Gemüse, nicht roh und gekocht noch viel weniger. Und manche sind wirklich schlimm dran. Das Kind (fast 2 Jahre) meiner Nachbarin scheint fast nichts zu vertragen, hat außer auf Muttermilch bisher auf alles reagiert: Milchprodukte, Getreide, Gemüse..., nun ist sie mit Mama seit Wochen zur Kur, wo angeblich systematisch herausgefunden werden soll, nicht was sie nicht essen darf, sondern was sie überhaupt essen kann. Nur gut, dass Mama noch genug Milch hat.

Belledejour
Leider gehören ich nicht zu den Glücklichen

OHNE Nahrungsmittelallergie. Aufgrund meiner Pollenallergie bekam ich die sog. Kreuzallergie. Nach vielen Tests kam dann heraus, dass ich allergisch gegen Sellerie in jeglicher Form und div. Nüsse bin.

 

Und man glaubt es kaum, worin heutzutage überall Sellerie enthalten ist. Man wird Spezialist im Lesen der Inhaltsstoffe, wenn man evtl. mal Grillsaucen und ähnlich verpacktes kaufen möchte. Mit Selleriesalz wird ebenfalls vieles heute gewürzt. Gottseidank gibt es eine europäische Verordnung, die die Lebensmittelindustrie verpflichtet, Sellerie zu deklarieren. Somit ist man als Allergiker auf der sicheren Seite, wenn man das nachliest.

 

Problematisch wird es für mich an einem Büffet, wenn man mal aushäusig essen geht. Da gibts dann eben keine Salate u.Ä. für mich. Man muss halt immer aufpassen und selbst dann kanns mal schiefgehen, wie gerade wieder einmal vor kurzem.

 

Wir waren in einem brasilianischen Restaurant, alles war vorher mit dem Chefkoch abgesprochen, was ich essen durfte. Trotzdem hat es mich dann nach ca. 5 Stunden erwischt. Es kamen die *berühmten Kopfschmerzen* und mein Darm begann zu rebellieren. Diese Reaktion tritt dann  immer auf und ich bin für gut 1 Tag aus dem Verkehr. Wir überlegten genau, was wohl der Auslöser war und kamen darauf, dass es wohl die Marinade des Fleisches war, die mir nicht bekommen war. Vermutlich zu fett oder doch ein Gewürz aus der großen Selleriefamilie.

 

Bei Nüssen habe ich inzwischen raus, was gar nicht geht, roh oder gebacken/gekocht. Das habe ich 1 Jahr lang mit einer Nahrungsmittelexpertin getestet. Mandeln gebacken/gekocht geht, während ich z.B. rohe Mandeln und viele andere Nüsse ebenfalls nicht vertrage. Schokolade esse ich ab und zu in kleinen Mengen, denn da könnten natürlich Reste von Haselnüssen enthalten sein.

Nun gut, ich tröste mich daher damit, dass es doch eben viele Gerichte gibt, die ich essen kann.

Die Nahrungsmittelexpertin berichtete auch aus ihrer Praxis, dass die Allergien gerade bei den Kleinkindern zunehmen, wenn deren Eltern rauchen. Es scheint da ein Zusammenhang zu bestehen.

 

 

sparrow
endlich wieder Zeit

So jetzt habe ich endlich Zeit auch etwas zum Thema Unverträglichkeiten zu schreiben. Ich weiß seit 17 Jahren, dass ich Zöliakie und eine Laktoseunverträglichkeit habe. Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung auf das Gluten (Klebereiweiß) das in Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Dinkel und allen daraus hergestellten Produkten enthalten ist. Gluten ist ausserdem ein billiges Bindemittel, das in fast allen Zubereitungen, sogar in Medikamenten und Kosmetikas  enthalten sein kann. Deshalb ist es für Zöliakiebetroffene sehr wichtig, dass sie genau wissen, was sie essen. Wir "Zölis" müssen uns ein Leben lang glutenfrei ernähren. Schon 0,25 mg Gluten können diese Autoimmunreaktion wieder ausbrechen lassen. 

Seit ich weiß, dass ich Zöliakie habe, gehe ich viel bewusster mit meiner Ernährung um. Ich habe mir zur Aufgabe gestellt anderen Zöliakiebetroffenen mit meiner Erfahrung zu helfen. Ich habe inzwischen eine Website, zwei Koch- und Backbücher gemacht und arbeite zur Zeit mit meinen Söhnen an einem e-book mit 50 glutenfreien Backrezepten. Gestern habe ich bei der Mitgliederversammlung der DZG (Zöliakiegesellschaft) in Freiburg ein Referat zum Thema "glutenfrei backen" gehalten. 

Wie ihr an meinen Rezepten sehen könnt, muss ich auf fast nichts verzichten. Ich habe meinen Haushalt auf "glutenfrei" umgestellt und meine Familie isst mit mir glutenfrei. Der einzige Unterschied ist das Brot. Glutenfreie Lebensmittel sind sehr teuer. 1 kg Mehl kostet 4-5 €.

Auswärts essen gehen bedeutet immer Vorbereitung z.B. Brot mitnehmen, vorher anfragen ob es möglich ist glutenfreies Essen zu kriegen. Je besser das Restaurant, je einfacher ist es etwas glutenfreies zu kriegen. Ich mache keine Ausnahmen, denn es geht mir dann so schlecht, dass sich das nicht lohnt.

Wenn wir Ferien machen, schauen wir, dass wir ein Hotel finden, dass eine glutenfreie Rundumversorgung hat. Es ist schön, wenn man sich einfach an den Tisch setzen kann ohne zu überlegen wo vielleicht Gluten enthalten ist. 

Mir geht es ähnlich wie Belldejour. Wenn ich an einem Buffet essen möchte, muss mir der Koch genau erklären was ich essen darf. Es darf auch niemand Brötchenkrümel auf mein Essen streuen. Zuhause habe ich meine eigene Butter und Brotbox. In die Marmeladengläser kommt ein Löffelchen.

Ihr braucht aber kein Mitleid mit mir haben. Mir geht es gut, ich bin froh, dass ich weiß was ich habe. Einen Feind den man kennt kann man bekämpfen.

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