Donnerstagsdiskussion, die 87.

Spezielles Essen

4
Kommentare
JulietteG

Liebe KüchengötterInnen!


 


Das Thema, das ich heute aufgreife, habe ich vor kurzer Zeit in einem anderen Forum gelesen und bin gespannt, was Eure Meinungen dahingehend sind.


 


Jemand plante ein Essen für ca. 70 Personen und engagierte hierfür ein Catering-Unternehmen. Letzteres war genauer gesagt eine Metzgerei. Einer der Gäste (Ehefrau eines Arbeitskollegen) ist Veganer und zudem von verschiedenen Allergien betroffen. Der Metzger kündigte an, dass sich in seinem Repertoire keine passenden Gerichte finden würden. Der Gastgeber kam nun auf die Idee, dem Gast einen Salat und etwas Brot zu servieren.


 


Das wurde weitestgehend in den Antworten für gut befunden, da der Gast wahrscheinlich sogar mit gar keinem Alternativessen rechnen würde.


 


Wie seht Ihr das? Wie sehr nehmt Ihr bei großen Feierlichkeiten Rücksicht auf "Extrawünsche" (oder jetzt zur Wiesn-Zeit Extrawürschte :)).


 


Muss/soll der Gast davon ausgehen, dass er zu Hause besser schon mal vorab seinen Hunger stillt?


 


Ich freue mich wie immer auf Eure Antworten,


 


liebe Grüße,


Juliette


 


P.S.: Bevor ich wieder die Veganer auf mich hetze, der Gast in diesem fiktiv gewählten Beispiel darf auch gerne Vegetarier sein! :)

nika
Beispiel

Ein Gast, der satt zur Feier kommt oder kommen muss ist für mich schon fast eine Unmöglichkeit, schließlich lade ich ja nicht nur zum Trinken sondern auch zum Essen ein. Für mich bedeutet die Essensplanung mehr als die anschließende Feier mit leckeren und guten Getränken.

 

Meine liebe Freundin darf nur glutenfrei essen. Damit es keinem - auch nicht ihrer Familie auffällt , gibt es bei uns deshalb nur noch Gebackenes mit Dinklmehl. Das verträgt sie nämlich. Bei mir gibt es also nur noch Dinkel-Pizza, Dinkel-Baguette oder wie gestern Dinkel-Fladenbrot. Das ist für mich kein Problem und selbst der Sohn meiner Freundin war gestern begeistert von meinem Fladenbrot. Er durfte nur nicht wissen, dass es Dinkelmehl war. Das zur üblichen Praxis, aber in dieser Diskussion geht es um die Planung und Durchführung eines "Viel-Personen-Essens".

 

Wenn ich ein großes Essen plane, dann sind selbstverständlich verschiedene Liebhabereien und noch viel wichtiger Unverträglichkeiten meiner Gäst mit eingeplant und dabei sind Vegetarier keine "Monster", die nur kein Fleisch essen. Nein, die Gerichte sind so abgestimmt, dass sie genauso lecker satt werden und nicht als "Außenseiter" ein besonderes Menü erhalten.  Gerne bereiten wir Essen für mehrere Gäste so zu, dass es ähnlich wie bei einem Büfett in der Wohnküche oder auf der Terrasse aufgestellt wird  und jeder sich selbst bedient. Es ist schon vorgekommen, dass die "Fleischesser" den Vegetariern das Essen geneidet und sich selbst bedient haben und die Vegetarier ihr Essen verteidigen mussten, hihi.

Bei uns darf  jeder satt werden und feiern, das gehört doch zum Wohlfühlen dazu.

Aphrodite
Und dann gab's wirklich nur Salat und Brot?

@Juliette, dass der Metzger sich in seiner Ehre gekränkt fühlte (kein totes Tier), da kann mir bei solchen Ansichten auch jeder Appetit vergehen. 

Also, wir haben 69 Fleischesser und 1 Veganer. Das ist traurig. Soll es aber geben. Alle fröhnen der Fleischeslust und einer schaut zu. Ich würde mich in so einem Haufen nicht wohl fühlen und würde zuhause bleiben: "Geh' mal da alleine hin!" Der Haufen in diesem Fall würde versuchen, mich zu missionieren: Das ist doch völlig ungesund. Da fehlt dem Körper doch was. Hast Du gesehen, er hat sich seine Zucchini-Scheiben selbst mitgebracht und brät' sie jetzt auf dem Grill, der arme Tropf." Sowas mutet außerirdisch an.

Ich halte mich aus solchen Diskussionen heraus. Und es wird ja wohl möglich sein, für den einen schnell eine Alternative zu organisieren. Ein Take-away aus einem guten Restaurant. Selbst jeder Thai-Imbiss hat vegane Gerichte im Angebot und bereitet diese frisch zu. Wegen der Unverträglichkeiten muss man sich schlau machen. Was spricht gegen zwei Caterer? Ich sehe da wirklich kein Problem. Und wer meint, dass Brot und Salat reicht, kann ja selbst damit den ganzen Abend verbringen. Das sind doch alles Spezialisten in ihrem Ghetto-Denken. Da schmeiße ich ruhig mal beide Fraktionen in einen Topf.

Geschmäcker sind verschieden

Wenn man mit 70 Personen rechnet, dann ist es doch ein Ding der Unmöglichkeit (und auch langweilig), dass alle dasselbe essen. Ich würde die Tafel so bestücken, dass für jeden etwas dabei ist, dass er/sie essen kann/darf. Aber mit ein bisschen mehr Kreativität, als nur Salat und Brot.

Belledejour
Große Feierlichkeiten

1. Die gibt es bei uns nicht mehr, weil man auf solch einer Festlichkeit keinem Gast in jeglicher Form gerecht wird. Ich lade dann mal lieber mehrmals in kleinen Grüppchen ein.

2. Da ich selbst Nahrungsmittel Allergiker bin, freut es mich immer wieder, wenn ich irgendwo eingeladen bin (egal ob große oder kleine Gesellschaft), wenn ich kein Exot bin und der Gastgeber an meine Allergien gedacht hat.

Genauso handhabe ich es selbst natürlich auch. Erst vor kurzem hatte ich zum Kaffeeklatsch eingeladen und es gab natürlich einige Kuchen bei 6 Gästen. Davon waren zwei glutenfrei.

Muss man aber doch wie in diesem Fall einen Caterer bemühen, so sollte selbst der heute in der Lage sein, etwas für Allergiker anzubieten und nicht nur eine Sache.

 

Noch nicht eingeloggt?

Hier könnte dein Kommentar stehen :-)

Login