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Donnerstagsdiskussion, die 9.

Nachdem ich mich einigermaßen bemüht habe, die letzten Wochen nach den ersten Erfahrungen Themen zu wählen, die Euch nicht zu all zu lange Beiträgen zwingen, kann ich diese Woche doch nicht widerstehen, ein etwas ausführlicheres Thema auszuwählen. Die Donnerstagsdiskussion steht diese Woche unter dem Thema: Extra-Kinderessen.

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Kommentare
JulietteG

Liebe Küchengötter/Innen!


Die eigentliche Inspiration dieses Themas beruht auf der ersten Donnerstagsdiskussion, in der lundi im Zusammenhang mit dem Thema "Kochen für viele Gäste" anmerkte, dass für die Kinder an ihrem Tisch kein Extra-Essen zubereitet wird. Diese Woche sprach ich mit einer Kollegin, die erzählte, dass sie am voran gegangen Tag ihre Familie mit ihrem Essen nicht komplett Zufrieden stellen konnte. Ihr jüngster Sohn hatte in den Topf geschaut (ich meine, dass es ein Putengeschnetzeltes gab) und war gar nicht zufrieden. Aus diesem Grund hat sie ihm noch schnell eine Bolognese mit Nudeln zubereitet (aus der Tüte, deshalb ging es schnell (dazu sage ich jetzt mal nichts :)))!


Ebenfalls kann man immer wieder in Restaurants beobachten, dass die kleinen Gäste etwas von der Kinderkarte bestellt bekommen! Oder bei Gästen gibt es ein Extra-Kindergericht, das unter Umständen sogar an einem separaten Kindertisch eingenommen wird.


Was haltet Ihr grundsätzlich davon? Kocht Ihr Extra-Essen für Kinder, essen Eure Kinder (falls vorhanden) von der "Kleine-Gäste-Karte" im Restaurant? Oder falls Ihr keine Kinder habt, wie sind Eure Eltern diesbezüglich vorgegangen?


Ich freue mich wie immer auf Eure Beiträge! Gleichzeitig entschuldige ich mich noch für das etwas ausschweifendere Thema, aber Eure Antworten interessieren mich wirklich sehr! Ich erwarte natürlich auch keinen Roman von Euch... :) Außerdem muss natürlich nicht zu allen aufgeworfenen Fragen ausführlich Stellung bezogen werden! Eure grundsätzlichen Ansichten dürften meines Erachtens auch in wenigen Worten darzustellen sein!


Das Thema gibt es bereits wieder am Mittwoch, da ich morgen früh aufgrund einer Konferenz den ganzen Tag eingespannt bin!


Liebe Grüße, Juliette


 

Extra-Kinderessen

In unserer Familie war es immer Usus, jeder probiert alles was auf den Tisch kommt. Selbstverständlich wurde neigungsgemäß eher kindergerecht gekocht, aber wir Erwachsenen kamen immer zu unserem Recht. Allerdings gab es immer die Prämisse, was jemand nicht mag brauchter er/sie auch nicht aufessen. So haben meine Töchter ihren eigenen Geschmack entwickeln können und waren nicht bange, etwas Neues zu kosten. Ausserdem haben wir bei besonderen Anlässen immer den Wunsch des z.B. Geburtstagskindes berücksichtigt. Da gab es dann auch einmal Spinat, was die andere Tochter nicht gerne aß, sie konnte dann den Spinat weglassen, anders herum gab es bei der anderen Tochter Sauerkraut, was wiederum die erste nicht mochte und sie ließ es weg, grins. Aber ein spezielles Kindermenü haben wir eigentlich nicht gekocht. 

Jedem das seine und trotzdem keine Ausnahme

Probiert musste bei mir auch alles werden, aber aufessen muss keiner etwas. Ich mag auch nicht alles und kann mich noch erinnern wie es mir ging wenn es etwas gab was ich nicht mochte. Da wäre ich um eine Portion Knoblauchnudeln für mich extra dankbar gewesen. Ich habe festgestellt auch Kinder sind individuelle Wesen und haben speziells Geschmacksrichtungen. Meine Tochter mochte schon als Kleinkind Fleisch und Knoblauch in jeder Form. Mein Sohn dagegen hat lange kein Fleisch gemocht und am liebsten Karotten mit Erbsen gegessen, beide mochten Spinat. Deswegen gab es nie typisches Kinderessen bei uns. Aber wenn jemand etwas gar nicht mochte habe ich für den eine kleine " Extrawurst" gemacht

Kinderkarte im Restaurant

Eher selten. Das ist ja meist eine Auflistung von typischen TK-Fertigprodukten: Dinoschnitzel, Reibekuchen, Fischstäbchen, Pommes... Wenn wir in ein Restaurant gehen, ein tolles Essen bestellen, kann ich doch meine Kinder nicht mit so etwas abspeisen. Dann sollen sie auch ein tolles Essen haben. Eine richtig gute Kinderkarte habe ich noch nie gesehen. Und ehrlich - auch nie gebraucht. Also bestellen wir von der "Erwachsenenkarte" in Kindergröße. Es kam schon vor, dass der Service das ablehnte. Na dann sind wir einfach gegangen. Aber meist ist das kein Problem.

 

Zu Feiern bei Freunden kenne ich das auch: extra Kindergerichte am extra Kindertisch. Und meine Kinder kamen dann immer angeschlichen und haben mir beispielsweise ganz schüchtern ins Ohr geflüstert, ob sie denn die (TK-)Hähnchennuggets mit Ketchup essen müssten oder vielleicht doch die Rote-Bete-Suppe und den Rosenkohl kosten dürften. Mein Mann dagegen flüstert von der anderen Seite, ob er wohl mal von den Kindern ein paar Pommes stibitzen könnte oder ob das unhöflich sei. Wozu also das Ganze? Bei mir gibt es so etwas niemals! Die Kinder gehören selbstverständlich zur Familie, also an den gleichen Tisch mit gleichem Essen, in jedem Alter. Das ist doch auch viel lustiger und kommunikativer!

 

Ansonsten ging das bei uns genauso wie bei nika. Alles wird probiert, aber niemand muss. Außerdem gibt man den Kindern so die Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln. Geschmack ändert sich. Manche Sachen, die sie ja eigentlich nicht mögen, schmecken ihnen in anderer Zubereitung oder Kombination oder weil sie einfach älter werden vielleicht doch irgendwann. Das merken die Kinder aber nur, wenn es für alle erreichbar auf dem Tisch steht. Und bei mir haben schon viele Kinder viele Sachen gegessen, von denen ihre Eltern felsenfest behaupteten, das ihre Lieblinge das auf gar keinen Fall essen und ich doch bitte extra noch etwas Anderes bzw. Bekanntes anbieten sollte. Und wenn mal gar nichts Passendes dabei ist, tut es Brot. Und mal eine Mahlzeit auslassen bringt auch niemanden um. Nur 2 dinge sind bei uns verboten: Zwischen den Mahlzeiten den Kühlschrank plündern und essen mit aufs Zimmer.

 

 

 

Kinderportionen statt Kinderkarte.

Grundsätzlich würde ich mich auch wegen einer Portion Fischstäbchen an den Kindertisch setzen. Und bei Festen im Garten ist es am Kindertisch immer am lustigsten. In guten Restaurants werden die Kinder gefragt, wie sie ihr Gericht essen möchten: Kleine Portionen und "Lieber mit..." ist dann die Devise. Die in der Küche bekommen das schon hin. 

 

Mir war es dann irgendwann auch zu viel, immer nur das zu essen, was meine Tochter mag - und ich weiß gar nicht, von wem sie das hat! Ich variiere, um nicht jedes Mal mit einem Fuß bei den Fertiggerichten zu stehen. Bei einem Moussaka bleiben Auberginen halt bei ihr auf dem Teller liegen. Und dann esse ich ab und an auch mal ein Gulasch oder ein Hühnerfrikassee. Zumindest probiert werden muss alles. Kochen mit Kindern finde ich spannend. Und Kinder-Extras sind auch Kindheitserinnerungen: Reibekuchen- und Pfannkuchen-Wettessen und was wir nicht alles veranstaltet haben - früher. Meine Tochter schaut "Top-Model" und sagt, sie achtet auf ihre Ernährung. Im Augenblick also nur das gesunde Zeug.

Extra-Kinderessen....

Da ich noch keine eigenen Kinder habe, orientiert sich dieser Bericht automatisch an meiner eigenen Kindheit.

Meine Eltern waren in ihrer Essenszubereitung auch immer relativ konsequent. Ich war beispielsweise kein begeisterter Fan von Sauerkraut. Dadurch gab es dies Hause zwar einmal weniger, aber zwischendurch immer mal wieder, ohne dass ein Extra-Gericht für mich zubereitet wurde. Als psychologischen Ausgleich gab es dafür am nächsten Tag meistens eines meinerLieblingsgerichte und da war die Vorfreude schon so groß, dass das Sauerkraut dann doch ertragen wurde. Im Nachhinein habe ich daran nicht mal unbedingt schlechte Erinnerungen... Manche Dinge möchte man als Kind vielleicht aus Prinzip nicht mögen! :)

Ansonsten war ich schon immer ein Allesesser! Es mussteimmer alles probiert werden und so schlimm war es dann ja meistens doch garnicht! Gar nicht gerne mochte ich jedoch Oliven und auch heute esse ich sienicht pur. Aber im Essen versteckt, wie neulich bei RinquinquinsZucchinitörtchen gebe ich sie sogar in mein eigenes Essen. Zu Hause wurden dieOliven dann nicht zu klein geschnitten, weil ich diese herauspicken durfte.Oliven muss ein Kind wirklich nicht mögen.

Im Restaurant musste ich nie von der Kinderkarte essen. Meine Eltern haben sogar ganze Menüs in Kinderportion bestellt. Natürlich machte ich zwischendurch mal bei einem Gang Pause, da der Kinderhunger trotz kleiner Portionen natürlich schnell gestillt ist, aber auf diese Weise durfte ich schon früh gutes Essen genießen. Im Nachhinein bin ich dafür natürlich sehr dankbar und eigentlich war es auch von meinen Eltern ganz geschickt... Ich konnte mich zwar benehmen, aber soweit ich nur ein paar Pommes bekommen hätte und meine Eltern ein Menü essen, dann braucht man sich nicht wundern, wenn das Kind quengelig wird. So war auch ich immer beschäftigt und empfand es natürlich als hervorragend, dasselbe wie die Erwachsenen essen zu dürfen.

Als ich sechs Jahre alt war, sind meine Eltern umgezogen und in der direkten Nachbarschaft befand sich ein Restaurant. Zwar wohnen meine Eltern sehr ländlich, aber dort hatte jemand in einem Bauernhaus ein Restaurant eingerichtet und ich sage mal etwas gehobenere Küche angeboten. Also eindeutig über Schnitzel mit Pommes hinaus... Dort waren wir natürlich öfters zu finden und es gab immer ein 4-Gänge-Menü. Mein persönliches Highlight war, dass ich zwischen den Gängen immer in die Küche gehen durfte, um den Köchen über die Schulter zu schauen (soweit nicht allzu viel Hektik im Betrieb war). Soweit es sogar etwas ruhiger war, durfte ich die Teller mit dekorieren etc. Das fand ich als Kind damals ganz toll! (Auch wenn es nur die Teller für unseren Tisch waren! :)) Natürlich musste ich dann auch ein paar Rezeptgeheimnisse an meine Eltern weiterflüstern, aber das sei mir sicherlich verziehen! Von dort stammt übrigens auch das Rezept für das Kartoffelsoufflé, wobei das mein Vater dem Koch abgeschwatzt hatte.

Dementsprechend empfand ich auch als Kind Extra-Kindertische bei Bekannten eigentlich merkwürdig... Wobei diejenigen Bekannten, bei denen es einen Extrakindertisch gab, so schlecht kochen konnten, dass man sich über ein paar Pommes eigentlich freute... Zumindest waren meine Eltern manchmal fast etwas neidisch! :)

Meine Mutter hat ein solches Spektakel einmal mitgemacht, weil es die anderen ja auch machten.... Ich weiß heute noch, dass sie für uns Kinder Hackbraten mit Nudelgemüse zubereitete... Und die Männer der schlecht kochenden Frauen hingen gierig am Tisch und probierten und aßen fast mit, weil sie keinen guten Hackbraten von zu Hause kannten. Mal von der zusätzlichen Arbeit abgesehen, wurde dies meiner Mutter zu bunt... Also saßen beim nächsten Mal alle an einem Tisch! Die Bekannten übernahmen das Verfahren ebenso! Wobei ich mir dann manchmal meine Pommes zurück wünschte. Ein schönes Gerichtsbeispiel ist, dass die eine Mutter ein Hühnercurry mit Früchten zubereiten wollte. Früchte natürlich aus der Dose und dann noch diese komische Variante, wo sich auch die Cocktailkirschen wieder finden. Das Rezept war wohl etwas unpräzise formuliert, so dass sie die Flüssigkeit nicht abgoß, sondern alles mal ran ans Hühnchen...Und eine Dose mehr schadet ja nicht... Wir nannten es im Nachhinein liebevoll Fruchtsuppe! :)

 

Das gute Essen, das ich schon früh genießen durfte, hat auchzu meiner Kochleidenschaft beigetragen. Zumal wir am Wochenende immer alle drei zusammen kochten (dann immer etwas aufwändiger) und in der Woche half ich meiner Mama bei den Alltagsgerichten in der Küche. Den letzten kreativen Clou habt allerdings ihr mir gegeben, liebe KüchengötterInnen! Ich habe gerade mal nachgeschaut, dass ich seit 2,5 Monaten hier jeden Tag mein Essen onlinestellen und es hat erst ein Gericht zwei Mal gegeben: MeinLieblings-Brokkoli-Nudel-Auflauf! (Naja, abgesehen von dem Spargel, aber wegen derSaison zähle ich das mal nur bedingt! :))

 

Kein extra Kinderessen

Bei uns gab es kein extra Kinderessen. Die Kinder wurden angehalten wenigsten einen Löffel zu probieren. Wenn sie etwas gar nicht wollten, mussten sie es auch nicht essen. Auf diese Art haben sie gelernt fast alles kennen zu lernen und inzwischen auch zu mögen. Ich habe immer gesagt, dass man zuerst etwas probieren muss, um sagen zu können, dass man es nicht mag. Wenn wir ins Restaurant gingen durften natürlich auch mal Pommes und Cola bestellt werden. Unsere Tochter hat uns mit 8 Jahren erklärt, dass sie jetzt aus dem Pommesalter heraus wäre und auch a la carte essen möchte. Meine Söhne kochen inzwischen beide leidenschaftlich gerne. Zu den Geburtstagen gab es immer ein Wunschessen und Wunschkuchen. Wenn sie heute zu Besuch kommen gibt es auch noch, obwohl alle erwachsen sind, ein Wunschessen. 

Bei den Enkeln bin ich großzügiger. Für die koche ich öfter etwas extra. Die wohnen aber leider so weit weg, dass das nur 3-4 Mal im Jahr vorkommt.

 

Ich habe aufgrund des langen Textes....

 mal wieder in Word vorgeschrieben und hier copy&paste eingesetzt! Jetzt sehe ich gerade, dass einige Leerzeichen mal wieder verschluckt wurden. Man möge mir verzeihen... :))

Donnerstagsdiskussion

Liebe Küchengötter und Freunde der Donnerstagsdiskussion,

 

da diese Woche tatsächlich schon die 10. Donnerstagsdiskussion stattfinden wird, haben wir Euch eine eigene Forumskategorie - Donnerstagsdiskussion - eingerichtet. Ab sofort findet Ihr hier alle Donnerstagsdiskussionen praktisch auf einen Blick.

 

Viel Spaß mit Eurer neuen Kategorie,

das Küchengötter-Team

Liebes Küchengötter-Team!

Das ist wirklich eine schöne Idee von Euch, die mich sehr freut! Nun können wir sozusagen unter unserer eigenen Kategorie diskutieren! Super!

 

Vielen herzlichen Dank,

liebe Grüße, Juliette

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