Donnerstagsdiskussion, die 97.

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Kommentare
JulietteG

Liebe KüchengötterInnen,


 


in den  Kommentaren zum neuen "Link am Sonntag" brachte Aphrodite mich darauf, die Donnerstagsdiskussion wieder aufleben zu lassen. Da es bei mir morgens immer schnell gehen muss, gibt es sie nun schon am Mittwoch Abend.


 


Irgendwann haben wir alle angefangen zu kochen; manche früher und manche später. Mich interessiert in dieser Woche, ob Ihr Euch noch an Euer erstes selbstständig zubereitetes Gericht erinnern könnt? Sozusagen der Grundstein der Hobbykochkarriere... :)


 


Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn die Donnerstagsdiskussion wieder Zuspruch findet und natürlich bin ich wie immer auf Eure Antworten gespannt!


 


Liebe Grüße, Juliette

BlackCoffee
Schnitzel

Ich war schon 19 Jahre und hab für meinen heutigen Mann panierte Schnitzel gebraten, dazu gab es nur Weizenbier. Ich war zwar oft mit meiner Mutter in der Küche tätig, aber sie hat mich nur Hilfsarbeiten machen lassen, so verschiedenes schnibbeln. Trotzdem hab ich ihr dabei viel abgeschaut. Als ich mit 20 Jahren geheiratet habe konnte ich noch gar nicht kochen.

Aphrodite
Ich habe den Putenrollbraten geschrumpft.

Meine Oma hat immer für die Familie gekocht. Eines Ostern habe ich mich dann bereit erklärt, etwas zu kochen. Eingeladen waren meine Oma, mein Vater und mein Bruder. Lamm mochte niemand und dann habe ich einen Putenrollbraten entdeckt. Für meinen Begriff ein recht stattliches Ding. Der wurde im Ofen geschmort. Und ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich den Deckel vom Schmortopf wieder aufgemacht habe. Jeder hat ein kleines Stück Fleisch bekommen: "Macht ja nichts! 200 g Fleisch pro Person kannst Du aber ruhig rechnen." Da muss ich 18 Jahre alt gewesen sein und hatte nur mit halbem Ohr hingehört. 250 g für 4 Personen fand ich dann schon viel als ich vor der Fleischauslage stand.

 

Und in frühester Jugend - da muss ich 14 Jahre alt gewesen sein - habe ich einen gedeckten Apfelkuchen gebacken. Damit konnte ich im Familienkreis richtig glänzen.

WOLLBAER
Mein erstes Gericht war Rotweingulasch

Unser Direktor bis zur Mittleren Reife war ein Offizier der Luftwaffe, Jagdpilot im zweiten Weltkrieg, der das fliegen liebte. Er meldete uns in der Flugschule "Schwarze Heide" in Kirchhellen an. Gleichzeit mussten wir zum Kochen in die Rhenag Gaslehrküche in Gladbeck. Sein Motto war:

 

Ein Mann ist nur ein Mann, wenn er einen Haushalt führen kann 

 

Diese Abende in der Lehrküche waren richtig geil. Wir waren 10 Jungen von 15/16 Jahren und fanden den Kurs richtig gut.

 

1000 g Rindergulasch, klein geschnitten

1000 g sehr kleine Zwiebeln

 

mit Butterschmalz kräftig anbraten und mit Rotwein aufgießen.

Das Gericht ganz langsam kochen bei niedrigen Temperaturen. Nach 3 Stunden das Gericht würzen, während der Kochzeit immer mit Wein auffüllen und zum Schluss eindicken lassen.

 

Als Beilage gab es Reis und es wurde ein gemischter Salat dazu gegessen.

 

LG Rolf

 

 

Gaston
Puhh, nachdenk

Oho, das weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr so genau. Ich habe das Kochen ja so nebenbei bei meiner Großmutter erlernt, da ich in ihrer Küche praktisch aufgewachsen bin. Meine erstes Kochen war vermutlich etwas zu grillen. Ich weiß noch dass mein Vater mal ziemlich gemeckert hat, weil ihm das Fleisch angeblich zu zäh war. Das gab damals richtig Stress. Da war ich ca. 15 Jahre alt. Mein erstes Gebäck war Weihnachtsgebäck als kleine Überraschung für meine damalige Freundin, das hat sogar geschmeckt.

Bettina Müller
Schwierige Frage

Ich glaube es könnten Schoko-Eierkuchen (also Pfannkuchen) gewesen sein, aber in Zusammenarbeit mit meiner Schwester. Die haben wir heimlich in den Winterferien gemacht, statt uns das vorbereitete Essen in der Mikrowelle warm zu machen (das wir später natürlich auch noch gegessen haben, sonst wäre es ja aufgefallen). Die Eierkuchen wurden dann zusammengerollt, in Alufolie gewickelt und im Hof auf den Schlitten sitzend gegessen, bevor es ab zum Rodelberg ging. Ich muss 9 oder 10 gewesen sein. :-)

 

Tolle Geschichten, die hier zusammenkommen. Danke, liebe Juliette, dass Du die Donnerstagsdiskussion wieder gestartet hast. (Danke Aphrodite!!)

muffinqueen
Graue Himbeermuffins

Meine Back-Karriere haben - wer hätte es gedacht? - Muffins eingeleitet. Die gab es bei meiner Mama nicht und, weil ich so gerne welche wollte, hat sie mir ein Muffins-Set bestehend aus Blech und GU-Büchlein gekauft. Davon war ich so angespornt, dass ich sie gleich selbst gemacht habe. Da es gerade Himbeeren im Garten gab, habe ich diese unter den Teig gemengt, als blutiger Anfänger nicht ahnend, dass man dann nicht mehr zu dolle rühren darf. Nachdem die Muffins aus dem Ofen kamen, hatte sich ihre Farbe von himbeerrot zu unappetitlich grau verwandelt. Geschmeckt haben sie aber so gut, wie danach nie wieder, einfach weil es DIE Ersten waren. Seitdem backe ich unglaublich gern und immer noch am liebsten Muffins:)

Belledejour
Freut mich ebenso @Juliette

...dass du die Donnerstagsdiskussion nicht aufgegeben hast. Ich habe des öfteren schon geschaut, ob es noch weitergeht.

 

Meine Erinnerung an mein erstes eigenständiges Kocherlebnis ist nur dies:

Pflicht war es bei uns zu Hause, dass ich Sonntagsvormittag immer mit meiner Mutter am Kochtopf stehen sollte, weil ich ja kochen lernen sollte. Es gab fast immer den obligatorischen Sonntagsbraten - ich mochte nie diese dicken Saucen auf Mehlschwitzenbasis. Da ich aber meistens am Wochenende gern ausschlafen wollte, gab es deshalb häufig Ärger.

 

Irgendwann meinte ich mal, ob es nicht mal etwas anderes zu essen gäbe. Eine schöne Suppe o.ä. Meine Mutter kochte dann eine Hühnersuppe, die ich noch heute in Erinnerung habe.

Diese wollte ich dann zu Beginn meiner Partnerschaft auch einmal auf den Tisch bringen. Ich hatte mir damals einen 7l Schnellkochtopf aufschwatzen lassen. Nun hiess es also, damit umzugehen.

 

Also Bedienungsanleitung durchlesen und dann gings los. So war es immer in meinem Leben, wenn ich allein etwas machen wollte, dann hat es meistens geklappt. So auch hier. Es war mein erstes eigenständiges Gericht und dann noch mit einem Kochtopf der ganz anderen Art. :-)

 

Das Kochen unserer Hühnersuppe hat sich bis heute nicht geändert, nur leider die Hühner, die man häufig heute kaufen kann.

 

Kochmamsell
Lang ist's her ...

... und ich kann mich nicht mehr an das erste Mal (Kochen natürlich) erinnern. Ich weiß nur noch, dass ich immer helfen musste beim Kochen, aber nie an den Herd durfte. Als ich (19 Jahre alt und frisch verliebt) nach einem 3-monatigen Krankenhausaufenthalt (Hepatitis) wieder nach Hause durfte und streng auf Diät gesetzt war, meinte meine Mutter: "So, heute machst du den Schweinebraten. Dein Freund kommt ja zum essen, da soll er sehen, dass du kochen kannst." Ich war sauer, denn ich konnte ja nicht kochen und dann sollte ich auch noch was kochen, was ich nicht essen durfte. Ich habe mich standhaft geweigert, was zum Knatsch führte.

Ich habe mir dann das Kochen selbst beigebracht, als ich mit 20 geheiratet habe und das größte Kompliment meines damaligen Mannes war, als ich Rouladen gemacht hatte: "Die schmecken besser wie bei meiner Mutter" und die konnte gut kochen.

JulietteG
Da freue ich mich aber...

Zum einen freue ich mich, dass Ihr Euch über die Wiederbelebung der Donnerstagsdiskussion freut und zum anderen über die tollen und schönen Geschichten, die hier bereits zusammen gekommen sind.

 

Soweit ich mich erinnere, war mein erstes eigenes Gericht ein Kartoffelsalat, an den auch frische Zutaten wie Gurken, Tomaten, etc. kamen und schließlich noch gekochte Eier.

 

Meine Mutter kaufte früher regelmäßig Kochzeitschriften und in einer der Zeitschriften gab es immer eine Seite: "Kochen mit Kindern" auf der ein Rezept dargestellt wurde, das dafür geeignet war, dass Kinder es selbst kochen und entsprechend detaillierte Zubereitungsschritte enthielt. In der Regel waren das Backrezepte, aber dann kam der Tag, an dem der oben genannte Kartoffelsalat darin war. Es stand für mich sofort fest, dass ich diesen Kartoffelsalat alleine zubereiten werde. Ich glaube, dass ich damals ca. 8-9 Jahre alt war.

 

Ich hatte schon immer gerne in die Kochtöpfe geschaut, aber logischerweise habe ich immer nur "assistiert". Nun wollte ich unbedingt mein eigenes Werk herstellen. Die Hilfe meiner Mutter lehnte ich deshalb vehement ab. Bis ich merkte, dass es doch ganz schön viel zu schnippeln gibt... Da durfte meine Mutter mir dann "assistieren"... :)

 

Der Kartoffelsalat hat übrigens wirklich sehr lecker geschmeckt und wir bzw. ich haben ihn danach noch einige Male zubereitet. Irgendwann geriet er dann in Vergessenheit, aber jetzt wo ich über ihn schreibe, weiß ich noch genau, wie er schmeckte! Ich muss meine Mutter mal fragen, ob sie das Rezept noch hat... :)

Bettina Müller
Ich lag doch falsch

Als ich gerade von den Kinderrezepten las, liebe Juliette, ist es mir wieder eingefallen: Mein erstes Mal war Vanillepudding! Noch viel früher als die Eierkuchen. Wir haben in der Grundschule (es muss die zweite Klasse gewesen sein) die Aufgabe bekommen, etwas zu kochen (vermutlich lautete der Auftrag, etwas gemeinsam mit den Eltern zu kochen, ich weiß es nicht mehr) und das Rezept dazu aufzuschreiben. Mir war ganz schnell klar, dass ich Schokopudding machen möchte. Da wir aber nur noch Pulver für Vanillepudding zu Hause hatten (ja, ganz frisch kam er bei uns komischerweise nie auf den Tisch), musste ich dann wohl oder übel diesen zubereiten und darüber schreiben. Das war dann wohl der Grundstein für meine Küchengötter-Laufbahn. ;-)

Toskanafan
Schwierig, Nachdenken,Kartoffelsalat

denke, es war ein Kartoffelsalat. Der Kartoffelsalat ist aufs erste gelungen. Das Wars, weiter nicht viel. Heute weis ich vieles besser und mache es anders. Ich wollte einiges ausprobieren vom Kochschul- Unterricht. Meine Eltern schauten auf den Pfennig, zusätzliche Zutaten durften nicht sein. Ich machte nichts richtig. Mutter schnitt Zwiebeln mit einem (heute weis ich, stumpfen Messer fein), ich machte nichts richtig. so verging mir die Lust am Kochen. Und es kam wie es kommen musste, in meiner ersten eigenen Küche mit 24 J. geheiratet, konnte ich gar nicht kochen. Los gings mit DR. Oetker Kochbuch, Auch rief ich zuhause an, wie genau das Römertopf Hähnchen geht. Mein Vater lief damals zufuß in die nächste Ortschaft, um mich zurückzurufen. Nachher gings mit Kochbüchern, Zeitschriften u. a., Rat der Schwiegermutter, usw. weiter. Nun geht’s weiter, nach vielem Lesen konnte ich kochen. Mir war nichts angebrannt, und ich hatte nichts versemmelt. Mein Lieblingsgemüse war nun Blattspinat. Das fand ich bis heute besser als mit Rahm und dieser Mehlsauce. Mutter war hier zu Besuch, es gab Blattspinat, mit Tafelspitz . Waaasss? , Spinat?, das  drehen wir durch,,,,, Damit wären wir wieder bei der Mehlpampe. Dann waren mal meine Schwiegereltern nicht da, wir wollten sie überraschen.  Meine Schwägerin und ich standen Stundenlang in der Küche, machten Tafelspitz, Blattspinat und Kartoffeln. Das Gericht war gelungen. Puuuh, das kannten sie gar nicht, neiiin, das ist nicht der fränkische Tafelspitz, mit Meerrettich Sauce. Das geht anders. Man lernt immer dazu. Heute passt das das alles für mich.

Arancia
Nudeln mit Tomatensoße

Schon immer mochte ich gerne Nudeln, am liebsten nur mit einer einfachen Tomatensoße. Ob es tatsächlich mein erster Kochversuch war, kann ich nicht mehr mit Bestimmtheit sagen- aber diese Kombi gehört in jedem Fall in die Anfangs- und damit Grundschulzeit.

Heute weiß ich, wie tapfer meine Eltern damals waren :-)

nika
Kinder-Küche

Meine Großmutter hat meiner Schwester und mir eine kleine Kinderküche geschenkt und wir durften drauflos butzeln: Es gab gebratene Scheiben von einer dicken Fleischwurst und dazu Nudeln. In unseren kleinen Töpfen konnten wir beide gerade soviel kochen und braten, dass wir satt wurden. Aber die Mutter musste natürlich auch probieren und so wurde zweimal gekocht. Damals waren wir 5 und 7 Jahre alt und hatten großen Spaß mit unserer kleinen Kche Auch das Abwaschen lief  einfach, denn wr mussten selbstverständlich das Abwaschwasser auch auf dem kleinen Herd heiß machen. 

sparrow
mit 12 Jahren

Mit 12 Jahren hat mein Vater mich in ein gutes Restaurant in Zürich eingeladen. Es gab Risotto Kasimir. Ich habe früher schon in der Küche geholfen. Bei diesem Gericht habe ich dann angefangen herauszufinden, was alles dabei war, Gewürze, Kalbfleisch,Ananas, Reis, Mandeln. Zuhause wurde dann das Gericht nachgekocht und es hat fast genauso gut geschmeckt wie im Restaurant. Später kam dann eine private Haushaltsschule, ein Hotelpraktikum. Ich koche und backe immer noch sehr gerne, seit 1995 glutenfrei. Stolz bin ich, dass ich diese Herausforderung auch gemeistert habe. Schaut mal bei glutenfrei-kochen

KarottenNase
Ich war 9 Jahre alt.

Mein allererstes selbständige kochen werde ich nie vergessen. Der Freund meiner Mutter kochte. Ich kam hungrig aus der Schule und schaute in den riesen Topf der auf dem Herd vor sich hin brodelte. Nachdem ich den Deckel lüftete war ich satt und mir war schlecht. Mich schaute ein Schweinegesicht an und ich sah Pfoten und Schwänze in der Suppe schwimmen.

Ich ging ohne ein Wort zu sagen in die Bücherhalle und schaute mir Kochbücher an. Bei Spinatspagetti blieb ich hängen. Kaufte was fehlte und kochte mir mein eigenes Gericht. Es gab ein fürchterliches Geschrei, aber ich setzte mich durch.

Ich denke das da auch der Grundstein für meine Vegetarische Lebensweise gelegt wurde. Denn ich aß mit den Jahren immer weniger Fleisch und vor allem kein Schweinefleisch mehr.

Vielleicht war es auch ein Puzzelteil zu meinem späteren Beruf. Ich bin gelernte Topfköchin.

Gaston
Topfköchin???

Was ist denn eine Topfköchin? Ich höre den Ausdruck zum ersten Mal.

Gruß

Gaston

KarottenNase
Ganz einfach Gaston

Ich bin keine Köchin die in einer Großküche gelernt hat. Ich habe im Hotel gelernt in dessen Küche jede Bestellung frisch zubereitet wurde. Also viele kleine Töpfe benutzt wurden und Soßen und soweiter nicht Literweise auf Vorrat gemacht wurde. Konvectomaten gab es bei uns auch nicht. Oder Kipppfannen und solche Scherze. Langer Schrieb kurzer Sinn.

Wir kochten in kleinen Mengen und nicht für 100 Leute auf einmal.

lundi
Erinnerung

Man sagt mir nach, ich hätte mit 5 zum ersten Mal allein am Fluss geangelt, den Fang ganz allein ausgenommen, ganz allein gebraten und dann zusammen mit Papa und Opa gegessen. Nein, ich kann mich nicht erinnern. Kochen lernen war ein fließender Prozess und begann für mich schon sehr früh, das war bei uns üblich für alle Jungen und Mädchen. Wir Kinder durften fast alles, wir hantierten ganz selbstverständlich mit Feuer und heißen Sachen.

 

In meiner Jugend habe ich vor allem dicke Eintöpfe gekocht aus getrockneten Erbsten, Kartoffeln, Rüben aller Art, Pilzen, Äpfeln... preiswert, praktisch und nahrhaft eben, ich hatte nur eine einzige Herdplatte. Aus ganz wenigen Zutaten mit ganz wenig Ausstattung für viele Freunde kochen. Das war wohl mein Einstieg.

Gaston
@Karottennase

Danke für die Antwort, Wieder was gelernt :)

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