Donnerstagsdiskussion: Was haltet Ihr vom Sonntagsbraten?

Früher eine Selbstverständlichkeit - heute eher eine Seltenheit.

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Kommentare
küchengötter

Vor nicht allzu langer Zeit gehörte er noch zu den sorgfältig gepflegten Familienritualen, wenn sich alle Familienmitglieder am Sonntag Mittag um den schön gedeckten Tisch versammelten. Mittlerweile ist der klassische Braten selten geworden auf unseren Tischen. Schade eigentlich oder? Woran liegt's - an den vielen Fleischskandalen,  an veränderten Ess- und Lebensgewohnheiten? Wie ist das bei Euch?

küchengötter
Braten-Rezept :-)

Falls Euch das Foto Appetit gemacht hat, das dazugehörige Rezept findet Ihr hier: http://www.kuechengoetter.de/rezepte/Braten/Kalbsbraten-mit-Orangen-Gremolata-4455440.html :-)

nika
Sonntagsbraten

In meiner Familie gehörte es zum Sonntag. Der Geruch, der sich im ganzen Haus ausbreitete war schon der erste Schritt zum heimisch wohlfühlen, heute sagt man relaxen. Allerdings wird bei mir der Sonntagsbraten häufiger im Backofen "end"-gegart, das kannte meine Mutter noch nicht. Der Pudding schon fertig und ruhte zum Abkühlen im elterlichen Schlafzimmer. Es mussten dann nur noch Gemüse und die obligatorischen Kartoffeln gekocht werden.

 

Ich habe in unserer Familie diese Tradition zumindest zu 50% beibehalten. Sind wir allerdings mit dem Camper unterwegs, dann ist es vielleicht mal ein Gulasch oder Rinder-Rouladen, die ich wunderbar im Schnellkochtopf mitnehmen kann. Nachdem ich Rinquinquin's Manzo a la California kennen und schätzen gelernt habe gehört er mindestens einmal im Quartal in das Standard-Repertoire. Häufig kombiniere ich den Braten im Backofen mit dem Brotbacken, denn dann nutze ich die Restwärme für den Braten.

nika
Sonntagsbraten

In meiner Kindheit gehörte der sonntägliche Bratenduft zum Sonntag. Wenn der Duft durch's Haus zog, war der Pudding schon gekocht und zum Essen wurden nur noch das Gemüse und die obligatorischen Kartoffeln gekocht, die Sauce zubereitet.

Zu ungefähr 50% gibt es bei uns auch einen Sonntagsbraten, allerdings wird er nicht mehr nur im Schmortopf zubereitet sondern im Backofen end-gegart, wie z.B. Rinquinquin's Manzo, der vierteljährlich mindestens einmal auf den Tisch kommt. Ich versuche meine Brotbäckerei mit dem Braten zu kombinieren, denn so kann ich die Restwärme des Backofens für den Braten verwenden. Da wir häufig mit dem Camper unterwegs sind und wir den Sonntagsschmaus auch dann pflegen gibt es z.B. Gulasch oder Rinds-Rouladen, die angebraten im Schnellkochtopf "end"-gegart und vor Ort wieder erhitzt werden.

Kochmamsell
Sonntagsbraten ...

... gab es auch in meiner Kindheit, das war immer etwas Besonderes. Heute gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Alltag und Sonntag, gegessen wird, worauf wir Lust haben. Wobei ich feststellen muss, dass wir schon ordentliche Fleischesser sind, wobei "Braten" doch nicht so oft im Repertoire erscheint.

Liebstöckel
Der gute alte Sonntagsbraten

Vorab, es gibt ihn noch bei uns, den guten Braten und »fast« immer Sonntags. In allen Arten wie man sich ihn denken kann. Ob vom Rind oder Schwein, vom Kalb oder in den Herbstmonaten vom Reh, Wildschwein oder Hirsch. Im Ganzen, in Stücken, gerollt, gefüllt, gebraten oder geschmort. – Da sitzen dann Madam, meine beiden Single-Söhne und ich und alle vierzehn Tage auch meine beiden Enkelsöhne rund um den großen Esstisch. Da stehen dann die Bratenplatte, die Schüssel mit Kartoffel, Klößen, Knödel, Schupfnudeln oder Spätzle und die Schüsseln mit Kraut oder Gemüse und natürlich die feine Sauce in einer Sauciere. Ein Glas Wein ist meist immer dabei, oder ein Bier, und natürlich Mineralwasser. – Alle möchten dies nicht missen.

 

Heute eine Seltenheit, meint die Redaktion? – Ich denke dies auch. Allerdings glaube ich nicht, das es an den Fleischskandalen und -Skandälchen liegt. Die gab es immer, ob Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse oder Sprossen. Vielleicht doch ehe an den veränderten Ess- und Lebensgewohnheiten. Ob jene von Vorteil und besser, wage ich nicht zu beurteilen. Was aber sicher ist – schnell muss es gehen! Wir sehen doch selbst auf der Küchegötter-Plattform, welche Tags am meisten vergeben werden: Einfach und schnell. Das geht aber bedauerlicherweise bei einem Sonntagsbraten nicht. Da muss man schon den Vormittag opfern. Zeit. Da hat eine repräsentative Umfrage ergeben, dass durchschnittlich jeder Deutsche in der Woche sage und schreibe 21 Stunden auf seinem Smartfon herumfummelt, bin ich regelrecht froh, 5 Stunden in der Küche gestanden zu haben und dann meine Familie genussvoll essen zu sehen: »Oh, Opa, dass hat aber wieder gut geschmeckt!«, strahlt mein Enkel (12) mich an. Dafür stehe ich gern nochmals so lang in der Küche, weil es mir Vergnügen bereitet und froh bin, nicht der Informationssucht verfallen zu sein.

 

Es fängt ja schon mit genussvollem Essen im Kindesalter an. Mein oben genannter Enkel geht nicht mehr zum Schulessen. »Das schmeckt sch…!«, sein Kommentar. - Kein Wunder, wenn das Schulessen 35 km km von Berlin in Wärmebehältern zu uns gekarrt wird. Da dümpelt es dann drei Stunden bis zur Mittagspause dahin. Aber das ist wieder ein Thema für sich …

 

Übrigens, am kommenden Sonntag gibt es Rinderrouladen Mittags bei Liebstöckels, sanft geschmort mit leckerer Sauce und zwei Gemüsen. Frisch gekocht. Und wir sind wieder zu sechst um den großen Tisch in der Diele …

 

WOLLBAER
Lang lang ist es her..........
Donnerstagsdiskussion: Was haltet Ihr vom Sonntagsbraten?  

Sonntagsbraten......das Wort lasse ich langsam über meine Lippen gehen. Da werden Erinnerungen wach. Wie oft habe ich als Kind in unserer Küchen gehockt und Mamas Bratensaft aus den Töpfen geholt. Immer Probiermengen aus dem Topf in eine Tasse und aufgestippt mit einem Stück Brot.

 

Da denke ich heute noch mit Wehmut dran.

 

In meinem Leben war das immer anders. Da habe ich Sonntags am Herd gestanden und sich selbst zu "beklauen" macht keinen Sinn. Lach! Oder wir sind mit der Familie unterwegs gewesen und haben irgendwo  gegessen.Wann immer ich aber bei meinen Eltern war, fiel ich in das alte Kindheitsritual zurück. Mein Lieblings Bratensaft war der vom Rindergulasch. Einfach lecker.

 

LG Rolf

 

Rinquinquin
Aber doch

Ab und an gibt es Sonntags oder an einem Feiertag einen kleinen Braten, so wie heute hier.

 

Es ist so schade, dass sich der grosse Braten für die ganze Familie derart verabschiedet hat. Wie Liebstöckel bereits erwähnt hat: für ein lang angelegtes Familienessen ist keine Zeit mehr. Sehr traurig, denn dran teilnehmen würde jeder gerne, nur die Zubereitung will keiner mehr auf sich nehmen. 

crazycook
Sonntagsbraten

ja schon, aber nicht jeden Sonntag. Bei Familienfesten kommen immer alle zusammen und jedesmal steht  ein Braten auf dem Tisch, an Festtagen ebenfalls. Ostern wird ein Lamm oder eine Ziege gebraten. An Kirchweih und St. Martin kommt die Gans in den Ofen. An Weihnachten wird Wild verschnabuliert. Zu Neujahr wird aus alter Tradition ein böhmischer Lungenbraten mit Serviettenknödel nach Mutter's Rezept serviert. Den klassischen Schweinsbraten, eigentlich alles vom Schwein, gibt es allerdings bei uns nicht mehr auf der Speisenkarte. 

Toskanafan
Doch, es gibt ihn,,,,

nicht jeden Sonntag, aber ab und zu. Und wenn, dann freue ich mich drauf. Es liegt wohl eher an der Zeit, die er braucht, und was man sonst Sonntags vorhat. Die Zeiten haben sich geändert, diejenigen, die unter der Woche Abends-Essen gewohnt sind, wie ich, haben Sonntags Mittags, nicht gleich Hunger auf sowas Deftiges. Eigentlich könnte man das Samstags vorbereiten, etwas Vorarbeit, den Rest macht eigentlich der Ofen. Das mache ich auch nicht. Und einen richtig guten Braten sollte man dann mindestens für 4-6  Pers., machen.

Früher in meiner Kindheit, wurde der Sonntags-Braten aufgesetzt, dann gings in die Kirche, danach gabs Essen. Wie ich heute feststelle, kann das meine Ma., bis heute nicht, der Braten war hart, eben nicht weich geschmort. Auch einen köstlichen Tafelspitz kannte sie nicht. Es gab eben diesen Schweinbraten mit Meerrettichsauce. Auf die Meerrettichsauce freute ich mich immer sehr. Manchmal mit selbstgemachten Nudeln, mit frischen Eiern.  Und rohe Klöße hatte sie gemacht, geschwefelt damals, die esse ich heute noch gerne. Habe sie aber noch nie selbst gemacht.Heute gibt es bei mir den echten Tafelspitz, mit Apfel-Meerrettich-Sauce. Der Braten ist butterweich, wird ca, 3,5 Std nur gesimmert. Die rohen Klöße habe ich noch nie gemacht.So mag ich den Schweinsbraten.Ps, ich finde es sehr schön, dass die Donnerstagdiskussion weitergeführt wird, danke, liebes Küchengötterteam.

lundi
Kein Sonntagsbraten

Da wir sonntags spät und lange und viel frühstücken, fällt das Mittagessen an Sonntagen gerne mal aus. Modern ausgedrückt: wir "brunchen". Was für ein furchtbarer Ausdruck!

 

Eigentlich ist so ein Braten eine feine Sache. Man schiebt ihn in den Ofen und wartet, bis er fertig ist. Wenig Aufwand, wenig Aufräumen. Für eine Gemüsesuppe stehe ich dreimal so lange in der Küche, um Gemüse zu putzen und zu schnibbeln. Wenn ich die Zeit für die Herstellung der Brühe dazurechne - da mach ich doch lieber einen Braten. Meine 3 Kinder mögen keinen klassischen Braten. Gulasch ja, Rinderrouladen ja, Steak ja, Braten nein. Am allerliebsten gar kein Fleisch. Das habe ich ihnen wohl vererbt, ich esse Braten auch nicht gern und drücke mich davor, wo ich kann. Mein Mann mag das schon und wünscht sich manchmal einen Sonntagsbraten, so 1-2mal im Jahr. Deshalb bereite ich dann einen zu, auf seinen persönlichen Wunsch hin, nur ihm zuliebe. Er strahlt und und alle essen tapfer mit und freuen sich, dass er glücklich ist. An manchen Tagen ist es anders herum.

Rinquinquin
Sonntagsbraten

Wo steht geschrieben, dass ein Sonntagsbraten nur mittags gegessen werden darf? Wir sind seit ewigen Zeiten dran gewöhnt, erst abends (eher früher als spät) zu essen und da gibt es für einen Braten keine Ausnahme.

Im Gegenteil, der kann für die ganz entspannte Küchenchefin in aller Ruhe vor sich hinschmurgeln, sie muss nicht schon vor 7 Uhr in die Küche, weil pünktlich um halb 1 das Essen auf dem Tisch stehen soll. 

WOLLBAER
@Rinquinquin

gibt es denn überhaupt noch Familen,wo der Sonntagsbraten mittags um 12 Uhr auf dem Tisch steht? Wir krabbelten schon in den siebziger Jahren mit Kindern, Katze und Hund erst nach dem Frühstück gegen zehn Uhr aus dem Bett.

 

In meinem Elternhaus stand das Essen gegen 12:30 Uhr auf dem Tisch, wenn Papa und ich vom Frühschoppen kamen.

 

LG Rolf

lundi
Oh ja!

Bei meiner Schwägerin. 2 jugendliche Kinder. Mittag am Wochenende pünktlich 11:30 Uhr. Das ist ein Heiligtum. Und wehe, jemand kommt zu spät. Mit großem Braten jede Woche. Sie ist 35 Jahre jung. Und ich habe leider ein Problem mit solchen Dingen, wir sind nicht die besten Freundinnen.

 

Obwohl ich ein Frühaufsteher bin, auch am WE, Schmorfleisch bereite ich übrigens immer am Vorabend zu. Das ist entspannter. Aufgewärmt und gut durchgezogen schmeckt es dann.

Tine Putz
Sonntagsbraten aber ja, allerdings abends..

Es gehört mit zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen, wenn Sonntag Vormittags der Bratengeruch durch die Wohnung zog und wir es kaum erwarten konnten, am Tisch zu sitzen. Wir Kinder haben immer wieder versucht, vorher schon von den Beilagen zu naschen, weil wir so Appetit hatten :-) Nach wie vor gibt es bei mir am Wochenende Braten, gerne auch bei Niedrigtemperatur stundenlang geschmort, ich riech das soo gerne.. Allerdings nicht jede Woche, das wäre dann doch zuviel. Und da wir lange frühstücken, erst abends.

Gaston
Sonntagsbraten früher und heute

Früher gab es bei uns auch oft Sonntagsbraten, denn lange ausschlafen war nicht, denn wir Kinder mussten in die Frühmesse morgens um 6. Dementsprechend hatten wir um 12 Hunger. Ich erinnere mich auch noch an so manchen Rollbraten, wo in der Soße noch Bindfadenstücke zu finden waren. Inzwischen sehe ich es etwas lockerer, den Sonntagsbraten gibt es hin und wieder, vor allen an Feiertagen, dann auch gerne etwas aufwendiger mit selbstgemachter Soße, die fast besser ist als der Braten selbst.

Belledejour
Nein - bei uns nicht mehr

Bei unsern Eltern gabs den noch, denn man aß ja pünktlich um 13 h zu Mittag. Natürlich war das Sonntags Pflicht. Wie habe ich das gehasst...

 

Ich habe das dann in meinem jungen Haushalt gleich geändert. Wir wollten zu zweit immer ausschlafen und haben das dann auch so gehalten, als die Kinder kamen.

Es gab natürlich immer ein warmes Essen an diesem Wochentag, aber niemals den obligatorischen Sonntagsbraten.

Dank vieler guter Kochbücher wurde immer wieder etwas Neues ausprobiert und inzwischen halten das unsere erwachsenen Kinder genauso.

 

 

nika
Sonntagspflicht: 13:00 h Mittag

Das gab es bei mir zuhause auch. Und das habe ich auch sofort geändert. Ich habe es ebenso gehasst, insbesondere, weil mein GöGa  (damals noch nicht-GöGa) immer zu spät kam, denn in seiner Fam. war 14:00 h Pflicht :).

 

Wir haben dann immer sehr lange gefrühstückt und erst am Abend die warme Mahlzeit eingenommen. So halten wir es auch heute noch. Gestern war es 20:30 Uhr, denn wir hatten beide einen harten Tag und wollten nicht sofort essen. Abends geniessen wir die Mahlzeit, mittags nicht, denn danach folgt ja noch immer der Rest des Tages mit Gartenarbeit, Hausarbeit und mitgenommene "Heimarbeit". Wenn wir das Essen abends geniessen ist danach Feierabend, wie schön.

lundi
Was gegen den Sonntagsbraten spricht

In der Woche koche ich abends vor und wir erwärmen am Folgetag jeder zu seiner Zeit das Essen in der Mikrowelle. Anders ist ein ordentliches, warmes Essen am Tag bei uns nicht zu organisieren. Dazu sind viele Gerichte nicht gut geeignet. Wer will schon eine aufgewärmete Pizza? Aufgewärmete Suppen, Nudeln und Schmorgerichte sind prima. An den WE freue ich mich deshalb auf genau die Gerichte, die sich schlecht vorkochen/aufwärmen lassen. Braten fällt da raus, der ließe sich besser an Werktagen einordnen, wenn wir ihn mögen würden.

WOLLBAER
@lundi

Pizza ist ein schlechtes Beipiel, weil Du Pizzen ja wunderbar ungebacken einfrieren kannst. Das habe ich mit der Familie sehr häufig gemacht. Wir haben unsere Pizza auf Backblechen oder in Pizzaformen vom Italiener belegen lassen und aus der Tefkühltruhe direkt in den 250 Grad vorgeheizten Ofen eingestellt.

 

LG Rolf

 

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