Fotos zum anbeißen (Teil 3)

Ein Gericht ist wie eine aparte Frau: Sie macht sich natürlich zurecht für ihr Rendezvous: Eine schicke Frisur, etwas Rouge auf die Wangen, Mascara für die Wimpern, die Brauen geglättet, ein leichtes Rot auf die Lippen, etwas Puder. Ein hübsches Kleid, ein paar kleine Accessoires, ein Kettchen für das Dekolleté - so geht sie zu ihrer Verabredung. Der Mann begrüßt sie freudig und flüstert ihr die ewige Plattitüde ins Ohr: »Du siehst zum anbeißen aus!« - So soll auch unser Foodfoto sein!

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Kommentare
Liebstöckel


Bevor wir zur eigentlichen Bildbearbeitung kommen, zu Teil 2 noch eine Nachbemerkung: Wenn Ihr die Absicht habt, ein Kochbuch bei den Küchengöttern drucken zu lassen, sind die angegebenen Maße durchaus sinnvoll, denn Euer Buch wird in hoher Qualität gedruckt. Die Maße der kleinen Fotos im Innenteil des Kochbuches betragen exakt 4,8 cm x 4,8 cm. Im Regelfall werden Bücher in einem Druckraster von 150 lpi (Lines per Inch) gedruckt. Dies entspricht genau dann beim Interpolieren auf 300 ppi exakt den angebotenen Vorgaben. WICHTIG: Da die Bilder in RGB (Kanäle Rot, Grün und Blau) vorliegen, erscheinen sie auf dem Bildschirm heller als im Druck. Darum lieber alle Bilder etwas leicht überbelichtet anlegen, um auch gute Druckergebnisse zu bekommen.  Bei dunkleren Bildern haben meist die Schatten keine Zeichnung. - Weihnachten kommt bestimmt, und solch ein Kochbuch ist ein wunderbares individuelles Geschenk. 


Nun aber zur Bildbearbeitung. Dazu sind eine Vorbemerkungen wichtig: Die hier im weiteren beschriebenen Verbesserungen eines Bildes entsprechen NICHT dem professionellen Workflow eines Reproprozesses. Dies ist nicht meine Absicht. Absicht ist, mit einfachen Mitteln ein Bild zu verbessern. Durchaus können mit Photoshop oder GIMP professionelle Resultate erreicht werden, diese werden zum Schluss nur in Stichpunkten angeführt. Im weiteren sind können ganz konkrete Vorgehensweisen schwerlich gegeben werden, da die Möglichkeiten ALLER Bildbearbeitungsprogramme mir nicht bekannt sind.


 


4. BILDBEARBEITUNG


4.1 Allgemein: Vorab ist der Bildstil unseres Foodfotos maßgebend: High-key ist ein gestalterischen Stil in der Fotografie, bei dem helle Farbtöne, weiches Licht und niedrige Kontraste vorherrschen. Low-key ist ein Stil, bei dem dunkle Farbtöne vorherrschen. Die meisten Bilder liegen aber in Average-Key im mittleren Farbtonbereich vor. Zu empfehlen sind für Food Bilder zwischen High-key und Average-Key. Letztlich ist aber immer unsere individuelle Bildaussage entscheidend. Lieber aber also, wie schon gesagt, hellere als zu dunklere Bilder, also am besten bei Tageslicht am Fenster fotografieren, als bei Kunstlicht mit Blitz.


4.2 Speziell: Im Regelfall kann man auch mit einfachen Programmen Kontrast, Helligkeit, Farbsättigung, Farbton des Bildes korrigieren und letztlich das Bild scharf zeichnen. Wenn möglich, in einem vorhandenen Dialogfeld Lichter und Tiefen absetzen. Letztlich heist es einfach etwas zu experimentieren, um bessere Resultate zu bekommen.


4.3 Konkret mit Adobe Photoshop für die Fotos bei den Küchengöttern: a) Bild öffnen, Fremddaten in den Arbeitsfarbraum konvertieren b) Auflösung und Dimension prüfen, Bild freistellen, c) Globale Korrektur mit allen Farbkanälen, d) im hellsten Bildbereich Licht absetzen, im dunkelsten Bildbereich Tiefe absetzen, e) Mit einzelnen Farbkanälen im Mittelton Farbstich korrigieren, f) Farbkorrekturen anlegen, g)  evt. Lichter und Tiefenkorrektur, h) gegebenenfalls HDR-Tonung mit anschließender Sättigungskorrektur, i) sowie abschließend das Bild unscharf maskieren und speichern - fertig!


 


Das wäre es also in aller Kürze. - Entschuldigt bitte , das der letzte Teil auf sich etwas hat warten gelassen. Da ist etwas das Wetter und auch etwas andere Arbeit der Hemmschuh gewesen. Vielleicht habe ich etwas helfen können. Wenn es ganz spezielle Fragen gibt, bin ich jederzeit gern bereit, diese, so gut es geht zu beantworten.


 


Euer Liebstöckel


Aphrodite
Dill in Perfektion.

@Liebstöckel, so was möchte ich auch mal schaffen. Brot backen (nach 3 Monaten) ausprobieren schaffe ich auch - für den Hausgebrauch, was den Geschmack angeht. Also kurz vor Weihnachten müsste es dann mit dem Herumprobieren so weit sein. Ich lese mir dann Deine Tipps wieder und wieder durch. Und dann klappt's auch mit dem Kochbuch.

Sehr schön!

Gefällt mir wirklich sehr gut, muss ich schon zugeben! :)

Belledejour
@ Aphrodite

Sag bloss, du hast noch kein Kochbuch hier ausprobiert ? Habe schon einige verschenkt und war damit topp zufrieden.

Ich werde die einfachen Foto-Tipps von Liebstöckel verinnerlichen, ganz besonders die mit den Accessoires, die wir selbst auch gern benutzen. Sehr nett und verständlich ausgedrückt. :-)

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