Frohe Weihnachten

Statt allen meinen Kochfreunden einzeln ins Gästebuch zu schreiben habe ich mich entschlossen für Euch alle ein Gedicht einzustellen und Euch damit ein Frohes Fest zu wünschen. Euere Silvi

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lalinea1965

Ach, die schöne Weihnachtszeit


fängt nun zu blühen an.


Vergessen ist nun aller Streit,


die Herzen werden warm.



Ein Seelchen an das andre denkt,


das ist der Liebe Macht.


Sie ihm, er ihr, was Nettes schenkt,


ein jeder wird bedacht.



Doch mancher, der alleine ist,


fühlt...drückend Einsamkeit.


Glück....wenn Du unter Menschen bist,


dann ists die schönste Zeit.

Mariannchen
Schließe mich an
Frohe Weihnachten  

Das war eine super Idee, allen auf diesem Wege ein frohes Fest zu wünschen. Gleiches möchte ich hiermit auch tun.

Endlich kann ich euch meinen kompletten Plätzchenteller präsentieren und für die Küchengötter irgendwie passend hab' ich noch folgende Geschichte:

 

Die Geschichte vom Lametta

 

Weihnachten naht, das Fest der Feste –

das Fest der Kinder – Fest der Gäste.

Da geht es vorher hektisch zu,

ein Hetzen, Kaufen, Proben, Messen –

hat man auch Niemanden vergessen?

 

So ging's mir – keine Ahnung habend –

vor ein paar Jahren Heiligabend,

der zudem noch ein Sonntag war.

Ich saß grad bei der Kinderschar,

da sprach mein Mann: "Tu dich nicht drücken,

du hast heut' noch den Baum zu schmücken!"

 

Da Einspruch meistens mir nichts nützt,

hab kurz darauf ich schon geschwitzt:

Den Baum gestutzt – gebohrt – gesägt –

und in den Ständer eingelegt.

Dann kamen Kugeln, Kerzen, Sterne,

Krippenfiguren mit Laterne.

Zum Schluss – ja Himmeldonnerwetta –!

Nirgends fand ich das Lametta!

 

Es wurde meinem Mann ganz heiß

und stotternd sprach er: "Ja, ich weiß;

im letzten Jahr war's arg verschlissen,

drum ham wir's damals weggeschmissen.

Und in dem Trubel dieser Tage,

bei meiner Arbeit, Müh' und Plage,

vergaß ich, neues zu besorgen!

Ich werd' was von den Nachbarn borgen!"

 

Die Nachbarn – links, rechts, drunter, drüber –

die hatten kein Lametta über!

Da schauten wir uns an verdrossen,

die Läden sind ja auch geschlossen.

 

So sprach ich denn zu meinen Knaben:

"Hört zu! Wir werden heuer haben

einen Baum – altdeutscher Stil,

weil mir Lametta nicht gefiel!"

Da gab es Heulen, Schluchzen, Tränen

und ich gab nach den Schmerzfontänen.

"Hört endlich auf mit dem Gezeta,

ihr kriegt 'nen Baum mit viel Lametta!"

 

Zwar konnt' ich da noch nicht begreifen,

woher ich nehm' die Silberstreifen,

doch gerade, als ich sucht' mein Messa,

da les' ich: HENGSTENBERG MILDESSA.

Es war die Sauerkrautkonserve!

Ich kombinier' mit Messers Schärfe.

Hier liegt die Lösung eingebettet,

das Weihnachtsfest, es ist gerettet!

 

Schnell wurd' der Deckel aufgedreht,

das Kraut gepresst, so gut es geht,

zum Trocknen einzeln aufgehängt

und dann geföhnt, doch nicht versengt!

Die trock'nen Streifen sehr geblichen

mit Silberbronze angestrichen.

Auf beiden Seiten Silberkleid!

Oh freue Dich, Du Christenheit!

 

Der Christbaum ward einmalig schön,

wie selten man ihn hat gesehn!

Zwar roch's süßsauer zur Bescherung.

Geruchlos gab's 'ne Überquerung,

weil mit Benzin ich wusch die Hände,

mit Nitro reinigte die Wände.

Dazu noch Räucherkerz' und Myrte –

der Duft die Menge leicht verwirrte!

Und jedermann sprach still, verwundert:

"Hier riecht's nach technischem Jahrhundert!"

 

'Ne Woche drauf! Ich saß gemütlich

im Sessel, las die Zeitung friedlich,

den Bauch voll Feiertage-Rester,

's war wieder Sonntag – und Sylvester.

 

Da sprach mein Mann: "Du weißt Bescheid?

Es kommen heut' zur Abendzeit

Schulzes, Lehmanns und Herr Meier

zu unserer Sylvesterfeier.

Wir werden leben wie die Fürsten –

's gibt Sauerkraut mit Wiener Würsten!"

 

Ein Schrei ertönt! Entsetzt er schaut:

"Am Christbaum hängt mein Sauerkraut!

Ich hab vergessen, neues zu besorgen!

Ich werd' was von den Nachbarn borgen!"

 

Die Nachbarn – links, rechts, drunter, drüber –

die hatten leider keines über!

Da schauten wir uns an verdrossen,

die Läden sind ja auch geschlossen.

 

Und so ward wieder ich der Retta;

nahm ab vom Baume das Lametta!

Mit Terpentinöl und Bedacht

hab' ich das Silber abgemacht.

Das Kraut dann gründlich durchgewässert,

mit reichlich Essig noch verbessert.

Dazu noch Nelken, Pfeffer, Salz

und Curry, Ingwer, Gänseschmalz!

Dann, als das Ganze sich erhitzte –

das Kraut, das funkelte und blitzte –

da konnt' ich nur nach oben fleh'n:

"Lass' diesen Kelch vorübergeh'n!"

 

Als später dann das Kraut serviert,

ist auch noch folgendes passiert:

Da eine Dame musste niesen,

sah man aus ihrem Näschen sprießen

tausend kleine Silbersterne.

"Mach's noch einmal; ich seh' das gerne".

So rief man ringsum, hocherfreut,

die Dame wusste nicht Bescheid!

 

Franziskas Lehmann sprach zum Franz:

"Dein Goldzahn hat heut Silberglanz!"

Und einer, der da musste mal,

der rief: "Ich hab 'nen Silberstrahl!"

So gab's nach dieser Krautmethode

noch manche nette Episode!

 

Beim Heimgang sprach ein Gast zu mir:

"Es hat mir gut gefallen hier,

doch wär' die Wohnung noch viel netta,

hättest Du am Weihnachtsbaum Lametta!

Ich konnte da gequält nur lächeln

und mir noch frische Luft zufächeln.

Ich sprach – und klopfte ihm aufs Jäckchen:

"Im nächsten Jahr, da kauf' ich hundert Päckchen!!!"

fee017
Frohe Weihnachten auch von mir!
Frohe Weihnachten  

Nehme mir hier auch die Zeit, allen lieben Küchengöttern ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen ruhigen, friedlichen Abend im Kreise der Liebsten zu wünschen!

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