Homepage Community Forum Gibt es heute am 7. Juli ein Sonntagsessen?

Gibt es heute am 7. Juli ein Sonntagsessen?

Wisst Ihr noch, wie das früher war?------------------------------------------ Zum Foto: auch in diesem Jahr wird es badischen Wein geben.

3
Kommentare
Rinquinquin

Das war früher für die Hausfrau wenig sonntäglich: kurz nach dem Frühstück um 9 begannen die Vorbereitungen für das Mittagessen, das pünktlich um 12 auf dem Tisch stehen musste. 


Erst gab es eine Suppe, im Hochsommer ganz selten mal eine Kaltschale. Es folgten Braten (Schwein, Rind oder Kalb) mit Kartoffeln oder Klössen oder Nudeln, dazu entweder Gemüse oder Salat. Zum Abschluss Kompott, Pudding oder eingemachtes Obst. Danach musste die Küche aufgeräumt und das ganze Geschirr wieder gespült und weggeräumt werden. Noch die Küche gekehrt und dann war es schon fast 14 Uhr. 


Bis zum Kaffee gegen halb vier war dann viel Freizeit.


 


Il Padrone dagegen hatte arbeitsfrei. Entweder ging er in die Wirtschaft zum Stammtisch, wo bei einem Glas Wein oder Bier die Weltgeschichte erörtert wurde. Wir schauten immer nach dem Kindergottesdienst, ob das Familienoberhaupt in der Wirtschaft ist. Wenn ja, durften wir uns manchmal an einen anderen Tisch setzen und uns eine Bluna und ein Päckchen Salzstängchen teilen. Oder er zelebrierte seinen Frühschoppen zuhause. In die Küche kam er lieber nicht, auch musste die Küchentür immer geschlossen bleiben. 


 


Habt Ihr das auch so oder ähnlich erlebt? Erzählt doch mal!!


 

Ja, so ähnlich kenne ich das auch noch

allerdings ist mein Vater nicht zum Frühschoppen gegangen und hat auch in der Küche mitgeholfen. Als Kind dachte ich, alle Männer wären so lieb und hilfsbereit. Die Realität als Erwachsene sah da leider ganz anders aus.

Aber ich hab es als Kind gehasst, immer dieses Sonntagsessen - Fleisch, Kartoffeln, Sauce und Gemüse - immer das Gleiche! Dann musste man nachmittags auch wieder da sein und Kuchen essen. Meine Mutter hat damals in einer Bäckerei gearbeitet und die nichtverkauften Sahnetörtchen mitbekommen. Jahrelang mochte ich weder Braten noch Kuchen!

Bei uns

war es ähnlich. Nur wurde zusätzlich die tolle Neuerrungenschaft: Edelstahlspüle geputzt und gewienert bis keine Putzstreifen mehr sichtbar waren. Und mein Vater lag "ein Stündchen auf dem Ohr..." während meine Mutter und wir Kinder die Küche wieder herrichten mussten.

 

Heute ist es ganz anders. Erstens gibt es nucht mehr diese grässliche Edelstahlspühle und auch nicht mehr den ebensolchen Herd (oh graus) und die Verhältnisse haben sich grundlegend geändert.

 

Aber heute gab es bei uns kein Sonntagsessen. Es gab Pasta mit Tapas: Albondigas in Tomatensauce nach Art des Hauses. Auf dem Bild ist allerdings der Teller der Dame des Hauses ohne die spanischen Hackfleischbällchen zu sehen, denn sie macht die Bällchen nur für den Herrn des Hauses.

Echt? Ich dachte immer

das wäre nur ein Klische? Das war wirklich so?? So etwas kenne ich gar nicht. Während meine Mutter den Haushalt geschmissen hat, waren mein Vater und wir Kinder am Sonntag mit dem Boot zum Angeln draußen, oder im Wald die Hochstände kontrollieren, Boot/Geräte reinigen, Sachen reparieren, Holz sägen, Heu wenden, Nachbarn helfen, Pilze sammeln o.ä. Das hieß auch nicht "Arbeit" obwohl es welche war sondern "Freizeitgestaltung" und ich habe es geliebt und genossen. Es gab ein ausgedehntes Frühstück, dann frischen Fisch (und Alkohol für die Großen) am Abend, dazwischen meist nur Picknick. Faulenzen oder Bedienen lassen ist mir völlig fremd, ebenso essen nach der Uhrzeit. Gegessen wurde im Takt der Tätigkeiten, deren Dauer man nicht voraussagen konnte und die immer erst vollständig beendet werden mussten, nach der Uhr wäre gar nicht gegangen. So abwechslungsreich wie heute war unser Essen längst nicht, eher einfach, aber das habe ich nicht als belastend empfunden.

 

Wir hatten am 7. trotzdem ein Sonntagsessen. Und ich sage Euch, die BBQ-Sauce ist genial.

Login