Historie

Vor längerer Zeit berichtete ein KüGö über das Essen im Barock. Ich fand das hochinteressant. Nun fand ich in meinem neuen Kochbuch Berichte über Salate mit Blüten im 17. Jahrhundert. Vielleicht interessiert es euch auch:

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Kommentare
lalinea1965

Im 17. Jahrhundert schätzte man Salate sehr. Überliefert wird, dass der Obergärtner von King James II. der Meinung war, ein normaler Salat müsse aus wenigstens 35 Zutaten bestehen. Dazu gehörten einige Wurzeln, wie Alant, Gändeblümchen, Fenchel, Engelwurz, Teufelskralle, Pastinake und Möhre, die häufig kandiert, blanchiert oder gekocht und dann kalt oder in Essig eingelegt verwendet wurden. Als Blattzutaten für solche Salate nahm man Milchlattichblätter, jungen Spinat, junge Kissenprimel- und Veilchenblätter, Estragon- und Raukenblätter, die Triebspitzen von rotem Salbei, Ysop, Thymian, Ringelblumen und Majoran, Kopfsalat, junge Malvenblätter, Pimpinelle, Potulak, Schlüsselblumenblätter, Kresse, junge Basilikum-, Borretsch-, und Ochsenzungenblätter, Kerbel, Meerfenchel, Wegerich und Schafgarbe, Weinranken, Waldsauerklee und zerkleinerte Kohlblätter. Eschensamen, Ginster- und Holunderknospen wurden in Essig eingelegt und hinzugefügt; Manchmal mischte man auch kandierte Blütenknospen unter die Salate. Die Salatsauce bestand aus Essig und Öl, evtl. etwas Senfpulver und einigen Eigelb. Bei großen Festen oder Banketten konnten solche Salate der kulinarische Mittelpunkt sein, zu dem mitunter auch raffiniert zurecht geschnittene Wurzelgemüse, wie weiße Rüben, gehörten. Kunstvoll „geschnitzte“ Burgen waren ein beliebtes Motiv.

nika
Talinn

Als wir vor vier Jahren Talinn besucht haben, waren wir in einem Restaurant "O.H.". Dieses Restaurant ist in einem alten Speicher ausgebat worden. Wir durften in der obersten Etage speisen. Es gab alte Gerichte, unter anderem hatte ich ein Gericht gewählt mit gebratenenen Graupen und anederen Leckereien. Es war dort sehr ursprünglich.  Zum Essen gab es gewürzten Wein und gewürztes Bier in Tonkrügen. Alles war sehr lecker. Und anschließend besuchten natürlich einige unserer Reisegruppe das "Örtchen". Selbst das war sehenswert und die -reisegruppeamüsierte sich höchstselbst. Diese Geschichte gehört auch in Karlchens Kulinarische Reisen. Leider habe ich kein Foto.

Liebe Grüße, nika

Aphrodite
Ein interessanter Beitrag.
Historie  

Mir reichte schon, was man sich im Schloss in Schwetzingen einverleibte. Kein King, nur ein einfaches Jagdschloss. Zur Jagdsaison wurde das Wild in ein Wasserbassin gescheut - war dann für die Herrschaften leichter zu erlegen. Das gemeine Volk konnte von solchen Sachen nur träumen. Wer sich heutzutage noch einen frischen Salat in dieser Opulenz leisten kann, weiß ich nicht. Mit den Zutaten kann man spielen. Ginkoblätter haben eine feine, saure Note, wie ich heute feststellen konnte und frisch gepflückt ist Salat gekauftem haushoch überlegen. Dafür dürfte der Sommer nie zuende gehen. Reine Pfanzen-Power würde Berry B. Benson aus Honigkomplott sagen. Ich mag Veilchen und alle verspielten Dinge im Salat. 

Interessant und eigentlich richtig
Historie  

Entspricht einigermaßen meinen Vorstellungen über einen guten Salat. Viele Zutaten, auch seltenere, unbedingt klein geschnitten und harmonisch kombiniert, machen wirklich ein Mittelpunktgericht. Ich selber bestelle Salate in Restaurants nie, da jeder Salat, den ich selbst, fast jeden Tag mit Variationen, zubereite, ist für mich hundertmal besser, als diese modernen armseligen Kreationen.

tolutolo
Danke

für diesen Beitrag! Man staunt, was man früher so alles gegessen hat, was ja auch heute immer noch in der Landschaft rumsteht und links liegen gelassen wird. Da möchte man sich ja sofort ans Sammeln machen! Die Anzahl der Zutaten spricht aber wohl eher von der üblichen Neigung zu Übertreibungen im 17. Jahrhundert... Wie heißt denn das Kochbuch, aus dem Du das hast?

lalinea1965
@ tolutolo

Das Kochbuch heisst "Blüten-Kochbuch" und ist von Kathy Brown. Im Buch sind sehr inspirierende Photos zu den Rezepten abgebildet und es gibt dort auch ein Lexikon mit essbaren Pflanzen.

tolutolo
@lalinea

Vielen Dank! Ich glaube, das habe ich neulich in der Buchhandlung in der Hand gehabt. Leider habe ich keinen Garten, deshalb habe ich es nicht gekauft, denn an so einige der dort erwähnten Blüten ist sicher schwer ranzukommen, wenn man sie nicht selbst anbaut!

lalinea1965
@ tolutolo

Ich habe auch nur eine Dachterasse. Dort werde ich aber jedes Jahr klarer was ich im Frühling einsäen oder kaufen möchte. Kräuter aller Art habe ich dieses Jahr schon. Die Blüten der Kräuter z.B. Rosmarin, Basilikum, Oregano und auch vom Rucola und Lavendel  und Schnittlauch kann man prima verwenden. Meine Kapuzinerkresse muss sich erst vom Hagelschaden erholen. Nun blüht bald mein neuer Borretsch. Löwenzahn fürs Gelee hatte ich auf einer entlegenen Wiese gesammelt. Gänseblümchen sind auch leicht zu finden. Liebe Grüße

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