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Historische Küchengeheimnisse

Was die Großmütter noch wussten ist leider oftmals verschollen bzw. stirbt aus, weil es nicht aufgeschrieben wurde.

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Kommentare
tashina

Zum Beispiel ist mir etwas eingefallen, was mir einfach keine Ruhe lässt. Ich weiß, dass vor vielen Jahren unsere alte Nachbarin Sauerkirschen einfach irgendwie angesetzt hat (ohne vorher Alkohol dazuzugeben), die dann nach kurzer Zeit fantastische "Schnaps-Kirschen" waren.


Gibt es vielleicht irgendjemanden, der schon mal davon gehört hat und genaueres weiß?


Oder habt ihr vielleicht noch andere tolle historische Erbstücke von unseren lieben Altvorderen? Lasst uns alles schnell aufschreiben, damit nichts verloren gehen kann!

Es gibt viel überliefertes und soviel was verloren ist

eine tolle Ansage, doch viele Geheimnisse bleiben Geheimnisse, leider!

Mich würden viele alte Überlieferungen interessieren, die Orignial sind, sind sie es?  Einiges wird in Selbsterfahrung wieder neu geboren und ist gut und wir haben inzwischen viel Erfahrungen die uns den Weg weisen und wissenschaftlich dokumentiert sind. Ich finde alte Wege wieder neu gehen und vieles selbst  herstellen, immer gut.

Großmama

Meine Grßmütter sind leider schon einige Jahre nicht mehr bei uns, aber ich denke gerade beim Kochen und Backen sehr oft an sie. Mit welch einfachen Mitteln sie doch in der Lage waren, viele satt zu machen bzw. mit wenigen Zutaten ganz fantastische Dinge zuzubereiten. Die eine hat ganz oft noch selbst Quark, Käse und Butter selbstgemacht. Auch Sauerkraut wurde selbst zubereitet und schmeckte einfach einzigartig! Aber gerade diese Dinge sind für mich verloren, weil ich nicht weiß, wieviel wovon ich nehmen muss und unter welchen Bedingungen die Zutaten verarbeitet werden müssen bzw. reifen sollen. Vielleicht könnte man ja mal ein spezielles Großmutter/vater-Kochbuch erstellen (Mein Großvater war zum Beispiel für den Wein bzw. Likör zuständig!)?! Wäre das nicht mal eine Idee? 

Bin ja so gespannt, was Ihr so für alte Geheimnisse verraten mögt...!

 

Es gibt Bücher "Was die Großmutter noch wusste"

Es gibt einige Bücher zu dem Thema "Was die Großmutter noch wusste. Ich habe leider keine Großmütter erlebt. Weiß aber von meiner Mutter einige Hausmittel bei Erkältungen und Fieber, die ich heute noch benutze.

Hühnersuppe bei Erkältungen

Meine Großmutter kochte immer eine frische Hühnersuppe, wenn einer aus der Familie erkältet war. Wie ein Wunder hat diese Suppe auch gewirkt. Heute mache ich es genauso. Meine Kinder holen sich, wenn Erkältungszeit ist, immer einen Topf Hühnersuppe ab. Meistens habe ich dann auch etwas eingefroren.

Du erinnerst mich an den Weiselbaum

im Garten meines Opa´s, Jahrgang 1906. Wir Kinder haben die Kirschen gerne geerntet, aber zum Naschen waren sie einfach zu sauer. Also hat unser Opa die Weichselkirschen zu Wein verarbeitet. Und zwar in Ballons mit Zucker, Wasser und ich denke auch mit etwas Hefe. Jedenfalls blubberten die Ballons munter in seiner Küche vor sich hin und die ganze Familie freute sich auf den süßen Wein. Doch jedes Jahr kam der gleiche Anruf, nämlich – bitte helft mir beim Putzen, es ist ein Ballon zerplatzt ;-) Die Küche sah dann unglaublich aus, alles klebte und wir hatten viel zu tun. Der Wein von den nicht zerplatzten Ballons aber schmeckte einfach umwerfend gut, das „Umwerfend“ möchte ich hier betonen, weil Mama, Papa, Onkels und Tanten nach dem Genuß dieses Weines plötzlich ganz anders waren wie sonst und am nächsten Tag von fürchterlichen Kopfschmerzen geplagt wurden. Seitdem umgehe ich Obstweine sehr sorgsam.

Das Rezept  kenne ich leider nicht und würde es aber aus oben genannten Gründen auch nicht empfehlen,  jedoch die Geschichte dazu gefällt mir noch heute.

 

Schlafen neben dem Gurkenfass

Mein Opa hatte einen großen Garten, jedoch kein Haus sondern nur eine kleine Wohnung, da meine Oma früh gestorben war. Eine Kindheitserinnerung von mir ist, dass auf einem Hocker ein Fass oder Steintopf stand, dicke Bretter und Ziegelsteine darauf lagen. In dem riesengroßen Steintopf hatte mein Opa Gurken eingelegt. Als Kind war das nicht unbedingt mein favorisierter Geschmack, doch die Erwachsenen schwelgten. Heute würden mir diese Gurken sicherlich auch sehr gut schmecken. Mein Opa war aber auch ansonsten ein lieber Opa: Er hatte eine richtige Kinderschaukel im Türstock verschraubt. So durfte ich als Kind vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer schaukeln.

Schweinebraten und Apfelreis

Auch ich liebe die Kochkünste meiner beiden Omas. Die eine ist berühmt für ihren leckeren Schweinebraten (auch morgen wär ich wieder dazu eingeladen). Der schmeckt so anders, so lecker, nirgends hab ich jemals einen solch guten Schweinebraten bekommen. und dazu warmen Krautsalat, auch den mag ich bei ihr am liebsten. Auch wenn sie sagt sie mache nichts spezielles damit, kein Geheimrezept und keine geheime Zutat. Es ist wahrscheinlich einfach die Nostalgie die einen leckeren Beigeschmack hinterlässt.

 

Außerdem habe ich von ihr auch immer Apfelreis bekommen. Jetzt mag ich sowas eigentlich nicht mehr so gerne, aber hin und wieder überkommt mich die Lust auf ihren Apfelreis.

 

Die andere Oma ist meine Grießnockerl-Oma. Immer hat sie für meine Cousine und mich extra welche gemacht, und dann immer in doppelter Portion. Das hatte den Grund dass wir beide immer die Hälfte der Rohmasse schon gegessen haben...

Diese Oma kredenzt mir bis heute gerne Hollerröster wenn ich zu ihr komme. Als Kind habe ich den geliebt, heute muss ich ihn nicht mehr unbedingt haben. Aber sie ruft dann an und sagt, sie habe mir auch schon extra welchen gemacht für meinen Besuch, und ich traue mich natürlich nicht sagen, dass er mir eigentlich nicht mehr so schmeckt wie früher *g*. Also wird brav aufgegessen...

Handschriftliches Kochbuch von der Oma

Meine Oma väterlicherseits hat in einem Heft verschiedenste Rezepte aufgeschrieben, das geht von der Herstellung von Seife über Suppen, Wurst usw.. Das Heft existiert noch, die Seiten sind schon ziemlich vergilbt und manche Rezepte etwas schlecht zu lesen, aber das meiste kann man dann doch entziffern. Vor 50 Jahren hat meine Mutter auch damit angefangen, Rezepte in Hefte zuschreiben und da sind ein paar ausgefallene Sachen dabei. Likör aus Sauerkirchen, Schlehen, usw. wurde bei uns auch in großen Glasballons angesetzt, meine Mutter wüßte vermutlich noch, wie das gemacht wurde.

eingelegte Eier

Meine Oma hat im Herbst Eier eingelegt. In einem hohen Steingutgefäss im Keller lagen sie, waren bedeckt mit Flüssigkeit -Wasser und ????- und wenn die vorweihnachtlichen Plätzchen gebacken wurden, musste jemand in den Keller gehen und aus der eiskalten Flüssigkeit die Eier angeln. Trotz der Kälte an den Fingern fand ich das immer spannend, das Gefühl kann ich heute noch wachrufen. Ich bat immer darum, auch mal ein Ei davon gekocht zu bekommen, bekam aber die Antwort, dafür würden sie sich nicht eignen.

Froscheier, Klütern, Salzgurken

Ein Großmutter/vater-Kochbuch finde ich eine gute Idee. Meine liebste Erinnerung sind Fruchtsuppen mit "Froscheiern" (Sago) und "Klütern" (Mehlklößchen), einfache Blechkuchen sowie Salzgurken aus dem Tontopf.Wein und Likör aus Obst, Schlehen, Hagebutten ... setzen wir auch jedes Jahr an. Salzgurken mache ich weniger nach Rezept als mehr nach Gefühl und Erinnerung. Nachdem mir anfangs das 3. mal die Gurken verschimmelt sind, hab ich meine Mutter dann doch nach ihrem Geheimnis gefragt: Ich soll auf keinen Fall Jodsalz benutzen, sonderm am besten das billigste und einfachste Salz. Außerdem soll ich den Tontopf mit Blättern vom Sauerkirschbaum auslegen. Seitdem sind die Gurken super. Aber darauf muss man erst mal kommen. Wenn also Omas Rezepte heute manchmal nicht mehr funktioneren, kann es an den "ver-chemie-ten" Zutaten liegen. Gerade beim Konservieren waren sie ja auf natürliche Vorgänge angewiesen, die durch heutige Zusätze schon bei den einfachsten Ausgangsprodukten wie eben Salz anders oder gar nicht ablaufen. Sauerkraut ist übrigens auch nicht schwer - und ich liebe Sauerkraut. Das hab ich bei meiner Schwiegermutter abgeguckt. Gekauftes schmeckt mir oft nicht und der Aufwand hält sich in Grenzen.

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