Kochbuch von Sven Elverfeld

hat dies einer von Euch???

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Kommentare
JulietteG

Ich bin ja immer auf der Suche nach Kochbüchern, die wirklich neue Innovationen preisgeben. Es müssen auch nicht immer alle Rezepte komplett für mich alleine umsetzbar sein, aber ich suche halt immer nach neuen Ideen!


Ich bin bei meinen letzten Kochbucherwerbungen leider ziemlich enttäuscht worden, auch wenn ich Nachfolger von wirklich ursprünglich super Kochbüchern erworben habe. Das ganze auch für 25 € und das tut dann doch fast etwas weh! Das Kochbuch von Sven Elverfeld kostet sogar 75 €, was für ein Kochbuch schon extrem happig ist, aber wenn es mir meine gewünschten Innovationen bietet, dann lieber dieses, als drei weitere Enttäuschungen. Mir fehlt leider momentan die Zeit in die Stadt zu fahren und mir das Kochbuch anzuschauen. Deshalb meine Frage: Besitzt einer von Euch dieses Kochbuch und kann mir etwas dazu sagen? Unangeschaut will ich das Geld nicht ausgeben und würde diesbezüglich auf Eure Meinung vertrauen. Bei Amazon ist die einzige Rezension: Nichts für Hobbyköche, weil Kochvoraussetzungen erfordert werden. Das schreckt mich grundsätzlich nicht ab.... Wie gesagt, ich suche anspruchsvolle Ideen (das mag eingebildet klingen, aber die üblichen Kochbücher bieten doch wirklich immer dasselbe Kleid in anderem Gewand und am Ende nichts neues). Würde mich freuen, wenn mir jemand weiterhelfen kann! Liebe Grüße, Juliette

Aphrodite
Gibt es sogar handsigniert...

... in der Boutique vom Aqua in Wolfsburg. Und kann auch signiert bestellt werden. Werde ich mir jedenfalls merken, wenn ich das nächste Mal in Wolfsburg bin. Mit dem Gedanken gespielt, im Aqua essen zu gehen, hatte ich schon. Ich glaube, dann fällt das Kochbuch auch nicht mehr ins Gewicht. Oh, ha!

Aphrodite
Aufwändig nicht zwingend schwierig!

Und hier noch ein interessanter Artikel aus der FAZ. Man kann Kochbücher auch lesen. Und dann ist es wohl guter Lesestoff, der auch dem Auge gut tut.

Toskanafan
Sterne hin, Sterne her,,,,,

was Ihr alles findet,,, ich jedenfalls kannte Sven Elverfeld nicht, er mag ein erstklassiger Koch sein, Respekt ohne Zweifel, dieses Gericht würde ich sehr gerne Essen, doch die Art wie es angerichtet ist, hier wäre mir wohl eher die althergebrachte Variante des "Anrichtens" lieber.

Rinquinquin
das Kochbuch kenne ich zwar nicht,

aber ich kann mich immer an diesen Büchern erfreuen, ohne unbedingt alles nachkochen zu müssen. Das gilt auch für Steinheuers "Harmonie der Aromen". Auch nicht preiswert, aber mit so schönen Fotos und irgend etwas finde ich immer, was ich dann auch so machen kann. Auch werden die dazu passenden Weine beschrieben.

JulietteG
Das Kochbuch von Sven Elverfeld...

ist nun mein eigen! Es wurde heute bei mir angeliefert und ich habe schon mal grob durchgeblättert und teilweise auch intensiver gelesen! Ich habe ja zur Zeit ansonsten gaaaaar nichts zu tun! :))

Ihr habt mich überzeugt, dass ein Kochbuch auch etwas zum Anschauen seien kann und das ist es mehr als allemal! Über 500 Seiten umfasst dieses Buch und als ich das Paket in Empfang war, erschreckte mich das Gewicht doch zunächst etwas, schließlich ist es auch noch ungefähr in einem DIN A 4 Format (wenn auch leicht quadratischer). 

Was mich genau erwartete, wusste ich nicht genau... Zumal von ca. über 150 Rezepten die Rede war. Da stellt sich bei normalem Menschenverstand natürlich die Frage: Und die anderen 300 Seiten??? Weitere 150 nehmen die Rezeptphotos ein... Alleine für diesen Anblick lohnt sich der Kauf des Buches! Die Rezepte nehmen darüber hinaus auch ca. 2-3 Seiten in Anspruch. Die einzelnen Komponenten aber immer mit große Überschriften, so dass man gut zurecht kommt und das jeweilige schnell findet.

Das erste Durchblättern war beinahe etwas ernüchternd. Auf den ersten 80 Seiten werden, wie er es so schön nennt, seine "Starter" dargestellt, unterteilt in: Snack, Knusperillos, Löffel-Degustation und Suppenshots. Meistens drei auf einer Seite und es scheint, als hätte er das (simpel ausgedrückt) "Geschirr" dafür entwerfen lassen. Vorab zu jedem Teil findet sich eine Entwurfsskizze des Koches. Zum Beispiel für die Suppenshots eine Halterung an deren beiden Enden eine Art "Schnapsglas" (man möge mir hier meine einfältige Ausdrucksweise entschuldigen, aber irgendwie muss man das ganze ja beschreiben) Platz mit Hilfe einer entsprechenden Einkerbung finden und in der Mitte ist sozusagen ein "Cracker-Brot" in entsprechender Einkerbung angerichtet. Kleines Beispiel: Bouillabaisse mit Rouille, Bouchotmuschel-Safran-Shot und in der Mitte Krustentier-Baguette (wobei dies höchsten 2 mm dick ist). Ohne Photo kann man sich das Ganze gar nicht vorstellen... Allein dafür lohnt sich das Buch! Um auf die erste Ernüchterung zurückzukommen... Zu den Snacks gibt es keine genaue Anleitung! So steht zur Beschreibung der Bouillabaisse mit Rouille lediglich: Kräftiger, klarer Bouillabaisesud mit Sauce Rouille als Espuma! Ok, das lässt sich auf dem Photo nachvollziehen....

Zunächst war ich etwas irritiert und enttäuscht... Das kann es ja nicht gewesen sein! Obwohl das Rezept jetzt nicht ganz so wichtig war, denn ich würde mich bei aller Liebe niemals in die Küche stellen und eine Bouillabaise kochen, damit am Ende jeder Gast einen Schluck aus einem "Schnapsglas" trinken kann... Aber darum geht es bei diesen Starters auch gar nicht! Nach einiger Zeit habe ich verstanden, dass diese auch für den Leser lediglich ein Starter und damit Appetitanregerer sein sollen. Zum einen kann man die Rezepte später etwas nachvollziehen und andererseits hat Sven Elverfeld damit einen Realitätssinn an den Tag gelegt: ohne 10-köpfige-Crew im Hintergrund kann man dies einfach nicht zu Hause mal eben so umsetzen.

Das gilt am Ende auch für die "Menues" wie er es nennt, also hauptsächlich Hauptgänge, aber sicherlich auch Vorspeisen und Zwischengänge. Hier stellt er seinen eigenen Schaffensgang dar. Auf dem Buchrücken heißt es auch, dass die Gerichte von 2007 bis 2010 dargestellt werden und diese sind chronologisch sortiert. Natürlich darf man hier keine im Ganzen nachkochbaren Gerichte erwarten. Das Photobeispiel von Toskanafan ist mit vier verschiedenen Schritten fast simpel. Sven Elverfeld stellt jede einzelne Komponente sehr ausführlich dar, so dass theoretisch wirklich alles nachgekocht werden kann. Abschließend gibt es jeweils einen Anrichtungsschritt, was teilweise sogar hilft, die einzelne kleine Komponente auf dem Teller wiederzufinden. Einzelne Teller setzen sich aus bis zu 14 Einzelkomponenten zusammen, aber gerade dies zeichnet die Sterneküche aus und von einem Drei-Sterne-Koch habe ich an sich nichts anderes erwartet (naja, ein bißchen weniger vielleicht schon). Es wird insgesamt eine sehr sympathische Küche vorgestellt, die wirklich zu einem Besuch des Restaurants einlädt. Bei dem Lesen der Zubereitungsschritte kann man sich  (wenn auch nur annähernd) die einzelnen Geschmackserlebnisse vorstellen.

Insgesamt also wirklich mehr ein Buch zum Anschauen.

Andererseits lädt es auch zum Nachkochen ein. Als ich von dem Rucola-Petersielen-Öl las, das ich ähnlich wie er in meiner Rucola-Trilogie herstellte, musste ich beinahe etwas schmunzeln. Ansonsten sind es die Einzelkomponenten aus denen man Hause etwas machen kann. Eben wie dieses Öl, dass mit einem Pinsel an den Rand des Tellers gestrichen wurde und weiter zunächst gar nicht auffällt. 

Das macht insgesamt Spaß! Einziges Manko: Eine sehr gute Küchenausstattung ist erforderlich. Angefangen von der Mikrowelle (zum Trocknen von Kräutern und Herstellung eines Kräuterstaubs (die ich alleine schon nicht besitze), werde ich mir zumindest ein Thermometer anschaffen müssen, was ich auch tun werde. Andere Komponenten sind wieder im molekularen Bereich, so dass entsprechende Substanzen nötig sind (wobei er immer schreibt, woher er diese bezieht), sowie ein Dörrautomat (oder wie sich dies Teil nennt) und vor allem ein Thermomix (ich glaube, der ist von Vorwerk und andere Hausfrauen kochen ganze Gerichte darin, na gut, dann einfach pürieren und über dem Wasserbad entsprechend erhitzen!).

Mit einer gewissen Kreativität kann man sehr viel aus dem Kochbuch herausholen. Und dabei ist vor allem die Beachtung der einzelnen Komponenten von Nöten, da man ansonsten verzweifelt!

Aber vielleicht seht Ihr in nächster Zeit diesbezüglich etwas von mir, auch wenn mir momentan die Zeit für das richtig intensive Durchblättern und -lesen fehlt.

Ein Fehlkauf war es keineswegs...

 

Hinten sind nach den Süßen Dingen (die auch sehr hübsch anzuschauen waren, wie aus Zuckermasse mundgeblasene Äpfel, Organen und Birnen (kriegt man zu Hause wahrscheinlich nicht hin)), kamen noch einige Grundrezepte, die eindeutig über die Herstellung von Fonds hinausgehen... 

Man muss das Kochbuch zu nehmen wissen. Da ich sehr gerne gut essen gehe, hat es vor allem meine Appetit angeregt und die Geschmackskomponenten zerflossen alleine des Bildes wegen (und dem nachfolgendem Lesen) auf meiner Zunge! Dafür alleine lohnte sich die Investition, zumal das Buch auch so komplex ist, dass man sicher selbst beim Dritten lesen oder durchblättern noch nicht alles erfasst hat!

Trotz dessen endlich mal ein Kochbuch, das mich total überraschte, überforderte (im positiven Sinne) und glücklich machte... 

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