Kochen- wenn sonst oft wenig vom Leben bleibt...

Durch meine berufliche Tätigkeit im Altenpflegebereich erlebe ich Dinge, die manch anderen verborgen bleiben- was immer bleibt, ist die Lust am Genuss! Darüber möchte ich euch heute kurz berichten:

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Kommentare
KleineKöchin

Schon lange überlege ich, meine Kochlust auch beruflich einbinden zu können.


Mir schwirrt schon lange der Gedanke im Kopf herum, eine regelmäßige Kochrunde im Seniorenzentrum zu gestalten. Oftmals habe ich mit Menschen gehobenen Alters zu tun, die an Demenz erkrankt sind. Das bedeutet, dass ihr Denk- und Erinnerungsvermögen eingeschränkt ist, und auch körperliche Beschwerden begleiten diese Krankheit.


Oft sind nur Gedächtnislücken vorhanden, oftmals aber sind die Beeinträchtigungen so schlimm, dass zB keine verbale Kommunikation mehr möglich ist.


 


Letzte Woche hatte ich dann die Möglichkeit, bei einer Kollegin an solch einer Kochrunde teilzunehmen, und es war ein einmaliges Erlebnis!


 


Alle waren mit einem Feuereifer dabei, es wurde geschält, geschnitten, gemixt, gekostet, jeder machte das, was ihm noch möglich war.


Zwischendurch rochen wir an leckerem Vanillezucker und ließen raten, was das denn sein könnte, stibitzten von den leckeren Apfelstücken.


Die Freude der Teilnehmer war unübersehbar! Unser leckerer Bananenkuchen duftete schon aus dem Ofen durch das ganze Haus, und alle Bewohner wurden durch diesen Geruch alleine oftmals schon wieder geistig angeregt, erzählten von ihren Kindheitserinnerungen und auch von Erinnerungen an die Kost in der Kriegszeit.


 


Ich wünschte viele dieser Menschen hätten den ganzen Tag so ein Lächeln auf den Lippen, mit der Vorfreude auf selbstgeschaffenen, frischen Kuchen!


 


Jetzt, da ich dies einmal miterleben konnte, hat sich meine Idee in ein festes Vorhaben gewandelt. Es ist natürlich immer ein großer Aufwand, so etwas zu organisieren. Es muss an jeden Pinsel gedacht werden, Waage, ein fahrbarer Ofen und vieles mehr!


Sollte ich eines Tages diese Idee umgesetzt haben, würde ich euch gerne auch auf dem Laufenden halten und dies evtl. mit Fotos mit Genehmigung der Teilnehmer untermalen.


 


Da ich soviel Freude hatte an diesem VOrmittag, freue ich mich, euch ein wenig daran teilhaben zu lassen!

auchwas
Großartig und alle Achtung!

Liebe KleinKöchin,

ich bin sehr gerührt, weil ich selbst erlebt  habe wie schwer es ist, Wege zu finden bei dieser Krankheit etwas zu Bewegen. Und Dein Engagement und diese Idee mit dem Kochen und das Du berichtest, was alles so passiert und erreicht werden kann, ich find's einfach prima. Denn die Wiklichkeit und das Zunehmen dieser Krankheit, wird verdrängt. Und Hochachtung vor allen die dazu Beitragen diese Krankheit erträglicher zu machen. LG auchwas

Rinquinquin
auch von mir: Hochachtung!

Liebe KleineKöchin, was Du da beschreibst und miterlebt hast - sagenhaft. Ich gebe ehrlich zu, ich könnte das nicht und meine Bewunderung für Menschen, die sich so in kranke Menschen einfühlen können, ist riesengross. Ja, der Aufwand ist gross, aber so, wie Du es beschreibst, kommt durch die Freude der kranken Menschen das mehrfach wieder zurück. Und es ist schön, dass Du solche Begeisterung dabei hast und sie zu uns rüberbringst. Einen schönen Abend und noch mehr solche Erlebnisse (Du darfst gerne darüber berichten) wünscht Dir Rinquinquin.

sparrow
Danke für Deinen Bericht

Danke, dass Du uns von Deinem Erlebnis erzählt hast. Ich fände es wunderbar, wenn es in den Altenheimen die Möglichkeit gäbe, dass zusammen gekochtund gebacken wird.

Da das Langzeitgedächtnis meistens noch besser ist, wird den Leuten einfallen, wie sie früher gekocht und gebacken haben, sie würden etwas aus ihrer Lethargie heraus geholt. Ich habe kürzlich im fernsehen einen Bericht von einem Heim gesehen wo genau das praktiziert wurde. 

Ich wünsche Dir viel Kraft für diese Vorhaben und ich freue mich auf Deine Berichte.

Maus
Bewundernswert!

Liebe KleineKöchin! Da ich eine an Demenz erkrankte Schwiegermutter habe, kann ich Dich gut verstehen. Das Pflegeheim, in  dem meine Schwiegermutter ist, hat an jedem Montag ein Koch- und  Backvormittag. Die Pflegebedürftigen freuen sich wirklich und sind mit voller Energie dabei. Es ist schön, daß Du Dich für soetwas einsetzt. Liebe Grüße Maus

nika
Mein Arbeitsplatz

ist in einer Schule, an der junge Menschen ausgebildet werden.

Aber wir haben da einen wundersamen und wunderbaren Menschen, der nach seiner Pensionierung immer noch an der Schule seine Heimat und sein Leben findet. Wenn man an seine  Erinerungen wachruft, dann erzählt er Geschichten und Erlebnisse, die keiner von uns kennt. Er wird bei uns bleiben, so beschwerlich es auch für ihn (und auch für uns) ist. Wenn ihm jemand diesen Platz streitig machen würde, dann hätte er seinen Lebenssinn verloren und was dann passieren könnte, das möchten wir uns gar nicht ausmalen. Es ist nicht immer einfach mit ihm, aber wir schätzen ihn und sein Wissen und versuchen, seinen Platz bei uns zu halten und zu sichern und wir freuen uns jeden Tag, ihn begrüßen zu können.

Ganz liebe Grüße an alle, die, die Mitmenschen kennen und achten,  die ihre Problemchen nicht mehr verstecken können und die gerade deshalb bei uns sein dürfen.

Habt einfach mehr Vertrauen in eure Mitmenschen, investiert ein wenig Zuneigung, Achtung und Zeit. Diese lieben Leutchen danken es Euch. Manchmal merkt ihr es nur nicht, die Zeit ist zu schnell.

LG, Eure nika

Gela
Super Idee!

Ich selbst habe mit erlebt, wie sehr Demenz einen Menschen verändert... Damit umzugehen ist für niemanden leicht.
Die Idee mit älteren Menschen zu Kochen und zu Backen finde ich total klasse! Und ich Drück Dir ganz fest die Daumen, dass Du Dein Vorhaben umsetzen kannst.

kakadu
Ich schliesse mich meine Vorschreibern an....

.....viel glück und gutes gelingen!!!!! super idee! freue mich über jedes kleine stückchen, um das unsere welt doch ab und zu wieder ein kleines bisschen schöner und besser wird!

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