Konsequent vegan ernähren?

Vegane Ernährung steht hoch im Kurs und gewinnt immer mehr Anhänger

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Kommentare
küchengötter

Mittlerweile ernähren sich mehr als eine Million Deutsche vegan. Hier ein aktueller Artikel aus der FAZ dazu. Die Tendenz ist steigend. Gibt es hier Veganer, die uns von ihren Erfahrungen berichten können? Wie ist das bei Euch - ernährt Ihr Euch konsequent vegan oder macht ihr Pausen dazwischen? Und wie lange schon? Wie war die Ernährungsumstellung für Euch?

Aphrodite
Für ein Umdenken ...

braucht es keine konsequente, vegane Ernährung. Mehr Verantwortungsbewusstsein aber schon bei dem, was man sich täglich zwischen die Kiemen schiebt. Die Kampagne "Pigs fly" in Australien hat dort viel bewegt.

 

Der FAZ-Artikel macht Lust auf israelische Küche. Ich stelle meine Ernährung täglich um. Ich esse mit Hingabe veganen Brokkoli. Und dann nur das gute Zeugs, wenn es um Fleisch geht. Ich würde auch keine veganen Produkte von einem Hersteller kaufen, der seinen Hauptmarkt in der Verarbeitung von Fleisch aus Massentierhaltung hat und verstehe eh nicht, warum vegane Erzeugnisse so teuer sein müssen. Dass die meisten erst einmal mitverdienen möchten, finde ich störend.

WOLLBAER
vegetarische und vegane Ernährung
Konsequent vegan ernähren?  

Ich bin bekennender Fleisch- und Fischliebhaber und ernähre mich sehr ausgewogen und Qualitätsbewusst. Mein Geschmack ist ein ganz einfacher und lautet:

 

IMMER NUR DAS BESTE

 

Ich achte sehr auf die Qualität der Lebensmittel, nutze Fleisch und Fisch gern aus der "Eigenjagd". Bei allen anderen Lebensmitteln achte ich auf Qualität und Frische und auf einen besonders hohen Anteil an rohen Produkte, wie beispielsweise Gemüse und Obst.

 

Ich werde mich allerdings umstellen, wenn auch Raubtiere sich der veganen Bewegung anschließen. So lange werde ich auf den Genuß von Fisch und Fleisch nicht verzichten.

 

lundi
Keine Veganer an Bord?

Schade! Die Antworten hätten mich schon interessiert. Irgendwie bezweifle ich, dass dauerhaft vegan mir guttun würde, aber wahrscheinlich reicht meine Vorstellungskraft einfach nicht. Erfahrungswerte anderer finde ich spannend.

 

Vegane Mahlzeiten nehme ich durchaus gern zu mir. Neben unserem Büro hat vor einer Weile ein kleines indisches Restaurant eröffnet. Nur vegetarische und vegane Kost. Köstlich. Täglich wechselndes Tagesgericht. Alles frisch, ohne Zusatzstoffe, keine Fleischersatzprodukte, kein Tofu. Alles transparent, oberlecker und selbst für meinen großen Appetit reichlich und lange sättigend. Da gehe ich inzwischen gern mal mittags speisen. Auch als überzeugter Nichtveganer.

 

Allerdings finde ich vegane Wurst dann doch geschwindelt. Wäre ich Veganer, würde ich die Konsequenz pflegen, also Alternativen suchen, nicht Fleischersatz. Da ich gern regional und recht konsequent saisonal esse, würde ich mich zwischen Kohl und Möhren durchhangeln. Wenn das alle täten...? Da fallen mir viele Fragen ein...

 

Ernährungsumstellung sollte auch mal Wort des Jahres werden. Egal ob ich zu dick bin oder zu dünn, krumme Beine habe, Haarausfall, Rheuma oder Asthma, Fleischesser bin oder Fruktarier. Ernährungsumstellung passt immer. Aber darum geht es in diesem Beitrag gar nicht!

 

Aphrodite
Nabelschau.

@Lundi, meinst Du das Unwort des Jahres? Ernährungsumstellung sollte Unwort des Jahres werden? Deine Ausführungen erinnerten mich an einen Artikel im SPIEGEL. Da ging es um Problemzonen und eine Studie mit jungen Zuschauerinnen von "German Next Topmodel" und Essstörungen. Gerade junge Mädchen sind für Impulse von außen (anderen) empfänglich und setzen konsequent die neue Strategie um. Wird über die Medien und einen gewissen Starfaktor das Thema auch noch gepuscht, kann der Schuss leicht nach hinten los gehen. Ich habe meiner Tochter gesagt, sie braucht sich nicht vegan zu ernähren. Zumal, wenn Lebensmittel nicht getauscht, sondern dann einfach weggelassen werden.

Hier mal ein paar O-Töne von überzeugten Vegetariern. Es sind ja gerade junge Leute, die für das Thema empfänglich sind. Und das ist Werbezielgruppe Nummer 1.

WOLLBAER
Werden Pflanzen nicht auch getötet?
Konsequent vegan ernähren?  

Menschen die sich vegetarisch ernähren füren oft als Argumnent an das Ihnen Tiere Leid tun, was ich durchaus nachvollziehen kann. Ein Lamm das einem lieb in die Augen schaut ist schwieriger zu töten als eine Kohlrabi beispielsweise. Die kann einem nicht lieb in die Augen schauen und stirbt  leise.

 

Tod heißt in meinen Augen Ende der einen Spezies gleich Lebensgrundlage für eine andere Spezies.

 

Auch meine Töchter hatten ihre vegetarische Phase und lebten diese aus. Wir haben sie gewähren lassen. Meine Frau und ich aßen gern vegetarisch und ich bin häufig im Ashram der Sannyasins in Hannover zum Essen gewesen, die dort ein Restaurant betrieben.

 

Köstliche Dinge gab es dort zu schnabbulieren.

 

LG Rolf

 

 

 

 

 

nika
Werden Pflanzen nicht auch getötet?

Ob nun Vegetarier oderr Veganer oder Fleischesser: Gesund und gut sollte das Essen sein. Bei dem Bisschen was ich esse will ich nur Gutes und dazu zählen auch Fleisch- und Fischprodukte. Allerdings lasse ich die armen Tiere aus den schlammigen Fischproduktionen, die in ihrer eigenen Kloake leben müssen, oder die kleinen Hühnchen, die nicht scharren, laufen und flattern können einfach weg. Ganz nach dem Motto: Der Käufer regelt die Nachproduktion.

 

@Wollbaer: Ich kann Dir nur zustimmen. Natürlich sind Pflanzen Lebewesen. Werden sie gut behandelt, dann gedeihen sie und erfreuen den Gärtner oder den Landwirt. Wenn Pflanzen schreien könnten, dann würden z. B. die Getreide- und Maisfelder nicht öffentlich gemäht werden können.

Natürlich erzähle ich meinen Orchideen, wie schön sie sind und wie ich mich daran erfreue, auch meinem Kohlrabi (der bei mir leider nicht wächst) würde ich das erzählen. Ich ernte von meinen Obstbäumen auch nur die Hälfte ab, damit andere Lebewesen, wie z.B. die Singvögel sich daran ergötzen können. Der Nachteil ist, ich finde überall Nussbäume, wilde Kirschen und Nachbar's Mirabellen in meinem Garten :). Auch diese Pflanzen haben bei mir in meinem Garten ein Lebensrecht und werden meist an einer anderen Stelle wieder eingepflanzt und gehegt. 

 

In meinen Ohren summt das Lied: "Mein Freund der Baum ..."

crazycook
Diese

>>> zu faul zum Jagen (vegan)<<< Diät ist auch nur eine Modeerscheinung. Wenn immer mehr "mitmachen" werden die ohnehin schon zu teuren veganen Lebensmittel knapper und noch teurer, dann hört sich dieser Hipe sowieso wieder auf. Es ist momentan chic, aber mehr nicht.

Rinquinquin
Trend

"Alles dreht sich heutzutage um die Frage, welcher Lebens- und Ernährungsstil gesünder, schöner, energiegeladener, glücklicher und ausgeglichener macht. Lebensmittel sind heute nicht einfach nur Lebensmittel, sie sind gleichzeitig Trendprodukte." (FAZ vom 19.5., Seite 9) Woher kommt denn eigentlich die Auffassung, wir seien alle so ungesund, unglücklich und unausgeglichen? Im Leben geht es ständig auf und ab.

Die derzeit hoch im Kurs stehenden Lebensmittel  -und wer würde das nicht besser beobachten können als wir bei einer Koch-Community-  sind Kokosnussöl, Acai-Beeren, Quinoa, Süsskartoffeln und Grünkohl. Am Spannendsten finde ich persönlich immer die Frage, was uns als nächstes und noch viel Besseres empfohlen werden wird. 

 

Auch die "Bewerbungsargumente" für die vier Wochen kostenlose GU Balance-Aktion führen mir immer vor Augen, wie sehr die Menschen auf Schlagworte anspringen. Es geht alles von selbst, man muss -fast- nichts machen.  

Liebstöckel
Diese Woche einen Tag »fast« vegan.

 

Morgen werde ich noch »fast« vegan Spaghetti mit liebevoll gekochter Tomatensauce aus San-Marzano-Tomaten, Zwiebel, Knoblauch, Olivenöl, Rosmarin, Thymian, Oregano und einer Prise frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer zubereiten. – Allerdings nur halbherzig, denn darüber streue ich mir nicht einen »Vantastic Foods Veggi Grattugiato«, jene fast legendäre Streukäsealternative nach Italienischer Art aus Soja und Kokosöl in der bequemen Plaste-Streudose zu einem stattlichen Preis von 4,82 E je 100 Gramm, sondern halte es als unverbesserlicher Traditionalist immer noch mit Giovanni Boccaccio aus dem 14. Jahrhundert, der bereits damals in seinem berühmten »Decamerone« schrieb: »…et eravi una montagna di formaggio Parmigiano grattugiato, sopra la quale stavan genti, che niuna altra cosa facevan, che fare maccheroni e ravioli.“« – So wird es für mich auch bleiben, mit Sicherheit bis zu jenem Zeitpunkt, in der auch ich Veganer werde, denn irgendwann muss ich ja auch ins Gras beißen …

 

Eine Frage beschäftigt mich aber als Hobby-Philosoph seit je, wenn über Veganismus debattiert wird: Was macht nur der sich vegan ernährende Bauer, wenn ihm der Hase ständig seinen Kohl wegfrisst? … Kann mir da eine/r helfen?

 

Bettina Müller
Bioveganes Gärtnern

@Liebstöckel: Ich weiß zwar nicht, was der sich nicht vegan ernährende Bauer mit dem Hasen machen würde. Aber Du sprichst damit noch einmal ein ganz großes Thema an: das biovegane Gärtnern. Was das ist, erklärt GU-Autorin Nicole Just in ihrem Blog ganz schön. 

Liebstöckel
Jetzt weis ich es @ liebe Bettina !

… Was der Bauer mit dem Hasen macht: Habe ich beim ollen Zauselkopf Wilhelm Busch gefunden. :-)))

Gaston
Modetrend

Ich denke auch, das Vegan ein Modetrend ist, der vorbeigeht. Im Moment kann man sich ja kaum retten davor, geht man ins Buchgeschäft, stehen da ganz vorne reihenweise Kochbücher über vegane Küche. Es gibt durchaus leckere Sachen, die vegan sind. Aber eben nicht nur. Ich bleibe dabei, ich bin kein Vegetarier, achte aber auf Qualität und Herkunft, egal ob bei Gemüse oder  Fleisch.

küchengötter
@Liebstöckel

Wir mussten das Bild leider entfernen, da Du nicht der Urheber davon bist. Waren aber so frei, an entsprechender Stelle darauf zu verlinken. :-)

 

Viele Grüße,

Dein Küchengötter-Team

Belledejour
Man muss nicht alles mitmachen

Eine neue Welle mal wieder - aber auch die haben wir bereits hinter uns gelassen.

Ich schließe mich vielen Vorrednern an. Man kann vieles ausprobieren, findet dann sicherlich seine Vorlieben ganz nach seiner Einstellung und nach seinem Geschmack.

 

Auch wir sind keine Veganer geworden, kaufen, kochen und essen das, wovon wir überzeugt sind. Qualität und Herkunft sind das Ausschlaggebende und nicht der Preis bzw. der Hype.

WOLLBAER
Im Leben hat immer alles seine Zeit

Letztendlich sind alle Trends immer eine Frage der Zeit in der sie geboren werden. Trends kommen und gehen wie beispielsweise Buttercremetorten, die auf jedem Familienfest angeboten wurden oder Lambrusco, der in den siebziger Jahren auf keiner Party fehlen durfte.

 

Derzeit sind mehrere Ernährungsformen en vogue. Vegan, Clean Eating, Flexitarier, Paleo und Frutarier geben sich die Klinke.

 

Lasst sie gewähren, sie überholen sich alle. Ich habe meine eigene Ernährungsform im Laufe des Lebens entwickelt:

 

Saisonale Produkte / beste Qualität / Frische oder Reife / auf die Herkunft achten / Vielfalt im Warensortiment / Vollwertprodukte / kurze Garzeiten um die Vitamine zu erhalten.

 

Dazu

 

Mineralwasser und  Tee als Durstlöscher, frisch gepresste Säfte, Bier, Wein, Sekt und Schnäpse als "Highlights" an meinen Wochenenden.

 

LG Rolf

 

Damit wurschtele ich mich durchs Leben.

 

 

küchengötter
@Wollbaer

Auch Dein Bild musten wir leider entfernen, da wir es leider unter Angabe eines anderen Urhebers auf einer anderen Seite gefunden haben. Danke für Dein Verständnis. :-)

 

Viele Grüße,

Dein Küchengötter-Team

Lenja
vegan

Ich bin keine Veganerin, aber eine Freundin hat das mehrere Jahre lang gemacht. Bis sie einen Vitamin B-12 Mangel bekommen hat. Jetzt ist sie wieder Vegetarierin. Mal sehen, ob sie dabei bleibt.

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