Kulinarische Reiseberichte

In den letzten Tagen habe ich einige sehr interessante kulinarische Reiseberichte gehört. Spontan sind mir dann auch einige Geschichten zu dem Thema eingefallen. Mich int

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karlchen

Ein Festmahl auf Sardinien


Vor 10 Jahren war ich mit Freunden auf Triketour auf der Insel Sardinien unterwegs. Wir hatten ein Hotel gebucht und der Hotelchef war zufälligerweise der Präsident des örtlichen Motorrad-Clubs. Er lud uns für einen wirklich kleinen Unkostenbeitrag zu einem Essen im Clubheim ein und wir sagten zu. Das Clubheim war ein sehr altes Gebäude mit dicken Mauern, daß neben vielen Orangenbäumen mitten in der Landschaft stand. Wir saßen an einem riesigen Eichenholztisch mit eines sehr dicken Tischplatte. Es gab selbst gemachten Wein, frischen Fenchel und frische Tomaten vorweg. Später dann Spaghetti mit Meeresfrüchten. Ich hatte noch nie so viele Meeresfrüchte auf meinem Teller. Dann gab es Lamm vom Grill und schließlich Orangen vom Baum gepflückt und eine Auswahl an Hartkäse verschiedenster Sorten. Alles war so urig und unverfälscht und wird für mich immer unvergessen bleiben.

karlchen
Der weltbeste Toamtensalat

Bei einem Urlaub in Australien vor 18 Jahren kauften wir ab und zu Tomaten im Supermarkt, sie waren relativ teuer. Eines Tages fuhren wir eine schmale Straße zwischen Zuckerrohrfeldern entlang, da sahen wir ein Schild auf dem ein Verkaufsstand für Gurken und Tomaten angebündigt war. Einige hundert Meter weiter saß ein älterer Mann mit einem großen Strohhut unter einem Sonnenschirm vor seinem kleinen Häsuschen und verkaufte das Gemüse, das er selbst angebaut hatte. Da war unter anderem auch eine Kiste mit Tomaten. Wir fragten, nach dem Preis, er sagte "two dollars". Wir fragten zurück, ob das der Preis für ein Pfund oder ein Kilo sein sollte. Es war der Preis für die ganze Kiste. Wir kauften die Tomaten und an diesem Abend gabe es Tomatensalat zum Steak. Die Tomaten schmeckten hervorragend, kein vergleich zu den teuren Tomaten aus dem Supermarkt.

karlchen
Die Bananenstaude

Auf der Rundreise durch Australien waren wir über das Osterwochenende auf einem Campingplatz. Wir entdeckten an einer Palme eine Bananenstaude mit noch grünen Bananen, die mußten wir natürlich haben. Wir knobelten und mein Nachbar war derjenige der die Staude von der Palme holen mußte. Das war nicht ganz einfach, denn sie hing doch einige Meter hoch über dem Boden. Er schaffte es schließlich, aber weil die Palme ziemlich klebrig war, mußte er ziemlich lange unter die Dusche, um das Zeug wieder los zu werden. Wir versteckten die Staude, damit der Besitzer des Campingplatzes sie nicht sehen konnte. Die Bananen waren ziemlich klein und krumm, ganz anderes als die die man hier kaufen kann. Schließlich reisten wir ab und bei jeder Gelegenheit plazierten wir die grünen Bananen in der Sonne. Immer wieder sprachen uns Einheimische an und sagten uns, daß man die Bananen so nicht essen könne, das war uns natürlich klar. Nach etwa zwei Wochen Sonnenbad waren die Bananen so weit. Die Bananen schmeckten sehr intensiv, ich habe nie wieder vergleichbere gegessen.

lalinea1965
In Australien

habe ich in der Familie meines Onkels gewohnt. Mein Onkel war schon viele Jahre mit einer Australierin verheiratet, die mit viel Fantasie und gutem Willen Dinge, die man auf Englisch mit australischem Slang nicht sofort verstand, wortreich umschrieb. Eines Morgens kam ich in die Küche und hoffte auf ein Porridge. Es wurde mir aber eine Pfanne unter die Nase gehalten in der "verdächtiges" brutzelte. Diesmal konnte meine Tante komischerweise weder übersetzen, noch umschreiben...und mir war gerade die Bedeutung von "kidney" entfallen. Ich drückte mich erfolgreich darum, etwas aus dieser Pfanne zu essen. Später war ich froh darum....es waren gebratene Nieren zum Frühstücck *iiiiiiiiieeeeeehhhhh*!

lalinea1965
Rom

Rom als Touri-Hochburg hat zu viele teuere Restaurants mit naja - Touriessen. Meine Freundinnen und ich waren aber unter persönlichem Begleitschutz von einem römischen Polizisten und seinem Bruder. Wir bekamen die Sehenswürdigkeiten mit den Informationen erklärt, die Römer in der Schule über ihre Geschichte lernen. Wir wurden im Auto durch Rom gefahren, dass mir Angst und bange wurde (am Ende der Fahrt hing keine Handtasche am Außenspiegel und keine Vespa klebte daran - was mich sehr wunderte). Aber wir speisten auch nur in Lokalen, in denen Römer aßen. Ich habe noch nie vorher so leckeren Büffelmozzarella und Schinken gehabt. Noch nie so gutes Eis. In einem anderen Lokal das beste Menue ever! Durch alle antipasti, Hauptgerichte und dolci die es in Italien gibt. Fütr einen absolut geringen Preis!!!!!!!!!!!! Aber hierher hatte sich auch kein Tourist verirrt. Und......morgens gingen wir in eine winzige Kaffeebar ...nur der Besitzer und 2 Minitische....aber der billigste und beste Cappucchino meines Lebens.

nika
Unterwegs

nach Spanien machten wir Rast an einer Raststätte an "der" Rhone. Erst wurde der Hund Gassi-geführt, der Wagen noch etwas schattiger geparkt und der Hund ins Auto gesetzt. Wasser hatte er immer trinkbereit und die Fenster wurden einen Spalt geöffnet. Dann gingen wir in das Rasthaus. Nun kamen wir für das offizielle Menü zu spät, die Küche hatte geschlossen, aber es gab noch etwas Gemüse und undefinierbares gekochtes Fleisch und einen hervorragenden Salatteller. Der Wirt versuchte uns das Undefinierbare zu erklären, wir haben einfach gesagt, wir lassen uns überraschen. Dann erklärte er uns, wir sollten den Hund holen! Der Kleine durfte, da wir auf der Terrasse saßen unter den Tisch - sonst für die frz. Restaurants ein absolutes NoGo. Unser Hund bekam sofort eine Schüssel mit Eiswasser. 17 Eiskugeln schwammen darin. Dann erst erhielten wir Getränke und unser Essen. Es war alles gut nur das Fleisch hatte viele kleine Knöchelchen und schmeckte "im Abgang" bitter. Es war richtig ekelhaft. wir sind eigentlich sehr probierfreudig, aber das Fleisch bekam unser Hund. Wir haben nicht herausbekommen, was es war. Vielleicht auch besser so. Die Mittagsstunde war sehr erholsam und fleischfrei.

LG nika

Rinquinquin
Bergamo

Auf einer Reise durch Norditalien hatten wir uns für das Mittagessen einen Tisch in einem Ristorante bei Bergamo bestellt. Es dauerte schon etwas, bis wir das Örtchen überhaupt fanden, es war doch schon sehr auf dem Land. Wir kamen aber doch pünktlich um 12 ins Restaurant und fragten, ob wir unseren Berner Sennenhund mit reinnehmen dürften. Das ist in Italien ein noch grösseres Problem als in Frankreich, wo er trotz seiner Grösse immer willkommen war. Aber es war nicht viel los und man lotste uns in das zweite Zimmer etwas weiter hinten, dort sassen wir ganz allein. Wir bekamen die Speisekarte und uns war sofort klar, dass wir das Steinpilz-Menü nehmen würden. Vorspeise, Primo, Secondo - alles mit Steinpilzen, wir haben geschwelgt, wir lieben doch Steinpilze so sehr! Absolute Spitzenklasse. Vor dem Hauptgericht fragte uns der Kellner, ob er unseren Hund mal mitnehmen dürfte. Nun muss ich dazu sagen, dass der gerade mal ein Dreivierteljahr alt war und bereitwillig jeden Unsinn mitmachte. Er ging begeistert mit und wir hörten, wie in der Küche riesiges Lachen und Kichern ausbrach. Der Hund wurde uns zurückgebracht und der erzählte uns natürlich nichts. Zum Dessert gab es auch Steinpilze: Creme und Eis als riesengrosser Steinpilz, schön mit Schokolade behäuptet, in einer wundervollen Dekoration, unvergesslich. Wieder kam der Kellner und bat um den Hund. Und dann kam niemand mehr. Wir hörten zwar das Gickeln und Lachen in der Küche, weiss der Himmel, was die da mit unserem Hund angestellt haben. Nach einer guten Viertelstunde brachte er uns den Hund wieder zurück und war immer noch am Lachen. Leider reichen meine Italienischkenntnisse nicht aus, um dann nachzuhaken. So blieb uns dieses Ristorante in Erinnerung: Steinpilze und Hund in der Küche.

 

@nika  - Deine Beschreibung des Essens am (ja!) Rhône erinnert mich an die Erzählungen von Marcel Pagnol. Dort wurden auch Amseln und Singvögel gefangen und die Bartavelles - junge rote Rebhühner. Allerdings wäre auch das nichts für mich, aber ich habe ja jemanden zur Seite, der für sein Leben gern nagt (das ist nicht der Berner).

 

Liebe Grüsse, Rinquinquin

nika
Knochennagen

@rinquinquin: Diese Knochen waren so klein, die konnten nicht genagt werden. Es waren meiner Ansicht nach Knochen von Pfoten, frag mich nicht, welcher Tierrasse sie vielleicht mal angehört haben.

 

fee017
Französische Boulangerien

Als ich vor zwei Monaten eine Sprachreise an die Côte d'Azur machte, entdeckte ich eine neue Liebe: die französischen Boulangerien (Bäckereien). Sogar mir, die ich normalerweise nicht so eine Süße bin und auf Desserts&Co eher verzichte, fiel es mitunter schwer, mich von den feinen Köstlichkeiten, die dort angeboten werden zurückzuhalten. Nicht nur köstliches Brot in den verschiedensten Variationen (Baguette konnte ich nach dieser Woche nicht mehr sehen, aber es gibt ja noch so viel mehr!) sondern vor allem die Patisserie tat es mir an. Süße Tarteletts in allen Variationen, mit Früchten, mit Creme, etc. Meine Lieblingserinnerung: La Frangipane naturel. Das war eine kleine Tarte aus Sandmasse (?!?) mit gehobelten Mandeln obenauf, ich kanns nicht mehr wirklich erklären. Bin grad fieberhaft auf der Suche nach einem Rezept, aber ich bezweifle, dass es so gut wird, wie in Frankreich.

Fröschchen

In China wollte ich zum ersten Mal Froschfleisch kosten. Ich habe gehört, dass dies die Schenkel, ähnlich wie Hühnerfleisch, sein sollten. Aber es wurde eine Platte mit vielen winzigen ganzen ausgestreckten und gebratenen Fröschchen für mich gebracht. So was abzunagen konnte ich nicht schaffen...

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