Regioprodukte werden immer beliebter - aber was ist denn eigentlich ein Regioprodukt?

In vielen Fällen so etwas wie Himbeertee OHNE Himbeeren, denn wenn NESTLÉ argumentiert: "Regionalität schlägt bio" dann ist etwas OBERFAUL.

20
Kommentare
WOLLBAER

ich verweise auf einen sehr interessanten Artikel in der Zeitung "Die Welt":


 


http://www.welt.de/politik/deutschland/article152460541/Es-wird-Sie-ueberraschen-was-alles-als-Regio-durchgeht.html?wtrid=socialmedia.socialflow....socialflow_facebook


 


 


Die Namensgebung Regio ist frei wählbar. In Berlin wurden Produkte wie Zimt als Regioprodukte angeboten, da die Händler aus Berlin kamen. Für mich ist es der Nachbar, für Nestle, wie großzügig, Deutschland.


 


Liebe Grüße und guten Appetit. Lach!


Rolf


 


 


 


 





WOLLBAER
Passend zum Thema Regio

 

Die neuen Gastro Trends 2016 sollen es angeblichsein……..Bio ist out – angeblich können Gastronomen damit niemand aus dem Hauslocken, da Bio Produkte zum Schnäppchenpreis  beim Discounter liegen. "Regionale Speisen mit guter Story, guterQualität der Zutaten, einer kleinen, ausgesuchten Karte sowie Können in derKüche - das sind die Themen, die in diesem Jahr ganz weit oben stehen."Der Herkunft der Rohware müssten die Gäste vertrauen können. So sei es wichtig,dass beispielsweise die Eier vom besten Züchter der Umgebung stammten, derliebevoll und naturnah seine Hühner halten

 

Das ist nicht aus dem Märchenbuch der Brüder Grimmentnommen und passt zu meinem heute eingestellten Artikel „REGIO KÜCHE“ unddazu auch noch der nächst Absatz den man sich über die Zunge rollen sollte………

 

Oder die Zutaten kommen von Anbietern, die uralteTraditionen pflegen. Das erzählt man den Gästen gerne. "Storytelling istfür Restaurantbetreiber mittlerweile einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren –denn diese Geschichten schaffen eine Verbindung zum Gast."

DAS RESTAURANT MEINES VERTRAUENS bietet jetzt„STORYTELLING“ an, was man altdeutsch MÄRCHEN ERZÄHLEN nennt. So schön kann essein Essen zu gehen…………

 

 

Aphrodite
Wenn Märchenonkel erzählen...

Nur weil jemand seinen Himbeertee aus Deutschland bezieht, muss das ja nicht gleich Frevel sein. Hinterfragen und sich ins Bild setzen, ist eine Sache - Aburteilen und Verunglimpfen eine andere. Hier deshalb zum Ausgleich eine Lektüre, wie es wirklich geht, wenn man für Regionalität einsteht: Machen.

WOLLBAER
@Aphrodite

 

 

das musst Du nicht mir sagen sondern Unternehmen, wie beispielsweise NESTLE. Für mich sind Regio-Produkte Erzeugnisse, die in einem begrenzten Umfeld produziert werden. Gesetzlich gilt auch ein in Deutschland produziertes Erzeugnis als Regio-Produkt.

 

Beispieldes heutigen Tages:

 

http://www.sueddeutsche.de/bayern/catering-mittagsmenue-fuer-traunsteiner-schueler-wird-kilometer-weit-angeliefert-1.2874594

 

Mein Beispiel mit dem Himbeertee hast Du wohl falsch verstanden. Im Tee waren keine Himbeeren, sondern ausschließlich künstliches Himbeeraroma.

 

Mir geht es nicht darum jemanden zu verunglimpfen.Ich habe lediglich an Beispielen der deutschen Medienlandschaft den BegriffRegio aufs Korn genommen. Regio verkauft sich derzeit eben sehr gut, wie derVerkauf belegt.

 

Liebe Grüße Rolf

 

Aphrodite
Märchen erzählen hat nichts....

... mit Restaurants meines Vertrauens und Regio-Produkten zu tun. Und Restaurants auch nicht unbedingt etwas mit Himbeertee von Nestle. Lieber Rolf, kannst Du nicht die Verbraucher akzeptieren, so wie sie sind? Die noch gut alleine denken können, die nicht immer der Ratio folgen, die vielleicht in Deinen Augen unvernünftig sind und auch unvernünftige Entscheidungen treffen. Verbraucher, die Tee mit Himbeeraroma trinken und die Medien, die sich darüber echoffieren.

Liebstöckel
Über das Thema

was ist, wann ist, wo ist »Regio« sich aufzuräufeln ist vertane Liebesmüh. Denn wenn ich mich darüber aufräufeln würde, käme ich mir vor wie der Hamster in seinen Laufrad: Der rennt und rennt und kommt nicht von der Stelle. - Da halte ich es eher wie Pastor Nolte, denn der Nolte machte es immer so wie er’s wollte.

 

Der Link über das Schulessen @ lieber WOLLBÄR ist auch nichts Neues. Es ist ziemlich Wurscht, ob das Essen 400 km oder »regional« 40 km (wie bei meinen beiden Enkeln) herangekarrt wird. Es tümpelt letztlich über mehr als 3 Stunden in sogenannten »Warmhalteboxen« - Wie dann die Panade eines Schweineschnitzels aussieht und schmeckt, oder ein Fischfilet daherkommt, brauche ich wohl nicht zu beschreiben.

 

Zu meiner Schulzeit und dies galt auch bis 1990, gab es da wo ich lebte an jeder Schule Schulküchen, die frisch kochten und trotz der sehr bescheidenen vorhandenen Nahrungsmittel schmeckte es meist. - Meine persönliche Erfahrung. - Mein 12jähriger Enkel ißt schon über 3 Jahre nicht mehr an der Schule. Sein Kommentar: »Schmeckt Sch...!« Ich kann das bestätigen. - Gut ist, dass mein Enkelchen jetzt von der Grundschule in die Gesamtschule kommt und in jener das Wahlpflichtfach »Kochen« angeboten wird. - Das Makabre daran ist allerdings, dass das Schulessen wie vor daher kommt …

 

Aber selbst darüber rege ich mich nicht mehr auf. Es ist mir gleich, ob das was ich tu mit dem A… wieder eingerissen wird. Dann baue ich es eben wieder auf.

 

WOLLBAER
@ Aphrodite und Liebstöckel

 

"Aber selbst darüber rege ich mich nicht mehr auf. Es ist mir gleich, ob das was ich tu mit dem A… wieder eingerissen wird. Dann baue ich es eben wieder auf."

 

Wenn wir uns Liebstöckels Ansicht anschließen, dann kann nichts mehr schiefgehen und man hat immer etwas zu tun.

 

Liebe Grüße Rolf

 

Heute Mittag gibt es in meiner Nachbarschaft ein Regio-Gelage. Das Geburtstagskind wird 95. Peter liefert die Kartoffeln gewachsen in Neustadt, Marlies und Bruno das Spanferkel aus dem eigenen Stall in Brunsbüttel Ort, das Sauerkraut wird bei Hinrich in Marne hergestellt, die einen Bio-Anbau betreiben. Der passende Schluck wird von Hans gebrannt, nach alten Familienrezepten. Lach! Das ist REGIO-KÜCHE. Für die Frauen hat Anneliese mehrere Flaschen Eierlikör vorbereitet.

Reines Marketing!

"Aus der Region" ist leider kein geschützter Begriff. Lebt man in Bayern ist zum Beispiel Fleisch aus Hessen "aus der Region" und kann so deklariert werden. Das ist eine reine Marketingmasche!

WOLLBAER
@MirisKitchen

das schrieb ich zu Beginn meines Artikels. Für mich ist es der direkte Umkreis, beispielsweise 30 km oder 50 km um meinen Wohnort. Bei unseren Marketingstrategen gilt Deutschland als REGIO.

 

Ziehe ich beispielsweise Schlachtvieh in Polen, transportiere es nach Deutschland, dann habe ich Regio Produkte nach denen der Käufer giert. Lach!

 

Ich liebe Märchenstunden.

Annika Mader
Das Regio-Gelage ...

Hallo lieber Wollbaer,

das Regio-Gelage hört sich aber wunderbar köstlich an. Da wäre ich gerne dabei gewesen. Selbstgemachter Eierlikör - köstlich!! 

 

Sicherlich die schönste Weise, das Thema Regio zu betrachten :)

WOLLBAER
@Annika Mader

Guten Morgen Annika,

 

der gestrige Abend war herrlich. Dithmarscher Pils, 25 km von uns gebraut war der Bölkstoff des Abends und die "REGIO-Produkte" eine echte Delikatesse. Lach!

 

Ich möchte noch einmal zum Thema REGIO-Produkte nachladen oder besser einen Link einstellen. Diesmal aus dem FOCUS.

 

http://www.focus.de/finanzen/news/regio-ist-das-neue-bio-bayerische-wurst-aus-chemnitz-mit-welchen-maschen-verbraucher-ueber-den-tisch-gezogen-werden_id_5304379.html?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=facebook-focus-online&fbc=facebook-focus-online&ts=201602231123

 

oder wie man Käufer über den Tisch zieht.

 

Liebe Grüße Rolf

 

 

Annika Mader
Ach wie schön

Ein schöner Abend mit gutem Essen und den Nachbarn (also sozusagen den Regio-Highlights, hihi) ist doch etwas Schönes ... 

WOLLBAER
Tolle neue Regio Produkte

Gerade auf Facebook gefunden aber so wird es gemacht.Eine Orange. Geschält. In eine Plastikverpackung gelegt. Mit der Aufschrift versehen “Vor Ort hergestellt, frisch produziert.”

 

http://www.huffingtonpost.de/2016/03/03/trend-supermaerkte-bescheuert_n_9372976.html?ncid=folfb

 

Da kauft man um so lieber. Lach!

WOLLBAER
auch beim ALDI regionale Spezialitäten

Regionales Produkt: Bierschinken aus der Kühlung - Hersteller kommt aus Landsberg am Lech - bis zur mir sind es 874,6 km.

 

Regio ist heiß umworben.

Aphrodite
Hui.

Reginale Spezialitäten kenne ich viele, z.B. Spreegurken. Was natürlich ein Regional-Produkt ist, wenn man nebenan im Spreewald wohnt. Für alle anderen ist es eine Spezialität, die es nur dort gibt. Herkunft heißt das Zauberwort. Und für andere mag auch Baden-Württemberg weit, weit weg sein. Deshalb habe ich mal geschaut, was es dort für Spezialitäten gibt - quasi bei mir vor der Haustüre :) Deutsche Sprache - schwere Sprache.

küchengötter
@WOLLBAER

Auch von uns noch einmal ein lieb gemeinter Hinweis: Wir möchten Dich darum bitten, Dich mit Deiner Werbung für bestimmte Marken etwas zurückzuhalten, das geht langsam schon sehr in Richtung Schleichwerbung.

 

Danke für Dein Verständnis,

Dein Küchengötter-Team

Bettina Müller
@WOLLBAER

Nur, weil Du so wunderbare absurde Beispiele heraussuchst, heißt das noch lange nicht, dass man den "Regio-Trend" verurteilen muss - da haben wir wieder das Thema mit der Eigenverantwortung des Verbrauchers, nicht wahr. ;-) 

 

Ich halte es so: Wenn es ein Gemüse direkt aus meiner Region gibt (und damit meine ich wirklich im näheren Umkreis), muss ich es doch nicht aus einem anderen Land Europas kaufen. Um Aphrodites Beispiel aufzugreifen: Spreewaldgurken werden im Spreewald hergestellt und nicht in München, deshalb werde ich aber nicht auf sie verzichten. Wenn ich aber die Wahl zwischen beispielsweise einem Kohlrabi von einem Bauernhof bei mir ums Eck und dem aus einem anderen Land habe, greife ich zu dem aus meiner Region.

 

Aber, wie bei so vielen anderen Dingen auch: Das darf und soll am Ende jeder für sich selbst entscheiden.

 

 

Liebstöckel
Ich verstehe den ganzen Hype nicht

Wenn ich immer nur mit regional vorkommenden Produkten kochen müsste, dann würde ich oft in meiner Küche ganz schön alt aussehen. - @ Aphrodite und Bettina hat doch recht: Warum sollten (z.B.) die leckeren Gürkchen aus dem Spreewald nicht auch in Baden zu finden sein? Das ist gut für die Spreewälder Agrar-Wirtschaft und gut für jene, die in jener hier Arbeit haben. Oder aber: »Ätsch, wir haben die Gürkchen - ihr nicht!«

 

Ich verkneife mir auch (z.B.) nicht köstlichen Coburger oder Nürnberger Brat-Würste, deren letzter ich auch beim Discounter finde und erstere ich mir über den Online-Shop der Metzgerei bestelle. Ich fahre auch nicht an die Nordsee, um Salzheringe zu kaufen, denn regional hat hier noch keiner einen Hering aus dem Wasser gezogen. Die gibt es sogar als »Regional«-Gericht im Erzgebirge, als ich eben das alte Rezept »Eimarinierter Haaring« gelesen habe. Da haben die Heringe 700 km hinter sich.

 

Wie gesagt, ich verstehe das alles nicht, denn wenn ich es verstehen würde, müsste ich dahin schippern, wo der Pfeffer wächst. Das will mir aber nicht. Der Weg ist zu weit.

 

Aphrodite
Was wäre denn andersherum geworden?

@Liebstöckel, Dein Hinweis mit dem Pfeffer lässt mich an alte Handelsrouten denken. Was wäre denn, wenn die Germanen den Limes aufgestockt hätten? Bis hierher und nicht weiter! (Eingeweihte wissen, dass der Limes von den Römern erbaut wurde, um die wilden Horden abzuhalten in die Zivilisation einzubrechen), keine Osmanen vor Wien, keine Mauren in Spanien --> keine Orangen auf dem Viktualienmarkt. Ich glaube, dem sind sich alle Schönesser gar nicht bewusst. Und Lebensmittel wurden haltbar gemacht, damit sie sich unter anderem transportieren ließen. Die Zeit zurückzudrehen weckt Sehnsuchtsmomente. Mehr ist es nicht: Ins Feuer gucken und sich schöne Gedanken machen. Und ich denke mal, Regio-Produkte haben ein echtes Imageproblem. Warum sollten Verbraucher zu einem eher schrumpeligen, ungewachsten Braeburn greifen statt zu einem Cripps Pink? Das schlechte Gewissen zählt! Tun wir doch alle nicht so weltbesserisch.

lundi
Was ist ein regionales Produkt?

Die Frage ist schon interessant. Gurken aus dem Spreewald sollen auch so heißen und auch in Thüringen angeboten werden, weil sie überall gut schmecken. Aber sind sie, wenn sie im Spreewald im Regal stehen, "regional", sauer eingelegt mit Zucker, Essig und Gewürzen von ich-weiß-nicht-woher? Und woher kommt eigentlich das Wasser? Man kann es auf die Spitze treiben.

 

Eigentlich finde ich es ganz schön, dass nicht alle Worte per Gesetz defininiert sind und der Fantasie noch ein wenig Raum gegeben wird. Sonst müsste man wohl auch die farbenfrohen Heile-Welt-Fotos auf vielen Lebensmittel-Verpackungen verbieten. Stimmt ja nicht, so ist die Welt nicht, so hätten wir sie gern. Ein wenig Träumen ist erlaubt. Und ein wenig Mitdenken beim Einkaufen auch.

 

Total lokal: Es gab im Fernsehen immer mal Experimente, hier eines davon: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_reportage/Total-lokal-Essen-aus-der-Region,sendung369356.html.

WOLLBAER
@küchengötter

Moin, Moin liebe küchengötter,

 

ich will ganz bestimmt keine Werbung für ALDI, LIDL oder wen auch immer machen. Ich habe diese Beispiele angeführt, weil sie nur die Problematiken des Begriffs REGIOPRODUKT verdeutlichen.

 

Liebe Grüße

Rolf

 

 

Noch nicht eingeloggt?

Hier könnte dein Kommentar stehen :-)

Login