"Schnell" und "Einfach"...

...sind also die meistgesuchten Tags, so entnehme ich es gerade der Tagcloud auf küchengoetter.de. Ich weiß auch, woher das kommt. Ich weiß das sehr, sehr gut....:

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Kommentare
reseda

„Na, Quatschköpfchen, wonach ist dir denn heut Abend?“

Wenn mein persönlicher Küchengott diese Frage stellt, weiß ich natürlich, was er hören will, aber ich probiere es jedes Mal wieder: „Ach, was Schnelles, Einfaches wär schön, wir ham ja die letzten beiden Abende so aufwändig gekocht. Wie wär’s mit Spaghetti Bolognese?“
„Hm, Bolognese... okay, dann brauchen wir Tomaten, Hackfleisch....“
„Neinneinnein, ich sagte „Einfach“ und ich meinte „Einfach“: Nudeln kochen, Glas auf, Soße heiß, fertig.....!“

In diesen Momenten müssten Sie sein Gesicht sehen. Es sagt: „Oh Gott, die Frau, die ich liebe, ist verrückt geworden.“ Natürlich kaufen wir dann Hackfleisch und Tomaten und Tomatenmark und für alle Fälle noch die andere Hälfte der Italien-Abteilung im Kaufhaus-Supermarkt und machen uns an die Arbeit. Genauer gesagt, ich mache mich an die Arbeit; denn ich bin das Handwerk, er ist die Kunst; ich schnippele, hacke und schäle, er riecht, schmeckt rührt – und erntet den Applaus. Völlig zu Recht, denn Kunst kommt von Können und nicht von Schnippeln, sonst würde es ja Schnunst heißen, oder?


Also erledige ich vor dem Applaus das Handwerkliche und nach dem Applaus den Abwasch, mehr oder weniger klaglos und mehr oder weniger jeden Abend. Mein Küchengott versucht meistens auch noch, mich vor dem letzten Bissen in eine allerfeinste kulinarische Exegese über die zwei bis drei mögichen Varianten des gerade Gegessenen zu verwickeln, alles rein theoretisch natürlich, aber wenn mein Magen „satt!“ sagt, dann meldet auch mein Hirn „burps“ – und ich kann beim besten Willen nicht darüber nachdenken, ob statt  Zitronengrases vielleicht doch besser Koriander ... oder das Hähnchen lieber mit Orangenmarmelade ... oder ...

Meine Versuche, „mal was Einfaches“ zu machen, haben sich inzwischen auf genau zwei Gelegenheiten reduziert: 1. wir hatten beide viel zu tun und sind nicht zum Einkaufen gekommen, es gibt also Bestell-Pizza; 2. Er ist nicht da und ich öffne mit großem Genuss eine Tiefkühl-Packung Fischfilet. Die noch seltenere Gelegenheit ist, dass ich koche. Das gibt es auch, aber das ist wieder ein ganz anderer Esslöffel meines Lebens mit dem Küchengott...


 

Marina Angelaki
Super Text

nennt er Dich wirklich Quatschköpfchen? Bitte mehr aus Deinem Alltag mit Deinem Küchengott

Küchengötter User
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