TV-Tipp: Wo sind die guten alten Sorten?

Heute im SWR 3 (20.15 Uhr) läuft eine Doku mit Andreas Hoppe zur Artenvielfalt im Gemüseregal - oder warum Trostlos in und Vielfalt out ist.

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Kommentare
Aphrodite

Und warum alles so kommen musste. Wer steckt denn nun dahinter? Die Saatgut-Konzerne oder "der" Verbraucher, der eh nix versteht und kennt?


700 Bohnensorten kenne ich auch nicht. Neulich habe ich mich nur geärgert, dass dem Frisée-Salat die Bitterstoffe weggezüchtet wurden: "Schmeckt jetzt wie Kopfsalat!" - Ja, super!

Toskanafan
Danke,,,

liebe  Aphrodite, diese Sendung mit Andreas Hoppe war wirklich klasse.Sendung für alle, die sie verpasst haben. Nun habe ich nach zig Jahren mal wieder eine Tomate im Garten, sogar eine Marzano, und was ist,,, sie hat die Braunfäule. Denke, sowas in etwa ist der Grund warum es die alten Sorten nicht mehr gibt. Bitterstoffe weg züchten das kann ich auch nicht haben, entweder man mag sie, und basta, oder kauft sie einfach nicht.

Toskanafan
Bamberg,,,ich komme,,,

Eine Gärtnerstadt mitten in der Stadt. Durch die Mauern erwärmt sich die Erde und gibt sie an die Pflanzen weiter. Sie hüten die Samen, geben kein Geheimnis breit. Siehe Rettich. Süßkraut wird angebaut. Der Bamberger Wirsing soll was ganz besonderes  sein aus altem Saatgut, und wird nur in der Stadt gegessen, weil er lange Transportwege nicht verträgt.Die Köpfe sind locker, innen grün, weil die Sonne durchkommt. Die Bamberger Gärtner,hüten ihre Samen, bis ins Grab. Früher wurden die Samen in alle Welt gehandelt. Es waren über 500 Gärtner, jeder hütete sein Geheimnis. Sie gaben eher die Tochter zum Heiraten frei als einen Gemüsesamen. Alte Sorten die es nicht mehr gibt bauen sie an. Nahmen früher den Gemüse-Samen mit ins Bett um zu trocknen. Link,  http://gaertnerstadt-bamberg.de/Die Bamberger Hörnli.  Da muss ich unbedingt hin, das will ich sehen, den Wirsing will ich auch.  Wird gleich nach dem Urlaub gemacht. Meine Freundin/ sie hatte ich wohl mit meiner Meldung/Bamberg/voll angesteckt,  war letzte Woche da, doch den Wirsing gibt’s erst in gut einer Woche.

lundi
Alte Sorten

Wer einen Garten hat, weiß: es schmeckt einfach anders.

 

Gehe ich in den Supermarkt, erwarte ich Industriegemüse. Logisch. Optisch attraktiv, preiswert und ganzjährig verfügbar. Verbraucher sind nicht dumm, nur praktisch veranlagt und gesundheitsbewusst. An den Geschmack gewöhnt. Verwendet ein Sternekoch im Fernsehen eine Sorte, steigt deren Nachfrage? Prima. Als ich aufhörte, im Winter Tomaten, Paprika usw. zu kaufen und konsequent auf regionale saisonale Gemüse umstieg, brachte mir das keine Freunde, sondern vor allem Unverständnis.

 

Ich gehe auf den Markt. Dort gibt es auch Industriegemüse. Weil der Verbraucher es will. Nur hat er dort ein besseres Gefühl.

 

Gestern fragte mich ein Verkäufer, ein älterer Herr mit einer uralten verbeulten blechernen Balkenwaage, an der Apfeltheke: Wollen Sie die, die schmecken oder die, die gut aussehen? Eine hinterhältige Frage, wenn man kleine verknubbelte bräunliche namenlose Dinger neben wohlgeformten Elstar oder Gravensteiner liegen sieht. Selbst bei den oberleckeren alten und wieder in Mode gekommenen Gravensteinern, hat er mich belehrt, verfügt er über die ursprüngliche Sorte, während sonst meist moderne Nachzüchtungen angeboten werden. Die habe ich gekauft. Klein und dunkelgrün-rot mit sehr fester Schale. Nicht sehr attraktiv anzusehen, aber geschmacklich ein Glücksgriff.

 

Im Tegut und auf unserem Markt gibt es durchaus verschiedene Sorten von Möhren, Roten Beten, Bohnen... und Kartoffeln und Tomaten in allen Farben und Formen. Alles aus regionalem Anbau. Auch Bamberger Hörnchen, die sich nicht sehr komfortabel verarbeiten lassen und für mich nicht wesentlicher besser schmecken als andere Kartoffeln. Ich bevorzuge u.a. die glatte rote Laura für Anbau, Verarbeitung und Geschmack. Für mich muss nicht jedes Gemüse einen Namen und einen Stammbaum haben. Wenn ich es doch mal wissen will, hilft oft: fragen.

 

Alte Sorten sind sicher wichtig für die Vielfalt. Aber nichts ist für die Ewigkeit. Als Hobbygärtner kann ich nicht behaupten, dass alte Sorten bei mir robuster oder weniger anfällig sind im Garten. Eher im Gegenteil. Auch nicht, dass sie besser schmecken. Manche ja, viele nicht. Was hab ich nicht alles probiert. Nur bei Kartoffeln, Tomaten und Chili habe ich mich spezialisiert und gewinne seit 15 Jahren mein Saatgut von an meinem Standort bewährten Sorten selbst. Neben jährlichen wechselnden Neuzugängen. "Meine" schmecken uns aber doch am besten.

 

Ich denke positiv und bin überzeugt, dass es Erwerbsgärtner und Kleingärtner gibt, die lohnenswerte Sorten erhalten. Und ich bin auch froh, dass es moderne Sorten mit vielen guten Eigenschaften gibt.

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