Wie eine Göttin in Frankreich

Während meines einmonatigen Aufenhaltes bei einer Gastfamilie mitten in Frankreich, wurde ich nach Strich und Faden mit französischer Küche verwöhnt.

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Kommentare
fee017

Hallo liebe Küchengöttinnen und -götter!


 


Die letzten Monate habe ich in vier verschiedenen Ländern verbracht und natürlich möchte ich euch an meinen Erfahrungen etwas teilhaben lassen. Meine erste und längste Reise führte mich ins Zentrum von Frankreich, in die Sologne, die Gegend östlich von Tours und ca. 2 Stunden südlich von Paris. Dort verbrachte ich ein Monat bei einer Gastfamilie mit zwei süßen kleinen Kindern und lebte mit einer der herzlichsten Familien, die ich bisher kennengelernt habe.


 


Mein Alltag war ziemlich unspektakulär und für mich fühlte es sich eher an wie ein richtig langer, entspannender Urlaub, als wie Arbeit. Die Sologne ist ein ebenes, weitläufiges Waldgebiet, unweit des Val de Loire, dem Land der Schlösser. Dort führte ich vier Wochen lang ein richtig französisches Leben. Jeden Tag frisches Baguette, Abendessen mit Spontangästen und natürlich Käse. Dieser ist in Frankreich wirklich anders - und ich bin ausgezeichneten österreichischen Käse gewohnt, aber die Franzosen haben ihren runden, in Holzdöschen verpackten Weichkäse perfektioniert. Was sich hier bei uns Camembert nennt, würde in französischen Supermärkten gar nicht erst verkauft werden. Auch bei den Baguettes überraschte mich, dass es wirklich große Unterschiede macht, bei welcher Bäckerei man diese kauft (und die schlechtesten schmeckten wie die bei uns ;) ).


 


Nun bin ich ja schon beim Ende einer Mahlzeit angekommen. Auch bei einer Vorspeise habe ich dazugelernt und weiß jetzt (Jean-Charles und Karine sei Dank), wie eine leckere französisch-österreichische Crossover-Salatsauce auszusehen hat: Dijonsenf + Kürbiskernöl zu einer dicken Paste verrühren, ein Schuss Weinessig dazu - fertig. Nie wieder österreichische Marinadensuppe, in der der Salat schwimmen darf.


 


Was ich an französischen Supermärkten geliebt habe, war ihre riesige Auswahl an Frischfisch. Dumm nur, dass ich hier in einem Binnenland lebe. Die Küsten, von der Frankreich ja genug hat, waren nicht weit entfernt. Tintenfisch, Austern, Thunfisch und Sardellen, es gibt alles, was das Herz begehrt.


 


Auch bei Obst und Gemüse erstaunte mich die Vielfalt, die das Land selbst zu bieten hat. Oder hat von euch schon einmal jemand französische Melonen im Supermarkt gesehen? Nein - nur für den Eigenverbrauch gedacht. Und das ist auch gut so (womöglich wäre sonst unser Bedarf nicht gedeckt geworden).


 


Frisches Gemüse, Fisch, Baguette und Käse, dazu ein Gläschen Wein. Unkomplizierte Küche, die fantastisch schmeckt - so bekam ich es jeden Tag mit. Man fing nicht vier Stunden vorher zu Kochen an, warum komliziert, wenn es einfach auch geht? Sardellen auf den Grill, und die Gäste gönnen sich während der Wartezeit einen kleinen Apéro, zB einen Pastis (Anisschnaps). Man nimmt's gelassen. Denn obwohl ich nicht im südlichen Frankreich war, bemerkte ich doch die südlichere Mentalität, die Gastfreundschaft und die Gelassenheit - und das späte Abendessen.


 


Natürlich habe ich meiner Gastmami auch ein französisches Kochbuch abgeluchst, das ich fast zur Gänze in Form von Kopien mit nach Hause nahm. Auch ein Büchlein zu den typischen Patisserien, also Konditorwaren, durfte nicht fehlen. Falls jemand an Rezepten à la Tarte Tatin (stammt aus der Sologne), Coq au vin, Pêches à la vin rouge, Bouillabaisse, und vielen anderen interessiert ist, kann ich gerne ein paar Auszüge hier reinstellen.

Rinquinquin
oh oh !

Hier hat sich wieder jemand mit dem Frankreich-Virus infiziert. Herzlich willkommen im Club!

Ebefalls Frankreichvirus!

Hallo auch von mir!Was fee017 so erzählt, das kommt nur zu bekannt vor.Ich bin nämlich gerade in Frankreich; etwas nördlich von Paris.

Erst gestern habe ich mich ausführlich mit meiner Gastfamilie über die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich unterhalten und ein dickes Plus gehört einfach den französischen Mahlzeiten. Und das nicht wegen einer besonderen Zubereitung, sondern wegen der Qualität der Zutaten! Obst und Gemüse schmeckt hier viel besser, aromatischer, natürlicher. Unbehandelte Feigen aus dem eigenen Garten, sind nicht in geringster Weise mit denen, die es Deutschland gibt, zu vergleichen. Anstatt einer zähen Haut und schon angetrockneten Kernchen im inneren, schmeckt hier sogar schon die Schale außerordentlich aromatisch. Ganz zu schweigen von dem weichen aromatischen Fruchtfleisch...Gestern gab es "Roussette", auf deutsch Katzenhai. Zugegeben war ich etwas skeptisch. Davon hatte ich in DE noch nie gehört und habe es auch noch nie irgendwie zum Kaufen gesehen. Es was köstlich!Auf die Frage, ob ich denn schon einmal einen Bouillabaisse gekocht hätte, konnte ich nur antworten, dass ich gar nicht die Möglichkeit habe, da es die Zutaten (zumindest in meiner Region) gar nicht frisch zu kaufen gibt!

Von den Bäckereien in Frankreich bin ich sowieso unendlich begeistert: Klar, Baguette der Klassiker. Auch wenn es kaum vorstellbar ist, aber der Unterschied zu deutschem ist riesig. Luftiger, knuspriger und feuchter. Wer schon mal in den Genuss kam, weiß wovon ich spreche... Mich faszinieren außerdem die Gebäckteilchen wie Éclairs, Tartes, Croissants und vieles mehr. Ganz deutlich schmeckt man die Butter, die dafür verwendet wurde und auch ein solcher GEruch liegt in der Luft. Sie sehen zudem viel liebevoller gemacht aus; individuell und nicht wie die Arbeit einer Maschine. Das Sortiment einer Boulangerie ist nicht immer das selbe (bis jetzt ist mir auch noch keine Bäckerkette aufgefallen).

Das ist zwar echt nicht gerecht für die jenige, die sich gerade nicht in FR befinden, aber ich schwärme noch ein bisschen weiter. (Ist das nächste Urlaubsziel schon ausgewählt?!)Jetzt ist der Käse dran: schätzungsweise ist die Käseauswahl in einem Supermarkt ungefähr viermal so groß als in DE. Habt ihr schon einmal Ziegenkäse umhüllt mit Asche (Selles-sur-Cher oder Petit Valencay) gegessen. Mhhh... Dieser Käse hat ein Siegel, da er ersten besonders gut schmeckt und zweitens nur in einer bestimmten Region in geringen Mengen produziert wird. Das finde ich sehr sympatisch, da man dadurch genau weiß wo die Tiere gegrast haben, von denen ja wiederum die Milch für den Käse kommt.Wer sich über den Käse und das Siegel informieren möchte:  http://www.fromage-aop.com/index.php/fr/les-aop-laitieres-francaises/centre---val-de-loire/7/lait-de-chevre/2/valencay/7Die Seite ist auch auf Englisch verfügbar.

Ich könnte, glaube ich, noch ewig weiter erzählen, aber das wäre echt nicht besonders nett und außerdem möchte ich ja nicht alle deutschen Produkte niedermachen.Ich freue mich auch schon wieder auf Kaffee, nach deutscher Art, und auf eine Brezel :)

Ganz,ganz liebe Grüße nach Deutschlandvon petite_sybarite

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