Wildkräutersalat für Anfänger

Es gibt mittlerweile eine große Anzahl an Wildkräuterkochbüchern, aber das Ergebnis schmeckt dann oft irgendwie so "gesund" oder zumindest ungewohnt. Die Kräuterweiblein

1
Kommentare
AnnaMaria


Für den Salat braucht man 1 kleine Fenchelknolle mit Grün, 1 Handvoll
Wildkräuter (je nach Größe 2-3 Brennesseltriebspitzen mit den ersten, zarten 4-5
Blättern, 4-6 junge Gierschblätter, 6 zarte Schafgarbenblätter, 4-6 zarte
Löwenzahnblätter, 3-4 junge Frauenmantelblätter), 1 Handvoll Gartenkräuter
(viel Petersilie, Schnittlauch, Zitronenmelisse, Pimpinelle), 3 EL Bio-Rapsöl,
2 EL heller Bio-Balsamessig (Apfel oder Weißwein), 1 Msp milder  Bio-Senf,
Himalayasalz und etwas frisch gemahlener Pfeffer.


Die Fenchelknolle putzen, halbieren, die harten Stängel abschneiden, den
Strunk herausschneiden, das Grün zur Seite legen, die Knolle vierteln und in
sehr feine Streifen schneiden. Die Wildkräuter in kaltem Wasser gut waschen,
beim Waschen mit einem Küchenhandschuh über die Brennnesselspitzen fahren,
das entfernt die Brennhaare,. Anschließend überall die Blattunterseiten
überprüfen, säubern, ggf. dort noch vorhandenes Getier retten und die  harten Stängel abschneiden. Anschließend mit
einem großen Messer die Triebspitzen oder Blätter in sehr feine Streifen
schneiden, dann fein hacken. Anschließend die Gartenkräuter wie gewohnt putzen,
waschen und fein hacken. Aus Öl, Senf, Essig, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette
rühren. Ich mache das übrigens mit einem dieser stabförmigen Milchaufschäumer.
Dann die Salatzutaten darin marinieren. Mit diesem Rezept kann man je nach
individuellem Geschmack experimentieren und die Wildkräutermenge anpassen. Der
Anfänger nimmt zuerst viel Petersilie und Schnittlauch und erhöht mit der Zeit
die leicht bitter-aromatisch schmeckenden Kräuter wie Schafgarbe, Löwenzahn und
Frauenmantel, bis das optimale Mischungsverhältnis gefunden worden ist. Und nun
ein paar Tipps zum Suchen der Wildkräuter.


Die passende Sammelstelle finden: meine optimale Stelle ist ein leicht verwildertes, kleines Tal im ländlichen
Osterzgebirge, es führt nur ein Fußweg durch, also kein Straßenverkehr, es gibt
dort nur Wiesen und Wald, also ist die Gefahr der Behandlung meiner Kräuter
durch Pflanzenschutzmittel oder Düngemittel gering. Den Giersch und die Brennnessel
finde ich im schattigen Anfang des Tals in Bachnähe, Giersch und Brennnessel
haben sich wohl aus den angrenzenden Gärten selbst ausgewildert. Frauenmantel Löwenzahn
und Schafgarbe finde ich auf den höher gelegenen Wiesen. Beim Anbau von Wildkräutern
im eigenen Garten sollte man bedenken, dass sich Brennessel, Giersch und
Schafgarbe über Wurzelausläufer sehr stark vermehren, insbesondere beim Giersch
kann ich daher nur abraten.


Die richtigen Kräuter sammeln: die
aufgeführten Kräuter sind sehr häufig auf Wiesen oder in der Nähe von
Ortschaften anzutreffen. Das Problem für Anfänger liegt darin, dass man Pflanzen am sichersten
anhand ihrer Blüte identifizieren kann, wir aber zum Kräutersalat junge Blätter
benötigen, die Blüte daher zur sicheren Bestimmung fehlt. Ich empfehle daher an
einer geeigneten Sammelstelle die Pflanzen das Jahr über zu beobachten und sie im
blühenden Zustand sicher zu identifizieren. Insbesondere den Giersch kann man mit seinen Verwandten verwechseln. Auch sollte man beobachten, an welcher Stelle die
Pflanzen das Jahr über gesund und kräftig bleiben, ob und wo der Bauer seine
Wiesen düngt, wo gewöhnlich der Bulle mit seiner Herde auf der Wiese steht usw.….
und dann im nächsten Frühjahr beginnen zu sammeln.


Sammelzeit: ist mit
Wachstumsbeginn im Frühjahr bis in den Juli hinein, denn auch nach der Mahd
treiben die Pflanzen noch einmal neu aus und bilden dann wieder frische, junge
Blätter. Falls Wildkräuter übrig geblieben sind, dann bereite ich eine
Tomatensoße mit frischen Tomaten, Zwiebeln, Basilikum oder Oregano zu und gebe
die gehackten Kräuter kurz vor dem Servieren in die Soße. Dazu gibt es
Dinkelspaghetti und in Scheiben geschnittener Büffelmozzarella. Das schmeckt nicht
nur „gesund“. Und im Spätsommer sammle ich Brennnesseltriebe mit ihren Samen,
zupfe nach dem Waschen und nach dem Entfernen der Brennhaare die Samenstände
ab, hacke diese fein, schmore sie in Rapsöl oder etwas Butter fein an und
schmecke mit Salz ab. Das schmeckt nussig und wenn man gut salzt ein wenig wie geriebener
Parmesan.

Aphrodite
Bis auf die Schafgarbe...

findet sich alles bei mir im Garten. Und damit es nicht Überhand nimmt, verwende ich den Rasenschnitt zum Mulchen. War das früher immer ein Theater: Rasenschnitt quer durch die Stadt zum Kompostieren fahren. Brennesselsamen muss ich mal probieren. Die Blütenstände vom Giersch lassen sich auch gut verarbeiten. Einen Salat mir Frauenmantel werde ich nach diesen Tipps mal probieren.

Noch nicht eingeloggt?

Hier könnte dein Kommentar stehen :-)

Login