Das Rätsel um die Öpfelbräusi

Ein simples Gericht aus altem Brot, Apfel und Milch mit Zucker hat meine Kindheit versüßt und lässt mich heute verzweifeln. Liebe (Groß-)Mutter, was stimmt da nicht?

Das Rätsel um die Öpfelbräusi
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Maike Damm

Der Duft von geröstetem Brot, der süß-säuerliche Geschmack von Äpfeln, Dampf über dem heißen Milchtopf, das Klacken des Löffels in der Zuckerdose. Manche Düfte, Geschmäcker und Geräusche wecken sofort Erinnerungen. Die Öpfelbräusi meiner Großmutter war als Kind eine meiner Leibspeisen. Noch heute liebe ich es, wenn meine Mutter sie nach alter Tradition für uns zaubert. Eine schriftliche Überlieferung in Form von einem Rezept gibt es leider nicht. Drum schaute ich bereits mehrfach zu, hörte hin und schrieb letztlich sogar mit. Doch totz aller Konzentration, der minimalistischen Zutatenliste und Zubereitungsschritten wie sie einfacher nicht sein könnten, scheiterte ich bereits mehrfach an der Zubereitung einer perfekten Öpfelbräusi. Brot, Äpfel, Milch und Zucker. Mehr gehört laut meiner Mutter wirklich nicht hinein. Was ist dann bitteschön so schwer daran? Jede Menge kleiner feiner Hinweise, deren Einhaltung zwingend erforderlich ist, seien des Rätsels Lösung:

 

Für drei bis vier Personen schneidet meine Mutter drei bis vier Weißmehlbrötchen vom Vortrag (wichtiger Hinweis Nr. 1) in dünne (wichtiger Hinweis Nr. 2) Scheiben und röstet sie dann in einer Pfanne ohne Fett (wichtiger Hinweis Nr. 3) bis sie goldbraun sind. Dann schält sie drei bis vier Äpfel der Sorte Elstar (wichtiger Hinweis Nr. 4) und schneidet sie in dünne Spalten, um sie anschließend in der Pfanne mit höchstens einem Esslöffel Wasser (wichtiger Hinweis Nr. 5) zu dünsten. Zum Schluss übergießt meine Mutter das geröstete Brot mit einem halben bis dreiviertel Liter heißer Milch und achtet peinlich genau darauf, dass sich eben dieses vollsaugt, aber nicht vor Nässe tropft (wichtiger Hinweis Nr. 6). Nun kommen nur noch die Äpfel dazu und ein bisschen Zucker nach Belieben darüber. Fertig ist Großmutters Öpfelbräusi nach alter Familientradition!

 

Liebe Küchengötter, kennt Ihr dieses wunderbare Gericht? Ich freue mich, wenn Ihr's probiert! Vielleicht habt Ihr mehr Glück damit als ich. Und wo wir schon dabei sind: "Öpfelbräusi", was heißt das eigentlich genau? "Öpfel" ist schweizerdeutsch für Äpfel, aber "Bräusi", wofür steht das denn? Gibt's das überhaupt oder ist's ein Fantasiename, den sich meine Großmutter ausgedacht hat? Ihr seht, ich tappe in jeder Hinsicht im Dunkeln, was mein einstiges Lieblingsessen angeht...

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Bräusi

Ich denke auch, dass Bräusi von Brot/Brösel kommen könnte

Bettina Müller
Omas Rezepte

Liebe Maike,

 

diese Geschichte erinnert mich so sehr an den berühmten Apfelkuchen meiner Oma. Diesen Kuchen haben meine Schwester und ich geliebt, als wir klein waren, und wir hätten immer ohne Probleme einen Kuchen zu zweit geschafft. Später, als wir dann selber fleißig am Backen waren, wollten wir den Apfelkuchen natürlich auch backen. Meine Oma erzählte uns also das Rezepte, es wurde fleißig mitgeschrieben, aber der Kuchen hat nie wieder so gut geschmeckt wie bei ihr. Ich glaube, dass die Omas bei diesen Rezepten einfach immer die wichtigste Zutat sind/waren. 

Zutat Oma

Liebe Bettina,

Deinen letzten Satz kann ich nur bestätigen! Bei uns war es der Zitronenkuchen und die Hühnersuppe. Davon habe ich den Geschmack und Duft immer noch im Gedächtnis, obwohl meine Oma seit mehr als 30 Jahren tot ist.

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