Der Link zum Sonntag: „111 Gründe, Vegetarier zu sein“

Der Link zum Sonntag - heute mit einer Buchempfehlung rund um jede Menge gute Gründe, sich vegetarisch zu ernähren ...

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Kommentare
küchengötter Redaktion

Sich fleischfrei zu ernähren liegt voll im Trend und gefühlt kennt gerade jeder irgendjemanden, der ein Vegan-Experiment durchführt und ganz bewusst auf tierische Produkte verzichtet. Aber warum eigentlich? Weil man das gerade einfach so macht, weil man IN sein möchte?

 

Mitnichten. Für eine fleischfreie Ernährung gibt es jede Menge einleuchtendere Gründe, als einfach nur einem Trend zu folgen. Mindestens 111. Und die haben die beiden Autorinnen Anne Lehwald und Simone Ullmann in Ihrem Buch „111 Gründe, Vegetarier zu sein“ jetzt ganz charmant zusammengetragen. 

 

Weil es nie zu spät ist, sein Leben zu verbessern – Weil die meisten Zivilisationskrankheiten vermieden werden könnten – Weil im Gemüse keine Hormone sind – Weil es unseren ökologischen Fußabdruck verkleinert – Weil Vegetarier besser riechen – Weil es paradox ist, dass Tier nicht gleich Tier ist – Weil die ökologische Haltung und Tötung auch nicht viel besser ist - ...

 

Das Buch ist ein Plädoyer an jeden, sich mit dem eigenen Fleischkonsum auseinander zu setzen. Gespickt mit Anekdoten aus der Promiwelt und dem persönlichen Umfeld der beiden Autorinnen, räumt es mit Vorurteilen auf, gibt Einblicke in zahlreiche Studien, wirkt dabei weder belehrend noch verurteilend, verzichtet aber auch nicht auf die Beschreibung der Zustände der Fleischproduktion. Ein Buch für alle, die sich bereits vegetarisch ernähren, es vorhaben oder auch einfach noch nie darüber nachgedacht haben und all diejenigen, die die Beweggründe von Vegetariern und Veganern besser verstehen möchten. 

 

"111 Gründe, Vegetarier zu sein" ist im Schwarzkopf & Schwarzkopf-Verlag erschienen.

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Aphrodite
1 Grund kein Vegetarier zu sein.

Meinetwegen kann es 1.000 Gründe dafür geben. Ich bin ja auch nicht völlig resistent. Vegetarier werde ich mich in diesem Leben aber niemals nennen. Egal ob gerade in oder nicht. Wenn ich nur Pastasauce und Spaghetti esse mutiere ich ja auch nicht automatisch zur Italienerin und singe nur noch: Oh, sole mio.....

Statistiken kann man schön biegen. Steigerungen um das 15-fache! Whow! Basis war 0,6. 

Am schlimmsten fand ich das Wort "grausam". Das Schlachten von Tieren ist nicht grausam. Eine fette Katze (Haustier) hat unser Meerschweinchen gefressen (Lieblingshaustier). Selbst das würde ich nicht grausam nennen. Ich hab' die Katze einfach unterschätzt. Alles in allem traurig und ich hege einen stillen Groll gegen diese Katze - seit dem. Sollen sich Stubenkater deshalb vegetarisch ernähren? Oder darf man als Vegetarier keine Katzen und Hunde mehr halten? Charmant bin ich jetzt nicht - ich weiß.

Kochmamsell
Noch ein Grund ...

..., kein Vegetarier zu sein. Fleisch ist der beste Eiweißlieferant, den es gibt. Das Argument, Hülsenfrüchte seien eine bessere Eiweißquelle? Mag sein, was aber, wenn man die nicht bzw wenig essen darf wegen des hohen Kaliumgehaltes? Und Sojaprodukten kann man auch nicht über den Weg trauen.

Bettina Müller
Vegetarier

@Aphrodite: Das entsprechende Kapitel im Buch heißt nicht das Schlachten grausam ist, sondern das Tierhaltung grausam ist. Es geht dort vor allem um die Beschreibung der Lebensbedingungen der Tiere vor dem Schlachten. 

 

@Kochmamsell: Das Argument mit den Hülsenfrüchten gibt es in dem Buch gar nicht. Es geht allgemein um pflanzliches Eiweiß (auch aus Nüssen, Samen, Kartoffeln, Blatt- und Wurzelgemüse etc.) und darum, wie sich die Zufuhrempfelung für Eiweiß verändert hat (sie wurde erheblich reduziert). Es wird also kein "Soja-Fass" aufgemacht.

 

Ich habe das Buch gelesen und esse nach wie vor Fleisch, und habe mich von dem Buch auch in keinster Weise angegriffen gefühlt. Es regt nur zum Nachdenken und noch bewussterem Umgang an. Reduziert habe ich meinen Fleischkonsum schon vor dem Lesen des Buches. Aber wie gesagt, ganz ohne kann ich bisher auch nicht. Dafür schmeckt es mir auch viel zu gut. 

Aphrodite
Es gibt eine Menge Gründe dafür - und es gibt eine Menge Gründe dagegen.

@Bettina, ich muss noch mal schnell die Welt retten - und 100 Tausend Mails checken... (oder so ähnlich). Meine Kritik war allgemein gesprochen. Alle 111 Gründe die dafür sprechen, finde ich etwas einseitig. Es zu tun und nicht darüber zu sprechen oder zu schreiben, käme mir da mehr entgegen. Soll sich doch jeder seinen Tofu in die Pfanne hauen wie er lustig ist. Einige Argumente sind seltsam verklärt. Das mag ich nicht. Wie ich vieles nicht mag. Zum Beispiel: Rettich.

lundi
111 Gründe, die keine sind

Ich habe mir das Buch geliehen und es gelesen. Ich habe nichts Neues erfahren, kein Argument hat mich erreicht oder zum Nachdenken gebracht und vieles darin halte ich einfach für falsch. Jedes der "Argumente" könnte ich einfach ins Gegenteil umkehren. Damit wäre  es schon fast wieder ein Plädoyer für Mischkost. Wenn der Text nur nicht so langweilig wäre.

 

Die meisten Vegetarier, die ich kenne, sind keineswegs schlank, eher im Gegenteil. Käse und Milchprodukte halte ich persönlich für moralisch und gesundheitlich bedenklicher halte als ein Steak. Jeder Acker vernichtet Lebensraum und stört empfindlich ökologische Zusammenhänge. Wenn jetzt alle Veggies wären: Wie funktioniert moderne Pflanzenproduktion - will man das wirklich mit gutem Gewissen essen? Besser riechen - häää? Obst und Saft schaden den Zähnen durch die Säure enorm...

 

Die Welt rette ich ganz sicher nicht, wenn ich Veggi werde. Wenn ich mir die Gemüseabteilung der Kaufhalle oder manche Mülltonnen ansehe, sehe ich die eigentlich Naturkatastrophe. Bewusst, sparsam, sorgsam, regional und saisonal mit Lebensmitteln umgehen, ob Pflanze oder Tier, damit hoffe ich, meinen Beitrag zu leisten.

 

Aphrodite
Was wird ein aufgeklärter Vegetarier oder Veganer?

@Lundi, wenn ich alles durch habe, lande ich auch wieder bei Mischkost. Viel Milch und Käse gibt es ohne die Kälbchen nicht. Nur artgerecht hat auch seinen Preis. Ich plädiere deshalb für weniger und eine bessere Qualität. Dann sollten sich viele Argumente in Luft auflösen und der Raubbau an der Natur ein Ende haben. Wer will und kann sich das leisten? 

Eine sehr privilegierte Diskussion. Also zurück zu den alten Tugenden: bewusst, sparsam, sorgsam, regional und saisonal. Den Vorsatz "veggi" braucht es da wirklich nicht und wendet nur scheinbar alles zum Guten.

Für mich: Schluss mit den ganzen Experimenten!

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