Die Kakao-Frage

Kakao ist nicht gleich Kakao – Eine Geschichte über klitzekleine Macken und Aromen, die einfach so gar nicht passen wollen ...

Die Kakao-Frage
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Bettina Müller

Seit meiner Kindheit ist Kakao mein treuer Begleiter. Ich muss noch ziemlich jung gewesen sein, als mir mein Opa zum ersten Mal zeigte, wie man (DDR-)Kakao richtig anrührt: Erst 3-4 Teelöffel Kakaopulver in die Tasse geben, etwas Milch dazu, so lange verrühren, bis kein Klümpchen mehr übrig ist und erst dann die restliche Milch hinzugeben. Noch bis heute bereite ich meinen Kakao genauso zu und habe noch nicht einmal getestet, ob es vielleicht doch auch ohne das Anrühren funktioniert.

 

 

Und noch eine Eigenart habe ich: Mein Kakao muss entweder richtig kalt sein oder heiß. Zimmerwarm geht einfach mal gar nicht (Das gleiche gilt übrigens auch für Milch. Meine Mutter musste ziemlich viele Diskussionen mit mir überstehen, bis sie diese eiserne Regel erkannte).

 

Wenn diese beiden Bedingungen – keine Klümpchen, akzeptierte Temperatur – stimmen, schwebe ich im Kakaohimmel und es kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Dachte ich zumindest. Bis ich letzte Woche in meinem Lieblingsrestaurant ganz spontan den Lavendel-Kakao bestellte, der mich schon immer so von der Karte angelacht hatte. Die Bedingungen stimmten: Der Kakao war klümpchenfrei und auch schön heiß. Doch der Geschmack wollte mich einfach nur an parfümierte Seife und Mottenkugeln und nicht etwa an Schokoladenmilch erinnern.

 

Mein Glaube an Kakao war kurzzeitig erschüttert. Dabei hatten wir gemeinsam schon so viel erlebt und überstanden: Selbst Strohhalme, die Milch in Kakao verwandeln und Kakao, der nicht braun sondern pink war, hatten mich bisher nicht vom Glauben abbringen können. Aber Lavendel?!.

 

Meine Experimentierfreude werde ich in der nächsten Zeit auf jeden Fall erst einmal zu Hause lassen.

 

Aber wie sieht es bei Euch aus? Stehe ich mit meinen klitzekleinen Kakao-Macken alleine da? Und gibt es noch irgendwelche Kakao-Aromatherapien, vor denen Ihr mich vielleicht warnen könnt?

 

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nicht allein

die Temperaturmacke hab ich auch :D

Wenn Kakao alleine nicht reicht, mag ich ihn mit Zimt und Kardamon oder mit Pfirsich- oder Toffee-Likör. Auch Nusssirup oder Zitrusfrüchte finde ich toll.

Aber wovon viele schwärmen, Schärfe gehört für mich in keinen Kakao, weder durch Chilli noch durch Ingwer! Und Kräuter wie Minze und Rosmarin finde ich auch nur in kalten Varianten erträglich.

KleineKöchin
Heiße Schokolade

Mein großer Traum als Kind: eine Tasse heiße Schokolade. Nicht wissend, dass damit ja doch auch nur Kakao gemeint war. Ich träumte immer von einer Tafel Schokolade, die so lange erwärmt wurde, bis sie richtig flüssig und trinkbar ist. Funktionierte nur nie (und war eigentlich auch verboten, sorry Mama :-)

 

Heute muss immer das gewisse Etwas mit rein, Kakao pur mag ich selten. Am liebsten ein Löffelchen Nutella, außerdem auch ein Schuss Obers für die Cremigkeit. Mittlerweile habe ich in unserem Haushalt die Milch durch Pflanzenmilch ersetzt, aber das Obers, das muss einfach hin und wieder mit rein.

Bei den Aromen variiere ich sehr gerne. Gewürzmischungen, nur Zimt, gerne auch ätherische Öle (Rose oder Orange- sehr zu empfehlen!), alles darf mit rein. In der Luxusvariante schwebe ich nach wie vor in den siebten Himmel.

Nur mit Alkohol, das mag mir einfach nicht schmecken, egal wie oft ich es probiere. Und ein Schlagobershäubchen oben drauf, das muss ich dann doch auch nicht haben.

nika
Schokoladenpaste

Während meiner Schwangerschaften hatte ich - jederzeit zur Verfügung - eine wie oben beschriebene Schokoladenpaste (Kakau mit gaaanz wenig Milch), da brauchte ich nur noch heiße Milch darübergeben und alles miteinander verrühren, fertig. Diese fertigen (von mir überhaupt nicht geliebten) süßen Kakaupulver blieben im Supermarktregal stehen. Stattdessen wurde immer der gute holländische schwach entölte Kakau wie bei Bettina vermischt (aber gleich im großen: mindestens ein Marmeladenglas voll).

4 Kostproben

Ich bekam zu Weihnachten von meiner Autowerkstatt vier kleine Kostproben Kakao mit ausgefallenen Zusätzen und eine hübsch aufgemachten Broschüre, die den Entstehungsprozess von der Bohne bis zum Genuss erläuterte.

So habe ich also Kakao mit Vanille, Rosenblüten, Salz und Zimt/Kardamom probieren können, um dann fest zu stellen, dass Kakao so wie Oma ihn machte, am Besten schmeckt - und zwar ohne Klümpchen, heiß und auf jeden Fall ohne Haut!

Rosenblüten fand ich bitter, Vanille und Zimt/Kardamom war okay und Salz mochte ich gar nicht. Aber Geschmäcker sind verschieden.

LG Scholezard

sparrow
Heiße Schokolade mit Sahne

Als Kind und als Jugendliche war heiße Schokolade mit Sahne das höchste für mich. Auch heute noch mag ich das gerne, allerdings ohne Sahne. Ich habe immer edle dunkle Schokolade im Haus. In heiße Milch gebe ich ein paar Stückchen und lasse sie schmelzen. Bei besonderen Anlässen kommt noch Cointreau hinein.Von einem Chocolatier aus Berlin habe ich mir verschiedene Schokowürfel am Holzstab mit gebracht, die in einem Becher heißer Milch aufgelöst werden. Bin schon gespannt darauf.

Sebastian Dickhaut
Kakao? Genau.

Das ist lustig - genau dieser Lavendelkakao (ich glaube, wir meinen den selben von einem Münchner Hersteller) hatte mich einst wieder mehr Kakao trinken lassen. Ich finde diese Kombi sehr faszinierend, und das vertraute Lila tat sein übriges. (Ja, ich esse auch so was...) Was ich dabei auch mag ist, dass der Zucker da schon drin ist, wenn auch gut reduziert.

 

Sehr toll: Schlagsahne mit viel von diesem Kakao (oder auch einem ohne Aroma, aber mit Zucker drin) mischen, wird wie Mousse. Oder gezuckertes Kakaopulver über Eis streuen, das wird knusprig!

 

Ich hatte mal gelesen, dass Goethe oder zumindest die Denker seiner Zeit sich mit heißer Schokolade anregten, die damals ganz neu und en vogue war. Habe ich dann eine Zeitlang am Vormittag gemacht und tatsächlich fühlte ich mich belebt und konzentriert auf wundervolle Art, anders als bei Tee oder Kaffee. Aber dann gings mit der Milch nicht mehr und mit Sojamilch... hm, vielleicht sollte ich das mal probieren?

 

Die Zubereitung von Deinem Opa ist goldrichtig, zumindest für echtes Kakaopulver, das keinen Zucker und auch sonst nix außer Kakao enthält, anders geht's wirklich schwer bis nicht. Aber Nesquickabasuchardusw. mit Zucker und Stoffen zum besseren Lösen drin kann man auch so reinrühren.

 

 

Bettina Müller
Kakao

Oh schön, was hier für tolle Kakao-Ideen zusammen gekommen sind. Jetzt muss ich aber etwas gestehen: Mein Opa hat mir die "komplizierte" Zubereitung nicht mit echtem Kakaopulver gezeigt, sondern mit DDR-Kakao. Der hatte ganz offensichtlich die gleichen Ansprüche ;-)

Lavendelkakao ist ja nicht alles

As I went ot walking heißt der Lavendelkakao, von dem ihr da redet.

Ist nicht jedermanns Kakao. Stimmt. beckscocoa hat 13 Sorten, und damit hab ich mich vermutlich geoutet, ich bin der Hersteller selbst und mich freut es sehr, dass sich seit 2003, als ich das erste Mal auf einem Weihnachtsmarkt versucht hatte, heißen Kakao zu verkaufen und damals noch recht mühsam erklären musste, dass es nicht nur ein Kindergetränk ist heiße Schokolade so in der Genußwelt wiedergefunden hat.

Ich mag natürlich meine eigenen Sorten recht gerne, kann allerdings jedem Kakao-Junkie empfehlen, aus sehr guter Zartbitterschokolade, die ihr mit Milch zusammen heiß macht in neue Sphären vorzudringen.

Rezept:

35g Zartbitterkuvertüre (z.B. Original Beans Cru Virunga)200ml frische Vollmilch (ich nehme am liebsten Demetermilch, weil lsie nicht homogenisiert ist)im Topf zusammen erhitzen und mit dem Schneebesen schaumig rühren.

Bitte die Milch nicht kochen, sie verliert sonst ihren Geschmack und schmeckt leicht verbrannt.

Es braucht keine zusätzlichen Aromen, keinen Zimt, keine Vanille, nichts.

Wenn ihr verschiedene Kuvertüren ausprobiert, schmeckt es jedesmal faszinierend anders.

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