Die Sucht nach dem Suppenmord

Ein Kommissar, eine Suppe und (mindestens) ein ungeklärter Mordfall – eine Buchempfehlung.

Die Sucht nach dem Suppenmord
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Bettina Müller

Vor genau einem Monat outete ich mich an dieser Stelle als Leseratte. Heute muss ich noch einen Schritt weiter gehen: Ich glaube, ich bin lesesüchtig!

 

Seit die Tage wieder kürzer geworden sind, vergeht eigentlich keine Woche, in der ich nicht ein neues Buch verschlinge. Wie in Kindertagen habe ich inzwischen das Lesen mit der Leselampe unter der Bettdecke wieder perfektioniert – Sehr zum Leidwesen meines Weckers, der inzwischen morgens einen regelrechten Klingelmarathon hinlegen muss, um mich übermüdete Profileserin wieder aus den Federn zu bekommen.

 

Und süchtig bin ich dabei nicht nur nach Büchern, sondern vor allem nach den Büchern einer Authorin: Edda Minck!

 

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Warnmeldung an all diejenigen aussprechen, die auch gerne mal Bücher verschlingen – Auch bei Euch könnte meine folgende Buchvorstellung zu einem akuten Suchtproblem führen.

 

Die Sucht kam ganz schleichend. Auf meinem Schreibtisch landete vor ein paar Wochen ein neuer Roman. Äußerlich eher unscheinbar. Titel: Suppenmord. Untertitel: Kommissar Hölderling kocht. – Ein Krimi, in dem der ermittelnde Kommissar kocht und eine Suppe ermordet wird? Auf den ersten Blick klang das ganze doch eher klischeehaft und nach einem Kandidaten für den Sat1 FilmFilm (diese Idee konnte mir nur kommen, da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts von Edda Minck gelesen hatte). Doch mein unerschütterlicher Mut, das Buch trotz aller Vorbehalte zu lesen, wurde belohnt!

 

„Ein Motiv ist wie ein Kochrezept – aber allein davon wird man nicht satt.“ (Kommissar Hölderling)

 

Die Geschichte im Schnelldurchlauf: Der Kommissar isst und kocht gerne. Jetzt hat er Liebeskummer und isst und kocht noch lieber. Zu seinem Leidwesen wird er zu einem Klassentreffen eingeladen. Zu seiner großen Überraschung fährt er sogar hin. Zu seiner noch größeren Überraschung sterben die Gäste des Klassentreffens wie die Fliegen. – Ganz zum Leidwesen des Kommissars. Denn die Küche muss zwecks Spurensicherung geschlossen werden! Höchste Zeit, den Mörder endlich zu stoppen!

 

Und der Leser? Wird sich zu keiner Zeit mit diesem Buch langweilen! Edda Minck schafft es auf ihre ganz eigene und besondere Art (der ich inzwischen komplett verfallen bin), eine temporeiche, charmante, witzige und spannende Geschichte zu erzählen, der man ab dem ersten Kapitel völlig verfällt. Kommissar Hölderling hat dabei genauso Ecken und Kanten wie der Espressokocher, den er auf Reisen zusammen mit einem Camping-Gaskocher immer dabei hat und will so ganz und gar nicht in das Kommissaren-Klischee passen, das man aus Fernsehfilmen kennt. Seine Freunde und Co-Ermittler sind auch alles andere als aalglatte Soap-Darsteller. Doch genau diese leicht verrückten Charaktere machen die Geschichte einfach so lesens- und liebenswert.

 

Und der Genuss? Kommt natürlich auch nicht zu kurz. In den Hauptrollen: Der unentbehrliche Espressokocher, ein mindestens genauso unersetzlicher Reiskocher, Klingelchens Kirschstreusel, dessen Duft Tote erwecken kann, Wildreispfannkuchen, die den akuten Wunsch auf Karamell wecken, Trinkspiele, die so manchen Kunstlehrer staunen lassen würden und und und. Die besten der geschichte gibt es als Trost, wenn das Buch leider zu Ende ist, sogar mit auf den Weg ...

 

Puh. Bleibt nur noch die Frage, warum die arme Suppe ermordet wurde. Aber das, müsst ihr dann doch besser alleine herausfinden.

 

 

Edda Mincks Suppenmord ist am 01. November 2012 im Rowohlt Verlag erschienen. (Suppenmord: Kommissar Hölderling kocht auf amazon.de)

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