Die Wein-Frage

Darf’s noch ein Glas Wein dazu sein? Immer gerne, aber für welchen Wein entscheidet Ihr Euch?

Die Wein-Frage
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Bettina Müller

Mit Wein ist das ja immer so eine Sache: Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, als ich mit 17 im Supermarkt stand und Weine, die ich verschenken wollte, nach dem Etikett ausgesucht habe (da gab es so einen Rotwein mit einem wunderschönen Rosenfoto als Etikett, der sich glaube ich immer besser als Deko als zum Trinken geeignet hat). Mit Anfang 20 habe ich dann Weine anhand des Preises ausgesucht. Wenn der Wein nicht der billigste war, konnte er schließlich nicht der schlechteste sein, oder? Immer dabei im Hinterkopf die alt bekannte Regel: Roter Wein zu rotem Fleisch und weißer zu hellem und Fisch (obwohl ich ja zugeben muss, dass ich mit Rotwein viel Jahre lang nicht wirklich etwas anfangen konnte).

 

Heute, mit ein paar Jahren mehr auf dem Buckel, habe ich für mich den Reiz von Weinbegleitungen zu Menüs entdeckt und bin immer wieder erstaunt, wie gut ein Wein ein Gericht ergänzen kann (oder auch nicht). Wenn es darum geht, selber einen  guten Wein zu kaufen, bin ich aber immer noch leicht ratlos und freue mich über eine gute Weinberatung.

 

Wie sieht das denn bei Euch aus, liebe Küchengötter, haltet Ihr Euch an die alte Farbregel bei der Weinauswahl? Wie wählt Ihr Weine aus? Reicht Ihr zu jeden Gang einen anderen Wein, wenn Ihr ein Menü serviert? Und gibt es eine Vorliebe für Rot- oder Weißwein? Ich merke schon, ich sollte den Beitrag lieber in „Die Wein-Fragen“ umbenennen ...

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Aphrodite
Wenn, steht der Wein immer im Vordergrund.

Das Essen ist dann meist nebensächlich. Also es wird zusammen etwas gegessen. Aber meist geht es darum, dass jemand Wein mitgebracht hat, den es zu probieren gilt. Das Essen ist dann fast nebensächlich. Wir lassen uns dabei auf jeden Wein ein. Schön finde ich fruchtige Weissweine aus Neuseeland. Sonst lieber Rotwein. Oder Weissweine, weil sie leichter sind. Menues zelebrieren, gibt es bei uns nicht. Das bleibt Restaurantbesuchen vorbehalten und da ist die Weinberatung gleich mit drin. 

Weinverkostungen mag ich auch sehr: In der Toskana haben wir mal einen Rotwein probiert als Bioweine noch Geheimtipps waren. Es musste auch gleich ein Karton mit eingepackt werden. Die Flaschen wurden irgendwie im Fluggepäck verstaut. Geht heute ja alles gar nicht mehr. Zurück in Deutschland war dann der Wein eher ernüchternd. Es muss wohl an der Urlaubsstimmung gelegen haben. Ansonsten hole ich mir mit Wein aber gerne den Urlaub wieder zurück. Und das klappt dann meistens auch sehr gut.

 

Rinquinquin
Essen + Wein = immer

Das ist für uns eins. Meine Menus stelle ich meistens so zusammen, dass Weisswein zur Vorspeise und Rotwein zum Hauptgericht passt.Die früheren Farbregeln sind heute jedoch kein Dogma mehr. Wir richten uns bei Gästen auch nach deren Vorlieben. Es gibt Gäste, die trinken gerne Prickelndes, andere mögen nur Weisswein und wieder andere können wir nur mit Rotwein erfreuen. Jeder darf, wie er mag, die Gäste sollen sich doch bei uns wohlfühlen.

 

Weisswein wird gekühlt, der darf sich nicht stundenlang auf dem Tisch der Zimmertemperatur anpassen. Mit warmem Weisswein kann man mich jagen. Rotwein wiederum sollte eine angenehme Temperatur haben.  

 

Eine mitgebrachte Weinflasche wird grundsätzlich nicht sofort geöffnet. Zwar ist diese Einstellung etwas von der Wein-Liga abhängig, aber mitgebrachter Wein ist vom Transport durchgeschüttelt, der darf sich erst mal ausruhen. Unsere Ressourcen sind zwar sehr geschrumpft, aber dem Gast die Flasche aus der Hand zu reissen und gleich zu öffnen - solche Not herrscht bei uns nun doch nicht. 

Belledejour
Wir richten uns nach unserm Geschmack

...und nicht danach, was wie bewertet wird  und was *man* trinkt von irgendwelchen Weinpäpsten.

Auch wenn man des öfteren gesagt bekommt, z.B. zum Fisch paßt kein Rotwein oder zum Lamm bitte nur Rotwein, davon lassen wir uns nicht unbedingt beeinflussen.

Zuhause im Alltag wird mehr Weißwein als Rotwein getrunken und das fast täglich.

Wenn wir unter *uns* sind, trinken wir gern nur Weißwein. Haben wir Gäste, werden gern mal Weiß - und auch Rotwein angeboten. Das hängt sicherlich ein bißchen vom Essen ab. Bei mir wird aber meistens

nur 1 Glas daraus, denn zuviel verschiedene Weine vertrage ich nicht.

 

Im Restaurant lassen wir uns gern beraten, wenn ein Menü vorgegeben ist, schauen trotzdem aber in die Weinkarte und kommen dann manchmal auch auf Bewährtes zurück.

 

 

Gaston
Ein Gläschen Wein bleibt ungern allein

 

Wir trinken auch gerne mal ein Glas Wein zu Essen, vorzugsweise aber nur abends und auch nicht täglich. Ich suche Weine nach Geschmack aus, da ich gerne etwas leichter koche, bevorzuge ich auch leichtere Weine. Mein Favorit ist und bleibt weißer Rießling von der Saar und Mosel. Aber ich habe auch einige Rotweine im Keller, z.B. einen spanischen Casa Maria. Nicht so richtig anfreunden kann ich mich mit Bordeaux Wein. In Italien bin ich in der Toscana etwas abseits des Chianti fündig geworden, die Maremma Weine müssen sich neben den bekannten Chianti nicht verstecken.

 

Bei Menüs für Gäste bleibe ich meistens bei einem Wein, serviere aber zum Apperitiv z.B. einen Sherry und zum Dessert zB. einen Likör.

 

SchmackoFatz
Zum Essen eher kein Wein

Also ich trinke meinen Wein am liebsten nach dem Essen. Das liegt aber nicht unbedingt am Wein, denn mit Bier würde ich es auch so machen. Es sei denn man isst im Biergarten! ;) Meistens ist mir der Geschmack von Alkoholica zum Essen zu intensiv. Mit Wasser zum Gericht stört kein bitterer Nachgeschmack oder sonstiges. Außerdem trinke ich zum Essen wie ein Kamel und wenn dann ein paar Umdrehungen ist Spiel kommen, lieg ich schon unterm Tisch bevor der Nachtisch kommt!;)

Aber nach dem Essen ist Wein eine feine Sache, egal ob rot oder weiß!

Bettina Müller
Weine

Ich finde es auch immer wieder faszinierend, dass ein Wein pur manchmal total unspektakulär schmeckt, aber in Kombination mit einem Gericht ein ganz wunderbares Aroma entfaltet. Odre halt auch andersherum. 

 

In letzter Zeit habe ich auch immer mehr deutsche Weine getrunken und muss schon sagen, dass es da inzwischen ein paar richtig gute Tropfen gibt. 

 

Danke für deinen Tipp, liebe Rinquinquin, Weine erst einmal ruhen zu lassen, nachdem man sie lange tranportiert hat. :-)

offen für alles

Lieblingsweine? Ja, aber je nach Stimmung und Anlaß. Von der Obermosel den Elbling und Auxerrois, aus der Südpfalz einen supertrockenen Riesling mit 0,8 g Restzucker oder auch für die sommerliche Schorle einen Pfälzer Landwein, von der Nahe einen wunderschönen trockenen Chardonnay und aus Franken einen schönen Silvaner. Was gibt es mehr zum Glücklichsein? Ach ja, z.B. aus Apulien den Primitivo oder einen temperamentvollen Tempranillo aus dem Rioja-Gebiet. Und für den allabendlichen Gute-Nacht-Trunk auch mal was aus dem Schlauch. Alles zu seiner Zeit, kombiniert mit einem guten und gepflegten Menu, wobei wir nicht auf die althergebrachte Zuordnung achten, sondern das trinken, was uns schmeckt und noch im Weinkeller vorhanden ist. Was wir i.d.R. nicht mehr machen, ist die Mitnahme von Wein aus den Urlaubsgebieten. Ein Wein von den Bodegas El Grifo auf Lanzarote schmeckt dort am besten und auch den mallorquinischen Wein trinkt man besser an Ort und Stelle. 

Avocadogirl
Erlaubt ist, was gefällt (bzw schmeckt)! ;)

Die groben Regeln kennt ja wahrscheinlich jeder: Weißwein zu Spargel, Sahnesoße und anderen hellen Soßen, Fisch und hellem Fleisch, Rotwein eher zu kräftigem Fleisch, dunklen Soßen und herzhaften/winterlichen Gerichten.

Aber letztlich kommt es ja darauf an, was einem schmeckt. Zu Risotto oder besagten Nudeln in Sahnesoße habe ich auch oft schon Rotwein getrunken, wenn mir danach war, oder aber einen Weißwein zur Pizza bestellt. Mir egal, ich muss es ja mögen und sonst niemand. ;)

 

 

Irgendwie übertönt der Wein das Essen

Ich hab immer das Gefühl, wenn Wein auf dem Tisch steht, ist es fasst egal wie gut das Essen ist, weil das Augenmerk andauernd auf dem Rebensaft liegt. Also wenn ich allein mit meiner Frau esse, trinke ich gern Wein dazu. Aber wenn Freunde oder noch "schlimmer" Bekannte kommen, würde ich am liebsten Wasser ausschenken ... aber wenn ich so drüber nachdenke vielleicht kein schlechter Tipp für Leute dich nicht kochen können :D

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