Endlich frische Luft zum Atmen!

Wie man einen Wein fachgerecht zum Leben erweckt.

Endlich frische Luft zum Atmen!
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küchengötter Redaktion

„Wein muss Atmen“, heißt es. Ja, lebt er denn, der Wein? Aber sicher! Ein Wein lebt, hat seine Jugend, sein bestes Alter, wird dann sehr reif und kann sogar sterben, lässt man ihn zu lange liegen. Und wie alles, was lebt, braucht auch der Wein Sauerstoff, nur dann blüht er richtig auf, zeigt sich vital und lebendig. Ist er allerdings einmal auf die Flasche gezogen und verkorkt, fällt er in einen Tiefschlaf. Und aus dem muss man ihn erwecken und das macht man am besten, indem man ihn dekantiert!

 

Doch wie dekantiert man Wein richtig?

Zuerst muss eine Weinkaraffe her. Dabei ist es nicht wirklich wichtig wie teuer diese Karaffe ist. Man kann sich da ganz nach seinem Geldbeutel und ästhetischen Vorlieben richten. Dann braucht man eine Lichtquelle, gegen die man die Weinflasche beim Ausgießen hält. Es reicht eine Kerze, aber eine Lampe (am besten ein Strahler, denn das Licht sollte gebündelt sein) ist sicherer und auch heller, was vor allem bei sehr dunklen Flaschen wichtig ist.

 

Und dann kommt natürlich der Wein. Grundsätzlich gilt: Je jünger und je hochwertiger der Wein ist, desto mehr profitiert er vom Dekantieren. (Übrigens gilt das auch für Weißweine!) Alte Weine, insbesondere diejenigen mit einem Alter von 20 Jahren oder mehr, können schon so empfindlich sein, dass ihnen Dekantieren schadet, hier reicht meist ein großes Glas. Hat ein Wein allerdings einen Bodensatz (auch Depot oder Weinstein genannt), dann kommt man ums Dekantieren nicht herum. Dabei unterscheidet man einen festen Bodensatz und einem puderförmigen Bodensatz. Deshalb immer erst mal checken, ob der Wein ein Depot hat, indem man die geschlossene Flasche gegens Licht hält. Hat er keins, dann einfach in die Karaffe umgießen. Fertig. Hat der Wein einen Bodensatz,  muss er paar Tage stehen, damit sich dieser am Flaschenboden sammeln kann. Ganz wichtig bei Flaschen mit puderförmigem Bodensatz ist es, sie sehr vorsichtig zu behandeln und zu entkorken, damit der Bodensatz nicht gleich wieder aufgewirbelt wird. Noch ein Tipp, insbesondere bei sehr teuren Weinen: Die Flasche nicht senkrecht hinstellen, sondern in einem schrägen Winkel zur Wand, damit sich der Bodensatz nur in einer Ecke des Flaschenbodens sammelt. Das verhindert, dass er beim Umgießen zu früh in den Wein ‚schießt‘.

 

Hat man die Flasche entkorkt, gießt man den Wein gegen die Lichtquelle haltend langsam in die Karaffe. Wird der Bodensatz im Gegenlicht sichtbar, sofort die Flasche absetzen und den verbleibenden Wein in ein separates Glas gießen.

 

 

Unser Gastautor Jochen Blass ist Weingourmet und Feintrinker und schreibt für den Online-Shop Wine in Black. Große Namen oder Tropfen, die nicht in jeder Bestseller-Liste stehen - Wine in Black bedient mit seinem wechselnden Sortiment feinster Weine und Champagner alle Genres und Geschmäcker.

 

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