Er sagt, sie sagt: Kapern

Für sie könnten es gar nicht genug Kapern auf dem Teller sein und er verzieht das Gesicht, sobald er sie nur sieht. Kapern sind anscheinend nicht jederMANNs Sache ...

Er sagt, sie sagt: Kapern
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Kommentare
Bettina Müller

Frauen lieben's süß und Männer brauchen's deftig? Vegetarisch ist nur was für Mädchen und Jungs stehen immer auf blutige Steaks? Wir glauben nicht an jedes Klischee, dazu kennen wir viel zu viele weibliche Herzhaft-Typen und männliche Dessert-Liebhaber. Aber trotzdem begegnen uns immer wieder Zutaten, Gerichte oder Zubereitungsarten, die SIE liebt und ER hasst oder eben andersherum. Und denen wollen wir nachgehen, auf den Zahn fühlen, sie widerlegen oder einfach nur diskutieren. Mit Euch! Herzlich Willkommen also, liebe Küchengötter, zu unserer Kolumne "Er sagt, sie sagt". Heute mit einer Zutat, das ich täglich essen könnte, mein Mann des Hauses aber nicht mal im Traum essen würde: Kapern.

 

Ich liebe Kapern. Schon von klein auf waren sie für mich das Beste an Königsberger Klopsen. Auf die Klopse hätte ich gut und gerne verzichten können. Doch diese kleinen, grünen, salzigen, an Beeren erinnernde Stückchen in der Sauce – für mich unschlagbar. Heute könnte man mich beinahe als Kapern-Messie bezeichnen. Meine liebsten Gesellschafter beim Königsberger Klopse-Essen sind die, die keine Kapern essen. Ich lasse meinen Teller dann gerne aufopfernd in der Runde herum gehen und horte die Kapern auf ihm. Doch das war noch nicht alles. Zum Frühstück schichte ich gerne mal eine Portion Kapern unter einer Scheibe Tomate und Schinken auf meiner Semmel. Koche ich Pasta für mich alleine, wandert mal schnell eine Kompanie Kapern mit in die Tomatensauce. Und eine Pizza, ganz simpel belegt mit Mozzarella, Kapern und schwarzem Pfeffer, würde ich auch nie von der Tischkante stoßen.

 

Er verachtet Kapern. Als ich ihn vor kurzem fragte, warum er eigentlich keine Kapern mag, bekam ich folgendes zu hören: „Sie sehen aus wie Froscheier und schmecken auch so. Immer wenn ich den Kühlschrank gucke und sie sehe denke ich, dass sie gleich schlüpfen.“ Keinerlei Chance, ihn von der besonderen Würze der köstlichen Knospen des Kapernstrauches zu überzeugen. Da fielen selbst mir keine Argumente mehr ein (und ich frage mich bis heute noch, wann er mal Froscheier probiert hat). Für ihn gibt es einfach keine Notwendigkeit für die Existenz von Kapern auf dieser Welt. Annäherungsversuch ausgeschlossen. Aber warum beschwere ich mich überhaupt, so bleiben wenigstens mehr für mich übrig ...

 

Liebe Küchengötter, was denkt Ihr? Ist das ein klassisches Männer-Frauen-Ding? Frauen könnten sich in Kapern reinlegen und Männer finden Sie einfach vollkommen überbewertet? Wir sind gespannt - auf Euren Geschmack!

 

 

Und für alle, die jetzt Appetit bekommen haben: Hier gibt's ein Rezepte für Königsberger Klopse

 

 

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Kochmamsell
Ich Kapern - Er nix Kapern

Bei uns ist es genauso, ich kann sie so futtern und er pickt sie heraus. Aber Königsberger Klopse ohne Kapern geht garnicht, da muss er durch:-)

Flicka
Watt de Bur nich kennt, ...

... dat fritt hei nich. So war und ist das bei uns. Mein Mann kennt Kapern auch aus den Königsberger Klopsen seiner ostpreußischen Oma, mochte sie damals nicht, also kommen sie ihm auch heut nicht auf den Teller. Ich habe sie erst in meiner Erwachsenenzeit kennen gelernt und mag sie. Neulich erstand ich ein Glas mit eingelegten Kapernfrüchten. Die fand ich sehr ungewöhnlich im Geschmack, aber irgendwie interessant. Wer nicht offen für Neues ist, dem entgeht so vieles, finde ich. Aber meinen Bauern ändere ich deshalb noch lange nicht ;-)

007iris
Nein, bei uns nicht

Wir mögen beide Kapern, die ja auch ein Muss auf Vitello tonnato sind. Eigentlich musste ich erst lernen Kapern zu mögen. Königsberger Klopse mochte ich als Kind nicht und als Teenie nur ohne Kapern. Aber im Erwachsenenalter schätze ich Kapern sehr. Grüßchen 007iris

Rinquinquin
Immer her damit

Kapern lernte ich als Jugendliche im Tessin kennen. Sie schmeckten mir so gut, dass ich sie damals glasweise verdrückt habe. Sauer ist mir immer lieber als süss. Mein Mann mag Kapern auch, bei uns sind sie in vielen Nudelgerichten zu finden und im Tatar und in Hackfleischklösschen und Fischfilet mit und ohne Sahnesauce und Kapern ist ebenfalls ein Gedicht. Rochenflügel mit Kapernbutter, hmmmm! Sie müssen nicht immer im Ganzen verwendet werden, man kann sie auch klein hacken.

Belledejour
Kapern mögen wir alle in der Familie

 Ganz besonders bei unserm Vitello tonnato sind sie ein Muss ! Neulich kaufte ich die in Salz eingelegten und muss sagen - köstlich !

trudine
Jein

Ich bin zwar absolut der herzhafte Esstyp, aber Kapern (und auch Meerrettich) haben bei mir ein Schattendasein. In Königsberger Klopse und bei mir auch im Hühnerfrikassee sind Kapern ein muss! Aber ... ich möchte um Himmelswillen nicht auf so ein Ding beissen! Deshalb fülle ich die Kapern in ein Teeei und koche sie darin mit! Das erspart mir später das Rumstochern und Aussortieren beim Essen. Das ist bei mir wohl noch so ein Schreckgespenst aus der Kindheit. :)

Kapern mögen/nichtmögen ist neutral

Ich denke nicht, dass die Liebe zu Kapern geschlechtsspezifisch ist. Bei uns ist es so, dass ich sie ganz ok finde, aber auch ohne auskomme, mein Mann sie dagegen bei jeder sich bietenden Gelegenheit verwendet. Und eigentlich passt der Geschmack von Kapern schon eher zu männlichen Vorlieben - oder?

Möchte frau so einen Mann?

Oh Jessas, wahrscheinlich mag er auch keinen Fisch, kein Lamm und Exotisches sowieso nicht? Lass die Finger von ihm.

 

Aphrodite
Die Kunst ist, zu wissen...

was ER mag und was nicht. Trinkt ER nun seinen Kaffee schwarz oder mit Milch oder mit wieviel Stückchen Zucker? Mag er Käsebrote oder nur Marmelade zum Frühstück? - Gilt auch für SIE und kommt bei Missachtung mit der Zeit für beide einem Schiffbruch gleich. Und diese Kolumne ist einfach nur lustig. MANN / FRAU muss ja nicht alles mögen. @mothers.finest, dann frage ich doch gleich zurück: Möchte Mann so eine Frau? Es ist ein Spiel mit Stereotypen. Mehr nicht.

Bettina Müller
Was für eine Frage?

@mothers.finest: Die Antwort lautet ganz klar JA. Nur den, und keinen anderen! Wie langweilig wäre es denn, wenn wir beide die gleichen Dinge mögen würden? Gerade durch die unterschiedlichen Vorlieben probiert man doch auch immer mal wieder etwas Neues in der Küche aus. Nicht selten mit der Erkenntnis, dass man etwas doch sehr mag, was früher nie auf den Teller gekommen wäre. Und, wie Aprodite es schon sagt, sind es ja außerdem diese Kleinigkeiten, die das gemeinsame Leben oft liebenswert machen. Bestes Beispiel: Gummibärchen. Er mag die gelben und orangefarbenen, ich die roten, weißen und grünen. Öffnet er eine Tüte, gibt er mir ein paar in den Farben, die ich mag und andersherum ...

Die anderen von dir aufgeführten Beispiele kommen bei uns übrigens regelmäßig auf den Tisch ...

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