Er sagt, sie sagt: Küchenarbeiten

Gemüse ist Frauensache und Fleisch wird nur vom Mann zubereitet? Gibt es eine klassische Rollenverteilung in der Küche?

Er sagt, sie sagt: Küchenarbeiten
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Bettina Müller

Frauen lieben's süß und Männer brauchen's deftig? Vegetarisch ist nur was für Mädchen und Jungs stehen immer auf blutige Steaks? Wir glauben nicht an jedes Klischee, dazu kennen wir viel zu viele weibliche Herzhaft-Typen und männliche Dessert-Liebhaber. Aber trotzdem begegnen uns immer wieder Zutaten, Gerichte oder Zubereitungsarten, die SIE liebt und ER hasst oder eben andersherum. Und denen wollen wir nachgehen, auf den Zahn fühlen, sie widerlegen oder einfach nur diskutieren. Mit Euch! Herzlich Willkommen also, liebe Küchengötter, zu unserer Kolumne "Er sagt, sie sagt". Heute mal ganz ohne Zutat, dafür aber mit einem anderen Phänomen, das mindestens genauso spannend ist: die Rollenverteilung in der Küche.

 

Liebe Küchengötter, heute möchte ich das gewohnte „Er sagt, sie sagt“ etwas auf den Kopf stellen und kurzerhand ein „Er macht, sie macht“ daraus machen. Spätestens bei meinem letzten Wochenkochen habe ich ja verraten, dass es bei uns zu Hause eine klare Rollenverteilung gibt, was die Küchenarbeiten angeht und ich bin gespannt, wie das in anderen Küchen aussieht.

 

Ich bin eine Universal-Kraft: Wenn es ums Kochen und Backen geht, gebe ich bei uns zu Hause meist den Ton an. Ich bin die Heldin der Suppen, Pastasaucen, Beilagen, Kuchen, Schnippelarbeiten und die absolute Geheimwaffe, wenn es ums Zwiebelschneiden geht (diese Ehre habe ich aber vor allem meinen Kontaktlinsen zu verdanken: Wusstet Ihr, dass sie vor tränenden Augen beim Zwiebelschneiden schützen?). Leider muss ich gestehen, auch diejenige zu sein, die bei allem, was in der Küche gemacht wird, am liebsten ihren Senf dazugeben würde. Nicht erst einmal habe ich dafür böse Blicke oder ein „Dann mach es doch selber“ geerntet. Aber es gibt auch Situationen, ich denen ich die Kontrolle gerne abgebe ...

 

Er ist die Fleisch-Geheimwaffe: Egal ob Steak, Rinderrouladen oder Ente: Steht bei uns Fleisch auf dem Speiseplan, übernimmt mein Mann des Hause die Kontrolle. Ich bin dann nur noch für die „niederen Arbeiten“, wie die Beilagen, verantwortlich und er wird kurzerhand zum Küchenchef. Dann kann es auch schon mal passieren, dass er den halben Sonntag mit seinen Rouladen oder einer Ente in der Küche verbringt. Und an die Steaks lässt er sowieso niemanden ran. Und das auch vollkommen zu Recht: Er hat den Dreh mit dem Fleisch einfach raus, es scheint ihm im Blut zu liegen. Und während ich bei der Zubereitung der Gerichte gerne das letzte Wort habe, muss ich mir regelmäßig Vorträge des Mann des Hauses anhören, wenn es um die Ordnung während des Kochens geht. Klar, wenn ich „nur“ auf das Fleisch aufpassen müsste, hätte ich auch zeit, die Spülmaschine einzuräumen ...

 

Auch wenn es hier vielleicht anders klingen mag: Wir kochen gerne gemeinsam. Aber jetzt bin ich gespannt, wie es bei Euch aussieht, liebe Küchengötter: Ist das ein klassisches Männer-Frauen-Ding? Frauen sind in der Küche fürs Gemüse und Männer fürs Fleisch zuständig? Ich bin gespannt auf Eure Berichte.

 

 

 

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Rinquinquin
Rollenverteilung in der Küche

Bestimmt habe ich in der Vergangenheit den Fehler gemacht, bei Monsieur kein Interesse fürs Kochen zu wecken, aber von selbst kam er auch nicht drauf. Es lief ja alles nach Wunsch - für ihn. Aber den Wein macht er auf und deckt den Tisch. Aus dieser Schiene kommen wir jetzt nicht mehr raus. 

nika
Rollenverteilung in der Küche

Da wir beide berufstätig sind kommt es schon vor, dass mein GöGa kocht. Allerdings verwendet er gerne Fertigfutter, welches ich nicht vertrage. Wenn er mir assistieren will, dann sieht es so aus, dass ich immer in der Küche hin und her wusele, um alles schnell zu schaffen. Er steht dann (zumindest schon mal in der Ecke aber trotzdem) gerade da vor den Schranktüren oder Schubladen, wo ich gerade etwas herausholen will. Den Wein hat er dann schon aufgemacht und kostet vor . . . . . 

Meistens koche ich dann doch allein. Als ich im Urlaub meine Freundin zu Gast hatte haben wir beide als tolles Team zusammen gekocht, das machte richtig Spaß. Als Hausfrau und Mitleserin des Rezeptes hat sie wunderbar und vorrausschauend Aufgaben ohne zu Fragen übernommen und wir wurden schnell und gleichzeitig fertig, das war richtig toll.

Rollenverteilung in der Küche

Bei uns sieht die Rollenverteilung so aus, dass ich in der Regel in der Küche stehe und er ist dafür der Grillmeister. Zusammen kochen funktioniert bei uns nicht wirklich und ich koche ehrlich gesagt auch lieber alleine. Er könnte zwar auch kochen (so ähnlich wie bei @nika), aber da er immer gleich nach jedem Arbeitsschritt die Küche wieder putzen und aufräumen will, behindert er sich selber und gerät dadurch in Stress. Deshalb lassen wir es meist einfach bei unserer üblichen Rollenverteilung. Das ist schon gut so.

Kochmamsell
Nur kleine Rollenverteilung

Wir kochen abwechselnd, mal Männe, mal ich. Zu zweit klappt garnicht, erstens ist die Küche zu klein, zweitens muss bei mir alles schnell gehen, drittens will er nach jedem Handgriff gleich saubermachen, das würde bloß Stress geben.Jeder macht eigentlich fast alles außer - Er hilft mir beim: Zwiebel schneiden, Fleisch zu Gulasch oder Geschnetzeltem zerkleinern, Rouladen wickeln (füllen darf ich sie),  hartes Gemüse wie Sellerie zu zerkleinern.Ich helfe ihm: Zwiebel schälen, würzen, füllen, Soßen machen.Außerdem hat er noch eine Vorliebe zum Kuchen backen, während meine Vorlieben eher beim Brot- und Brötchenbacken liegen.

Belledejour
Klassik ist nicht unser Ding

Im Gegenteil - bei uns ist vieles anders. Mein Mann ist oft der Küchengott - denn kochen ist sein zweitliebstes Hobby. Ich liebe das Backen und bin für Kuchen, Desserts und Süßspeisen zuständig.

Fleisch zuzubereiten liebt er sehr und hat dort auch schon wunderbare Ergebnisse erzielt. Da überlasse ich ihm gern das Feld, aber selbst die niederen Arbeiten muss er allein bewältigen.

Ebenfalls die Getränkeauswahl ist sein Ressort, obwohl wir unsere Weine meistens gemeinsam ausgesucht haben.

Ich bin dann oft zuständig für die Herstellung von Pasta und Teigen aller Art, dazu hat er überhaupt keine Lust.

Das Aufräumen der Küche übernehme ich hinterher gern - die sieht allerdings auch nicht nach einem Schlachtfeld aus - denn er hat gern alles ordentlich. Daher ist diese Arbeit danach kein Problem für mich, denn schließlich durfte ich mich während seiner Kochzeit ausruhen. Lediglich für das Eindecken des Tisches bin ich dann immer zuständig. Das war und ist für uns immer ganz wichtig, an einem schön gedeckten Tisch zu essen.

JulietteG
Also...

ich kann diesbezüglich ja nur in Zukunftsvisionen sprechen... Den passenden Mann des Hauses muss ich mir nämlich wohl noch selbst backen und das Problem ist, dass ich weder gut backen kann noch die passende Form bisher gefunden habe.

 

In meinem zukünftigen Beruf kann ich jubeln, wenn ich mit einer 50-60 Stunden-Woche hinkomme. Meine grausigste Vorstellung wäre deshalb, wenn er, wenn ich nach Hause komme, im Unterhemd vorm Fernseher sitzt (am Besten mit Bierflasche in der Hand) und die erste Aussage wäre "Ich warte schon 2 Stunden auf Dich! Was kochstn jetzt? Und staubsaugen könnste auch mal wieder!". 

 

Anders herum gesagt: eine gewisse Vorstellung von gutem Essen ist herzlich willkommen und ein bißchen Eigenengagement diesbezüglich gerne gesehen! Ich lerne auch gerne an! (Ich komme mir gerade vor, als würde ich ein Anzeige für ein Gesuch schreiben :))! 

 

Im Ergebnis muss man sich halt einig sein und das ist sicherlich der wichtigste Faktor! Es ist ja nicht so, dass ich die Männer beim ersten Treffen auf ihre Zwiebel-Schnibbel-Fähigkeit teste! :)

 

Vielleicht bin ich da auch insgesamt durch meinen ersten Freund extrem vorgeprägt. Da waren die Schmetterlinge aber am Routieren in der Bauchgegend. Dann kam heraus, dass er eigentlich außer gebröseltem (gebratenem) Hack und TK-Pizza nichts (aber wirklich nichts) mochte. Das denke ich mir leider nicht aus. Seine Mutter richtete sich danach. Naja, ich wollte dann (als ich damals noch bei meinen Eltern wohnend sturmfrei hatte) was für ihn kochen. Gebröseltes Hack fand ich langweilig, so dass ich mich für die einzige Alternative entschied: selbstgemachte Pizza. Dabei sah er, wie ich Tomatensauce auf der Pizza verteilte und meinte nur: "Tomaten mag ich nicht!" Ich war etwas verdattert und wies ihn (die Schmetterlinge flatterten schon etwas weniger) darauf hin, dass selbst auf TK-Pizza Tomaten-Sauce oder halt was vergleichbares Rotes wäre. Der verweigerte doch tatsächlich das Essen und ehrlich gesagt, durfte er dann auch alsbald gehen.

 

Naja, am Kochen scheiterte es bei den Nachfolgenden nicht wirklich! Aber ich backe im Ergebnis fröhlich und frohen Mutes weiter! ;)))

 

 

lundi
Interessant

@Juliette Unterhemd und Bierflasche sind für mich OK, wenn er staubgesaugt, gekocht und mir auch ein Bier hingestellt hat und mich mit einem Lächeln an den fertig gedeckten Tisch einlädt.

 

Habt Ihr wirklich so "saubere" Männer? Die hätten keine Freude an meiner Kocherei, ich verursache viel Chaos räume erst am Schluss auf. Eine richtige Rollenverteilung haben wir nicht. Mein Mann rührt ja so gern in Töpfen und Pfannen umher, deshalb sehe ich ihn nicht so gern beim Fleischanbraten. Er ist sehr tolerant und kreativ beim Mitkochen, besonders, da ich manchmal am Anfang noch gar weiß, was ich da eigentlich koche, ein anderes mal genau ein Bild vor Augen habe, das ich ganz exakt umsetzen will. Wir sind ein tolles Küchenteam, bei dem zu 60% die treibende Kraft ich bin. Das ist auch gut so, beim Wechseln der Autorreifen oder Fahrradreparaturen ist es umgekehrt.

Bettina Müller
Rollenverteilung

Ach, das finde ich jetzt aber auch total spannend: die Männer sind in der Küche überall die Ordnungsliebenden? Wer hätte das gedacht. :-) Ich möchte das gemeinsame Kochen mit meinem Mann des Hauses nicht missen. Und selbst wenn es mal keine Arbeiten für ih gibt liebe ich es doch, wenn er einfach in der Küche sitzt und wir beim Kochen reden können. 

McCoy
Rollenverteilung 2

Meine damahlige Ehefrau war eher ne kleine Chaotin-nicht nur in der Küche, leider.Meistens habe ich gekocht.Ich bin eher der niedrig Garstufen-und "Miss en Place"Typ.Sie war das genaue Gegenteil! Das tat natürlich meiner Liebe zu ihr keinen Abbruch:-).Nobody is eben perfect!

 

Generell muss ich sagen, nach meiner Erfahrung, dass es nicht stimmt, dass Männer nur Fleischfresser sind und Frauen mehr vegetarisch.Ich esse sehr gerne ausgewogen.Viel Gemüse.Viel Obst.Aber auch Schmorgerichte und Steaks-as usual.

Und ich kenne Frauen, die mit Genuß Berge von Fleisch verputzen können:-) und trotzdem normale Figuren haben.

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