Er sagt, sie sagt: Risotto

Für sie ein italienischer Klassiker zum Dahinschmelzen, für ihn der Vorspeisen-Alptraum schlechthin: Bei Risotto scheiden sich die Geschmacksgeister.

Er sagt, sie sagt: Risotto
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Kommentare
Maike Damm

Frauen lieben's süß und Männer brauchen's deftig? Vegetarisch ist nur was für Mädchen und Jungs stehen immer auf blutige Steaks? Wir glauben nicht an jedes Klischee, dazu kennen wir viel zu viele weibliche Herzhaft-Typen und männliche Dessert-Liebhaber. Aber trotzdem begegnen uns immer wieder Zutaten, Gerichte oder Zubereitungsarten, die SIE liebt und ER hasst oder eben andersherum.Und denen wollen wir nachgehen, auf den Zahn fühlen, sie widerlegen oder einfach nur diskutieren. Mit Euch! Herzlich Willkommen also, liebe Küchengötter, zu unserer neuen Kolumne "Er sagt, sie sagt" mit dem ersten Gericht, das ich liebe und mein Mann hasst: Risotto.

 

Ich liebe Risotto. Risotto Milanese ist mein absoluter Favorit. Einmal habe ich in einem kleinen, versteckten Lokal in Mailand ein schwarzes Risotto mit Sepia gegessen. Und in der Toskana eines mit Chianti und Schalotten. Aber selbst Tiefkühlerbsen machen ein Risotto für mich zu etwas ganz Besonderem. Die sämige Konsistenz, der Duft, der Parmesan, der über den dampfenden Reiskörnern zerschmilzt.

 

Neulich gab’s ein vegetarisches Risotto mit Radicchio und Rucola beim Dienstagskochen. Und als Sebastian mir die Rezepte für unseren ersten "Easy Italy"-Kochkurs schickte, war ich begeistert: Ein Risotto stand auf der Liste! Mit Gurke. Und fast ohne Rühren. Dabei ist das Risotto-Rühren für mich so etwas wie Meditation. Eigentlich bin ich in der Küche von der schnellen Truppe. Ungeduldig schiebe ich Bratkartoffeln in der Pfanne hin und her und prüfe unentwegt den Bräunungsgrad. Beim Schneiden für den Obstsalat werden die Apfel- und Mangostücke immer größer, die Trauben fliegen schlussendlich im Ganzen hinterher. Aber beim Risotto, da habe ich alle Zeit der Welt und freue mich mit jeder Kochlöffelrunde durch den Topf auf gleich...

 

Aber er. Er hasst Risotto. Warum? Bereits beim Gedanken an die Konsistenz von Risotto stellen sich ihm die Haare auf. Seine Miene verfinstert sich, die Mundwinkel ziehen tief in Richtung Kinn. Trägt der Kellner beim kleinen Italiener ums Eck die Gerichte des Tages vor, sehe ich beim Wort "Risotto" Fluchtgedanken in seinen Augen aufblitzen. Die größte Hungersnot würde ihn jetzt nicht dazu bringen, ein Risotto Milanese auch nur zu probieren. In Worte fassen kann er seine Abneigung nicht. Als er aber einmal bei einer Kochsendung im Fernsehen von Karl Dall hörte: "Risotto? Risotto?! Da könnte ich grad hinkotzen.", da fühlte er sich zum ersten Mal verstanden.

 

Liebe Küchengötter, was denkt Ihr? Ist das ein klassisches Männer-Frauen-Ding? Frauen lieben es und Männern stellt's die Haare auf, wenn sie nur an Risotto denken? Wir sind gespannt - auf Euren Geschmack!

 

Und für alle, die Risotto lieben, hier noch ein leckeres Basic-Rezept: Risotto, einfach nur Risotto

Ohne weitere Worte:

Spargelrisotto mit Wildgarnelen

Der Kommentar am Anfang ist vielleicht ein bisschen eingebildet, passt aber einfach zu gut zum Thema ;-)

Aphrodite
Eine Kochseite nur für Männer.

@Butterbrot, ich überlege mir gerade, wie eingebildet das denn ist, scheint aber mit einer gehörigen Portion Selbstironie gespickt zu sein: Frauen kochen was sie können. Männer was sie wollen. Ha, ha, ha.... Doch nun zum eigentlichen Thema: Mögen Frauen Risotto lieber als Männer? Und ist Dein Beispiel dann eher die Ausnahme? Oder auch: Männer treiben Risottokochen zur Perfektion und verachten es dann? Oder kochen Risotto ganz anders? Ganz schlau werde ich daraus nicht. Bei der Frage, "Risotto oder...." gibt es bei uns immer das "Oder" und das viele Rühren wird nicht gewürdigt: "Da musst Du ja die ganze Zeit in der Küche stehen." Kochen Frauen wirklich anders?" Männer lassen auch Frauen zu Wort kommen, wenn sie über Männer und Risottorühren sprechen? Und folgen anderen Zielen? Womit sich der Kreis dann wieder schließt.

Kochmamsell
Er Risotto, ich nix Risotto

Bei uns ist es gerade umgekehrt, er mag's und ich mag's nicht wegen der Konsistenz. Habe mal in Wien ein Waldpilzrisotto bestellt und habe  es nach einem Löffel probieren stehenlassen. Ist absolut nichts für mich.

Bettina Müller
Risotto ade

Ich liebe Risotto! Da geht's mir genauso wie Maike. Wenn in unserem Lieblingsrestaurant Risotto auf der Tageskarte steht, führt kein Weg daran vorbei. Und auch zu Hause kam es bei mir früher regelmäßig in den Topf (im Herbst bin ich beispielsweise verrückt nach Kürbisrisotto oder jetzt im Frühling nach Risotto mit Spargel). Nur die Zeiten sind leider vorbei, seit ich meistens nicht mehr nur für mich alleine koche. Risotto fällt für meinen Mann des Hauses unter die Kategorie "Schickie-Mickie-Essen" und ruft keinerlei Jubelstürme hervor. Bei ihm ist es wohl auch die Konsistenz, die jegliche Annäherungsversuche bisher zum Scheitern gebracht hat. Der erste Hoffnungsschimmer war das Pastasotto beim Dienstagskochen vor wenigen Wochen, das er brav gegessen hat. Ich werde die Hoffnung also nicht ganz aufgeben und weiter brav Risotto fürs nächste Essen vorschlagen. Und bis ich seine Zustimmung habe, einfach weiter außer Haus im Risottohimmel schweben ...

Aphrodite
Risotto, das neue it-Gericht für Männer.

@Kleineunifee, ähnliches habe ich gehört, wenn man das Gericht mit Graupen "Rollweizen" nennt. Und es hat viel mit der Art der Zubereitung zu tun. Nur nicht die Flügel hängen lassen!!! Die Lüge war nur gegen die Vorurteile. Asiatisch muss ja echt gut gewesen sein. Beim Risotto denke ich mal: Frauen reicht bereits der erste Gang (primi piatti). Und dann kommt es nie zum Zweiten (Rinderschmorbraten, Rouladen nach Art der Bari....) Und wenn ich koche, fällt der zweite Gang jedes Mal weg. Obwohl: Ich habe mir schon so oft vorgenommen, einmal richtig italienisch zu kochen. Nie geschafft! Und dann klappt's vielleicht auch mit dem Risotto.

nika
Aprpos Graupen ? ! ?

Ich kannte Graupen nur als Perlgraupen im Wintergericht Grünkohl. Dann habe ich in einer historischen Hanse-Gaststätte in Talinn unbedingt Elch probieren wollen. Dazu gab es gebratene Graupen: lecker. Alle wollten die Graupen probieren und wir haben eine Extraportion gebratene Graupen bestellt. Dazu gab es gewürztes Bier. Manchmal über den Schatten springen lohnt sich.

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