Er sagt, sie sagt: Spareribs

Für ihn ein Ausflug in den Fleischhimmel, für sie eine überbewertete Mahlzeit, die man auch noch anfassen muss: Spareribs haben ganz offenbar Diskussionspotential ...

Er sagt, sie sagt: Spareribs
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Kommentare
Bettina Müller

Frauen lieben's süß und Männer brauchen's deftig? Vegetarisch ist nur was für Mädchen und Jungs stehen immer auf blutige Steaks? Wir glauben nicht an jedes Klischee, dazu kennen wir viel zu viele weibliche Herzhaft-Typen und männliche Dessert-Liebhaber. Aber trotzdem begegnen uns immer wieder Zutaten, Gerichte oder Zubereitungsarten, die SIE liebt und ER hasst oder eben andersherum. Und denen wollen wir nachgehen, auf den Zahn fühlen, sie widerlegen oder einfach nur diskutieren. Mit Euch! Herzlich Willkommen also, liebe Küchengötter, zu unserer Kolumne "Er sagt, sie sagt". Heute mit einem Gericht, das mein Mann des Hauses liebt, bei mir aber immer nur Stirnrunzeln fabriziert: Spareribs.

 

Ich mag keine Spareribs. Warum? Ganz einfach: Ich fasse mein Essen nicht gerne mit den Fingern an. Das ist einfach mal Fakt. Wenn Scampi noch im Panzer auf meinem Teller landen, würde ich am liebsten wegrennen. Und ich habe schon so manch einen missbilligenden Blick geerntet, wenn ich mein Wiesnhendl oder die Weihnachtsganz bis zum letzten Bissen mit Messer und Gabel bearbeitet habe. Da ist es dann wohl auch kein Wunder, dass ich nicht an Spareribs herankomme. Ich persönlich kann einfach nicht nachvollziehen, wo der Reiz darin liegt, diese Rippchen nicht nur in den Händen haltend abzunagen, sondern als Beigabe auch noch ein mit Sauce verschmiertes Gesicht zu haben (von den Resten zwischen den Zähnen ganz zu schweigen) ...

 

 

Und er, er liebt Spareribs. So sehr, dass es kaum ein größeres Spektakel für ihn gibt, als sich in DEM Spareribs-Restaurant schlechthin einen weißen Latz umzuhängen und gefühlt meterlange Spareribs abzuknabbern. Doch damit nicht genug: Die Spareribs verfolgen mich sogar in unserem Lieblings-Biergarten. Beim Gedanken, dass wir im Biergarten essen gehen, bekommen seine Augen schon so ein ganz besonderes Leuchten – man könnte es wohl auch liebevoll seinen Spareribs-Blick nennen. Passt das denn wirklich zusammen? Bayerische Tradition und Spareribs? (Ich habe extra in der „Bayerischen Biergartenverordnung“ nachgelesen – tatsächlich werden keine Spareribs verboten). Während ich also mein Hendl mit Messer und Gabel bearbeite, wird Spareribs-Sauce zum Hauptbestandteil seiner Haut. Bis er mich zufrieden grinsend bittet, den Stapel Erfrischungstücher mit meinen sauberen Fingern für ihn zu öffnen ...

 

Liebe Küchengötter, was denkt Ihr? Ist das ein klassisches Männer-Frauen-Ding? Frauen verziehen das Gesicht und Männer fühlen sich erst wie richtige Männer, wenn sie Knochen abnagen dürfen? Wir sind gespannt - auf Euren Geschmack!

 

 

Und für alle, die auf der Pro-Spareribs-Seite stehen, gibt's hier auch noch ein Rezept für Spareribs in würziger Honigsauce.

 

 

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nika
Spareribs

mache ich immer selbst, dann sind sie auch schön kross. Ich mag es auch nicht, mit den Fingern zu essen, deshalb bearbeite ich meine Spareribs mit Messer und Gabel. Die gepanzerten Garnelen mag ich auch nicht so gerne, denn dann weiß ich, der Darm ist nicht entfernt, aber auch die schaffe ich mittlerweile mit Messer und Gabel :)). Ganz fürchterlich geht es mir, wenn meine Familie mal wieder Granat essen will. Dann pule ich die Dinger aus und stelle sie erst einmal weg. Ebenso muss ich einen geräucherten Aal erst essfertig machen. Ich brauche einen gewissen zeitlichen Abstand bis es mir schmeckt. Spareribs und Hähnchen, Garnelen und Aal esse ich aber sehr gerne.

Himbaere
Einst ...

Ich bin Vegetarierin. Damit entspreche ich wohl erst mal dem Klischee :-) Aber vor meinem Vegetarier-Dasein – habe ich Spareribs tatsächlich geliebt; ich mochte den Geschmack und dass man sie so schön mit den Fingern essen durfte. Aber "damals" ist auch schon ne ganze Ecke her. Und mittlerweile esse ich lieber mit Messer und Gabel. Als ich aber letztens bei einer Freundin gegrillte Maiskolben serviert bekommen habe, hab ich mich gefreut: Finger-Food! Und die Tür zum Badezimmer (Waschbecken) hab ich mit dem Ellbogen geöffnet :-)

Rinquinquin
Nagen ?

Kommt nicht in Frage. Dass die Finger klebrig oder verschmiert werden könnten, stört mich nicht, aber ich will genau sehen, was ich esse. Daher kommen bei mir immer Messer und Gabel zum Einsatz. Einige Gründe wurden schon erwähnt. Einzige Ausnahme sind Krustentiere, aber in die beisse ich ja nicht rein, die müssen nur ausgepellt werden.

 

Für meinen Mann ist es aber eine Wonne, in Hühnerschenkel reinzubeissen, Wachtelschenkelchen und Lammkotletts bis zum Knochen abzunagen.

Kochmamsell
Nagen!

Bei uns gibt es selten Spareribs, aber wenn, dann nage ich auch mit Begeisterung die Knochen ab, genauso wie beim Hähnchen. Mein Männe schafft mehr mit Messer und Gabel, erst wenn's garnicht mehr geht, kommen die Finger zum Einsatz

Aphrodite
NAGEN!

Wir lieben Spareribs! Obwohl ich auch beide Techniken beherrsche. Heißt mit Messer und Gabel bekomme ich den Knochen genauso leer geputzt. Selbst aus Scampi bekomme ich so das Fleisch heraus filetiert. Austern schlachte ich selbst.

Auswärts genossen werden Spareribs zumeist in Roadstop Cafes. Da ist das Klima eh rauer (viele Biker). Auf Etepetete würde ich dort nicht machen. Würde mich aber auch nicht als Fleischnager bezeichnen. In einen Apfel beiße ich auch rein und schneid' den nicht in Stücke. Kommt also immer auf die Situation an. Meine Tochter darf ihre Sushi mit den Händen essen. Muss alles so formvollendet sein?

dieneueköchin
mit den fingern essen...

... ist ein hochgenuss! spareribs, scampi, huhn, pizza, butterbrot - alles was sich anfassen lässt! allerdings doch eher in den eigenen 4 wänden, bzw. in den etwas rustikaleren kneipen. im guten restaurant halte ich's wie aphrodite und verwende das besteck (oder bestelle mir gleich was, was man eh nicht mit den fingern essen kann ;-) )

lundi
Sinnlich und vollständig

Wenn es nach mir ginge, könnte man das Besteck abschaffen. Es gibt doch nichts Sinnlicheres, als mit den Fingern zu essen. Und nach dem Essen, zumindest zu Hause, macht sich oft noch jemand über den "Knochen- oder Grätenteller" her und "lutscht nach". Geschmack ist allemal noch dran, den kann man sich nicht entgehen lassen. Lieber wische ich mir genussvoll diverse Körperteile und Kleidungsstücke ab, als dass ich mich mit Messer oder Gabel beim Abrutschen verletze oder, noch schlimmer, ein kleines Stück am Knochen lasse. Ist schließlich bezahlt, würde meine Oma sagen. Von ihr habe ich sogar gelernt, dass man, wenn man ein Ei aufschlägt, mit dem Finger noch das restliche Eiweiß aus der Schale wischt, das könnte sonst am Kuchen fehlen. Ja, solche Sachen mach ich auch.

 

Also zur Ausgangsfrage: Das ist keineswegs männlich oder weiblich. Meine Arbeitskollegen (männlich) nehmen nie etwas in die Hand. Unsere Familie (vorwiegend weiblich) dagegen alles, wenn es irgendwie den Anstand nicht verletzt.

Lieber kein Fleisch am Knochen!

Ob abgenagt oder abgeschnitten: mir macht Fleisch mit Knochen keinen Spaß! Merkt man schon daran, dass an meinen Knochen immer so viel dran bleibt, dass mein Mann noch "Nachlese" betreibt. Und wenn, dann sowieso nur mit Besteck. Fettige Finger mag ich schon gar nicht bekommen. Ob das typisch weiblich ist, weiß ich nicht. Eine Freundin von mir liebt jedenfalls Chicken Wings - mir kämen die nicht auf den Teller!

nika
Aber

meine Pizza esse ich am liebsten aus der Hand. Deshalb mag ich nicht so gerne in die Pizzeria gehen. Ich finde das Geschmackserlebnis wesentlich größer, wenn ich vom Pizzastück abbeißen kann.

Rinquinquin
keine Pizza aus der Hand

Genussvoll reinbeissen, damit mir der heisse Käse den Gaumen für Tage lädiert? Nein, nein. 

Davon aber abgesehen habe ich ein kieferorthopädisches Problem, das mir das Beissen in alles Mögliche verwehrt. Ich will keinen Rückfall, der mich wochenlang dazu zwingt, Ministückchen in den Mund zu schieben und dann zu lutschen :-)).

lundi
Pizza?

Geht auch bei unserem Italiener aus der Hand. Schmeckt dann einfach besser als geschnitten und aufgespießt. So ähnlich wie Baguette, das wird auch nur gebrochen bzw. "gerupft".

Bettina Müller
Erwischt!

Jetzt in ich baff, denn ich fühle mich ertappt: Tatsächlich esse ich Pizza nur zu gerne aus der Hand. Ich bestell sie in diesem Fall sogar nicht gerne im Restaurant, weil ich es so umständlich finde, sie mit Messer und Gabel zu schneiden. Und nicht in jedem Restaurant fühle ich mich wohl dabei, sie aus der Hand zu essen. Jetzt probiere ich gerade dahinterzukommen, wie es zu dieser Ausnahme bei meinem "Finger-Problem" kommt, werde aber nicht schlau aus mir. ;-)

Kochmamsell
Pizza auch mit der Hand

Ich schneide die Pizza in vier Teile und esse sie aus der Hand, Männe isst sie artig mit Messer und Gabel.

Messer und Gabel

Ich bin ein Mann, und trotzdem esse ich Spareribs lieber mit Messer und Gabel - aber jeder, wie er mag. Der entscheidende Punkt für mich ist aber: wenn sie von der Konsistenz her so sind, dass man sie abnagen MUSS, um den Knochen sauber zu bekommen, sind sie für meinen Geschmackt (noch) nicht zart genug. Wenn sie so weich sind, wie ich sie mag, wird der Knochen auch mit Besteck blitzblank.

gugelhupfesser
Essen mit den Fingern???

Ich liebe es die Fleischknochen in die Hand zu nehmen und dann daran herum zu nagen bis nichts mehr drann ist .

meine Pizza schmeckt mir auch viel besser aus der Hand .

Mein Brot esse ich auch am liebsten aus der Hand .Mein Brötchen wird grundsätzlich aus der Hand gegessen ,Ich habe mal gesehen wie es jemand mit Messer und Gabel gegessen hat .Ich war so sprachlos das ich fast dabei mein Essen vergessen habe .

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