Essen, schlemmen, genießen – Gaumenfreuden in Livigno

Ein kleines Bergdorf in Italien entpuppt sich als kulinarisches Traumziel. Saron, Pizzoccheri und vieles mehr ... Was das ist, erzähl ich Euch jetzt.

Essen, schlemmen, genießen – Gaumenfreuden in Livigno
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Christina Blümel

Liebe Küchengötter, ich war für Euch in Livigno und bin mit kulinarischen Geheimtipps im Gepäck zurückgekommen. Meine Gourmettour beginnt wartend, an einer Ampel. Denn um nach Livigno zu kommen, musste ich durch einen einspurigen Tunnel fahren. Dabei bin ich mir ein bisschen vorgekommen wie Harry Potter, der am Gleis 9 ¾ steht und eine andere Welt betritt. Hat man den Tunnel durchquert, eröffnet sich einem nämlich eine ganz neue Umgebung mit Bergen und strahlend blauem Wasser – Natur pur.

 

Natürlich ist man nach einer langen Anreise hungrig und durstig (von München dauert es mit dem Auto etwa fünf Stunden). Daher galt mein erster Stop der Latteria di Livigno. In der Molkerei wird unter anderem Saron hergestellt, ein regionales Erfrischungsgetränk auf Basis von Milchserum, das, ganz nach Küchengöttermanier, natürlich sofort getestet wurde. Das Ergebnis: super erfrischend! Der Geschmack erinnert leicht an isotonische Getränke und ist nach dem Sporteln (wofür es in Livigno ein sehr breites Angebot gibt) ebenfalls eine Wohltat. Auch die gemischte Wurst- und Käseplatte war ein Genuss. Bresaola meets Grotta.  Auf der Terrasse der Latteria habe ich mir anschließend einen Latte Macchiato gegönnt und dabei die wunderbare Aussicht auf die Berge genossen. So ging ich gestärkt eine Etage tiefer an den Eisverkauf der Latteria. Und, liebe Küchengötter, das Eis war der helle Wahnsinn! Nach langem Überlegen – es sah einfach alles wunderbar aus – entschied ich mich für eine kleine Kugel Amarena-Schokolade, wobei Ihr wissen müsst, dass klein in diesem Fall riesig bedeutet.

 

Abends ging es mit dem Schlemmen weiter. Ich hatte das große Glück, am ersten Sentiero Gourmet – Gourmet Path teilnehmen zu können. Dabei handelt es sich um eine fünf Kilometer lange Waldwanderung mit insgesamt sechs Gourmetetappen. Diese wurde von den Chefköchen Livignos ins Leben gerufen, um traditionelle Rezepte, wie Profumo di Terra, Ricotta in Fiore oder Leina de Saor nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Bei der Wanderung waren sie allerdings modern interpretiert und wirklich sehr, sehr köstlich (siehe unten)! Die einzelnen Gourmethäppchen waren mit so viel Liebe angerichtet, dass ich erst einmal den Anblick der Speisen genießen musste, bevor ich sie essen konnte. Jeder Happen für sich war ein wahres Gourmetfeuerwerk und ich wollte, dass die Wanderung niemals endet. An jeder Station gab es, passend zu den Häppchen, regionale Weine und einen Musiker, der das Essen begleitete. Liebe Küchengötter, das war wirklich ein Erlebnis und solltet Ihr nächstes Jahr nach Livigno fahren, kann ich Euch die Gourmetwanderung wärmstens ans Herz legen.

 

Am nächsten Morgen stand Sport auf dem Programm, genauer gesagt E-Bike fahren. Schließlich müssen die angefutterten Kalorien wieder verbrannt werden. Über Stock und Stein ging es, im wahrsten Sinne des Wortes, Richtung Alpe Mine, eine auf 2300 Metern Höhe gelegene Berghütte. Zur Stärkung gab es auch hier eine gemischte Brotzeitplatte, allerdings zusätzlich mit Ricotta und würziger Salami. Während wir bei Käse und Wurst saßen, legte ein Schweizer Männerchor eine spontane Gesangseinlage ein und begeisterte damit die ganze Hütte. Nach meiner Rückkehr konnte ich ein wenig den Ort erkunden und war von der Mischung aus unterschiedlichen Einkaufsmöglichkeiten und ursprünglichem Charme begeistert.

 

Der letzte Tag begann mit einer Fahrt nach Trepalle, einem Ortsteil von Livigno und der höchstgelegene, dauerhaft bewohnte Ort Europas. Hier stehen Esel noch im Garten, Männer schneiden mit Sensen den Rasen und ein „Vorsicht Kühe“ Schild warnt vor um die Ecke biegenden Kühen. Ein Ort zum Verweilen und Durchatmen. Doch natürlich musste ich auch hier irgendwann die Rückreise antreten. Ich entschied mich gegen das Taxi und für den Wanderweg nach Livigno. Im Ort angekommen habe ich mich erste einmal gestärkt und zwar mit einer schönen Portion Spaghetti Bolognese im Ristoro Val Alpisella. Das Restaurant liegt direkt am See von Livigno und man hat einen atemberaubenden Blick auf die Berge.

 

Im Restaurant des Hotels Camana Veglia, in welchem ich für die Dauer meiner Reise gewohnt habe, ließ ich den Tag mit einem traditionellen Menü langsam ausklingen. Dabei gab es unter anderem Pizzoccheri, ein sehr deftiges Gericht aus Buchweizennudeln, Kartoffeln, Käse und Wirsing. Außerdem wurde geschmorte Hochrippe im Steintopf serviert. Das Fleisch war superzart und wurde mit einer feinen Sauce serviert. Da an diesem Abend die „Notte Bianca“ stattfand (sie wird jedes Jahr am dritten Samstag im Juli gefeiert), ein Straßenfest mit Livemusik und Geschäftsöffnungen bis 24 Uhr, ließ ich mich noch ein bisschen in der Menge treiben und feierte mit den anderen Besuchern.

 

Liebe Küchengötter, sollte Euer Urlaubsziel für dieses Jahr noch nicht feststehen, kann ich Euch dieses idyllische Örtchen wirklich empfehlen. Kulinarische Genüsse treffen auf unberührte Natur – pure Erholung!

 

Hier findet Ihr alle genannten Lokale im Überblick:

 

Latteria di Livigno

Via Pemont, 911

23030 Livigno SO

http://latterialivigno.eu/index.php?lang=de 

 

Alpe Mine

Saroch-Str. 1098/a nahe Plaza Plachéda 
I-23030 Livigno (So)

https://www.livigno.eu/de/food/Alpe-Mine_4100 

 

Val Alpisella

Via Pemont 648/b 

23030, Livigno (SO)

http://www.alpisella.it/ 

 

Camana Veglia

Via Ostaria 583

23030 Livigno SO

http://www.camanaveglia.com/de/ 


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Toskanafan
Reise Erinnerungen,,,

danke @ Christina Blümel,

klasse geschrieben, da war ich auch schon, allerdings auf der Rückreise vom Lago Maggiore. Kulinarisch leider nicht, den wir waren in  dem Zollfreien Gebiet schoppen. Die Italiener meinten, wir sollen doch mal schauen, alles wäre günstiger. Die Pässe machen mir etwas Angst da oben. Wunderschön ist die Landschaft da oben in den Bergen.

 

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