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Frühjahrsmüdigkeit adé: Jetzt kommt der Frühling auf die Teller

So langsam ist das Frühlingserwachen in der Natur zu spüren, aber bei dem einen oder anderen von uns steht gerade jene kritische Phase des Jahres an, in der der Körper vom Winterschlaf auf direktem Weg in die Frühjahrsmüdigkeit abzurutschen droht. Damit das gar nicht erst passiert und du putzmunter in den Frühling starten kannst, geben wir dir einige Rezepte mit, die deine Lebensgeister definitiv wecken werden.

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Ursachen von Frühjahrsmüdigkeit

Tatsächlich ist es zunächst einmal nicht bedenklich, wenn der Körper noch nicht so recht mitziehen will, obwohl es draußen merklich Frühling wird. Die sprichwörtliche Frühjahrsmüdigkeit ist nämlich ein ganz natürliches Phänomen, das vor allem auf Veränderungen in unserem Biorhythmus zurückzuführen ist:

  • Die hormonelle Umstellung des Körpers von der vermehrten Melatonin-Produktion des Winters zur erhöhten Serotonin-Produktion der sonnigeren Monate sorgt noch über die kalte Jahreszeit hinaus für ein Ungleichgewicht. Bis der Körper die Balance im Hormonhaushalt wiederhergestellt hat, fühlen wir uns also noch schlapp.
  • Ähnliche Auswirkungen haben die steigenden Außentemperaturen auf den Körper: Wird es wärmer, weiten sich unsere Blutgefäße wieder mehr und lassen vorübergehend den Blutdruck sinken. Die Folge ist ebenfalls ein Müdigkeitsgefühl.
  • Generell stellt sich unser Körper im Winter eher auf eine Art Sparmodus um – was sich zum Beispiel in einer leicht niedrigeren durchschnittlichen Körpertemperatur bemerkbar macht – und muss deswegen erst wieder aktiviert werden.

Glücklicherweise ist die mit dem Wechsel der Jahreszeiten einhergehende Müdigkeit (im Normalfall) weder eine besonders langwierige Angelegenheit, noch eine die du so einfach hinnehmen müsstest. Die „klassischen“ Mittel, um den trägen Körper wieder in Fahrt zu bringen, sind Bewegung an der frischen Luft und Tageslicht – was übrigens besonders gut dabei hilft, die biologische Uhr auf die neuen Tag- und Nachtzeiten einzustellen.
Allerdings liefert der Saisonkalender auch ein ganzes Füllhorn an tollem Obst und Gemüse, das jetzt wieder frisch aus den Gärten und von den Feldern in unsere Küchen kommt. Und die entsprechende Ernährung ist ein weiteres, wichtiges Element im Kampf gegen die Frühjahrsmüdigkeit.

 

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Die Ernährung kann dabei helfen, das Frühjahr nicht zu verschlafen.

Die Dont’s der frühlingshaften Ernährung

Dabei solltest du aber einige Kleinigkeiten berücksichtigen, denn bei der falschen Herangehensweise verstärkt sich der Effekt der Frühjahrsmüdigkeit nur noch mehr. Die wichtigsten Regeln für eine belebende Ernährung im Frühling lauten daher:
  • Weniger Fett
    Was sich im Winter wegen der frostigen Temperaturen noch irgendwie rechtfertigen ließ, wird im Frühjahr nicht mehr gebraucht. Fettreiche Nahrung hat nämlich unter anderem den Nachteil, die Verdauung erheblich in Anspruch zu nehmen – weswegen nach fetthaltigen Mahlzeiten häufig fast sofort die Müdigkeit eintritt. Achtung: Für den Körper ist es dabei erst einmal vollkommen unerheblich, ob er sich mit tierischem oder pflanzlichem Fett auseinandersetzen muss. Langfristig ist es aber in jedem Fall gesünder, den Anteil tierischer Fette zugunsten der pflanzlichen zu reduzieren.
  • Mehr Flüssigkeit
    Das ist oft ein grundsätzliches Problem, dass auch über die Frühjahrsmüdigkeit hinaus für ein ermattetes Gefühl sorgen kann: Dabei geht es nicht nur um den Ausgleich von Flüssigkeits- und Mineralstoffverlusten, es geht vor allem darum, das Blut fließfähig zu halten, damit der gesamte Körper ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann. Übrigens ist Wasser aus diesem Grund ein ausgesprochen günstiger und dabei sehr effektiver Wachmacher – so lassen sich direkt nach dem Aufstehen die Austrocknungserscheinungen durch das nächtliche Schwitzen ausgleichen und die Müdigkeit direkt mit vertreiben. Das wirkt selbstverständlich nicht nur am Morgen!
  • Weniger Zucker
    Bis Ostern ist ja eigentlich ohnehin Fasten angesagt, also kannst du mit dem Verzicht auf Süßigkeiten zum Frühlingsbeginn gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn einfache Kohlenhydrate, wie sie von raffiniertem Zucker oder auch Weißmehl geliefert werden, versorgen den Körper zwar schnell mit Energie. Sie lassen aber genauso schnell den Blutzuckerspiegel sinken und machen dadurch müde. Zu viel Zucker und Weißmehlprodukte sind deshalb bei akuten Fällen von Frühjahrsmüdigkeit eher zu meiden.
  • Weniger Fleisch
    Natürlich ist Fleisch ein wichtiger Energielieferant, allerdings beschäftigt es den Körper auch recht lange. Der Effekt ist schlussendlich derselbe wie bei der Fettverdauung. Die gute Nachricht ist: Bei pflanzlicher Kost verhält es sich anders und der Frühling bringt gleich die richtigen Zutaten mit, um die Ernährung vermehrt auf Obst und Gemüse umzustellen – oder auf Fisch, der nämlich als wichtige Vitamin D-Quelle fungiert.
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Einfaches und doch wirkungsvolles Mittel gegen Müdigkeit: Wasser.

Frühlingsküche für wache Lebensgeister

Die Frühjahrsmüdigkeit lässt sich aber nicht nur durch den Verzicht oder die gemäßigte Aufnahme bestimmter Lebensmittel verjagen. Vielmehr kann sie aktiv, mit Hilfe der im Frühling wieder ganz frisch verfügbaren Nahrungsmittel, angegangen werden. Ein in dieser Hinsicht wichtiges Stichwort wurde in diesem Zusammenhang bereits mit Vitamin D gegeben. Das ist an vielen Vorgängen im Körper beteiligt und kann normalerweise vom Körper selbst produziert werden – eine genügend große Menge Sonnenlicht vorausgesetzt. Daran mangelt es im Winter jedoch häufig, weshalb dem Körper Vitamin D fehlt. Wenn du nicht allein darauf verlassen möchtest, dass sich die Zahl der Sonnenstunden mit Frühlingsbeginn drastisch erhöht, bleiben immer noch einige verschiedener Lebensmittel, die den Vitamin D-Mangel beheben können – zum Beispiel Hering oder genauer: Matjes

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Nicht jeder Hering hat das Zeug zum Matjes – Vitamin D liefert der Fisch aber eigentlich immer.

Rezeptvorschlag: Matjes-Croques mit Lauch und Tomate

Für 4 Personen
Zutaten:
  • 6 Stück neue Matjes-Doppelfilets
  • 2 mittelgroße Baguette oder Ciabatta
  • 80 g Butter
  • 300 g Schmand (24% Fettgehalt)
  • 1 Zitrone
  • 15 g Zucker
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 5 g grüner Pfeffer
  • ½ Bund Junger Lauch (etwa 100 g)
  • 6 Fleischtomaten
  • 2 Schalen Kresse (jeweils etwa 180 g)
  • Salz, Pfeffer, etwas Cayenne
 
Zubereitung
  1. Die Matjes-Doppelfilets auseinander legen und die Schwanzflosse abschneiden. Die Fleischtomaten werden zuerst blanchiert, damit sich die Haut besser entfernen lässt, anschließend in Scheiben schneiden. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  2. Die Zitrone halbieren und den Saft auspressen. Die grünen Pfefferkörner im Mörser fein zerstoßen und anschließend die Knoblauchzehe fein hacken. Danach den Frühlingslauch putzen, waschen und in schräge, dünne Scheiben schneiden. Mit einem Messer die Kresse von den Wurzeln abschneiden.
  3. Der Schmand wird in einer Schüssel mit dem Knoblauch, dem jungen Lauch, dem grünen Pfeffer, dem Zucker, dem Zitronensaft und der Hälfte der Kresse verrührt. Abschmecken mit Salz, Pfeffer und Cayenne.
  4. Das Baguette oder Ciabatta der Länge nach halbieren und die Hälften schräg in Rauten (ca. 4 cm dick) schneiden. Mit Butter einstreichen und kurz rösten. Danach kommt ein Teil der Sauce auf das Brot, darauf die Tomatenscheiben, die wiederum vom Matjesfilet bedeckt werden. Einen weiteren Klecks Sauce darüber geben und die obere Hälfte des Baguettes aufsetzen. Für das Auge noch mit Kresse-Bouquets garnieren.
Einziger Nachteil dieses Gerichts: Bis die neue Matjes-Saison tatsächlich wieder losgeht, dauert es noch – die Heringe, die sich als Matjes bezeichnen dürfen, werden erst Ende Mai bis Anfang Juni gefangen. Bis dahin ist dann aber ausreichend Zeit, sich an anderen Rezepten zu versuchen. Zum Beispiel an einem, in dem der Avocado eine Hauptrolle zugedacht ist. Die hat nicht nur schon ab März Saison, sondern ist darüber hinaus durch ihren Reichtum an Vitaminen, Mineralstoffen und ungesättigten Fettsäuren ein wahrer Muntermacher.
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Avocado passt zu vielen Rezepten. Hier kommt sie deshalb nicht aufs Brot, sondern in den Salat.

Rezeptvorschlag: Rote-Bete-Avocado-Salat mit Nussvinaigrette

Für 4 Personen
Zutaten:
  • 600 g Rote Bete (vorgekocht und vakuumverpackt)
  • 30 g Sonnenblumenkerne
  • 4 Handvoll Babyspinat
  • 2 Avocados
  • 3 EL weißen Balsamicoessig
  • 3 EL Nussöl (zum Beispiel Walnuss oder Haselnuss)
  • 1 TL Senf
  • 1 Schalotte
  • Salz, Pfeffer
 
Zubereitung:
  1. Zunächst die Sonnenblumenkerne ohne Fett langsam in einer Pfanne rösten, bis sie goldbraun sind, anschließend auf einem Teller abkühlen lassen.
  2. Die Schalotte schälen und fein hacken. Zusammen mit dem Balsamicoessig, dem Nussöl und dem Senf zu einer Vinaigrette verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  3. Die Rote Bete würfeln. Die beiden Avocados schälen, entkernen und genauso in Würfel schneiden. Den Babyspinat waschen.
  4. Den Babyspinat zusammen mit den Würfeln von Roter Bete und Avocado auf einem Teller anrichten und mit der Vinaigrette übergießen. Abschließend mit den Sonnenblumenkernen garnieren.
 
Wenn die Frühjahrsmüdigkeit nach derlei Köstlichkeiten immer noch nicht weichen wollte, kann vielleicht ein – unerwartetes, aber umso spannenderes – Dessert Abhilfe schaffen. Denn noch besteht die Gelegenheit, sich von den Vorzügen des Chicorées zu überzeugen. Der wird zwar gerne als Wintergemüse bezeichnet, hat aber noch bis in den Mai hinein Saison. Die größte Hürde, das Gemüse für einen Nachtisch zu verwenden, dürfte allerdings in dessen bitterem Geschmack liegen. Dabei sind es unter anderem diese Bitterstoffe, die besonders gut für Stoffwechsel und Kreislauf sind. Weitere Pluspunkte: Viele Vitamine und andere Nährstoffe und das bei 16 Kilokalorien auf 100 Gramm. Außerdem ist es nicht nur in der Sterneküche eine beliebte Option, den bitteren Chicorée mit etwas Süßem zu kombinieren. Nahezu klassisch sind aus diesem Grund Salatvariationen, in denen Chicorée im Zusammenspiel mit Obst auftritt. Wer eine Schwäche für verschiedenste Küchenhelfer hat – unabhängig von der Frage, ob diese ansonsten sinnvoll sind oder nicht –, wird für die hier vorgestellte Variante sicherlich das notwendige Handwerkzeug vorweisen können. 
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Nicht nur gesund, sondern auch bestens als bitter-überraschende Note im Dessert geeignet: Chicorée.

Rezeptvorschlag: Chicorée-Eis

Für 4 bis 6 Personen
Zutaten:
  • 750 ml Sahne
  • 750 g Milch
  • 400 g Zucker
  • 300 g Eidotter
  • 100 g Chicorée
Zubereitung:
  1. Den Chicorée waschen, putzen und möglichst fein schneiden und unter die Sahne und die Milch geben. Alles kurz aufkochen und ein wenig abkühlen lassen.
  2. Den Zucker mit dem Eidotter cremig verrühren. Unter ständigem Rühren zunächst ein Viertel der Chicorée-Milch auf das Ei geben, dann langsam den Rest. Die Masse anschließend über einem warmen Wasserbad (etwa 85 Grad) eindicken lassen, bis sie rosenförmig auseinanderläuft, wenn man auf einem Kochlöffel darauf pustet.
  3. Die eingedickte Masse durch ein Sieb geben und danach kalt rühren. Abschließend muss sie dann nur noch in die Eismaschine.
 
Dazu passt beispielsweise eine selbstgemachte Erdbeer-Rhabarber-Grütze, mit der zusätzlich eine süße und saure Note zum Dessert kommt. Und das alles mit frischen, saisonalen Zutaten. Unter diesen Voraussetzungen muss dann auch ein wenig Zucker erlaubt sein.
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