Glühwein - homemade

Wie aus dem Weihnachtsmarkt-Schreckgetränk ein süffiger Winterwärmer wird!

Glühwein - homemade
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Kommentare
küchengötter Redaktion

Ausgerechnet Glühwein! Diese aus billigen Massenweinen industriell vorgefertigten Abfüllungen mit Christkindelmotiven und fragwürdigen Kräutermischungen im Teebeutel! Diesem so arg geschlagenen Wintergetränk soll hier also ein properes Facelifting verpasst werden? Nun gut!

 

Doch werfen wir zuerst einen Blick zurück und schauen uns die Ursprünge des Glühweins an, die nicht wenige Wein-Historiker bei den alten Römern (wo auch sonst?) verorten. So findet man im Kochbuch des Apicius »De re coquinaria« schon ein Rezept für den Conditium Paradoxum, einen antiken Würzwein, der mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen sowie Honig eingekocht wurde. Was da alles hineinkam, ist nicht hundertprozentig nachweisbar, doch neben Honig und Wein waren es wohl Pfeffer, Lorbeerblätter, Safran und geröstete Dattelkerne. Andere Quellen weisen auch noch auf den sogenannten Mastix (Pistazienharz) hin… Retsina lässt grüßen. Heute sind es vor allem die nördlichen Länder, die ihre Glühwein-Traditionen pflegen. In Skandinavien ist das der berühmte Glögg, dessen Grundrezept neben Rotwein aus Gewürzen wie Zimt, Kardamom, Ingwer und Nelken besteht. Dazu kommen ein ordentlicher Schuss Korn oder Wodka und Rosinen und Mandeln. In England gibt es den Punch, dessen Herkunft je nach Autor mal nach Indien, mal in die Karibik verfrachtet wird. Hier kommen zum Wein Rum oder Arrak, Tee, Limonen, Zitrone, aber auch Vanilleschoten, Sternanis oder Ingwer hinzu. Die Anzahl an Punch-Rezepten ist quasi unendlich. Eine der berühmtesten Versionen – und durch den Film mit Heinz Rühmann wohl für alle Zeiten unvergesslich – ist die Feuerzangenbowle. Im Süden haben die Österreicher mit ihrem poetisch genannten Jagertee ihren eigenen Punch entwickelt, während man in Deutschland ganz prosaisch beim Glühwein geblieben ist. Wie gesagt, die Rezepte sind heute so mannigfaltig, es erscheint wenig sinnvoll hier eines davon hervorzuheben. Deshalb wenden wir uns lieber der wichtigsten Zutat zu: Dem Wein!

 

Um es vorweg zu sagen: Aus einem schlechten Wein wird niemals ein guter Glühwein. Sicher, man braucht keinen Cru Classé, aber man sollte eine solide Qualität wählen. Rebsorten, die eher weniger Tannine haben, wie Spätburgunder, Dolcetto, Gamay oder Primitivo, eignen sich besser für einen Glühwein als Cabernet Sauvignon, Malbec oder Tannat. Dasselbe gilt auch für die restlichen Zutaten. Warum nicht mal einen Glühwein, Punsch oder Glögg aus Bio-Zutaten mischen? Echte Vanille schmeckt auch im Punsch besser als Vanillezucker. Und wenn es um den Rum geht, dann werden sich sicher viele noch an die verheerende Wirkung eines 80%-Getränkes erinnern, das zwar gut brennt, aber eben nicht nur beim Entzünden der Feuerzangenbowle. Wenn man ein wenig dekadent ist, dann kann man ja mal für einen (trendigen) weißen Glühwein als Grundlage eine Beerenauslese oder einen Sauternes nehmen, ganz im Sinne einer alten Fernsehwerbung: „Man gönnt sich ja sonst nichts!“

 

Unser Gastautor Jochen Blass ist Weingourmet und Feintrinker und schreibt für den Online-Shop Wine in Black. Große Namen oder Tropfen, die nicht in jeder Bestseller-Liste stehen - Wine in Black bedient mit seinem wechselnden Sortiment feinster Weine und Champagner alle Genres und Geschmäcker.

 

 

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Aphrodite
Schön geschrieben.

Aber es hätte ja mal einen Rezeptlink zu diesem sagenhaften Vanille-Glühwein geben können. Jetzt bin ich nicht unbedingt schlauer als zuvor, um dieser Weihnachtsmarkt-Plörre etwas entgegen zu setzen. Es hilft alles nichts: Kalte Füße, kalte Hände, feiner Eisniesel von oben - da gehört jedes Jahr zur Adventszeit der Glühwein am Büdchen dazu. Sei er auch noch so schlecht. Man rückt zusammen und freut sich.

Und jedes Mal nur auf die Registrierungsseite von "Wine in Black" zu verlinken. Ich weiß nicht. Das ist eine Blackbox und das Leistungsversprechen hängt etwas in der Luft. Nur getragen durch diesen Artikel. Da bin ich ja schneller woanders hin gerannt und kaufe mir meinen Wein für den Glühwein. Danke aber für die Inspiration.

toll, nur wo ist das Rezept zum ausprobieren?

list sich alles ganz toll - da tropft einem schon der Zahn...

wo aber bleibt das Rezept bzw. ein Link dazu ?

 

LG  steini

küchengötter
Glühwein-Rezept

Mit diesem Beitrag wollten wir Euch vor allem Weinsorten vorstellen, die sich für die Zubereitung von Glühwein eignen. Aber auf Rezepte für Glühwein müsst Ihr natürlich nicht verzichten. Wie wäre es zum Beispiel mit Jarimbas Glühwein oder dem Weißen Glühwein von Solera?

 

Lasst es Euch schmecken.

auchwas
Und noch ein sehr schönes Glühwein-Rezept

hier von Kurbis. Das ist mein Favorit, wie auch das von Jarimba,  wenn ich dann mal Lust auf Glühwein verspüre und dann auch mit einem leichten  Wein. Wenn ohne Alkohol dann Traubensaft nehmen und weniger Zucker, aber Gewürze.

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