ICH KOSTE ... Granatapfel

Keine Frage: Der Granatapfel ist gerade richtig hip. Aber wieso eigentlich? Und gibt es eigentlich DEN ultimativen Trick, Granatäpfel zu entkernen? Vorhang auf für den Granatapfel ...

Granatapfel
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Kommentare
Sebastian Dickhaut

Ein Smartphone ist schneller alle und kaputt als ein bloßes Handy - das trotzdem keiner mehr haben will. Ein Videorecorder konnte Filme abspielen und aufnehmen. Ein DVD-Player konnte das lange nicht, und trotzdem wollten alle den lieber haben.

 

Und der Granatapfel? Besteht eigentlich nur aus Kernen, die man sonst in keinem Apfel mag. Und doch ist er gerade der King im Obstregal. Was ist sein Trumpf, wo liegt sein Internetzugang, wie sieht seine bessere Bildqualität aus? Nun zumindest die hat er auf Anhieb, wie wir in dem Foto oben sehen - so verführerisch kann keine Goldrenette oder gar ein Boskoop ansehen, und wenn er sich noch so in der Obstschale räkelt.

 

Weswegen manche den Granatapfel als den der Versuchung sehen, schließlich werden sein Ursprungsort und das Paradies von vielen im Orient gesehen. Allerdings hätte Adam sich dann wohl ziemlich die Zähne ausgebissen und so ziemlich alles eingesaut, bevor er wirklich vom Baum der Erkenntnis gekostet hätte.

 

Doch wer weiß - vielleicht war der Granatapfel vorher wirklich eine paradiesische Frucht, zart im Biss, göttlich im Geschmack und ohne einen einzigen Kern. Und dann wurde er wegen seiner Hauptrolle in der Verführung zu DEM Symbol für den Zorn, den Gott uns bei der Vertreibung aus seinem Garten hinterhergeschickt hat: “Verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang. (...) Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen.”

 

Wenn es ja nur Schweiß wäre, der einen nach dem Bearbeiten eines Granatapfels bedeckt. Weil er sich seinen Namen wirklich verdient hat, spreche ich hier auch gerne von “Entschärfen”. Wer jetzt hier den ultimativen Tipp erwartet, wie man ohne jeden Spritzer an die kleinen roten Glitzerkerne kommt - sorry, ich übe noch. Und das eigentlich erst, seit wir die Rosenlimo erfunden haben.

 

Für die braucht es allerdings nicht die einzelnen Kerne, weswegen ich den Apfel einfach halbiere, die Hälfte ein wenig von außen massiere und dann die mit dem Löffel die Kerne samt Fruchtfleischanhängen raushole. Die Feinheiten überlasse ich dann YouTube, das sich in diesem Fall erstaunlich gesittet und kompetent zeigt. Mir gefällt die türkische Methode fürs direkte Zubeißen, da könnte auch eine Menge Spaß für Eva und Adam drin. 

 

Ein bisschen spröder und dabei nicht ohne Reiz geht’s bei Albert zu, mir gefällt sein Slang wie auch sein Stil - wie fleckenlos muss es da erst in einer normalen Küche zugehen? In der steht Mr. G, der vielleicht lieber noch mal Einkaufen gegangen wäre - dann hätte er uns wirklich zeigen können, wie es geht. Was Papa leider auch hier nicht tut  - das war das einzige Video, das einer zünftigen Granatapfelexplosion zumindest nahe kam. Kennt Ihr ein näheres? Ach, eines hätte ich fast vergessen: Hier bei den Küchengöttern kann man noch lernen, wie man am einfachsten direkt an den Granatapfelsaft gelangt. Nicht schlecht, oder?

 

Um zum Ursprung zurückzukommen - als Koster finde ich, dass Granatapfelkerne besser aussehen als sie schmecken, Trauben oder Mandarinen mit Kernen mag ich lieber. Klar, als Gastgeber sieht man besser aus, wenn man Granatapfelkerne über Reis, Salat oder Dessert streut, weil, diese Mühe! Ich warte da lieber auf die Erfindung des Granatapfelentkerners. O, den gibt’s schon? Bestellt! Ich werde berichten...

 

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Gaston
Es ist ganz einfach

Granatapfel entkernen ist ganz einfach. Wichtig ist, ihn nicht durchzuschneiden. Erst auf der Arbeitsfläche rollen, dabei knirscht er etwas. Dann da, wo die Spitzen sind, einen Keil ausschneiden. Dann in den Apfel mit den Daumen hineingreifen und ihn mit etwas Gefühl auseinanderbrechen. Dann die roten Kerne aus dem weißen Hüllen entfernen, dazu die Hälften nochmals vorsichtig brechen. Geht fix und auch ohne große Sauerei.

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