ICH KOSTE... Krapfen

Diesmal schmecken wir uns durch den Mainstream abseits von Klassikern und Extremen, von Prosecco bis Bienenstich.

ICH KOSTE... Krapfen
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Sebastian Dickhaut

Ich hab einen Krapfen geteilt! Ich, der noch vor einer Woche beim Bäcker anstand und als vor ihm einer drum bat, den Eierlikörkrapfen durchzuschneiden, am liebsten wieder gegangen wäre. Ich, der eigentlich schon sehr großzügig sein muss, damit ich jemandem von meinem Teller probieren lasse - auch Kotelett, Rosenkohl und Püree sind eine Einheit!

 

Und ein Krapfen ist im Grunde nix in zwei Teilen. Schon deswegen, weil es einen um die Überraschung bringt, wann und wo einen die Füllung überkommt. Kann natürlich sein, dass sich auch nach dem Durchschneiden noch nichts zeigt. Was aber heißt, dass die eine Seite nix hat und die andere alles, was aber auch nix ist, weil Riesensauerei auf den ersten Biss und voll unausgewogenes Teig-Füllungs-Verhältnis bei den weiteren.

 

Und trotzdem saß ich gestern mit Freunden zusammen und wir haben sogar Krapfen gevierteilt. Weil der letzte Krapfentest ist schon sooo lange her, dass Nichte Suli inzwischen selbst Filme dreht. Diesmal haben wir allerdings sowohl den Klassiker wie auch die Extreme liegen gelassen und in den Mainstream gegriffen.

 

Erstes Ergebnis: Das Finden der Füllung ist kein Spiel mehr, sondern eine einfache Rechnung. Bei allen fünf Sorten aus drei Läden saß sie in der Mitte, so dass bei ordnungsgemäßem Vierteln in jedem Stück genug Flüssiges bzw. Dickflüssiges zum Probieren war.

 

Gespannt waren wir vor allem auf den Proseccokrapfen - mit Zuckerguss glasiert, in dem eine erste Zungenprobe weder Prickelndes noch Weinseliges entdecken konnte. So ein Sparkrapfen!

 

Und drinnen? Perlt's, prickelt's, schäumt's oder hat's wenigstens was von Weinschaum? Höchstens von verdorbenem Weinschaumjoghurt mit Götterspeisenparfümierung. Ganz schlimme Party.

 

Geburtstagsfeiertauglich dafür der Bienenstichkrapfen. Hefeteig und Vanillecreme sind ja auch bei dem namensgebenden Kuchen Standard und der Vanillekrapfen gilt ja fast schon als Klassiker - auch wenn ich Konfiture weit krapfiger finde als Creme. Hier aber geht's gut zusammen, und mit der Mandelkruste hat's was bienenstichiges, "aber ein richtiger wär' mir lieber" fasst ein Tester die Meinung am Kaffeetisch zusammen.

 

Enttäuschend wieder der Nougatkrapfen, in dem eine milchig durchsichtige braunsüße Masse lauert, die wie eine angedickte und aufgeölte Version seiner Zuckerschokoglasur wirkt. Beides scheint direkt aus dem Halbfertigbackwarenlieferantenregal zu kommen.

 

Verwirrend im Äußeren der Himbeervanillekrapfen vom Feinbäcker, der mit Glasur und weißen Schokospänen wie der Proseccobruder vom Kettenbäcker aussieht, aber eigentlich am klassischsten schmeckt, auch weil die Creme nur in Spuren vorhanden ist.

 

Auch beim Erdbeer-Tiramisu-Krapfen sieht's nicht nach viel Creme aus, aber hey, der schmeckt wirklich nach Mascarpone, und das nicht schlecht. Aber auch hier hätten wir lieber das Original. Das gilt für mich auch beim Krapfen: noch warm vom Backen, mit Kristallzucker obendrauf und mit Aprikose drin.

 

Und was mögt Ihr für Krapfen? Und welche findet Ihr besonders verwegen?

 

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krapfentest

hallo, ich bevorzuge eierlikörkrapfen und einen mit selbstgemachter himbeermarmelade

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