ICH KOSTE ... Paella

Spaniens Nationalgericht kann begeistern - auch wenn es für Nasi Goreng gehalten wird oder nur 10 Minuten dauert. Aber kein Wort zum Spülen!

ICH KOSTE ... Paella
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Sebastian Dickhaut

Spanien und seine Küche? Ich weiß nicht. Oder besser: Ich weiß fast nichts, über beides. Bei zweimal Interrail nur einmal bis nach Santander gekommen. Einmal auf Menorca, in einem Resort. Andere Geschichte, jedenfalls: Mehr weniger Spanien geht kaum. Und ans Essen erinnere ich mich gar nicht. Keine Brote auf Gläsern, keine kalten Suppen, keinen Reis mit Fleisch, Fisch und Blütenstaub. Also keine Tapas, Gazpacho, Paella und erst recht keine Nationalgerichte, die mir sonst noch einfallen.

 

Seit kurzem haben wir einen Spanier ums Eck. Er zapft einem ein kleines Bier aus dem Hahn, es gibt ein paar Sachen auf Tellern und in Tassen an der Theke, reservieren kann man nicht. Sehr spanisch, höre ich. Sehr voll, sehe ich. Und sehr gut, finde ich. Mittags hat er zu, manchmal am Wochenende auch nicht. Dann gibt's Paella Familia fürs Viertel. Das finde ich sehr schön.

 

Es gibt furchterregende Bilder und Geschichten über Paella in dorfplatzfüllenden Pfannen und pfannenschrubbenden Dörfern. Dass der gute Spanier ums Eck sie trotzdem macht, spricht dafür, dass man sie auch in Spanien wirklich für sich macht und nicht nur als Aushängeschild und Fernsehshow - so wie Nasi Goreng tatsächlich DAS Lieblingsgericht Indonesiens ist. Zumindest in Jakarta.

 

Für 20? Oder in 10 Minuten? Beides kein Problem

 

Und in Asmara, Kabul oder Bagdad vielleicht auch. Zumindest waren rund 20 Jungs aus diesen Städten sehr begeistert von dem Nasi Goreng, das ich mal für sie gekocht habe. "Wie bei uns!", haben sie gesagt. In einer Einigkeit, die ihnen beim Essen selten ist. Als ich später zum Beispiel mal Paella gemacht habe, fanden die einen, dass das besser als Nasi Goreng wäre, während die anderen Garnele gegen Huhn eintauschten. So beweglich können Nationalgerichte sein.

 

Meist erstarren sie ja vor lauter Tradition, oft nur, um Stoff für Diskussionen zu bieten. Die heize ich hiermit gerne an: Meine erste Paella habe ich in 10 Minuten gekocht. Und war selbst ganz verblüfft, wie schön und gut die geworden ist. Nun wird es Zeit, sie auch mal im Normalmaß zu probieren - also nicht für 20 und nicht nur in 10 Minuten. Oder doch lieber bei Nasi Goreng bleiben?

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